Börsenlexikon
Der faire Wert ist der theoretische Preis, zu dem ein Wertpapier oder Vermögensgegenstand unter normalen Marktbedingungen zwischen einem informierten Käufer und Verkäufer den Besitzer wechseln sollte.
Der faire Wert unterscheidet sich vom aktuellen Börsenkurs, weil dieser durch Angebot und Nachfrage, Emotionen und kurzfristige Marktbewegungen geprägt wird. Der faire Wert dagegen basiert auf einer systematischen Bewertung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Er dient Privatanlegern als Orientierungspunkt, um zu entscheiden, ob ein Wertpapier am Markt über- oder unterbewertet ist.
Die Berechnung des fairen Wertes hängt vom Anlagetyp ab. Bei Anleihen mit feststehenden Zahlungsströmen lässt sich der faire Wert durch Diskontierung ermitteln. Beispiel: Eine Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer jährlichen Kuponzahlung von 400 Euro (4 Prozent) und einer Restlaufzeit von 5 Jahren wird mit einem Diskontierungssatz von 5 Prozent bewertet. Der faire Wert ist die Summe aller zukünftigen Zahlungen, abgezinst auf heute: (400 / 1,05) + (400 / 1,05²) + (400 / 1,05³) + (400 / 1,05⁴) + (10.400 / 1,05⁵) ≈ 9.546 Euro. Liegt der Marktpreis unter diesem Wert, könnte die Anleihe attraktiv sein.
Das Fälligkeitsdatum ist der Stichtag, an dem ein Emittent (Schuldner) eine Anleihe, ein Darlehen oder ein anderes Schuldpapier vollständig zurückzahlen muss und die Laufzeit des Wertpapiers endet.
Bei Anleihen markiert das Fälligkeitsdatum das Ende der Kreditbeziehung zwischen Anleger und Emittent. An diesem Tag zahlt der Emittent den Nennwert (auch Nominalwert genannt) der Anleihe an den Inhaber zurück. Bis dahin erhält der Anleger regelmäßig Kuponzahlungen (Zinsen). Nach dem Fälligkeitsdatum hat der Anleger keinen Anspruch mehr auf Zahlungen aus diesem Wertpapier.
Das Fälligkeitsdatum bestimmt die Laufzeit des Papiers. Eine Anleihe mit dem Ausgabedatum 1. Januar 2025 und dem Fälligkeitsdatum 1. Januar 2035 läuft über 10 Jahre. Die Länge der Laufzeit beeinflusst die Rendite: Längerfristige Anleihen bieten typischerweise höhere Zinsen, da das Risiko für den Anleger über einen längeren Zeitraum größer ist.
Der FAZ-Index ist ein von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berechneter Börsenindex, der die Kursentwicklung ausgewählter deutscher Standardaktien abbildet.
Der Index wurde als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt konzipiert. Er wird aus einer Auswahl von Unternehmen zusammengesetzt, die nach Marktkapitalisierung und Handelsvolumen an der Frankfurter Wertpapierbörse ausgewählt werden. Die Berechnung folgt dabei dem Prinzip eines gewichteten Aktienindex: Unternehmen mit höherer Marktkapitalisierung haben einen größeren Einfluss auf die Indexbewegung als kleinere Unternehmen.
Für Privatanleger ist der FAZ-Index relevant, weil er als Orientierungspunkt für die Gesamtentwicklung des deutschen Aktienmarkts dient. Anleger nutzen ihn, um ihre eigenen Depotbestände mit der Marktentwicklung zu vergleichen oder um die allgemeine Wirtschaftslage Deutschlands einzuschätzen. Ein steigender Index signalisiert typischerweise Optimismus am Markt, während ein fallender Index auf Unsicherheit oder wirtschaftliche Schwäche hindeutet.
Die Federal Reserve (FED) ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten und damit die Institution, die Geldpolitik für die USA gestaltet und das Finanzsystem reguliert.
Die FED wurde 1913 gegründet und agiert formal unabhängig von der US-Regierung, obwohl sie unter Aufsicht des Kongresses steht. Ihre Hauptaufgaben sind die Kontrolle der Geldmenge, die Stabilisierung der Finanzmärkte, die Regulierung von Banken und die Verfolgung eines doppelten Mandats: maximale Beschäftigung und stabile Preise. Geleitet wird die FED von einem Vorsitzenden und einem Board of Governors. Das operative Geschäft verteilt sich auf zwölf regionale Federal-Reserve-Banken in verschiedenen US-Bundesstaaten.
Für Privatanleger ist die FED entscheidend, weil ihre Entscheidungen die Renditen am Kapitalmarkt direkt beeinflussen. Das wichtigste Instrument ist der sogenannte Federal Funds Rate – der Leitzins, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Wenn die FED diesen Satz anhebt, werden Kredite teurer und Sparzinsen höher. Wenn sie ihn senkt, fällt das Gegenteil ein. Ein höherer Leitzins bremst typischerweise Aktienkurse, weil Unternehmensgewinne weniger wert werden und Anleihen attraktiver. Ein niedrigerer Leitzins begünstigt oft Aktien und riskantere Vermögenswerte.
Ein feindliches Übernahmeangebot ist ein öffentliches Angebot eines Erwerbers zum Kauf von Aktien eines Unternehmens, das vom Vorstand und Aufsichtsrat des Zielunternehmens abgelehnt oder nicht unterstützt wird.
Im Gegensatz zu einer freundlichen Übernahme, bei der die Führungsgremien des Zielunternehmens die Transaktion befürworten und aktiv unterstützen, geht der Bieter beim feindlichen Angebot direkt an die Aktionäre vorbei. Der Bieter veröffentlicht sein Angebot öffentlich und fordert die Aktionäre auf, ihre Anteile zu einem bestimmten Preis an ihn zu verkaufen – unabhängig davon, ob das Management zustimmt.
Typischerweise bietet der Erwerber einen Preis pro Aktie an, der über dem aktuellen Börsenkurs liegt, um die Aktionäre zum Verkauf zu bewegen. Beispiel: Ein Unternehmen notiert an der Börse mit 50 Euro pro Aktie. Ein Bieter unterbreitet ein feindliches Angebot von 62 Euro pro Aktie. Die Aktionäre müssen dann entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen – unabhängig davon, dass Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot für zu niedrig oder strategisch ungeeignet halten.
Ein Fester ist ein Marktteilnehmer an der Börse, der sich verpflichtet, zu festgelegten Kursen und Mengen in Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen, um damit Liquidität bereitzustellen und den Handel zu ermöglichen.
Der Fester agiert als Zwischenhändler, der ständig Geld- und Briefkurse stellt. Das bedeutet: Er nennt einen Kurs, zu dem er kaufen würde (Geldkurs), und einen Kurs, zu dem er verkaufen würde (Briefkurs). Die Differenz zwischen beiden Kursen heißt Spanne oder Spread. Ein Fester mit einem Geldkurs von 99,50 Euro und einem Briefkurs von 100,50 Euro für eine Anleihe mit 100 Euro Nennwert verdient die 1 Euro Spanne pro gehandelter Einheit.
Für Privatanleger ist der Fester relevant, weil er den Handel überhaupt erst ermöglicht. Ohne Fester müssten Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen und sich auf einen Kurs einigen – das wäre zeitaufwendig und teuer. Der Fester sorgt dafür, dass ein Anleger jederzeit verkaufen kann, ohne lange warten zu müssen. Im Gegenzug trägt der Fester das Risiko, dass sich Kurse gegen ihn bewegen.
Festgeld ist ein Sparprodukt, bei dem ein Anleger einen festen Geldbetrag für einen vereinbarten Zeitraum bei einem Kreditinstitut anlegt und dafür eine vorher festgelegte Verzinsung erhält.
Der Anleger vereinbart mit seiner Bank drei wesentliche Bedingungen: die Anlagesumme (Kapital), den Zinssatz und die Laufzeit. Diese Parameter bleiben während der gesamten Vertragsdauer unverändert. Nach Ablauf der Laufzeit erhält der Anleger sein Kapital zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zurück. Während der Laufzeit kann auf das angelegte Geld in der Regel nicht zugegriffen werden – eine vorzeitige Kündigung ist vertraglich meist ausgeschlossen oder mit Strafzinsen verbunden.
Wie die Verzinsung funktioniert
Das Festpreisverfahren ist ein Platzierungsmechanismus, bei dem ein Emittent Wertpapiere (Aktien oder Anleihen) zu einem vorab festgelegten, unveränderlichen Preis am Markt anbietet.
Beim Festpreisverfahren legt der Emittent gemeinsam mit seinem Konsortium (meist Investmentbanken) vor Marktöffnung einen Ausgabepreis fest. Dieser Preis bleibt während der gesamten Zeichnungsfrist konstant – unabhängig davon, wie stark die Nachfrage ausfällt. Anleger können Wertpapiere in dieser Phase zu diesem Festpreis zeichnen. Das Verfahren wird typischerweise bei Anleiheemissionen verwendet, kommt aber auch bei Aktienemissionen vor.
Der Festpreis wird durch Marktanalyse, Vergleichswerte und Risikoeinschätzung bestimmt. Bei einer Unternehmensanleihe könnte der Emittent beispielsweise einen Ausgabepreis von 100 Euro pro Anleihe mit 3,5 Prozent Kupon festlegen. Während der Zeichnungsfrist – etwa über 3 bis 5 Geschäftstage – können Privatanleger und institutionelle Investoren diese Anleihen zum Preis von 100 Euro kaufen. Ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot, wird die Zeichnung überzeichnet und gekürzt; ist sie schwächer, können nicht alle Papiere platziert werden.
Festverzinsliche Wertpapiere sind Schuldverschreibungen, bei denen der Emittent dem Käufer eine vorher festgelegte Verzinsung (Kupon) und die Rückzahlung des Nennwertes zu einem bestimmten Termin zusagt.
Der Anleger fungiert dabei als Gläubiger: Er leiht dem Emittenten (Staat, Unternehmen oder Bank) Geld und erhält dafür regelmäßige Zinszahlungen sowie am Ende der Laufzeit sein eingesetztes Kapital zurück. Anders als bei Aktien hat der Inhaber keine Eigentumsrechte, sondern einen Anspruch auf Rückzahlung und Verzinsung.
Die Funktionsweise wird an einem konkreten Beispiel deutlich: Ein Anleger kauft eine Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 3 Prozent. Der Emittent zahlt dem Anleger jährlich 300 Euro (3 Prozent von 10.000 Euro). Nach fünf Jahren erhält der Anleger die abschließende Zinszahlung und die vollständige Rückzahlung von 10.000 Euro. Die Gesamtertrag beträgt somit 1.500 Euro Zinsen plus die ursprüngliche Kapitalrückzahlung.
Filing ist die offizielle Hinterlegung von Finanz- und Geschäftsinformationen bei einer Börsenaufsichtsbehörde oder Finanzmarktregulator, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Ein Filing dokumentiert rechtlich bindend die finanzielle Lage und Geschäftstätigkeit eines börsennotierten Unternehmens. Es ist nicht nur eine Informationsmitteilung, sondern eine formale Einreichung bei der zuständigen Behörde – in den USA etwa die Securities and Exchange Commission (SEC), in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Privatanleger treffen auf Filings vor allem in zwei Situationen: bei der Jahresberichterstattung und bei Kapitalmarktmitteilungen. Börsennotierte Unternehmen müssen ihre Jahresabschlüsse, Zwischenberichte und Geschäftszahlen als Filings einreichen. Zusätzlich müssen Ereignisse wie Vorstandswechsel, Fusionen, Kapitalerhöhungen oder wesentliche Vertragsabschlüsse als Filings gemeldet werden.
Fill-or-kill (FOK) ist eine Orderanweisung an den Broker, die verlangt, dass eine Wertpapierorder sofort und vollständig ausgeführt wird oder andernfalls automatisch gelöscht wird.
Bei einer FOK-Order muss die gesamte bestellte Menge innerhalb von Sekundenbruchteilen zum gewünschten Kurs oder besser verfügbar sein. Ist dies nicht möglich, wird die Order nicht teilweise ausgeführt, sondern komplett storniert. Der Anleger erhält entweder die vollständige Ausführung oder gar keine – ein Mittelweg existiert nicht.
Das Funktionsprinzip lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Ein Anleger möchte 500 Aktien eines Unternehmens zu maximal 50 Euro pro Aktie kaufen und erteilt eine FOK-Order. Sind an der Börse in diesem Moment nur 300 Aktien zu 50 Euro oder günstiger verfügbar, wird die gesamte Order gelöscht. Der Anleger geht leer aus, obwohl eine Teilausführung technisch möglich wäre. Sind jedoch alle 500 Aktien zum gewünschten Kurs oder besser verfügbar, werden sie sofort erworben.
Ein Financial Future ist ein börsengehandelter Terminkontrakt, der den Käufer verpflichtet, einen Finanzwert (etwa eine Anleihe, einen Aktienindex oder einen Zinssatz) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.
Financial Futures funktionieren nach dem Prinzip der Hebelwirkung. Der Anleger hinterlegt nur einen Bruchteil des tatsächlichen Kontraktwerts als Sicherheit (Margin), kann aber vom vollständigen Preisanstieg oder -rückgang profitieren. Dies multipliziert sowohl Gewinne als auch Verluste. Ein Kontrakt ist standardisiert und börsengehandelt, was bedeutet, dass Kauf und Verkauf jederzeit während der Handelszeiten möglich sind – im Gegensatz zu individuellen, außerbörslichen Terminkontrakten.
Rechenbeispiel:
Finanzierungsschätze sind kurzfristige Schuldverschreibungen von Staaten oder Unternehmen mit einer Laufzeit von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren, die am Kapitalmarkt gehandelt werden und Anlegern regelmäßige Zinserträge bieten.
Finanzierungsschätze funktionieren nach dem klassischen Anleihe-Prinzip: Der Emittent (Staat oder Unternehmen) benötigt Kapital und begibt Wertpapiere, die Anleger kaufen können. Im Gegenzug erhalten diese Zinszahlungen und die Rückgabe des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit. Das Besondere an Finanzierungsschätzen ist ihre kurze Laufzeit, die sie von langfristigen Anleihen unterscheidet.
Für Privatanleger bieten Finanzierungsschätze mehrere Vorteile. Das Risiko ist aufgrund der kurzen Laufzeit begrenzt: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Bonität des Emittenten in wenigen Monaten erheblich verschlechtert, ist geringer als bei mehrjährigen Laufzeiten. Zudem ermöglichen sie regelmäßige Reinvestitionen, da das Kapital schneller zurückfließt. Dies ist besonders in Phasen steigender Zinsen vorteilhaft, weil Anleger dann ihre Mittel zu besseren Konditionen neu anlegen können.
Finanzintermediäre sind Institutionen, die als Vermittler zwischen Kapitalanbietern (Sparern, Investoren) und Kapitalnachfragern (Unternehmen, Staaten, Privatpersonen) tätig sind und dabei Gelder sammeln, verwalten oder Transaktionen ermöglichen.
Die zentrale Funktion von Finanzintermediären besteht darin, Informationsasymmetrien zu reduzieren und Transaktionskosten zu senken. Ohne diese Vermittler müssten Anleger selbst nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten suchen und Kreditnehmer direkt Geldgeber finden – ein aufwändiger und riskanter Prozess. Stattdessen übernehmen Finanzintermediäre diese Aufgaben professionell.
Zu den wichtigsten Finanzintermediären zählen Geschäftsbanken, die Spareinlagen entgegennehmen und als Kredite an Unternehmen weitergeben. Ein Privatanleger legt beispielsweise 50.000 Euro auf einem Sparkonto an; die Bank nutzt solche Einlagen, um einem mittelständischen Unternehmen einen Kredit von 2 Millionen Euro zu gewähren. Die Bank verdient die Differenz zwischen dem Zinssatz, den sie dem Sparer zahlt, und dem höheren Zinssatz, den der Kreditnehmer leistet.
Fixing ist die Feststellung eines verbindlichen Referenzkurses für ein Wertpapier oder einen Rohstoff zu einem bestimmten Zeitpunkt durch eine autorisierte Stelle, die als Grundlage für Transaktionen und Bewertungen dient.
Das Fixing erfolgt in der Regel einmal oder mehrmals täglich zu vordefinierten Zeiten. Bei Edelmetallen wie Gold oder Silber findet das Fixing traditionell an festgelegten Uhrzeiten statt – etwa beim London Bullion Market – und wird durch eine Gruppe von Banken ermittelt. Der Fixingkurs entsteht durch einen Abstimmungsprozess, bei dem Angebot und Nachfrage zu diesem Zeitpunkt zusammenfinden. Für Wertpapiere wie Fonds oder ETFs bestimmt der Fixing-Kurs den Preis, zu dem Anleger am jeweiligen Handelstag ihre Anteile kaufen oder verkaufen können.
Für Privatanleger ist das Fixing relevant, weil es Transparenz schafft: Der Kurs ist öffentlich und nicht Verhandlungssache zwischen einzelnen Marktteilnehmern. Das reduziert das Risiko ungünstiger Kurse bei großen Positionen. Besonders wichtig ist das Fixing beim Fondssparen: Wer einen Fonds-Sparplan abschließt, erhält seine Anteile zum Fixing-Kurs des Ausführungstages, nicht zu einem beliebigen Intraday-Kurs.
Eine Flagge ist ein Chartmuster, bei dem der Kurs nach einem starken Anstieg oder Abstieg seitwärts in einem engen Bereich konsolidiert, bevor die ursprüngliche Bewegungsrichtung fortgesetzt wird.
Das Muster entsteht durch zwei Phasen: Zunächst zeigt sich ein ausgeprägter Kursanstieg oder -rückgang – der sogenannte Fahnenstab. Darauf folgt eine Phase der Seitwärtsbewegung in einem schmalen Korridor – die Flagge selbst. Diese Konsolidierungsphase dauert typischerweise zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen. Danach bricht der Kurs aus der Flagge aus und setzt die Bewegung des Fahnenstabs fort.
Für Privatanleger ist die Flagge relevant, weil sie ein Fortsetzungsmuster darstellt. Das bedeutet: Nach einer Flaggenformation besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die vorherige Trendrichtung anhält. Technische Analysten nutzen dieses Muster, um Einstiegs- oder Ausstiegspunkte zu identifizieren. Der Ausbruch aus der Flagge wird oft als Kaufsignal (bei vorherigem Anstieg) oder Verkaufssignal (bei vorherigem Abstieg) interpretiert.
Eine Floating Rate Note (Floater) ist eine Anleihe, deren Zinszahlung nicht fest vorgegeben ist, sondern regelmäßig an einen Referenzzinssatz angepasst wird.
Bei einer klassischen Anleihe erhält der Anleger über die gesamte Laufzeit einen konstanten Zinssatz, den sogenannten Kupon. Eine Floating Rate Note funktioniert anders: Der Zinssatz wird typischerweise alle drei oder sechs Monate neu festgelegt und orientiert sich dabei an einem Referenzzinssatz wie dem EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) oder dem SOFR (Secured Overnight Financing Rate). Zusätzlich zum Referenzzinssatz erhält der Emittent einen festen Aufschlag, den sogenannten Spread, um die Kreditwürdigkeit abzubilden.
Rechenbeispiel: Eine Floating Rate Note mit 10.000 Euro Nennwert wird alle sechs Monate neu verzinst. Der Referenzzinssatz (EURIBOR 6M) liegt aktuell bei 3,5 Prozent, der Spread des Emittenten beträgt 0,8 Prozent. Die nächste Kuponzahlung beträgt somit 10.000 Euro × (3,5 % + 0,8 %) ÷ 2 = 215 Euro. Im Folgequartal könnte der EURIBOR auf 3,2 Prozent sinken, die Kuponzahlung würde dann 10.000 Euro × (3,2 % + 0,8 %) ÷ 2 = 200 Euro betragen.
Ein Floor ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, wonach der Inhaber des Floors das Recht erhält, bei Unterschreitung eines vorher festgelegten Zinssatzes die Differenz vom Verkäufer des Floors erstattet zu bekommen.
Der Floor funktioniert wie eine Versicherung gegen fallende Zinssätze. Der Käufer zahlt eine Prämie (Floor-Prämie) an den Verkäufer und erhält im Gegenzug Schutz: Sinkt der Referenzzinssatz unter die vereinbarte Floor-Rate, gleicht der Verkäufer die Differenz aus. Bleibt der Zinssatz oberhalb des Floors, verfällt das Recht und die Prämie ist verloren.
Für Privatanleger ist der Floor vor allem im Kontext von Kreditfinanzierung relevant. Ein Kreditnehmer mit einem variabel verzinsten Darlehen kann durch den Kauf eines Floors sein Zinsrisiko begrenzen. Steigen die Marktzinsen, profitiert der Kreditnehmer von niedrigeren Zinsen – der Floor hat keinen Nutzen. Fallen die Zinsen hingegen drastisch, schützt der Floor vor übermäßig niedrigen Zinszahlungen, die die Rentabilität von Sparanlagen oder Anleihen-Portfolios gefährden könnten.
Ein Fonds ist ein von einer Fondsgesellschaft verwaltetes Vermögen, das von vielen Anlegern stammt und nach festgelegten Regeln in verschiedene Wertpapiere oder andere Vermögenswerte angelegt wird.
Funktionsweise
Privatanleger kaufen Anteile an einem Fonds und zahlen damit in einen gemeinsamen Topf ein. Ein professioneller Fondsmanager oder ein automatisiertes System investiert das Geld nach der Fondsstrategie — etwa in Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Der Anleger profitiert von Kursgewinnen und Erträgen (Dividenden, Zinsen), trägt aber auch Verluste anteilig mit.
„Fonds Deutschland" ist ein Investmentfonds, der sein Vermögen überwiegend oder ausschließlich in Wertpapiere von Unternehmen mit Sitz oder Geschäftstätigkeit in Deutschland anlegt.
Solche Fonds konzentrieren sich auf den deutschen Aktienmarkt, insbesondere auf Titel aus dem DAX, MDAX oder anderen deutschen Indizes. Sie ermöglichen Privatanlegern, mit einer einzelnen Anlage in ein diversifiziertes Portfolio deutscher Unternehmen zu investieren, ohne selbst Dutzende Einzelaktien kaufen zu müssen. Der Fondsmanager oder ein automatisiertes System wählt die Wertpapiere aus, verwaltet das Portfolio und kümmert sich um Rebalancierung und Kosteneffizienz.
Für Privatanleger bieten Deutschland-Fonds mehrere praktische Vorteile. Erstens reduzieren sie das Einzelaktienrisiko durch Streuung: Statt 5.000 Euro in eine einzelne Aktie zu investieren, verteilt ein Fonds diesen Betrag auf 30, 50 oder mehr Positionen. Zweitens entstehen geringere Transaktionskosten als beim direkten Kauf vieler Einzeltitel. Drittens ermöglichen sie eine systematische Teilhabe am deutschen Wirtschaftswachstum, ohne Branchenkenntnisse oder intensive Recherche zu erfordern.
Fondsgesellschaft: Ein Unternehmen, das Geldmittel von Anlegern sammelt, diese am Kapitalmarkt anlegt und die resultierenden Erträge nach einem festgelegten Gebührenmodell an die Anleger ausschüttet oder thesauriert.
Eine Fondsgesellschaft ist ein spezialisiertes Finanzunternehmen, das als Vermögensverwalter tätig ist. Sie sammelt Kapital von privaten und institutionellen Anlegern, bündelt dieses Geld in einem oder mehreren Fonds und investiert es nach einer definierten Anlagestrategie in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte.
Die Fondsgesellschaft trägt die Verantwortung für die Verwaltung des Fondsvermögens. Dazu gehören die Auswahl der Wertpapiere, die Überwachung der Marktentwicklung, die Einhaltung der im Fondsprospekt festgelegten Anlagerichtlinien sowie die Abrechnung und Berichterstattung gegenüber den Anlegern. Die Anleger selbst werden Fondsanteile-Inhaber und profitieren von der Diversifikation des Portfolios, ohne jedes Wertpapier einzeln kaufen zu müssen.
Fondsvermögen ist die Gesamtsumme aller Vermögenswerte, die ein Fonds hält und für seine Anleger verwaltet.
Das Fondsvermögen setzt sich aus allen Positionen zusammen, die der Fonds zu einem bestimmten Stichtag besitzt: Aktien, Anleihen, Geldmarktinstrumente, Immobilien oder andere Wertpapiere je nach Fondsstrategie. Hinzu kommen Barbestände und Derivate. Von diesem Gesamtvermögen werden laufende Kosten wie Verwaltungsgebühren und Depotgebühren abgezogen. Das verbleibende Netto-Fondsvermögen wird durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile geteilt – das Ergebnis ist der Nettoinventarwert (NAV) pro Anteil, zu dem Anleger kaufen und verkaufen können.
Praktisches Beispiel: Ein Aktienfonds hält 500 verschiedene Aktien im Wert von insgesamt 2 Milliarden Euro, zusätzlich 50 Millionen Euro in Geldmarktfonds als Liquiditätsreserve. Das Gesamtvermögen beträgt damit 2,05 Milliarden Euro. Nach Abzug von 5 Millionen Euro laufende Jahreskosten ergibt sich ein Netto-Fondsvermögen von 2,045 Milliarden Euro. Sind 100 Millionen Fondsanteile im Umlauf, liegt der NAV bei 20,45 Euro je Anteil.
Der FTSE 100 (Financial Times Stock Exchange 100) ist der Leitindex der Londoner Börse und bildet die 100 größten börsengelisteten Unternehmen des Vereinigten Königreichs ab.
Der Index wird von der Börsengruppe FTSE Group berechnet und verwaltet. Die Bezeichnung „Footsie" ist die gebräuchliche Kurzform in Finanzmedien und unter Anlegern. Der FTSE 100 funktioniert nach dem Prinzip eines gewichteten Aktienindex: Die Kurse der 100 Indexmitglieder fließen mit unterschiedlichen Gewichtungen ein, die sich nach der Marktkapitalisierung richten. Unternehmen mit höherer Marktkapitalisierung beeinflussen den Indexstand stärker als kleinere Mitglieder.
Der Index wird kontinuierlich während der Handelszeiten berechnet und dient als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und Stimmung am britischen Kapitalmarkt. Für Privatanleger ist der FTSE 100 relevant, weil er die Basis für zahlreiche börsengehandelte Fonds (ETFs) und Indexfonds bildet. Wer in britische Großunternehmen investieren möchte, nutzt häufig diese indexverfolgenden Produkte, anstatt einzelne Aktien zu kaufen. Der Index ermöglicht auch internationale Diversifikation, da viele FTSE-100-Unternehmen weltweit tätig sind und in ausländischen Währungen Umsatz erzielen.
Foreign Currency Bonds sind Anleihen, die von einem Emittenten in einer anderen Währung begeben werden als derjenigen des Landes, in dem der Emittent seinen Sitz hat.
Ein deutsches Unternehmen könnte beispielsweise eine Anleihe in US-Dollar ausgeben, obwohl es in Euro operiert. Ebenso kann ein amerikanischer Konzern Anleihen in Euro emittieren. Diese Bonds dienen Emittenten dazu, sich Kapital in Fremdwährungen zu beschaffen und gleichzeitig ihre Finanzierungsquellen zu diversifizieren.
Für Privatanleger entstehen bei Foreign Currency Bonds zwei Ebenen von Risiken: das klassische Kreditrisiko des Emittenten und zusätzlich das Währungsrisiko. Wenn ein Anleger eine in Dollar denominierte Anleihe kauft und in Euro rechnet, wirken sich Wechselkursschwankungen auf die Rendite aus. Steigt der Dollar, profitiert der Anleger beim Rückzahlungstermin und bei Kuponzahlungen. Fällt der Dollar, schmälert dies die in Euro gemessene Rendite.
Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) sind Ausgaben eines Unternehmens für die Erforschung neuer Produkte, Verfahren oder Technologien sowie deren Weiterentwicklung, die in der Gewinn- und Verlustrechnung als Betriebsausgaben erfasst werden.
Für Privatanleger sind diese Kosten ein wichtiger Indikator für die Innovationskraft und die langfristigen Wachstumsaussichten eines Unternehmens. Sie zeigen, wie viel Kapital ein Unternehmen in die Zukunft investiert. Besonders in Branchen wie Pharmazie, Technologie, Halbleiterindustrie oder Automobilsektor sind hohe F&E-Ausgaben normal und notwendig. Ein Unternehmen ohne nennenswerte Forschungsinvestitionen kann in schnelllebigen Märkten an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
Die Höhe der F&E-Kosten wird häufig als Quote gemessen: Sie wird berechnet, indem die Forschungs- und Entwicklungsausgaben durch den Gesamtumsatz geteilt werden. Beispiel: Ein Softwareunternehmen mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro gibt 100 Millionen Euro für F&E aus. Die F&E-Quote beträgt dann 20 Prozent (100 Millionen ÷ 500 Millionen × 100). Eine Quote von 15 bis 20 Prozent ist in der Technologiebranche üblich, während sie in weniger innovativen Branchen oft unter 5 Prozent liegt.
Free Float ist der Anteil der Aktien eines börsennotierten Unternehmens, der sich in freier Verfügung von Privatanlegern und institutionellen Investoren befindet und nicht von Großaktionären, Gründern oder dem Unternehmen selbst gehalten wird.
Der Free Float bestimmt, wie viele Aktien eines Unternehmens tatsächlich am Markt handelbar sind. Während die Gesamtzahl aller Aktien die Marktkapitalisierung definiert, gibt der Free Float an, welcher Anteil davon täglich gekauft und verkauft werden kann. Anteile von Gründern, Familien, Staatsfonds oder Mitarbeitern zählen nicht dazu, auch nicht die vom Unternehmen selbst gehaltenen Aktien (Eigenbestand).
Für Privatanleger ist der Free Float relevant, weil er die Liquidität einer Aktie beeinflusst. Bei hohem Free Float lassen sich größere Positionen leichter kaufen oder verkaufen, ohne den Kurs stark zu bewegen. Bei niedrigem Free Float können bereits kleinere Käufe oder Verkäufe zu starken Kursschwankungen führen. Das bedeutet: Wer eine Aktie mit kleinem Free Float handelt, zahlt möglicherweise höhere Geld-Brief-Spannen (Spreads) und riskiert größere Slippage, also Abweichungen vom angestrebten Kaufpreis.
Freie Makler (Freimakler) sind unabhängige Wertpapiermakler, die nicht an eine einzelne Börse oder ein Kreditinstitut gebunden sind und im Auftrag von Privatanlegern und institutionellen Kunden Wertpapiere handeln.
Im Gegensatz zu Bankmakler, die an ein bestimmtes Kreditinstitut angegliedert sind, arbeiten Freimakler eigenständig und können sich flexibel an verschiedenen Handelsplätzen betätigen. Sie vermitteln Kauf- und Verkaufsaufträge zwischen Marktakteuren und erhalten dafür eine Provision oder Gebühr. Freimakler fungieren als neutrale Vermittler und sind nicht selbst Parteien der Transaktion – sie handeln auf Rechnung ihrer Auftraggeber, nicht auf eigene Rechnung.
Für Privatanleger ist die Existenz von Freimakler relevant, weil sie alternative Handelskanäle darstellen. Während viele Privatanleger ihre Wertpapiergeschäfte über das Depot ihrer Hausbank abwickeln, können sie über Freimakler unter Umständen zu anderen Konditionen oder auf speziellen Handelsplätzen aktiv werden. Freimakler sind häufig auf bestimmte Marktsegmente spezialisiert – etwa auf Anleihen, Optionsscheine oder Fonds – und bieten dadurch Zugang zu Produkten oder Marktinformationen, die über Standardkanäle weniger verfügbar sind.
Freie Wechselkurse sind Devisenkurse, die sich ausschließlich durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt bilden, ohne staatliche Festlegung oder Intervention.
Im System freier Wechselkurse bestimmen Käufer und Verkäufer von Devisen den Preis einer Währung. Wenn beispielsweise viele Anleger Euro in US-Dollar umtauschen möchten, steigt die Nachfrage nach Dollar und der Euro-Dollar-Kurs fällt (der Dollar wird teurer). Umgekehrt sinkt die Dollar-Nachfrage, wenn Investoren vermehrt in Euro anlegen, worauf der Dollar günstiger wird. Diese kontinuierliche Anpassung geschieht an den globalen Devisenmärkten, wo täglich Billionen Euro an Währungen gehandelt werden.
Für Privatanleger ist das Verständnis freier Wechselkurse relevant, weil es ihre internationalen Geldanlagen beeinflusst. Ein Anleger, der 10.000 Euro in einen US-amerikanischen Fonds investiert, muss diese zunächst in Dollar umwandeln. Steigt der Dollar-Kurs von 1,10 Euro pro Dollar auf 1,15 Euro pro Dollar, erhält der Anleger bei gleichem Euro-Einsatz weniger Dollar und damit einen kleineren Fondsanteil. Umgekehrt profitiert er, wenn der Dollar schwächer wird: Bei einem Kurs von 1,05 Euro pro Dollar kann er mit seinen 10.000 Euro mehr Dollar kaufen.
Freihändiger Rückkauf ist der Ankauf eigener Aktien durch ein börsennotiertes Unternehmen zu Marktpreisen ohne vorgegebenes Kaufprogramm oder zeitliche Bindung.
Ein freihändiger Rückkauf unterscheidet sich von strukturierten Rückkaufprogrammen dadurch, dass das Unternehmen flexibel entscheidet, wann und in welchem Umfang es Aktien am Markt erwerben möchte. Es gibt keine verbindliche Anzahl von Papieren oder ein festgelegtes Zeitfenster. Das Unternehmen kauft seine Aktien wie jeder andere Marktteilnehmer – durch reguläre Börsenorders zum jeweils aktuellen Kurs.
Für Privatanleger ist der freihändige Rückkauf aus mehreren Gründen relevant. Erstens signalisiert ein Rückkauf oft, dass das Management die Aktie für unterbewertet hält – das kann ein positives Signal sein. Zweitens verringert sich die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien, was den Gewinn pro Aktie (Earnings per Share) rechnerisch erhöht, auch wenn der Gesamtgewinn des Unternehmens gleich bleibt. Drittens kann ein Rückkauf eine Alternative zur Dividende sein, um Kapital an Aktionäre zurückzugeben – mit potenziellen Steuervorteilen für Anleger, da kein Dividendeneinkommen entsteht.
Ein freihändiger Verkauf ist der Verkauf von Wertpapieren durch einen Aktionär oder Anteilseigner direkt an einen oder mehrere Käufer außerhalb der Börse, ohne dass die Anteile am Markt öffentlich angeboten werden.
Funktionsweise und Ablauf
Beim freihändigen Verkauf einigen sich Verkäufer und Käufer auf Preis und Bedingungen in direkter Verhandlung. Im Gegensatz zum börslichen Handel entfällt die Vermittlung durch einen organisierten Markt. Der Verkauf wird typischerweise durch einen Makler oder eine Investmentbank arrangiert, die als Vermittler fungiert und beide Parteien zusammenbringt. Nach Abschluss der Verhandlungen erfolgt die Abwicklung außerhalb der Börse, wobei die Anteile direkt vom Verkäufer zum Käufer übertragen werden.
Das Freijahr ist der Zeitraum zwischen der Kündigung eines Wertpapierdepots und dem Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist, während dessen der Anleger Positionen ohne Sperrfristen verkaufen oder umschichten kann.
Der Begriff bezieht sich primär auf die deutsche Depotpraxis und die Aufbewahrungspflichten für Wertpapiere. Wenn ein Anleger sein Depot bei einer Bank oder einem Broker kündigt, endet die aktive Verwaltungsbeziehung. Allerdings müssen Wertpapiere nach deutschem Recht für einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt bleiben – diese Phase wird als Freijahr bezeichnet. Während dieser Zeit kann der Anleger seine Wertpapiere frei handeln, ohne dass die depotführende Stelle Einschränkungen vornimmt.
Die praktische Relevanz liegt darin, dass Anleger in dieser Phase ihre Positionen reorganisieren können, bevor das Depot endgültig geschlossen wird. Dies ist besonders wichtig bei Depotüberträgen zu anderen Instituten: Der Anleger kann einzelne Positionen verkaufen, Gewinne realisieren oder Verluste mitnehmen, bevor die Wertpapiere zu einem neuen Depot transportiert werden. Ohne diesen Freiraum wäre die Verwaltung von Depotübergängen deutlich inflexibler.
Der Freiverkehr ist ein dezentraler Handelsplatz für Wertpapiere, auf dem Titel ohne die strengeren Zulassungsanforderungen der amtlichen Börse oder des Regulierten Marktes gehandelt werden.
Im Freiverkehr können Unternehmen und Emittenten ihre Wertpapiere notieren lassen, ohne die umfassenden Prospektanforderungen und Bilanzierungsvorgaben erfüllen zu müssen, die an geregelten Märkten gelten. Der Handel erfolgt direkt zwischen Käufer und Verkäufer über die Handelsplattformen der Börse, ohne dass ein zentrales Orderbuch wie bei börsennotierten Titeln existiert. Jeder Makler oder Market Maker kann Kurse stellen und damit Liquidität bereitstellen.
Für Privatanleger bietet der Freiverkehr Chancen und Risiken zugleich. Einerseits ermöglicht er Zugang zu kleineren Unternehmen, Startups oder spezialisierten Finanzprodukten, die eine Zulassung zum Regulierten Markt nicht anstreben oder nicht erreichen. Andererseits ist die Informationslage häufig weniger transparent: Die Emittenten unterliegen schwächeren Offenlegungspflichten, weshalb weniger verlässliche Daten über die Geschäftstätigkeit verfügbar sind. Hinzu kommt ein höheres Liquiditätsrisiko – bei manchen Titeln können Geld-Brief-Spannen (der Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs) erheblich sein, was zu Verlusten beim Ein- und Ausstieg führt.
Der Freiverkehrsausschuss ist ein Regelwerk und eine Kontrollinstanz für den Handel mit Wertpapieren außerhalb der amtlichen Börse, das von Börsenträgern wie der Deutschen Börse etabliert wurde, um Mindeststandards für Transparenz und Fairness im Freiverkehr zu sichern.
Der Freiverkehr (auch Over-the-Counter-Handel genannt) ist ein dezentralisiertes Handelssystem, in dem Wertpapiere gehandelt werden, die nicht die strengeren Anforderungen der amtlichen oder geregelten Märkte erfüllen. Der Freiverkehrsausschuss legt fest, welche Regeln für diesen Handel gelten – etwa Publizitätspflichten für Emittenten, Mindestanforderungen an die Liquidität und Standards für die Kursfeststellung. Diese Regeln sollen verhindern, dass Anleger auf völlig unregulierten Märkten tätig werden.
Für Privatanleger ist dies relevant, weil der Freiverkehr einerseits Chancen bietet: Kleinere und mittlere Unternehmen, Spezialfonds oder innovative Wertpapiere können hier leichter gehandelt werden als im amtlichen Handel. Andererseits ist das Risiko höher. Unternehmen im Freiverkehr müssen weniger Informationen veröffentlichen als börsennotierte Gesellschaften im regulierten Markt. Ein Anleger, der 5.000 Euro in eine Freiverkehrsanleihe mit 5 Prozent Zinsen investiert, erhält zwar die Kuponzahlungen von jährlich 250 Euro, trägt aber ein höheres Ausfallrisiko, weil über das emittierende Unternehmen möglicherweise weniger Daten verfügbar sind.
Fremdemission ist die Neuausgabe von Wertpapieren durch ein Unternehmen mit Hilfe einer Bank oder eines Konsortiums von Finanzinstituten, die als Vermittler zwischen dem Emittenten und den Investoren auftreten.
Bei einer Fremdemission beauftragt ein Unternehmen externe Finanzinstitute (typischerweise Investmentbanken), um Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen an den Kapitalmarkt zu bringen. Die beauftragte Bank oder das Bankenkonsortium übernimmt dabei organisatorische und vertriebliche Aufgaben: Sie prüfen die Marktreife, erstellen Prospekte, koordinieren die Zulassung bei der Börsenaufsicht und akquirieren Investoren. Im Gegensatz zur Eigenemission, bei der das Unternehmen diese Aufgaben selbst durchführt, lagert es bei der Fremdemission diese Funktionen aus.
Das Geschäftsmodell funktioniert für die Bank als Dienstleister: Sie erhält Provisionen und Gebühren, die sich nach dem Volumen und der Komplexität der Emission richten. Das Unternehmen zahlt also für diese Dienstleistung, profitiert aber von der Marktkenntnis, dem Vertriebsnetzwerk und der Reputation der Bank.
Fremdfinanzierung ist die Beschaffung von Kapital durch Aufnahme von Schulden, bei der ein Unternehmen oder eine Institution Geld von Gläubigern erhält und sich zur Rückzahlung mit Zinsen verpflichtet.
Im Gegensatz zur Eigenfinanzierung, bei der Unternehmen Kapital durch Eigenkapital (etwa Aktienausgaben oder einbehaltene Gewinne) aufbringen, entsteht bei Fremdfinanzierung ein Schuldverhältnis. Der Kreditgeber erhält keinen Eigentumsanteil, sondern eine vertraglich festgelegte Forderung auf Rückzahlung des Kapitals nebst Zinsen. Typische Formen sind Bankkredite, Anleihen, Lieferantenkredite und Darlehen.
Für Privatanleger ist Fremdfinanzierung unter mehreren Aspekten relevant. Erstens können Anleger als Kreditgeber auftreten, indem sie in Unternehmensanleihen investieren. Zweitens beeinflusst die Finanzierungsstruktur eines Unternehmens dessen Risikoprofil und Renditeaussichten. Ein Unternehmen mit hohem Fremdkapitalanteil trägt größere Zinslasten und ist bei Konjunkturschwächen stärker gefährdet; gleichzeitig kann geschickte Fremdfinanzierung die Eigenkapitalrendite erhöhen (sogenannter Leverage-Effekt).
Fremdkapital ist Kapital, das ein Unternehmen von außen aufnimmt und das es zurückzahlen oder verzinsen muss, im Gegensatz zu Eigenkapital, das von Eigentümern stammt.
Für Privatanleger ist Fremdkapital ein zentraler Begriff, um die Finanzstruktur und das Risiko von Unternehmen zu bewerten. Unternehmen nutzen Fremdkapital, um Investitionen zu finanzieren, ohne dabei Anteile an Investoren abgeben zu müssen. Typische Formen sind Bankdarlehen, Anleihen oder Lieferantenkredite.
Das Fremdkapital muss unabhängig von der Geschäftsentwicklung bedient werden. Ein Unternehmen mit hohem Fremdkapitalanteil hat daher höhere fixe Zahlungsverpflichtungen und trägt ein größeres Insolvenzrisiko, falls die Erträge einbrechen. Ein Unternehmen mit 100 Millionen Euro Gesamtvermögen, das davon 60 Millionen durch Fremdkapital finanziert hat, muss diese 60 Millionen plus Zinsen zurückzahlen – unabhängig davon, ob die Geschäfte gut laufen.
Die Fremdkapitalquote ist der prozentuale Anteil der Schulden eines Unternehmens an dessen Gesamtvermögen und wird berechnet, indem die Summe aller Verbindlichkeiten durch die Bilanzsumme geteilt wird.
Die Fremdkapitalquote misst, inwieweit ein Unternehmen seine Vermögenswerte durch Kreditvergabe statt durch Eigenkapital finanziert. Sie zeigt damit die finanzielle Verschuldung und das Risiko einer Insolvenz an. Eine hohe Quote bedeutet, dass das Unternehmen stark fremdfinanziert ist; eine niedrige Quote deutet auf eine geringere Abhängigkeit von Gläubigern hin.
Berechnung und Beispiel
Freundlich beschreibt die Marktstimmung an der Börse, wenn Kurse steigen oder die Erwartung auf steigende Kurse überwiegt.
Der Begriff wird im Börsenalltag verwendet, um die emotionale Grundtendenz eines Marktes oder einzelner Wertpapiere auszudrücken. An einem freundlichen Markt verkaufen Anleger ihre Positionen ungern, neue Käufer treten hinzu, und Kurse bewegen sich nach oben. Dies kann sich auf den Gesamtmarkt (etwa einen Leitindex), eine Branche oder ein einzelnes Wertpapier beziehen.
Freundlich ist das Gegenteil von schwach oder unter Druck. Ein freundlicher Markt bedeutet nicht zwingend starke Gewinne, sondern eher eine positive Grundhaltung. Eine Aktie könnte beispielsweise an einem freundlichen Handelstag um 1,5 Prozent zulegen, während der Gesamtmarkt moderat steigt. Dieser Zustand kann Stunden, Tage oder länger anhalten.
Front Running ist die Praxis, dass ein Marktteilnehmer auf Basis von nicht-öffentlichen Informationen über bevorstehende Großaufträge oder Marktbewegungen eigene Positionen aufbaut, bevor diese Informationen öffentlich werden und die beabsichtigte Order ausgeführt wird.
Der Mechanismus funktioniert typischerweise so: Ein Broker, Fondsmanager oder Algorithmus erfährt von einer großen bevorstehenden Kauforder eines Kunden – etwa dass ein Pensionsfonds 500.000 Aktien eines Unternehmens kaufen möchte. Bevor diese Order in den Markt geht, kauft der Insider selbst Aktien desselben Unternehmens in kleinerer Menge. Wenn die große Order dann ausgeführt wird, treibt sie den Kurs nach oben. Der Insider verkauft daraufhin seine Positionen mit Gewinn, während der eigentliche Auftraggeber zu einem höheren Durchschnittspreis kauft als nötig.
Für Privatanleger ist Front Running deshalb relevant, weil es ihre Ausführungsqualität verschlechtert. Wer einen Großauftrag über einen Broker erteilt, riskiert, dass dieser oder ein beteiligter Marktteilnehmer das Wissen über die Order ausnutzt. Der Anleger zahlt dann einen versteckten Aufschlag, den er nicht sieht – der Kurs ist bereits gestiegen, bevor seine Order vollständig ausgeführt wird.
FSE (Frankfurter Wertpapierbörse) ist der Handelsplatz für Aktien, Anleihen, Fonds und Derivate in Frankfurt am Main und die größte Börse in Deutschland.
Die FSE ist eine regulierte Börse, an der täglich Millionen von Wertpapieren gehandelt werden. Sie ist Teil der Deutschen Börse AG und unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie der Deutsche Börse Clearing. Der Handel findet elektronisch statt; Privatanleger kaufen und verkaufen über ihre Depotbanken, die als Mitglieder oder Nutzer des Handelssystems fungieren.
Für Privatanleger ist die FSE relevant, weil sie Liquidität und Preistransparenz bietet. Wer beispielsweise 500 Aktien eines DAX-Unternehmens verkaufen möchte, kann dies über die FSE tun und erhält einen aktuellen Marktpreis, der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Die Börse garantiert nicht den Preis, sondern schafft die Infrastruktur, damit Käufer und Verkäufer zusammenfinden.
Der FTSE 100 ist der Leitindex der Londoner Börse und umfasst die 100 größten Unternehmen, die an der London Stock Exchange notiert sind, gewichtet nach Marktkapitalisierung.
Der Index wird von der FTSE Group berechnet und verwaltet, einer Tochtergesellschaft der Börsengruppe London Stock Exchange. Die Abkürzung FTSE steht für Financial Times Stock Exchange. Der Index enthält überwiegend multinationale Großkonzerne, insbesondere aus den Sektoren Rohstoffe, Banken, Pharmazie und Konsumgüter. Unternehmen müssen strenge Liquiditäts- und Notierungsanforderungen erfüllen, um aufgenommen zu werden.
Die Berechnung folgt dem Marktkapitalisierungsprinzip: Ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 200 Milliarden Pfund hat ein doppelt so hohes Gewicht im Index wie ein Unternehmen mit 100 Milliarden Pfund. Der Index wird in Echtzeit berechnet und fortlaufend aktualisiert, während die Börse geöffnet ist.
Fundamentalanalyse ist eine Methode zur Bewertung von Wertpapieren, die den inneren Wert eines Unternehmens oder einer Anlage anhand von Geschäftsdaten, Finanzkennzahlen und wirtschaftlichen Faktoren ermittelt.
Die Fundamentalanalyse untersucht die wirtschaftliche Substanz und Ertragskraft dahinter stehender Unternehmen. Anleger sammeln dabei Informationen aus Jahresberichten, Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Geschäftsprognosen, um abzuschätzen, ob ein Aktienkurs gerechtfertigt ist oder ob Kurs und Wert auseinanderklaffen.
Zentrale Kennzahlen sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und die Eigenkapitalrendite. Ein Analyst könnte beispielsweise ein Unternehmen mit einem Jahresgewinn von 50 Millionen Euro und 10 Millionen ausstehenden Aktien untersuchen: Der Gewinn pro Aktie beträgt dann 5 Euro. Notiert die Aktie an der Börse bei 50 Euro, errechnet sich ein KGV von 10 (Kurs 50 Euro geteilt durch Gewinn pro Aktie 5 Euro). Ob dieses Verhältnis attraktiv ist, hängt von der Branche, dem Wachstum und Vergleichswerten ab.
Fungiblität ist die Eigenschaft eines Wertpapiers oder einer Ware, beliebig durch ein anderes Exemplar derselben Art und Güte ersetzt zu werden, ohne dass Unterschiede für den Besitzer entstehen.
Das Konzept stammt aus dem lateinischen „fungibilis" (austauschbar) und beschreibt, dass einzelne Einheiten vollständig gleichwertig sind. Bei Wertpapieren bedeutet dies: 100 Aktien der Beispielgesellschaft AG unterscheiden sich nicht voneinander – jede Aktie ist identisch mit jeder anderen. Ebenso sind 10 Bundesanleihen mit Nennwert 1.000 Euro und gleicher Laufzeit untereinander austauschbar. Der Besitzer erhält die gleichen Rechte und Zahlungsströme, unabhängig davon, welche konkrete physische oder digitale Einheit er hält.
Für Privatanleger ist Fungiblität entscheidend, weil sie Liquidität und Handelbarkeit sichert. Ein fungibles Wertpapier kann jederzeit an der Börse verkauft werden, ohne dass der Käufer oder Verkäufer Besonderheiten einzelner Stücke verhandeln muss. Ein Anleger mit 50 Anteilen eines Fonds kann 20 Anteile verkaufen, ohne dass dies zu Problemen führt – die verbleibenden 30 Anteile sind genauso gültig und wertvoll wie die verkauften.
Eine Fusion ist der Zusammenschluss von zwei oder mehr Unternehmen zu einer rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit, bei dem mindestens eines der Unternehmen seine Eigenständigkeit aufgibt.
Bei einer Fusion verschmelzen die beteiligten Unternehmen vollständig miteinander. Das kann durch verschiedene Strukturen erfolgen: Ein Unternehmen kann in ein anderes aufgehen (Verschmelzung durch Aufnahme), oder beide können in einem neuen Unternehmen aufgehen (Verschmelzung durch Neubildung). Die Vermögenswerte, Schulden und Verbindlichkeiten gehen auf das übernehmende oder neu gegründete Unternehmen über. Die Aktionäre der aufgelösten Unternehmen erhalten Anteile am fusionierten Unternehmen oder eine Abfindung in bar.
Fusionen beeinflussen Anleger auf mehreren Ebenen. Erstens verändern sie die Aktienstruktur: Besitzt ein Anleger Anteile an einem fusionierten Unternehmen, erhält er typischerweise Aktien des neuen Gesamtunternehmens nach einem festgelegten Umtauschverhältnis. Zweitens können Fusionen die Kursentwicklung beeinflussen, da das Marktumfeld die Chancen und Risiken der Kombination neu bewertet. Drittens entstehen bei Fusionen häufig Steuerfolgen – etwa durch Kursgewinne bei der Umwandlung – deren Behandlung von den geltenden Steuervorschriften abhängt.
Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt, in dem sich Käufer und Verkäufer verpflichten, einen festgelegten Basiswert zu einem vordefinierten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft auszutauschen.
Futures sind Derivate, die an organisierten Börsen wie der Eurex gehandelt werden. Im Gegensatz zu frei verhandelbaren Forwards besitzen Futures standardisierte Vertragsbedingungen: Kontraktgröße, Verfallsdatum, Notierungsweise und Liefervorschriften sind einheitlich festgelegt. Dies ermöglicht hohe Liquidität und transparente Preisbildung.
Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Ein Käufer geht einen Future-Kontrakt ein und verpflichtet sich, den Basiswert am Verfallstag zu kaufen. Der Verkäufer verpflichtet sich entsprechend zu liefern. Beide Parteien hinterlegen eine Sicherheitsleistung (Margin) bei der Clearingstelle, um Ausfallrisiken zu minimieren. Diese Margin wird täglich neu berechnet (Marking-to-Market): Gewinne und Verluste werden täglich abgerechnet, nicht erst bei Fälligkeit.
Future Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Anleger hinterlegen muss, um eine Futures-Position an der Börse eröffnen und halten zu dürfen.
Die Margin funktioniert als Vertrauensbeweis gegenüber der Börse oder dem Clearinghaus. Der Anleger muss nicht den vollständigen Wert des zugrunde liegenden Kontrakts aufbringen, sondern nur einen Bruchteil davon – typischerweise zwischen 5 und 15 Prozent des Nominalwerts. Diese Sicherheit wird auf einem speziellen Margin-Konto hinterlegt und sichert das Clearinghaus gegen Ausfallrisiken ab.
Beim Eröffnen einer Position wird die sogenannte Einschuss-Margin (Initial Margin) fällig. Sinkt der Kontostand durch ungünstige Kursentwicklungen unter einen Mindestbetrag – die Erhaltungs-Margin (Maintenance Margin) – fordert der Broker einen Nachschuss an. Diese tägliche Abrechnung nach dem aktuellen Kurs (Mark-to-Market) verhindert, dass Verluste aufgelaufen sind, ohne dass sie beglichen wurden.
Die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ist der Kassamarkt der Deutschen Börse AG, an dem Aktien, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere im Präsenzhandel und elektronisch gehandelt werden.
Die FWB ist die größte Wertpapierbörse im deutschsprachigen Raum. Der Handel findet in Frankfurt am Main statt und wird von börsenzugelassenen Maklern und Händlern durchgeführt. Privatanleger können über ihre Hausbank oder einen Online-Broker Kauf- und Verkaufsaufträge erteilen, die dann an der FWB ausgeführt werden.
Das Handelssystem der FWB funktioniert nach dem Prinzip der kontinuierlichen Auktion: Kauf- und Verkaufsangebote treffen aufeinander, und sobald Preis und Menge übereinstimmen, kommt ein Handel zustande. Die Kurse entstehen durch Angebot und Nachfrage. Für große Positionen existiert daneben auch ein Blockhandel, bei dem institutionelle Anleger außerhalb des regulären Orderbuches handeln können.

