Börsenlexikon
Die Nachbörse ist der Handel mit Wertpapieren außerhalb der regulären Handelszeiten der Börse, in dem Privatanleger und institutionelle Investoren auch nach dem offiziellen Börsenschluss Kauf- und Verkaufsaufträge ausführen können.
In Deutschland endet der Xetra-Handel um 17:30 Uhr ohne Nachhandel; die Börse Frankfurt sowie außerbörsliche Handelsplätze ermöglichen dagegen Handel bis 22:00 Uhr. Während dieser Zeit können Anleger weiterhin Aktien, Fonds und andere Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Der Handel findet dabei über spezialisierte Handelsplätze statt, häufig mit Designated Sponsoren, die als Liquiditätsanbieter fungieren.
Die Nachbörse entstand, um Anlegern mehr Flexibilität zu bieten. Viele Privatanleger können während der regulären Handelszeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr nicht ständig am Markt aktiv sein. Zudem ermöglicht der Nachhandel es, auf Nachrichten zu reagieren, die nach Börsenschluss veröffentlicht werden – etwa Quartalsergebnisse oder Pressemitteilungen von Unternehmen.
Nachgebend bezeichnet einen Kurs, der gegenüber dem vorangegangenen Handelstag oder einer Referenznotiz gefallen ist.
Der Begriff beschreibt eine Preisbewegung nach unten und wird sowohl für einzelne Wertpapiere als auch für Indizes verwendet. Ein Kurs wird als „nachgebend" charakterisiert, wenn er unter dem Schlusskurs des Vortages liegt oder unter einer anderen relevanten Vergleichsgröße notiert. Die Bezeichnung ist neutral und wertet die Bewegung nicht; sie dokumentiert lediglich die Richtung.
Für Privatanleger ist die Beobachtung nachgebender Kurse ein grundlegendes Instrument zur Marktbeobachtung. Sie zeigt an, dass Verkaufsdruck vorhanden ist oder dass Käufer zu niedrigeren Preisen aktiv werden. Ein nachgebender Kurs kann verschiedene Ursachen haben: Negative Unternehmensnachrichten, gesamtwirtschaftliche Faktoren, Gewinnmitnahmen nach Kurssteigerungen oder technische Marktbewegungen.
Nachhaltige Aktien sind Anteile an Unternehmen, die hohe Standards in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und verantwortungsvolle Unternehmensführung erfüllen oder anstreben.
Der Begriff bezieht sich auf die Auswahl von Aktien nach Nachhaltigkeitskriterien, die über die reine finanzielle Leistung hinausgehen. Anleger, die in nachhaltige Aktien investieren, berücksichtigen dabei drei Dimensionen: Umweltaspekte (Environmental), soziale Belange (Social) und Governance-Standards (Governance) – zusammengefasst als ESG-Kriterien.
Praktisch funktioniert die Auswahl so: Spezielle Ratingagenturen und Fondsmanager bewerten Unternehmen anhand von Kriterien wie CO₂-Emissionen, Energieeffizienz, Arbeitnehmerrechte, Lieferkettentransparenz oder Vorstandsvergütung. Ein Unternehmen, das beispielsweise seinen Stromverbrauch kontinuierlich senkt, faire Löhne zahlt und eine diverse Geschäftsführung hat, erfüllt typischerweise höhere Nachhaltigkeitsstandards als ein Konkurrent ohne solche Maßnahmen. Beide könnten dennoch profitable Aktien sein – der Unterschied liegt in der zusätzlichen Bewertungsdimension.
Nachhaltige Geldanlage ist eine Anlagestrategie, bei der Privatanleger Kapital in Wertpapiere, Fonds oder andere Finanzprodukte investieren, deren Emittenten oder zugrunde liegende Vermögenswerte ökologische, soziale oder Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) erfüllen oder überdurchschnittlich beachten.
Nachhaltige Geldanlage verbindet finanzielle Renditeerwartungen mit außerfinanziellen Zielen. Anleger wählen dabei Unternehmen oder Projekte aus, die beispielsweise Treibhausgase reduzieren, faire Arbeitsbedingungen einhalten, Ressourcen schonend nutzen oder transparente Unternehmensführung praktizieren. Die Auswahl erfolgt durch systematische Analyse von Nachhaltigkeitsdaten, die von Ratingagenturen, Fondsanbietern oder unabhängigen Forschungsunternehmen bereitgestellt werden.
Für Privatanleger bietet dieser Ansatz mehrere Anreize: Sie können ihre persönlichen Werte durch ihre Geldanlage widerspiegeln und gleichzeitig langfristig in Unternehmen investieren, die regulatorische Risiken oder Reputationsschäden möglicherweise besser bewältigen. Nachhaltige Fonds und ETFs ermöglichen Diversifikation über mehrere nachhaltige Wertpapiere hinweg, ohne dass große Summen erforderlich sind.
Nachhaltig investieren ist die Strategie, Kapital in Wertpapiere und Unternehmen zu lenken, deren Geschäftstätigkeit ökologische und soziale Standards erfüllt oder deren Governance-Strukturen transparenten Kriterien genügen (ESG-Kriterien: Environmental, Social, Governance).
Der Anleger wählt dabei nicht allein nach Renditeerwartungen, sondern berücksichtigt zusätzlich, welche Auswirkungen seine Geldanlage auf Umwelt, Arbeitsbedingungen, Menschenrechte oder Unternehmensführung hat. Ein nachhaltiges Anlageportfolio kann beispielsweise Unternehmen ausschließen, die fossile Brennstoffe fördern, Kinderarbeit dulden oder unzureichende Vorstandskontrolle aufweisen. Gleichzeitig kann es Unternehmen bevorzugen, die erneuerbare Energien entwickeln, faire Löhne zahlen oder diverse Führungsteams haben.
Die Umsetzung erfolgt über verschiedene Kanäle. Privatanleger können in spezialisierte Fonds investieren, deren Fondsmanager bereits eine ESG-Auswahl getroffen haben. Alternativ können sie einzelne Aktien oder Anleihen direkt auswählen und dabei Nachhaltigkeitsberichte sowie ESG-Ratings von Ratingagenturen konsultieren. Viele Banken bieten zudem automatisierte Anlageportfolios an, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.
Eine Namensaktie ist eine Aktie, deren Eigentümer im Aktienregister des Unternehmens namentlich eingetragen ist und dem Unternehmen damit bekannt sind.
Im Gegensatz zur Inhaberaktie, bei der der jeweilige Besitzer einer physischen Urkunde oder eines Wertpapiers als Eigentümer gilt, führt das Unternehmen bei Namensaktien ein zentrales Register. Wechselt die Namensaktie den Besitzer, muss die neue Eigentümerin oder der neue Eigentümer ins Register eingetragen werden. Das Unternehmen kennt somit alle seine Aktionäre und deren Anteile.
Für Privatanleger hat dies mehrere praktische Folgen. Das Unternehmen kann Aktionäre direkt kontaktieren, etwa für Einladungen zur Hauptversammlung oder zur Ausschüttung von Dividenden. Ein Anleger, der Namensaktien hält, erhält Dividenden und Wahlbenachrichtigungen direkt vom Emittenten oder dessen Bevollmächtigten. Beim Verkauf einer Namensaktie erfolgt die Übertragung nicht automatisch durch Übergabe des Wertpapiers, sondern durch Eintragung im Register – dieser Prozess wird von der Depotbank abgewickelt.
NASDAQ ist eine elektronische Börse in den USA, auf der Aktien, Anleihen, Fonds und Derivate gehandelt werden und die sich durch ein dezentrales Handelssystem ohne physischen Handelsplatz auszeichnet.
Die NASDAQ entstand 1971 als erstes elektronisches Aktienhandelssystem. Während traditionelle Börsen wie die New York Stock Exchange (NYSE) lange Zeit an einem zentralen Ort mit Parketthandel funktionierten, basiert die NASDAQ von Anfang an auf computergestütztem Handel. Käufer und Verkäufer treffen sich nicht physisch, sondern verbinden sich über ein elektronisches Netzwerk. Das System ermöglicht kontinuierliche Kursbildung durch Market Maker – spezialisierte Händler, die ständig An- und Verkaufspreise stellen.
Für Privatanleger ist die NASDAQ vor allem als Börsenindex bekannt. Der NASDAQ Composite umfasst alle auf der Börse notierten Unternehmen. Der NASDAQ-100 konzentriert sich auf die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen, während der NASDAQ Composite häufig mit dem technologielastigen Index gleichgesetzt wird. Tatsächlich notieren auf der NASDAQ viele Technologie-, Biotechnologie- und Wachstumsunternehmen, weshalb der Index als Barometer für den Technologiesektor gilt.
Nebenpapiere sind Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden, aber nicht zum regulierten Markt oder zum Freiverkehr gehören, sondern in einem separaten Handelssegment mit niedrigeren Zulassungsvoraussetzungen notiert sind.
Die Bezeichnung „Nebenpapier" bezieht sich primär auf das Handelssegment, nicht auf die Qualität des Wertpapiers selbst. An deutschen Börsen werden solche Papiere beispielsweise im Segment „Freiverkehr" oder in spezialisierten Nischen gehandelt. Der Freiverkehr unterliegt weniger strikten Offenlegungspflichten als der regulierte Markt: Emittenten müssen dort nicht zwingend umfangreiche Zwischenberichte veröffentlichen oder internationale Rechnungslegungsstandards anwenden.
Für Privatanleger ergeben sich daraus Chancen und Risiken. Nebenpapiere ermöglichen den Zugang zu kleineren Unternehmen, Spezialfinanzierungen oder innovativen Geschäftsmodellen, die die strengeren Anforderungen des Hauptsegments nicht erfüllen. Gleichzeitig ist die verfügbare Informationsmenge oft geringer, die Liquidität (also die Leichtigkeit, Positionen zu kaufen oder zu verkaufen) kann niedriger ausfallen, und die Geld-Brief-Spannen – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – sind häufig größer.
Nebenwerte sind Aktien von Unternehmen mit vergleichsweise geringer Marktkapitalisierung und Handelsvolumen, die nicht in den großen Leitindizes wie DAX oder S&P 500 vertreten sind.
Der Begriff grenzt sich von Standardwerten (Blue Chips) ab, die als etablierte Großkonzerne gelten. Nebenwerte werden auch als Small Caps oder Mid Caps bezeichnet, je nachdem, ob sie besonders klein oder mittlere Größe aufweisen. In Deutschland handelt es sich oft um mittelständische Unternehmen, deren Aktien beispielsweise im SDAX oder am Freiverkehr notiert sind.
Für Privatanleger ergeben sich aus Nebenwerten spezifische Chancen und Risiken. Das Aufwärtspotenzial kann höher ausfallen als bei etablierten Konzernen, da schneller wachsende Unternehmen überproportionale Kursgewinne erzielen können. Andererseits besteht ein erhöhtes Risiko: Die Geschäftsmodelle sind oft weniger erprobt, die finanzielle Stabilität geringer, und Rückschläge können deutlicher ausfallen. Hinzu kommt eine niedrigere Liquidität – beim Kauf oder Verkauf können größere Geld-Brief-Spannen anfallen, und bei Panikverkäufen lässt sich eine Position möglicherweise nicht schnell zu akzeptablen Preisen abbauen.
Der Nennwert ist der auf einer Wertpapierurkunde oder im Wertpapierregister eingetragene Betrag, der die Höhe der Schuld des Emittenten gegenüber dem Anleger festlegt und die Grundlage für Zins- oder Dividendenzahlungen bildet.
Der Nennwert unterscheidet sich vom aktuellen Marktpreis eines Wertpapiers. Ein Anleger kauft eine Anleihe möglicherweise nicht zum Nennwert, sondern über oder unter diesem Kurs. Trotzdem ist der Nennwert die Referenzgröße für alle Zahlungen während der Laufzeit und bei Fälligkeit.
Bei Anleihen beispielsweise wird die jährliche Zinszahlung (der Kupon) als Prozentsatz des Nennwerts berechnet. Eine Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 4 Prozent zahlt dem Anleger jedes Jahr 400 Euro, unabhängig davon, ob er die Anleihe für 9.500 oder 10.500 Euro am Sekundärmarkt erworben hat. Bei Endfälligkeit erhält der Anleger den Nennwert von 10.000 Euro zurück.
Nettodividende ist der Betrag, den ein Aktionär nach Abzug von Steuern und Gebühren tatsächlich auf sein Konto erhält, wenn ein Unternehmen eine Dividende ausschüttet.
Unternehmen zahlen Dividenden aus ihren Gewinnen an ihre Anteilseigner aus. Der im Geschäftsbericht oder in der Mitteilung der Gesellschaft angegebene Dividendensatz ist jedoch die sogenannte Bruttodividende – also die volle Ausschüttung pro Aktie. Davon gehen verschiedene Abzüge ab, bis das Geld beim Anleger ankommt.
Der wichtigste Abzug ist die Kapitalertragsteuer (auch Dividendensteuer genannt), die in vielen Ländern auf Dividendenerträge anfällt. In Deutschland wird diese Steuer unmittelbar von der Bank oder dem Depot-Verwaltungsunternehmen eingezogen, bevor die Dividende ausgezahlt wird. Daneben können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer anfallen, falls der Anleger steuerpflichtig ist und diese Abgaben für ihn gelten. Hinzu kommen in seltenen Fällen Gebühren des Depotanbieters für die Dividendenverwaltung, obwohl diese bei etablierten Banken typischerweise entfallen.
Neue Aktien sind Aktienanteile, die ein börsennotiertes Unternehmen erstmals ausgibt oder zusätzlich zu bereits bestehenden Aktien in den Markt bringt, um Kapital zu beschaffen oder bestehende Anteilseigner zu verwässern.
Neue Aktien entstehen typischerweise in zwei Situationen: Bei einer Kapitalerhöhung beschließt das Unternehmen, seine Eigenkapitalbasis zu vergrößern und gibt neue Anteile aus. Das frische Kapital fließt direkt in die Unternehmenskasse und kann für Investitionen, Schuldentilgung oder Übernahmen verwendet werden. Bei einer Aktiensplit oder Stockdividende werden ebenfalls neue Aktien geschaffen, allerdings ohne dass Kapital in das Unternehmen fließt – hier werden bestehende Anteile rechnerisch aufgeteilt oder als Gewinnbeteiligung ausgeschüttet.
Für Bestandsanleger ist eine Kapitalerhöhung relevant, weil sie ihren Anteil am Unternehmen verwässert. Besitzt ein Investor beispielsweise 1 Prozent der Aktien eines Unternehmens und dieses gibt neue Aktien aus, die die Gesamtanzahl verdoppeln, sinkt der Anteil des Investors auf 0,5 Prozent – sofern er nicht an der Kapitalerhöhung teilnimmt. Allerdings wird der Aktienkurs in der Regel entsprechend angepasst, um diese Verwässerung widerzuspiegeln.
Neuemission ist die erstmalige Ausgabe von Wertpapieren durch ein Unternehmen oder einen Emittenten an der Börse.
Bei einer Neuemission bietet ein Unternehmen Aktien oder Anleihen zum ersten Mal öffentlich an. Der Emittent stellt dabei neue Wertpapiere her und verkauft sie über Banken (Konsortialbanken) an Investoren. Das Unternehmen erhält dadurch frisches Kapital, das es für Expansionen, Umschuldungen oder andere Geschätstätigkeiten nutzen kann.
Für Privatanleger ist eine Neuemission eine Gelegenheit, sich frühzeitig an einem Unternehmen zu beteiligen oder Kreditpapiere eines neuen Emittenten zu erwerben. Der Zugang erfolgt über ein Zeichnungsangebot, das typischerweise für einen festgelegten Zeitraum offen ist. Anleger müssen ihre gewünschte Menge angeben; bei Überzeichnung wird die verfügbare Menge möglicherweise reduziert.
Der Neuer Markt war ein Börsensegment der Deutschen Börse in Frankfurt am Main, auf dem Wachstumsunternehmen, insbesondere aus den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation, ihre Aktien mit geringeren Zulassungsanforderungen als im Regulierten Markt handeln konnten.
Das Segment wurde 1997 gegründet und richtete sich gezielt an junge, expandierende Unternehmen, die noch keine lange Börsengeschichte aufwiesen. Die Zulassungshürden waren niedriger als im Hauptsegment: Unternehmen mussten beispielsweise keine dreijährige Bilanzgeschichte nachweisen, sondern konnten bereits mit einjährigen Jahresabschlüssen listing-fähig sein. Dafür galten strengere Transparenz- und Publizitätspflichten – die Unternehmen mussten regelmäßig detaillierte Finanzberichte veröffentlichen und unterlagen einer intensiveren Überwachung durch die Börse.
Für Privatanleger bot der Neuer Markt die Möglichkeit, in frühe Phasen von Wachstumsunternehmen zu investieren, bevor diese in größere Indizes aufsteigen würden. Gleichzeitig war das Risiko erheblich höher als bei etablierten Unternehmen, da viele dieser Gesellschaften noch keine stabilen Gewinne erwirtschafteten und ihre Geschäftsmodelle ungetestet waren.
Die New York Stock Exchange (NYSE) ist die größte Aktienbörse der Welt nach Marktkapitalisierung, an der Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere gehandelt werden und auf der sich der physische Handelsplatz an der Wall Street in Manhattan befindet.
Die NYSE funktioniert als Sekundärmarkt, auf dem bereits emittierte Wertpapiere zwischen Käufern und Verkäufern den Besitzer wechseln. Der Handel findet während der regulären Handelszeiten statt, die sich nach der Eastern Time richten. Privatanleger können über einen Broker, der Zugang zur NYSE hat, Aktien von dort notierten Unternehmen kaufen und verkaufen. Die Börse nutzt ein elektronisches Handelssystem, das Kauf- und Verkaufsaufträge automatisch zusammenführt und zum besten verfügbaren Preis ausführt.
Für Privatanleger ist die NYSE relevant, weil sie Zugang zu einer der liquidesten und reguliertesten Börsen weltweit bietet. Die hohe Liquidität bedeutet, dass Anleger ihre Positionen meist schnell und zu fairen Preisen glattstellen können. Unternehmen, die an der NYSE notiert sind, unterliegen strengeren Offenlegungsanforderungen und Compliance-Regeln als in vielen anderen Märkten, was das Risiko von Betrug und Marktmanipulation senkt. Privatanleger können von dieser Transparenz profitieren, da sie Zugang zu umfassenden Finanzberichten und Geschäftsinformationen haben.
Der Neue Markt (NMAX) war ein Marktsegment der Deutschen Börse, auf dem vor allem Wachstumsunternehmen und Technologiefirmen notiert waren, die nicht alle Zulassungsvoraussetzungen des Hauptmarkts erfüllen mussten.
Das Marktsegment war für junge Unternehmen konzipiert, die schnell expandieren wollten, aber noch keine lange Bilanzgeschichte oder hohe Marktkapitalisierung vorweisen konnten. Die Zulassungsanforderungen waren gegenüber dem Hauptmarkt deutlich gelockert: Unternehmen mussten beispielsweise keine Mindestgröße erreichen und konnten mit verkürzten Prospekten zur Notierung zugelassen werden. Im Gegenzug galten strengere Transparenzanforderungen – Unternehmen mussten regelmäßig detaillierte Finanzberichte veröffentlichen.
Der Neue Markt war besonders während der Technologie- und Internetboom-Phase stark nachgefragt. Privatanleger erhofften sich dort überproportionale Renditen durch Investitionen in innovative Unternehmen. Allerdings zog das Segment auch Spekulationen an, da viele Unternehmen ohne etablierte Geschäftsmodelle oder Gewinne notiert waren. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende erlebte der Neue Markt einen massiven Kursrückgang. Viele Unternehmen wurden delisted oder verschwanden vom Markt. Das Vertrauen von Anlegern in das Segment war danach stark beschädigt.
Der Nikkei-Index ist der Leitindex der Tokioter Börse und misst die Kursentwicklung der 225 größten und liquidesten Unternehmen, die an der ersten Sektion der japanischen Börse notiert sind.
Der Index wird als Kursindex berechnet, das heißt, nur die Aktienkurse selbst fließen in die Berechnung ein, während Dividenden unberücksichtigt bleiben. Die 225 Unternehmen stammen aus verschiedenen Branchen und bilden damit die japanische Gesamtwirtschaft ab. Der Index wird kontinuierlich während der Handelszeiten der Tokioter Börse aktualisiert.
Für Privatanleger ist der Nikkei-Index ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung Japans. Da Japan eine der weltweit größten Volkswirtschaften ist, signalisiert ein steigender Nikkei-Index generell wirtschaftliches Wachstum und Verbrauchervertrauen in der Region. Umgekehrt deuten fallende Kurse auf wirtschaftliche Schwäche oder geopolitische Unsicherheit hin. Viele internationale Anleger nutzen den Nikkei-Index daher als Barometer für die Konjunktur in Ostasien.
Der Nominalbetrag ist der Nennwert eines Wertpapiers, also der auf dem Papier festgeschriebene Betrag, auf den sich die Verzinsung und Rückzahlung beziehen.
Der Nominalbetrag unterscheidet sich vom Kurs, zu dem ein Wertpapier an der Börse gehandelt wird. Bei einer Anleihe mit einem Nominalbetrag von 10.000 Euro zahlt der Emittent (Herausgeber) am Ende der Laufzeit genau diesen Betrag zurück – unabhängig davon, ob ein Anleger die Anleihe zu 98 Prozent oder zu 102 Prozent des Nennwerts gekauft hat. Der Kaufpreis bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage am Markt, wird aber stets als Prozentsatz des Nominalbetrags notiert.
Praktisches Beispiel: Ein Privatanleger kauft eine Anleihe mit 10.000 Euro Nominalbetrag und 3 Prozent Kupon (jährliche Verzinsung). Die Anleihe wird am Markt zu 101 Prozent gehandelt, der Anleger zahlt also 10.100 Euro. Jedes Jahr erhält er 300 Euro Zinsen (3 Prozent von 10.000 Euro), nicht von 10.100 Euro. Nach zehn Jahren erhält er bei Fälligkeit die vollen 10.000 Euro zurück – seine Einzahlung von 10.100 Euro wird nicht erstattet.
Nominalkapital ist die Summe aller Nennwerte der von einem Unternehmen ausgegebenen Aktien, die im Handelsregister eingetragen ist und die Grundlage der Haftung der Gesellschaft bildet.
Das Nominalkapital wird auch als Grundkapital oder bei Aktiengesellschaften als Aktienkapital bezeichnet. Es stellt die rechnerische Untergrenze des Eigenkapitals dar und wird bei der Gründung festgelegt. Im Gegensatz zum tatsächlichen Marktwert eines Unternehmens ist das Nominalkapital eine rein buchhalterische Größe, die sich durch Kursschwankungen nicht verändert.
Für Privatanleger ist das Nominalkapital relevant, weil es die rechtliche Struktur und Stabilität einer Aktiengesellschaft widerspiegelt. Eine AG mit einem hohen Nominalkapital signalisiert grundsätzlich eine etablierte Struktur, obwohl dies nicht automatisch auf die wirtschaftliche Leistung hinweist. Das Nominalkapital begrenzt auch die Haftung der Aktionäre: Sie haften nur bis zur Höhe ihrer Einzahlung, nicht mit ihrem Privatvermögen.
Der Nominalwert (auch Nennwert genannt) ist der Betrag, auf den sich die Verzinsung und Rückzahlung eines Wertpapiers beziehen und der bei Fälligkeit vom Emittenten erstattet wird.
Der Nominalwert ist die Rechengröße für festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen und Schuldverschreibungen. Er definiert, wie viel Geld der Anleger bei Endfälligkeit zurückerhält und auf welcher Basis die jährlichen Zinszahlungen berechnet werden. Der tatsächliche Kaufpreis an der Börse kann jedoch deutlich vom Nominalwert abweichen – er ist eine separate Größe.
Praktisches Rechenbeispiel: Ein Anleger kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nominalwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 4 Prozent pro Jahr. Die Laufzeit beträgt 5 Jahre. Der Anleger erhält dann jedes Jahr 400 Euro Zinsen (4 % von 10.000 Euro). Nach 5 Jahren zahlt das Unternehmen die 10.000 Euro Nominalwert zurück. Wenn der Anleger diese Anleihe aber bereits vor Endfälligkeit verkauft, kann der Marktpreis 9.500 Euro oder 10.500 Euro betragen – der Nominalwert bleibt unverändert bei 10.000 Euro.
Der Nominalzins ist der vertraglich festgelegte Zinssatz, den ein Schuldner (etwa ein Staat oder Unternehmen) jährlich auf den Nennwert eines Wertpapiers zahlt, ausgedrückt als Prozentsatz dieses Nennwerts.
Der Nominalzins wird auch als Kupon oder Kuponzins bezeichnet. Er ist eine feste Größe, die sich über die gesamte Laufzeit des Wertpapiers nicht ändert – unabhängig davon, wie sich Marktzinsen oder der Kurs des Papiers entwickeln. Der Emittent verpflichtet sich vertraglich, diesen Satz auf den Nennwert zu zahlen.
Für Privatanleger ist der Nominalzins relevant, weil er die regelmäßigen Einnahmen aus einer Anleihe oder einem ähnlichen Wertpapier bestimmt. Allerdings ist der Nominalzins nicht dasselbe wie die tatsächliche Rendite: Diese hängt auch vom Kaufpreis und der Restlaufzeit ab. Ein Wertpapier kann unter oder über dem Nennwert gekauft werden, was die effektive Verzinsung erheblich beeinflusst.
Nonvaleur ist eine Aktie oder ein Wertpapier, dessen Kurs dauerhaft gefallen ist und das keine wirtschaftliche Rentabilität mehr aufweist, sodass eine Wertwiederherstellung unwahrscheinlich ist.
Der Begriff stammt aus dem Französischen und bezeichnet Wertpapiere, die ihre Substanz verloren haben. Im Gegensatz zu temporären Kursrückgängen handelt es sich bei einer Nonvaleur um einen strukturellen Wertverlust: Das Unternehmen dahinter ist wirtschaftlich nicht mehr lebensfähig, die Geschäftstätigkeit stellt sich als unhaltbar heraus, oder der Markt für das Produkt ist zusammengebrochen. Der Kurs notiert auf einem Niveau, das nicht mehr die Fundamentaldaten widerspiegelt, sondern nur noch Spekulationen oder eine verbleibende Restliquidität.
Für Privatanleger ist die Unterscheidung zwischen einer vorübergehenden Schwächephase und einer echten Nonvaleur entscheidend. Ein Aktienkurs kann kurzfristig um 30 bis 50 Prozent fallen und sich später erholen – das ist kein Zeichen für eine Nonvaleur. Eine Nonvaleur liegt vor, wenn ein Unternehmen beispielsweise jahrelang operative Verluste macht, seine Marktposition unhaltbar geworden ist und Analysten keine realistische Perspektive für eine Rückkehr zur Profitabilität sehen. In solchen Fällen droht dem Anleger nicht nur weiterer Kursverlust, sondern im extremen Fall der Totalverlust durch Insolvenz.
Notierung ist der an einer Börse festgestellte und veröffentlichte Kurs, zu dem ein Wertpapier oder ein anderes handelbares Gut zu einem bestimmten Zeitpunkt gehandelt wird oder wurde.
Die Notierung entsteht durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage im Handelssystem einer Börse. Sie wird von der Börse selbst oder durch automatisierte Handelssysteme ermittelt und kontinuierlich aktualisiert. Für Aktien, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere bildet die Notierung die Grundlage für alle Kauf- und Verkaufsentscheidungen von Privatanlegern. Sie ist öffentlich zugänglich und wird in Echtzeit oder mit minimaler Verzögerung verbreitet.
Die Notierung unterscheidet sich vom reinen Börsenkurs dadurch, dass sie offiziell von der Börse bestätigt ist. Sie dient als objektive Referenz für die Wertermittlung von Vermögen. Wenn ein Privatanleger beispielsweise 100 Aktien eines Unternehmens hält und die Notierung beträgt 50 Euro pro Aktie, beläuft sich der aktuelle Wert dieser Position auf 5.000 Euro. Die Notierung ermöglicht es dem Anleger auch, Transaktionskosten und potenzielle Gewinne oder Verluste realistisch zu kalkulieren.
Die NYMEX (New York Mercantile Exchange) ist eine Warenterminbörse in New York, an der Rohstoffe wie Rohöl, Erdgas und Edelmetalle in standardisierten Futures-Kontrakten gehandelt werden.
Die NYMEX ist eine der weltweit bedeutendsten Handelsplattformen für Energie- und Rohstoff-Futures. Sie ist seit 2008 eine Abteilung der CME Group und ermöglicht es Anlegern, Preisrisiken für Rohstoffe abzusichern oder auf Preisveränderungen zu spekulieren. Der Handel erfolgt elektronisch über das CME Globex System sowie im offenen Ausruf.
An der NYMEX werden vor allem drei Produktgruppen gehandelt: Energierohstoffe (Rohöl, Heizöl, Erdgas), Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium) und Landwirtschaftsprodukte (Mais, Weizen, Sojabohnen). Jeder Kontrakt hat standardisierte Spezifikationen – etwa die Menge, Qualität und das Lieferdatum. Ein Standard-Rohöl-Kontrakt an der NYMEX bezieht sich beispielsweise auf 1.000 Barrel (etwa 159 Kubikmeter) mit physischer oder finanzieller Abrechnung.
Die New York Stock Exchange (NYSE) ist die größte Aktienbörse der Welt nach Marktkapitalisierung und der Ort, an dem Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere von börsennotierten Unternehmen gehandelt werden.
Die NYSE hat ihren Sitz in New York und wurde 1792 gegründet. Sie funktioniert als zentrale Handelsplattform, auf der Käufer und Verkäufer von Wertpapieren zusammentreffen. Anders als elektronische Börsen arbeitet die NYSE nach einem hybriden Modell: Während der Handelszeiten (9:30 bis 16:00 Uhr Ostküste, Montag bis Freitag) werden Geschäfte sowohl elektronisch als auch durch spezialisierte Händler an den Handelsplätzen abgewickelt, sogenannte Specialists oder Market Makers.
Für Privatanleger ist die NYSE relevant, weil sie hier Anteile an großen, international bekannten Unternehmen erwerben können. Unternehmen notieren an der NYSE, um Kapital zu beschaffen und ihre Liquidität zu erhöhen. Anleger profitieren von dieser Liquidität: Sie können ihre Positionen relativ schnell kaufen oder verkaufen. Die Börse unterliegt strenger Regulierung durch die Securities and Exchange Commission (SEC), was Anleger vor Marktmanipulation und Betrug schützt.
NYSE Amex ist eine amerikanische Wertpapierbörse, die Aktien, Optionen und börsengehandelte Fonds (ETFs) mit geringerer Marktkapitalisierung und Handelsvolumen als an der New York Stock Exchange notiert.
Die Börse entstand aus der Fusion der American Stock Exchange mit der NYSE-Gruppe und firmiert heute unter dem Namen NYSE American. Sie funktioniert als elektronische Handelsplattform, auf der Makler im Auftrag von Anlegern Kauf- und Verkaufsaufträge ausführen. Die Notierungen erfolgen in US-Dollar, und der Handel läuft während der regulären amerikanischen Handelszeiten.
Für Privatanleger ist NYSE Amex relevant, weil dort zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen sowie spezialisierte ETFs gehandelt werden, die nicht die Größe für eine Notierung an der Hauptbörse NYSE haben. Die Börse bietet damit Zugang zu einem breiteren Spektrum von Investitionsmöglichkeiten. Allerdings ist die Liquidität (also die Leichtigkeit, mit der sich Positionen kaufen und verkaufen lassen) typischerweise geringer als an der NYSE. Das bedeutet, dass die Geld-Brief-Spannen – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs – größer ausfallen können. Bei einer Aktie, die an der NYSE Amex notiert, könnte der Geldkurs beispielsweise 9,95 Euro und der Briefkurs 10,05 Euro betragen, während bei einem hochliquiden Wert die Spanne nur 0,01 Euro beträgt.

