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Börsenlexikon

Der CAC 40 ist der Leitindex der Pariser Börse Euronext Paris und bildet die 40 größten französischen Unternehmen nach Marktkapitalisierung und Liquidität ab.

Der Index funktioniert nach dem Prinzip eines gewichteten Aktienindex: Die Kurse der 40 Unternehmen fließen nicht gleichgewichtig ein, sondern entsprechend ihrer Marktkapitalisierung. Ein Unternehmen mit doppelter Marktkapitalisierung hat daher auch den doppelten Einfluss auf die Indexentwicklung. Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft und angepasst, um sicherzustellen, dass die größten und liquidesten Titel vertreten sind.

Für Privatanleger ist der CAC 40 relevant, weil er die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs und der Eurozone widerspiegelt. Viele französische Konzerne sind international tätig, sodass der Index auch konjunkturelle Tendenzen außerhalb Frankreichs anzeigt. Anleger können über börsengehandelte Fonds (ETFs) oder Indexfonds direkt in den CAC 40 investieren, anstatt einzelne Aktien zu kaufen. Dies ermöglicht eine breitere Risikostreuung mit geringerem Aufwand.

Ein Call ist ein Optionsvertrag, der den Käufer berechtigt, aber nicht verpflichtet, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis (Ausübungspreis) innerhalb oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen.

Der Käufer einer Call-Option zahlt eine Prämie an den Verkäufer und erhält damit das Recht, den Basiswert (etwa eine Aktie, einen Index oder einen Rohstoff) zu einem im Voraus festgelegten Preis zu erwerben. Dieses Recht kann der Käufer ausüben oder verfallen lassen – je nachdem, ob sich der aktuelle Marktpreis des Basiswerts für ihn günstig entwickelt.

Funktionsweise und Gewinnlogik

Candlesticks sind grafische Darstellungen von Kursverläufen an der Börse, die für einen bestimmten Zeitraum den Eröffnungs-, Schlusskurs, Höchst- und Tiefstkurs eines Wertpapiers in Form einer kerzenartigen Figur abbilden.

Ein Candlestick besteht aus einem rechteckigen Körper (Body) und zwei dünnen Linien (Dochten oder Wicks), die nach oben und unten zeigen. Der Körper wird durch den Eröffnungs- und Schlusskurs begrenzt, während die Dochte die höchsten und tiefsten Kurse während des Zeitraums markieren.

Die Färbung des Körpers signalisiert die Kursbewegung: Ein grüner oder weißer Körper zeigt, dass der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs lag (Kurs gestiegen). Ein roter oder schwarzer Körper bedeutet, dass der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs lag (Kurs gefallen). Die Länge des Körpers verdeutlicht die Stärke dieser Bewegung.

Candlestick-Charts sind grafische Darstellungen von Kursbewegungen, bei denen jede Kerze einen definierten Zeitraum (etwa eine Minute, Stunde oder einen Tag) abbildet und die Eröffnungs-, Schluss-, Höchst- und Tiefstkurse anzeigt.

Jede Kerze besteht aus einem rechteckigen Körper (englisch: Body) und zwei dünnen Linien oben und unten (Dochte oder Wicks). Der Körper wird durch zwei Preise begrenzt: den Eröffnungskurs am Anfang des Zeitraums und den Schlusskurs am Ende. Liegt der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs, wird die Kerze meist grün oder weiß gefärbt und signalisiert einen Kursanstieg. Liegt der Schlusskurs darunter, erscheint die Kerze rot oder schwarz und zeigt einen Kursrückgang an. Die obere Docht-Linie reicht bis zum höchsten Kurs des Zeitraums, die untere bis zum niedrigsten.

Praktisches Beispiel: An einem Handelstag öffnet eine Aktie bei 100 Euro, steigt bis 105 Euro, fällt dann auf 98 Euro und schließt bei 102 Euro. Die Candlestick-Kerze hätte einen grünen Körper zwischen 100 Euro (Eröffnung) und 102 Euro (Schluss), einen oberen Docht bis 105 Euro und einen unteren bis 98 Euro.

Cap ist eine Obergrenze für die Verzinsung oder Rendite eines Wertpapiers oder Finanzprodukts, die der Emittent oder Produktanbieter festlegt und nicht überschreitet.

Der Cap begrenzt die maximale Auszahlung an den Anleger, unabhängig davon, wie stark der zugrunde liegende Basiswert (etwa ein Index oder Rohstoff) tatsächlich steigt. Diese Obergrenze wird bereits bei der Emission des Produkts definiert und bleibt über die gesamte Laufzeit gültig.

Caps finden sich häufig bei strukturierten Produkten wie Zertifikaten, Anleihen mit Indexpartizipation oder Caps und Floors. Ein klassisches Beispiel: Ein Indexzertifikat bietet Anlegern 80 Prozent der Kurssteigerung eines Aktienindex, allerdings mit einem Cap von 15 Prozent pro Jahr. Steigt der Index um 20 Prozent, erhält der Anleger nicht 16 Prozent (80 Prozent von 20 Prozent), sondern nur die maximal zulässigen 15 Prozent.

Carl Icahn ist ein amerikanischer Investor und Unternehmensaktivist, der durch den Erwerb großer Aktienpakete in etablierten Unternehmen Einfluss auf deren Geschäftspolitik nimmt und dabei häufig strukturelle Veränderungen oder Kapitalumschichtungen durchsetzt.

Icahn verfolgt dabei eine Strategie, die unter dem Begriff Aktivismus bekannt ist. Er kauft sich in Unternehmen ein, deren Aktienkurs seiner Ansicht nach unter dem inneren Wert liegt oder deren Management er für ineffizient hält. Durch seinen Anteilsbesitz erlangt er das Stimmrecht in der Hauptversammlung und kann Druck auf den Vorstand ausüben, um Veränderungen herbeizuführen – etwa die Verkleinerung des Managements, die Ausgliederung von Unternehmensteilen, erhöhte Dividendenzahlungen oder sogar den Verkauf des gesamten Unternehmens.

Für Privatanleger ist Icahns Wirken aus mehreren Gründen relevant. Erstens signalisiert die Beteiligung eines prominenten Aktivisten wie Icahn oft eine Unterbewertung: Anleger interpretieren seinen Einstieg häufig als Kaufsignal und treiben die Aktienkurse in die Höhe. Zweitens führt Aktivismus regelmäßig zu kurzfristigen Kursbewegungen, die Spekulationen anlocken. Drittens zeigt Icahns Portfolio-Ansatz Privatanlegern, worauf man bei der Fundamentalanalyse achten kann – etwa auf Überkapitalisierung, ineffiziente Vermögensnutzung oder Managemententscheidungen, die nicht im Sinne der Aktionäre sind.

Die Cash-Burn-Rate ist die Geschwindigkeit, mit der ein Unternehmen seine Geldreserven aufbraucht, gemessen als durchschnittlicher monatlicher oder jährlicher Verlust.

Besonders bei jungen, noch nicht profitablen Unternehmen ist die Cash-Burn-Rate ein zentraler Indikator für die finanzielle Gesundheit. Sie zeigt an, wie lange ein Unternehmen mit seinen vorhandenen Mitteln weitermachen kann, bevor es neue Investitionen benötigt oder zahlungsunfähig wird.

Die Berechnung ist einfach: Der Netto-Geldabfluss wird durch die Anzahl der Monate dividiert. Konkret: Ein Softwareunternehmen verfügt über 12 Millionen Euro Bargeld. Im Laufe von 12 Monaten sinkt dieses auf 9 Millionen Euro. Die Cash-Burn-Rate beträgt dann 250.000 Euro pro Monat (3 Millionen Euro Verlust ÷ 12 Monate). Bei gleichbleibender Rate würde die Geldreserve nach 36 Monaten aufgebraucht sein – die sogenannte „Runway" oder Laufzeit.

Cashflow ist die Summe aller tatsächlichen Geldzu- und -abflüsse eines Unternehmens oder einer Investition über einen bestimmten Zeitraum.

Der Cashflow unterscheidet sich grundlegend vom Gewinn, da er nur echte Geldströme erfasst, nicht aber Positionen aus der Gewinn- und Verlustrechnung wie Abschreibungen oder Rückstellungen. Ein Unternehmen kann buchhalterisch profitabel sein und gleichzeitig unter Liquiditätsproblemen leiden – oder umgekehrt. Der Cashflow zeigt, ob tatsächlich Geld in die Kasse fließt oder sie geleert wird.

Für Privatanleger ist der Cashflow ein zentrales Qualitätskriterium bei der Bewertung von Aktien. Ein stabiler, wachsender Cashflow deutet darauf hin, dass ein Unternehmen seine Schulden bedienen, Dividenden zahlen und in Wachstum investieren kann. Umgekehrt signalisiert ein negativer oder schrumpfender Cashflow Warnsignale. Die Cashflow-Rendite – also der Cashflow bezogen auf die Marktkapitalisierung – ermöglicht es, Unternehmen unabhängig von ihrer Größe zu vergleichen.

Die Cashflow-Ratio ist das Verhältnis des operativen Cashflows eines Unternehmens zu seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten und zeigt an, in welchem Maße das Unternehmen seine fälligen Schulden aus dem laufenden Geschäftsbetrieb begleichen kann.

Die Kennzahl wird berechnet, indem der operative Cashflow (die Geldmittel, die das Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit erwirtschaftet) durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Schulden, die innerhalb von 12 Monaten fällig werden) dividiert wird. Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Schulden vollständig aus dem Cashflow eines Jahres decken kann. Ein Wert über 1,0 gilt als positiv, da das Unternehmen Schulden abbaut und Rücklagen aufbaut. Ein Wert unter 1,0 deutet darauf hin, dass der operative Cashflow nicht ausreicht, um alle kurzfristigen Verbindlichkeiten zu tilgen.

Praktisches Beispiel: Ein Unternehmen erwirtschaftet in einem Jahr einen operativen Cashflow von 50 Millionen Euro. Seine kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen 40 Millionen Euro. Die Cashflow-Ratio beträgt dann 50 ÷ 40 = 1,25. Das Unternehmen kann seine kurzfristigen Schulden nicht nur decken, sondern hätte noch 10 Millionen Euro übrig.

Cash Settlement ist die Abrechnung eines Finanzkontrakts durch Zahlung eines Geldbetrags statt durch physische Lieferung des zugrunde liegenden Vermögenswerts.

Bei einem Cash Settlement wird der Unterschied zwischen dem vereinbarten Preis und dem Marktpreis zum Erfüllungszeitpunkt in bar ausgeglichen. Der Kontrakt endet mit einer Geldtransaktion, nicht mit der tatsächlichen Übergabe von Wertpapieren, Rohstoffen oder anderen Basiswerten.

Dies unterscheidet sich vom Physical Settlement (physische Abrechnung), bei dem der Verkäufer den tatsächlichen Vermögenswert liefert und der Käufer ihn erhält. Beim Cash Settlement entfällt diese physische Lieferung vollständig – es gibt nur einen Geldfluss zwischen den Parteien.

CBOT (Chicago Board of Trade) ist die älteste Warenterminbörse der Vereinigten Staaten, an der Futures und Optionen auf Rohstoffe wie Getreide, Ölsaaten, Energieträger und Finanzinstrumente gehandelt werden.

Die CBOT wurde 1848 gegründet und hat ihren Sitz in Chicago. Sie ist heute Teil der CME Group, eines der weltweit größten Terminbörsen-Konzerne. An der CBOT werden standardisierte Kontrakte gehandelt, die es Produzenten, Verbrauchern und Spekulanten ermöglichen, Preisrisiken abzusichern oder auf Preisbewegungen zu spekulieren.

Die Börse ist bekannt für ihre Kontrakte auf Weizen, Mais, Sojabohnen und Sojaöl. Ein Weizenkontrakt an der CBOT hat beispielsweise eine standardisierte Größe von 5.000 Scheffeln (etwa 136 Tonnen). Wenn ein Kontrakt bei 600 Cent pro Scheffel notiert, kostet ein Kontrakt 30.000 Dollar Nominalwert. Anleger hinterlegen jedoch nur einen Bruchteil – die sogenannte Margin – um den Kontrakt zu halten, typischerweise zwischen 5 und 15 Prozent des Nominalwerts. Dies ermöglicht Hebelwirkung: Bei einer Margin von 10 Prozent kontrolliert ein Anleger mit 3.000 Dollar Kapital einen 30.000-Dollar-Kontrakt.

Der CDAX ist ein Gesamtmarktindex der Deutschen Börse, der die Wertentwicklung aller an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktien deutscher und internationaler Unternehmen abbildet.

Der CDAX unterscheidet sich von bekannteren Indizes wie dem DAX dadurch, dass er nicht nur die 40 größten Unternehmen berücksichtigt, sondern deutlich breiter angelegt ist. Er erfasst mehrere hundert Titel und deckt damit den gesamten Markt ab. Dadurch bildet der CDAX die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes vollständiger ab als spezialisierte Indizes.

Der Index wird nach dem Laspeyres-Prinzip berechnet, bei dem die Gewichtung der einzelnen Aktien ihrer Marktkapitalisierung entspricht. Größere Unternehmen haben somit einen höheren Einfluss auf die Indexentwicklung. Stellt man sich beispielsweise einen vereinfachten Index aus nur drei Aktien vor – Unternehmen A mit 100 Millionen Euro Marktkapitalisierung, Unternehmen B mit 60 Millionen Euro und Unternehmen C mit 40 Millionen Euro – dann würde A mit etwa 50 Prozent, B mit 30 Prozent und C mit 20 Prozent in die Berechnung eingehen. Steigt A um 10 Prozent, B um 5 Prozent und C um 0 Prozent, ergibt sich eine Gesamtveränderung von etwa 6,5 Prozent für diesen Index.

CEO (Chief Executive Officer) ist die oberste Führungsperson eines Unternehmens, die für die strategische Leitung, operative Geschäftsführung und Verantwortung gegenüber dem Vorstand und den Aktionären zuständig ist.

Der CEO trägt die Gesamtverantwortung für die Geschäftstätigkeit und die Erreichung von Unternehmenszielen. In der Regel berichtet der CEO dem Vorstand (bei Aktiengesellschaften) oder dem Board of Directors (bei internationalen Konzernen). Die Position ist typischerweise die höchste operative Managementfunktion im Unternehmen, während der Aufsichtsrat oder das Board die strategische Kontrolle ausübt.

Für Privatanleger ist die Identität und Kompetenz des CEO relevant, da die Unternehmensleitung direkt die Geschäftsentwicklung beeinflusst. Anleger prüfen oft, wie lange ein CEO im Amt ist, welche Erfolgsbilanzen er oder sie mitgebracht hat und ob die Strategie nachvollziehbar ist. Ein Wechsel an der CEO-Spitze kann Auswirkungen auf die Aktienkurse haben, da Märkte auf Veränderungen in der Führungsqualität reagieren. Auch die Vergütungsstruktur des CEO – häufig bestehend aus Grundgehalt, Boni und Aktienoptionen – kann Hinweise auf die Anreizausrichtung geben: Wenn ein CEO über Aktienoptionen am Unternehmenserfolg beteiligt ist, kann dies das Interesse an langfristigem Wertaufbau signalisieren.

Ein CFD (Contract for Difference) ist ein Finanzderivat, das es dem Anleger ermöglicht, auf Preisbewegungen von Basiswerten wie Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen zu spekulieren, ohne den Basiswert selbst zu besitzen.

Funktionsweise

Der Anleger schließt mit einem Broker einen Vertrag ab und einigt sich auf einen Eröffnungspreis des Basiswerts. Die Gewinn- oder Verlustberechnung richtet sich nach der Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusspreis — daher der Name „Contract for Difference". Steigt der Kurs des Basiswerts, gewinnt der Anleger; fällt er, erleidet der Anleger einen Verlust. Der tatsächliche Basiswert wird nicht erworben.

CFO ist die Abkürzung für Chief Financial Officer, den obersten Finanzverantwortlichen eines Unternehmens, der dem Vorstand oder der Geschäftsführung untergeordnet ist und die Finanzstrategie, Bilanzierung sowie Kapitalallokation leitet.

Der CFO trägt die Verantwortung für das Finanzmanagement und die finanzielle Berichterstattung eines Unternehmens. Er überwacht die Buchhaltung, die Finanzplanung, das Treasury (Finanzierung und Liquidität) und oft auch das Controlling. Bei börsennotierten Unternehmen ist der CFO eine Schlüsselfigur, da er maßgeblich die Halbjahrs- und Jahresberichte verantwortet, die Investoren zur Bewertung heranziehen.

Für Privatanleger ist der CFO deshalb relevant, weil seine Kompetenz und Glaubwürdigkeit die Qualität der Finanzinformationen beeinflusst. Ein erfahrener CFO mit Branchenkenntnissen signalisiert meist solides Finanzmanagement. Umgekehrt können häufige CFO-Wechsel oder öffentliche Differenzen mit dem CEO ein Warnsignal sein. Anleger beobachten daher, wer diese Position besetzt und welche Karriere diese Person vorher hatte.

Chapter 11 ist ein Insolvenzverfahren des US-amerikanischen Konkursrechts, das es Unternehmen ermöglicht, ihre Geschäftstätigkeit unter gerichtlicher Aufsicht fortzuführen und einen Schuldenabbauplan zu verhandeln, statt sofort liquidiert zu werden.

Das Verfahren ist in Kapitel 11 des US-Bankruptcy Code verankert und unterscheidet sich grundlegend von einer Liquidation. Das Unternehmen bleibt im Besitz seiner Vermögenswerte und kann diese zur Schuldenrestrukturierung nutzen. Ein Insolvenzverwalter überwacht den Prozess, während das Management in der Regel die Geschäfte weiterführt (als sogenannter „Debtor in Possession").

Das Kernziel ist die Erstellung eines Reorganisationsplans. Dieser Plan legt fest, wie Gläubiger entschädigt werden – typischerweise erhalten sie einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Forderungen. Beispielsweise könnte ein Unternehmen mit Schulden von 100 Millionen Dollar einen Plan vorschlagen, nach dem Gläubiger nur 60 Prozent ihrer Forderungen ausgezahlt bekommen, der Rest wird gestrichen. Der Plan muss von der Mehrheit der Gläubiger und vom Gericht genehmigt werden.

Ein Chart ist eine grafische Darstellung von Kursbewegungen eines Wertpapiers oder Index über einen bestimmten Zeitraum, in der Regel mit Datum auf der horizontalen und Kurs auf der vertikalen Achse.

Charts dienen Anlegern dazu, Preismuster, Trends und Wendepunkte visuell zu erkennen. Sie bilden die Grundlage der technischen Analyse, die davon ausgeht, dass sich historische Kursbewegungen in zukünftigen Mustern wiederholen. Ein Anleger kann beispielsweise in einem Chart einer Aktie ablesen, ob der Kurs über mehrere Monate kontinuierlich gestiegen ist, seitwärts schwankt oder gefallen ist – Informationen, die in reiner Zahlentabellenform weniger aussagekräftig wären.

Die gängigsten Charttypen sind Liniencharts, Balkencharts und Candlestick-Charts. Ein Linienchart verbindet die Schlusskurse mit einer durchgehenden Linie und eignet sich für einen schnellen Überblick. Ein Candlestick-Chart zeigt für jeden Handelstag vier Kurswerte: Eröffnung, Höchstkurs, Tiefstkurs und Schluss. Der „Körper" der Kerze (die rechteckige Form) zeigt die Spanne zwischen Eröffnung und Schluss, während die „Dochte" (die Linien oben und unten) den höchsten und niedrigsten Kurs des Tages markieren. Dies ermöglicht es, Volatilität und Kursbewegungen differenzierter zu erfassen.

Chartanalyse ist die Untersuchung historischer Kurs- und Handelsvolumendaten, um künftige Kursbewegungen von Wertpapieren vorherzusagen und Kauf- oder Verkaufssignale abzuleiten.

Die Chartanalyse arbeitet mit grafischen Darstellungen von Kursentwicklungen über verschiedene Zeiträume. Ein Anleger betrachtet beispielsweise die täglichen oder wöchentlichen Schlusskurse einer Aktie über mehrere Monate oder Jahre und sucht nach wiederkehrenden Mustern, Trends und Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus. Das Grundprinzip beruht auf der Annahme, dass sich historische Kursmuster wiederholen und dass Marktteilnehmer ähnlich auf vergleichbare Situationen reagieren.

Typische Analyseinstrumente sind gleitende Durchschnitte, die den durchschnittlichen Kurs über einen definierten Zeitraum abbilden, sowie Trendlinien, die Höchst- und Tiefpunkte verbinden. Ein Anleger könnte beispielsweise beobachten, dass eine Aktie bei 45 Euro mehrfach nach oben abprallte – dieses Niveau wird als Unterstützung bezeichnet. Bricht der Kurs dagegen nach oben aus und überschreitet 55 Euro mehrfach, gilt 55 Euro als Widerstand. Durchbricht der Kurs diese Niveaus, kann das als Signal für eine Trendwende oder Trendverstärkung interpretiert werden.

Ein Chartist ist ein Anleger oder Analyst, der Kauf- und Verkaufsentscheidungen primär auf der Basis von Kursbewegungen und grafischen Mustern in Preisdiagrammen trifft, statt fundamentale Daten wie Gewinne oder Bilanzen zu analysieren.

Chartisten arbeiten mit der Annahme, dass sich historische Kursmuster wiederholen und dass Preisbewegungen Trends folgen, die sich in Diagrammen erkennen lassen. Sie untersuchen Linien-, Kerzen- oder Balkencharts, um wiederkehrende Formationen wie Dreiecke, Schulter-Kopf-Schulter-Muster oder Flaggen zu identifizieren. Diese Muster sollen Hinweise auf zukünftige Kursbewegungen geben.

Die praktische Anwendung funktioniert beispielsweise so: Ein Chartist beobachtet, dass eine Aktie über mehrere Wochen hinweg zwischen 50 und 60 Euro pendelt, ohne diese Grenzen zu durchbrechen. Durchbricht der Kurs die obere Grenze von 60 Euro mit erhöhtem Handelsvolumen, interpretiert der Chartist dies als Kaufsignal und erwartet einen weiteren Kursanstieg. Umgekehrt kann ein Bruch nach unten als Verkaufssignal gelten.

Charttechnik ist eine Analysemethode, bei der Anleger historische Kurs- und Volumendaten grafisch darstellen, um zukünftige Preisbewegungen vorherzusagen.

Die Charttechnik basiert auf der Annahme, dass sich Kursbewegungen in wiederholbaren Mustern vollziehen und dass psychologische Faktoren wie Angst und Gier zu ähnlichen Marktreaktionen führen. Anleger nutzen dabei verschiedene Darstellungsformen wie Linien-, Balken- oder Kerzencharts, um Trends, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus zu identifizieren.

Ein zentrales Konzept ist der Trend. Ein Aufwärtstrend liegt vor, wenn aufeinanderfolgende Hochs und Tiefs jeweils höher ausfallen als die vorherigen. Umgekehrt markiert ein Abwärtstrend sinkende Höchst- und Tiefststände. Charttechniker versuchen, in etablierte Trends einzusteigen und von ihrer Fortsetzung zu profitieren.

Chinesische Aktien sind Unternehmensanteile von Gesellschaften, die ihren Sitz in der Volksrepublik China haben oder dort ihre wesentliche Geschäftstätigkeit ausüben, und die an in- oder ausländischen Börsen gehandelt werden.

Privatanleger können chinesische Aktien über verschiedene Handelsplätze erwerben. Die wichtigsten sind die Börsen Shanghai und Shenzhen, auf denen Aktien in Renminbi (CNY) notiert sind. Für internationale Anleger sind jedoch oft die Notierungen an Hongkonger Börsen oder an ausländischen Handelsplätzen wie New York relevanter, da diese in konvertiblen Währungen wie US-Dollar oder Euro gehandelt werden und weniger regulatorischen Beschränkungen unterliegen.

Ein zentrales Merkmal chinesischer Aktien ist die regulatorische Komplexität. Die chinesische Regierung unterteilt Aktien in sogenannte A-Aktien (für Inländer; Ausländer haben seit 2002 über das QFII-Programm und seit 2014 über Stock Connect regulierten Zugang), B-Aktien (historisch für Ausländer, heute weniger relevant) und H-Aktien (Aktien chinesischer Unternehmen, die an der Hongkonger Börse notiert sind). H-Aktien sind für ausländische Anleger in der Regel die praktischere Option, da sie einfacher zugänglich sind.

Chinesische Fonds sind Investmentfonds, die ihr Vermögen überwiegend in Wertpapiere von Unternehmen anlegen, die in China ihren Sitz haben oder dort ihre wirtschaftlichen Aktivitäten ausüben.

Diese Fonds konzentrieren sich auf den chinesischen Aktienmarkt, insbesondere auf die Börsen Shanghai und Shenzhen sowie auf in Hongkong notierte chinesische Unternehmen. Einige Fonds investieren auch in chinesische Staatsanleihen oder Anleihen chinesischer Konzerne. Das Ziel besteht darin, an der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas teilzuhaben und von Kurssteigerungen chinesischer Wertpapiere zu profitieren.

Für Privatanleger bieten chinesische Fonds eine Möglichkeit, sich ohne Einzelaktienauswahl in den chinesischen Markt zu engagieren. Der Vorteil liegt in der Diversifikation: Statt ein einzelnes Unternehmen zu wählen, verteilt der Fonds das Kapital auf mehrere Positionen. Dies reduziert das Risiko, das mit einem Einzelinvestment verbunden wäre. Allerdings ist eine Investition in chinesische Fonds mit Besonderheiten verbunden. Dazu gehören Wechselkursrisiken, da Gewinne in chinesischen Yuan anfallen und bei der Umrechnung in Euro Kursverluste entstehen können. Hinzu kommt das regulatorische Risiko: Die chinesische Regierung kann Marktregeln oder Kapitalverkehrsbeschränkungen ändern, was Fondsperformance und Liquidität beeinträchtigt.

Clearing ist die Abrechnung und Verrechnung von Wertpapier- und Geldströmen zwischen Käufer und Verkäufer nach einem Handelsabschluss an der Börse.

Bei jedem Wertpapierhandel entstehen gegenseitige Verpflichtungen: Der Käufer muss Geld zahlen, der Verkäufer muss Wertpapiere liefern. Clearing ist der Prozess, diese Verpflichtungen zu erfassen, zu überprüfen und zu verrechnen. Eine spezialisierte Institution, die Clearingstelle oder das Clearinghaus, tritt dabei als Vermittler auf. Sie prüft, ob beide Seiten ihre Leistungen erbringen können, und koordiniert den tatsächlichen Austausch.

Für Privatanleger ist Clearing relevant, weil es das Ausfallrisiko minimiert. Ohne Clearingstelle könnte der Verkäufer das Geld nicht erhalten oder der Käufer die Wertpapiere nicht bekommen. Die Clearingstelle garantiert beiden Seiten die Erfüllung: Sie wird Schuldnerin des Käufers und Gläubigerin des Verkäufers. Dadurch entsteht Sicherheit und Vertrauen im Handelssystem. Der gesamte Prozess läuft heute weitgehend automatisiert ab – der Anleger nimmt davon in der Regel nichts wahr.

Der Close ist der Schlusskurs eines Wertpapiers am Ende einer Handelssession an einer Börse.

Der Close wird täglich an den regulären Handelsschlusszeiten festgestellt – an der Frankfurter Börse etwa um 17:30 Uhr im Xetra-Handel, an der New York Stock Exchange um 16:00 Uhr Ortszeit. Er markiert den letzten Kurs, zu dem ein Wertpapier in der regulären Handelszeit gehandelt wurde. Nach Handelsschluss können zwar noch außerbörsliche Geschäfte stattfinden, diese beeinflussen den offiziellen Close jedoch nicht.

Der Close ist für Privatanleger deshalb relevant, weil er als Referenzkurs für verschiedene Zwecke dient. Tagesgewinne und -verluste werden vom Close des Vortags zum Close des aktuellen Tages berechnet. Viele automatisierte Handelsstrategien nutzen den Close als Berechnungsgrundlage für technische Indikatoren. Ferner ist der Close der Kurs, zu dem Limit-Orders häufig ausgeführt werden, wenn sie bis zum Handelsschluss nicht erfüllt wurden – obwohl auch hier Ausnahmen möglich sind.

Die CME (Chicago Mercantile Exchange) ist die weltweit größte Terminbörse für den Handel mit Futures, Optionen und anderen derivativen Finanzinstrumenten.

Die CME wurde 1898 gegründet und hat ihren Sitz in Chicago. Sie ermöglicht es Anlegern, Privatpersonen und Unternehmen, auf die zukünftige Entwicklung von Rohstoffen, Aktienindizes, Währungen, Zinssätzen und anderen Basiswerten zu spekulieren oder sich gegen Preisrisiken abzusichern. Die Börse operiert vollständig elektronisch und ist rund um die Uhr geöffnet, was Handel in verschiedenen Zeitzonen ermöglicht.

Für Privatanleger ist die CME vor allem durch ihre Futures-Kontrakte relevant. Ein Future ist ein standardisierter Vertrag, in dem sich zwei Parteien auf den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis an einem zukünftigen Datum einigen. Der Anleger muss nicht den gesamten Wert des Kontrakts aufbringen, sondern nur eine sogenannte Margin – eine Sicherheitsleistung. Dies ermöglicht Hebelwirkung: Mit kleinerem Kapitaleinatz können größere Positionen kontrolliert werden. Allerdings verstärkt sich damit auch das Verlustrisiko entsprechend.

Ein Collar ist eine Absicherungsstrategie, bei der ein Anleger eine bestehende Aktienposition durch den gleichzeitigen Kauf einer Verkaufsoption und den Verkauf einer Kaufoption schützt, um Kursverluste zu begrenzen und die Absicherungskosten zu reduzieren.

Funktionsweise

Der Collar kombiniert zwei Optionsgeschäfte: Der Anleger kauft eine Put-Option (Verkaufsrecht) zu einem niedrigeren Kurs, um sich gegen Kursverluste zu versichern. Gleichzeitig verkauft er eine Call-Option (Verkaufspflicht) zu einem höheren Kurs. Die Prämie aus dem Verkauf der Call-Option finanziert teilweise oder vollständig die Kosten der Put-Option.

Eine Commodity Option ist ein Terminkontrakt, der dem Käufer das Recht (aber nicht die Pflicht) gibt, eine vereinbarte Menge eines Rohstoffs zu einem festgelegten Preis bis zu einem bestimmten Verfallsdatum zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).

Commodity Options ermöglichen es Anlegern, auf Preisbewegungen von Rohstoffen wie Öl, Gas, Metallen, Getreide oder Kaffee zu spekulieren oder sich gegen Preisrisiken abzusichern. Im Gegensatz zum direkten Kauf eines Rohstoffs erfordert eine Option nur die Zahlung einer Prämie – des Optionspreises – statt des vollen Warenwerts. Dies ermöglicht eine gehebelte Investition: Mit kleinerem Kapitalaufwand können größere Preisbewegungen genutzt werden.

Funktionsweise an einem Beispiel: Ein Anleger erwartet, dass Rohöl in den nächsten zwei Monaten teurer wird. Er kauft eine Call-Option auf Rohöl mit einem Ausübungspreis von 80 Dollar pro Barrel und zahlt dafür eine Prämie von 3 Dollar pro Barrel. Die Option umfasst typischerweise 100 Barrel. Die Gesamtprämie beträgt also 300 Dollar. Steigt der Ölpreis auf 90 Dollar, kann der Anleger sein Optionsrecht nutzen und die 100 Barrel zu 80 Dollar kaufen, obwohl der Marktpreis 90 Dollar beträgt – Gewinn von 10 Dollar pro Barrel abzüglich der gezahlten Prämie von 3 Dollar, also 7 Dollar netto pro Barrel oder insgesamt 700 Dollar. Fällt der Ölpreis stattdessen, verfällt die Option wertlos; der Anleger verliert maximal die gezahlte Prämie von 300 Dollar.

Ein Common Gap ist eine Kurslücke, die entsteht, wenn ein Wertpapier nach einer Unterbrechung des Handels zu einem Kurs eröffnet, der deutlich über oder unter dem Schlusskurs des vorherigen Handelstags liegt, ohne dass sich dazwischen ein Kurs gebildet hat.

Common Gaps entstehen durch normale Marktbewegungen zwischen zwei Handelssitzungen. Sie unterscheiden sich von anderen Lückentypen dadurch, dass sie keine besondere fundamentale oder technische Bedeutung haben – sie sind schlicht das Ergebnis von Angebot und Nachfrage, die sich über Nacht oder über ein Wochenende verändert haben. Typische Auslöser sind Wirtschaftsdaten, die nach Börsenschluss veröffentlicht werden, Nachrichten aus anderen Zeitzonen oder einfach veränderte Marktstimmung.

Praktisches Beispiel: Eine Aktie schließt freitags bei 100 Euro. Am Montag öffnet die Börse und die Aktie startet bei 103 Euro. Zwischen 100 Euro und 103 Euro wurde kein Handel abgewickelt – das ist die Lücke. Ist die Lücke klein (etwa 1 bis 2 Prozent) und entstanden aus alltäglichen Marktbewegungen, handelt es sich um einen Common Gap.

Common Shares sind Anteile am Eigenkapital eines Unternehmens, die ihren Inhabern Stimmrechte in der Hauptversammlung und einen Anspruch auf einen proportionalen Anteil am Unternehmensgewinn (in Form von Dividenden) sowie im Falle einer Liquidation einen Anspruch auf verbleibendes Vermögen gewähren.

Common Shares verkörpern das wirtschaftliche Eigentum an einem Unternehmen. Wer Common Shares hält, wird Miteigentümer und trägt das volle unternehmerische Risiko: Der Aktienkurs kann steigen oder fallen, Dividenden können gekürzt oder gestrichen werden, und im schlimmsten Fall – bei einer Insolvenz – können die Anteile vollständig an Wert verlieren. Dafür profitiert der Aktionär von Kursgewinnen und Gewinnbeteiligungen.

Das Stimmrecht ist ein zentrales Merkmal. Auf der Hauptversammlung kann der Inhaber von Common Shares abstimmen über Fragen wie die Wahl des Aufsichtsrats, die Verwendung von Gewinnen oder strategische Entscheidungen des Unternehmens. Typischerweise gilt das Prinzip „eine Aktie, eine Stimme". Bei einem Unternehmen mit 1 Million ausgegebenen Common Shares hat der Besitzer von 10.000 Anteilen einen Stimmenanteil von etwa 1 Prozent.

Computerbörse ist ein elektronisches Handelssystem, in dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds ausschließlich über Computernetzwerke gehandelt werden, ohne physische Handelsplätze oder menschliche Makler.

Im Gegensatz zu traditionellen Präsenzbörsen mit Handelsplätzen und Maklern verbinden Computerbörsen Käufer und Verkäufer vollständig digital. Aufträge werden über elektronische Systeme eingegeben, abgeglichen und ausgeführt. Der Handel läuft nach festgelegten Algorithmen ab: Kaufgebot und Verkaufsangebot werden automatisch zusammengeführt, sobald sie sich preislich treffen. Dies geschieht in Sekundenbruchteilen.

Die bekannteste Computerbörse im deutschsprachigen Raum ist Xetra, das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse. Hier werden täglich Millionen von Transaktionen abgewickelt. Privatanleger greifen auf Computerbörsen typischerweise über ihre Depotbank oder einen Online-Broker zu – sie sehen am Bildschirm die verfügbaren Kurse und können Kauf- oder Verkaufsaufträge erteilen.

Contango ist eine Marktstruktur bei Termingeschäften, bei der der Preis für einen Rohstoff oder ein anderes Gut in der Zukunft höher liegt als der aktuelle Kassapreis.

Bei Contango zahlen Käufer von Terminkontrakten einen Aufschlag gegenüber dem heutigen Marktpreis. Dieser Aufschlag kompensiert typischerweise die Lagerkosten, Versicherungskosten und Finanzierungskosten, die zwischen heute und dem Liefertag anfallen. Je weiter der Liefertag in der Zukunft liegt, desto höher ist in der Regel dieser Aufschlag.

Ein praktisches Beispiel: Rohöl wird heute an der Börse zu 80 Euro pro Barrel gehandelt. Ein Terminkontrakt für die Lieferung in drei Monaten kostet 82 Euro pro Barrel, einer für sechs Monate 84 Euro. Die Differenzen von 2 und 4 Euro pro Barrel stellen die erwarteten Kosten für Lagerung, Versicherung und Kapitalkosten dar. Diese Preisstruktur nennt sich Contango.

Convertible Bonds sind Anleihen, die dem Käufer das Recht geben, diese in Aktien desselben Unternehmens umzuwandeln, statt sie bis zur Fälligkeit zu halten und Zinsen zu erhalten.

Ein Convertible Bond verbindet zwei Komponenten: einen festverzinslichen Part und ein Aktienumwandlungsrecht. Der Anleger erhält während der Laufzeit regelmäßig Zinszahlungen (Kupons), wie bei einer klassischen Anleihe. Zusätzlich kann er zu festgelegten Zeitpunkten und zu einem vorher definierten Kurs seine Anleihe in eine bestimmte Anzahl von Aktien des Emittenten umwandeln. Diese Umwandlung ist optional – der Investor entscheidet, ob und wann er davon Gebrauch macht.

Die Attraktivität für Privatanleger liegt in der Flexibilität und dem Risikopuffer. Steigt der Aktienkurs deutlich, kann der Anleger die Anleihe umwandeln und von der Kurssteigerung profitieren. Bleibt die Aktie stagnant oder fällt sie, behält der Investor die Anleihe und erhält weiterhin die Zinszahlungen. Damit bietet ein Convertible Bond einen Schutzeffekt, den eine reine Aktie nicht hat. Allerdings ist dieser Vorteil in einem niedrigeren Kupon eingepreist – Convertible Bonds werfen typischerweise weniger Zinsen ab als vergleichbare klassische Anleihen.

Eine Corporation ist eine in den USA oder anderen Common-Law-Ländern eingetragene Kapitalgesellschaft, die als eigenständige juristische Person mit beschränkter Haftung ihrer Anteilseigner gegründet wird.

Für Privatanleger ist die Corporation der zentrale Unternehmenstyp an den amerikanischen Börsen. Das Besondere: Das Unternehmen selbst haftet für seine Schulden und Verpflichtungen, nicht die Aktionäre. Diese haften nur mit ihrer Kapitaleinlage. Die Corporation wird durch eine Gründungsurkunde (Charter) und Satzung (Bylaws) begründet und muss sich an die Gesetze des Staates halten, in dem sie registriert ist. Delaware ist dabei der beliebteste Gründungsort, weil dort die Unternehmensgesetze investorenfreundlich ausgestaltet sind.

Die Corporation wird durch einen Vorstand (Board of Directors) geleitet, der von den Aktionären gewählt wird. Der Vorstand ernennt die Geschäftsführung und trifft strategische Entscheidungen. Gewinne können an die Aktionäre als Dividenden ausgeschüttet oder zur Stärkung des Unternehmens einbehalten werden.

Der Cost-Average-Effekt beschreibt die Senkung der durchschnittlichen Anschaffungskosten bei regelmäßigen Käufen eines Wertpapiers zu unterschiedlichen Kursen.

Beim Sparen in Wertpapiere zahlt der Anleger typischerweise monatlich oder vierteljährlich einen festen Geldbetrag ein. In Phasen niedriger Kurse erwirbt dieser Betrag mehr Anteile, in Phasen hoher Kurse weniger. Das Ergebnis ist ein Durchschnittskurs, der niedriger ausfällt als der arithmetische Mittelwert aller Kurse während des Zeitraums. Dieser mathematische Vorteil entsteht automatisch, ohne dass der Anleger bewusst timen muss.

Rechenbeispiel: Ein Anleger spart jeden Monat 1.000 Euro in einen ETF. Im ersten Monat kostet die Anteile 100 Euro, der Anleger kauft 10 Anteile. Im zweiten Monat sinkt der Kurs auf 80 Euro, er kauft 12,5 Anteile. Im dritten Monat steigt der Kurs auf 120 Euro, er kauft 8,33 Anteile. Insgesamt hat der Anleger 3.000 Euro eingezahlt und 30,83 Anteile erworben. Der durchschnittliche Kaufkurs beträgt 3.000 Euro ÷ 30,83 Anteile = 97,30 Euro pro Anteil. Der arithmetische Mittelwert der drei Kurse liegt dagegen bei (100 + 80 + 120) ÷ 3 = 100 Euro. Der Anleger hat also einen Vorteil von 2,70 Euro pro Anteil realisiert.

Costs of Carry sind die Gesamtkosten, die entstehen, wenn ein Anleger einen Vermögenswert über einen Zeitraum hinweg hält, einschließlich Finanzierungskosten, Lagerungskosten und Versicherung, abzüglich anfallender Erträge wie Dividenden oder Zinsen.

Die Costs of Carry spielen vor allem bei Futures und anderen Derivaten eine zentrale Rolle. Sie erklären, warum der Futures-Preis eines Vermögenswerts vom heutigen Kassakurs abweicht. Ein Anleger, der eine Aktie heute kauft und drei Monate halten möchte, trägt Kosten – etwa Finanzierungszinsen für die Kreditaufnahme oder Opportunitätskosten gebundenen Kapitals. Diese Kosten müssen sich in einer höheren Futures-Notierung widerspiegeln, sonst entstünde eine risikolose Arbitrage-Gelegenheit.

Praktisches Rechenbeispiel:

Courtage ist die Gebühr, die ein Makler oder Börsenhandelsplatz für die Vermittlung oder Ausführung eines Wertpapiergeschäfts vom Auftraggeber erhebt.

Die Courtage entsteht, wenn ein Privatanleger Aktien, Anleihen, Fonds oder andere Wertpapiere kauft oder verkauft. Sie ist die Vergütung für die Dienstleistung der Handelsausführung und wird üblicherweise als Prozentsatz des Transaktionsvolumens berechnet oder als Pauschalgebühr erhoben. Bei Direktbanken und Online-Brokern ist die Courtage oft transparent in den Handelsgebühren oder Provisionen ausgewiesen; bei traditionellen Vollbanken kann sie Teil einer umfassenderen Gebührenstruktur sein.

Die Courtage wird typischerweise vom Auftraggeber (dem Käufer oder Verkäufer) bezahlt, kann aber in seltenen Fällen auch bilateral aufgeteilt sein. Sie unterscheidet sich von anderen Gebühren wie Maklergebühren im Immobilienbereich dadurch, dass sie sich auf Wertpapiergeschäfte bezieht und oft deutlich niedriger ausfällt.

Covered Warrants sind börsengehandelte Optionsscheine, bei denen der Emittent (üblicherweise ein Kreditinstitut) die zugrundeliegenden Vermögenswerte bereits hält oder durch Hedging-Positionen absichert, um die Erfüllung der Warrant-Verpflichtungen zu garantieren.

Im Gegensatz zu klassischen Optionsscheinen, bei denen das Emissionsrisiko besteht, trägt der Herausgeber bei Covered Warrants durch die Hinterlegung der Basiswerte oder gleichwertiger Sicherheiten das Erfüllungsrisiko ab. Dies bietet Anlegern zusätzliche Sicherheit, da die Einlösung des Warrants nicht von der Bonität des Emittenten abhängt.

Covered Warrants funktionieren wie standardisierte Optionsscheine: Der Anleger erwirbt das Recht (nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem festgelegten Preis (Ausübungspreis) innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen (Call Warrant) oder zu verkaufen (Put Warrant). Der Preis des Warrants selbst ist deutlich niedriger als der des Basiswerts, weshalb mit kleinerem Kapitaleinsatz eine überproportionale Rendite möglich ist – aber auch ein Totalverlust.

Crash: Ein Crash ist ein plötzlicher, starker Kursrückgang an einer Börse oder bei einem Wertpapier, bei dem der Kurs in kurzer Zeit um 10 bis 20 Prozent oder mehr fällt.

Ein Crash unterscheidet sich von einer normalen Marktkorrektur durch seine Geschwindigkeit und Intensität. Während Kurse üblicherweise graduell sinken, erfolgt ein Crash innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen. Die Ursachen sind oft externe Schocks: politische Krisen, überraschende Konjunkturdaten, Bankenzusammenbrüche oder technische Fehler im Handelssystem. Für Privatanleger ist ein Crash relevant, weil er erhebliche Vermögensverluste auslöst, besonders wenn Positionen nicht diversifiziert sind.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt die Auswirkungen: Ein Anleger hält 10.000 Euro in einem breit gestreuten Aktienindex. Bei einem Crash von 15 Prozent sinkt der Wert auf 8.500 Euro – ein Papierverlust von 1.500 Euro. Wer in diesem Moment verkauft, realisiert diesen Verlust. Wer die Position hält und später der Kurs wieder steigt, kann den Verlust aufholen – allerdings nur, wenn die Erholung tatsächlich eintritt.

CROCI (Cash Return on Cash Invested) ist eine Kennzahl, die angibt, wie viel Gewinn ein Unternehmen pro Euro eingesetzten Kapitals erwirtschaftet, gemessen an den tatsächlichen Cashflows statt Bilanzgewinnen.

CROCI wird berechnet, indem der operative Cashflow eines Unternehmens durch das investierte Kapital (Eigenkapital plus Fremdkapital) dividiert wird. Die Kennzahl konzentriert sich auf echte Geldflüsse statt auf buchhalterische Gewinne, die durch Abschreibungen, Rückstellungen oder andere nicht-zahlungswirksame Posten verzerrt sein können.

Für Privatanleger ist CROCI relevant, weil sie offenbart, wie effizient ein Unternehmen Kapital einsetzt. Ein Unternehmen mit CROCI von 15 Prozent erwirtschaftet 15 Euro Cashflow pro 100 Euro investiertem Kapital – und signalisiert damit eine hohe operative Leistung. Im Vergleich dazu deutet eine CROCI von 5 Prozent auf eine schwächere Kapitalverwertung hin. Diese Perspektive hilft Anlegern, profitable Geschäftsmodelle von weniger effizienten zu unterscheiden.

Cross Hedge ist eine Absicherungsstrategie, bei der ein Anleger oder Unternehmen das Preisrisiko eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit durch Derivate auf einen ähnlichen, aber nicht identischen Basiswert begrenzt.

Der Cross Hedge kommt zum Einsatz, wenn kein passgenaues Terminkontrakt oder keine exakte Absicherungsmöglichkeit für das zu schützende Risiko existiert. Stattdessen nutzt der Anleger ein Derivat auf einen verwandten Wert, der sich typischerweise ähnlich wie das Originalrisiko verhält. Diese Strategie ist vor allem in der Praxis verbreitet, weil standardisierte Futures und Optionen nur für die liquidesten Märkte verfügbar sind.

Ein klassisches Beispiel: Ein europäischer Stahlhersteller exportiert regelmäßig in die USA und trägt damit Wechselkursrisiko. Es gibt keinen Terminkontrakt auf sein Unternehmen selbst. Der Hersteller kann sich aber durch einen Futures-Kontrakt auf den Euro-Dollar-Wechselkurs absichern – diesen gibt es in standardisierter Form. Der Wechselkurs bewegt sich eng mit den Exporteinnahmen mit, weshalb der Futures-Kontrakt das Risiko näherungsweise reduziert.

Eine Cross Rate ist der Wechselkurs zwischen zwei Währungen, die beide nicht die Heimatwährung des Beobachters sind.

Cross Rates entstehen aus der Kombination zweier anderer Wechselkurse, wenn beide Währungen gegen eine dritte Referenzwährung (meist US-Dollar) notiert werden. Statt den Kurs direkt zu handeln, berechnet sich eine Cross Rate aus dem Verhältnis dieser beiden Kurse. Dieser Mechanismus ist für Privatanleger relevant, die international investieren oder Fremdwährungen halten.

Das Konzept funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar mit einem bestimmten Kurs notiert und das Britische Pfund ebenfalls einen bekannten Kurs zum Dollar hat, lässt sich aus beiden Informationen der Kurs zwischen Euro und Pfund ermitteln – das ist die Cross Rate. Beispiel: Der EUR/USD-Kurs liegt bei 1,10 (1 Euro = 1,10 Dollar), der GBP/USD-Kurs bei 1,30 (1 Pfund = 1,30 Dollar). Die EUR/GBP Cross Rate berechnet sich dann als 1,10 ÷ 1,30 = 0,85. Ein Euro ist somit etwa 0,85 Pfund wert.

Cum ist ein Börsennotierungszusatz, der anzeigt, dass eine Aktie oder ein anderes Wertpapier mit allen bis zu diesem Handelstag zustehenden Rechten, insbesondere Dividenden- oder Zinszahlungsansprüchen, gehandelt wird.

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (cum = mit) und beschreibt den normalen Handelszustand eines Wertpapiers. Wenn eine Aktie „cum" notiert, erhält der Käufer nicht nur das Wertpapier selbst, sondern auch den Anspruch auf alle Ausschüttungen, die bis zur Dividendenzahlung zustehen. Das ist der Regelfall bei Aktienhandel.

Die Relevanz von Cum zeigt sich besonders rund um Dividendentermine. An einem bestimmten Stichtag – dem sogenannten Ex-Dividend-Tag – wird ein Wertpapier „ex" notiert, also ohne Dividendenrecht. Wer die Aktie nach diesem Tag kauft, erhält die nächste Dividendenzahlung nicht mehr. Wer sie vorher kauft, also während der Cum-Phase, hat Anspruch darauf. Diese Unterscheidung ist für Privatanleger wichtig, um zu verstehen, warum Aktienkurse rund um Dividendentermine schwanken und wie sich der Kauf zeitlich auswirkt.

Currency Options sind Terminkontrakte, die dem Käufer das Recht (nicht die Pflicht) geben, eine bestimmte Währung zu einem festgelegten Kurs bis zu oder an einem vereinbarten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.

Diese Finanzinstrumente funktionieren nach dem Prinzip der Optionalität: Der Käufer zahlt eine Prämie und erhält dafür das Recht, aber nicht die Verpflichtung, die Transaktion durchzuführen. Eine Call-Option auf Euro gibt beispielsweise das Recht, Euro zu kaufen; eine Put-Option das Recht, Euro zu verkaufen. Der Verkäufer der Option kassiert die Prämie, ist aber verpflichtet, die Transaktion auszuführen, falls der Käufer sein Recht ausübt.

Der Wert einer Currency Option hängt von mehreren Faktoren ab: dem aktuellen Wechselkurs, dem vereinbarten Ausübungskurs, der Restlaufzeit, der Volatilität des Währungspaares und dem Zinsniveauunterschied zwischen den beiden Währungen. Je volatiler ein Währungspaar schwankt und je länger die Laufzeit, desto höher ist typischerweise die Prämie.