Börsenlexikon
Eine Floating Rate Note (Floater) ist eine Anleihe, deren Zinszahlung nicht fest vorgegeben ist, sondern regelmäßig an einen Referenzzinssatz angepasst wird.
Bei einer klassischen Anleihe erhält der Anleger über die gesamte Laufzeit einen konstanten Zinssatz, den sogenannten Kupon. Eine Floating Rate Note funktioniert anders: Der Zinssatz wird typischerweise alle drei oder sechs Monate neu festgelegt und orientiert sich dabei an einem Referenzzinssatz wie dem EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) oder dem SOFR (Secured Overnight Financing Rate). Zusätzlich zum Referenzzinssatz erhält der Emittent einen festen Aufschlag, den sogenannten Spread, um die Kreditwürdigkeit abzubilden.
Rechenbeispiel: Eine Floating Rate Note mit 10.000 Euro Nennwert wird alle sechs Monate neu verzinst. Der Referenzzinssatz (EURIBOR 6M) liegt aktuell bei 3,5 Prozent, der Spread des Emittenten beträgt 0,8 Prozent. Die nächste Kuponzahlung beträgt somit 10.000 Euro × (3,5 % + 0,8 %) ÷ 2 = 215 Euro. Im Folgequartal könnte der EURIBOR auf 3,2 Prozent sinken, die Kuponzahlung würde dann 10.000 Euro × (3,2 % + 0,8 %) ÷ 2 = 200 Euro betragen.
Für Privatanleger bietet ein Floater einen wichtigen Vorteil bei steigenden Zinsen: Wenn die Referenzzinssätze am Markt anziehen, profitiert der Anleger von höheren Kuponzahlungen. Umgekehrt sinken die Zahlungen, wenn die Zinsen fallen. Dies macht Floater zu einem Instrument zur Zinsrisikobegrenzung in einem unsicheren Zinsumfeld. Der Nachteil liegt darin, dass bei fallenden Zinsen die Erträge sinken und die Planbarkeit der Einnahmen geringer ist als bei festverzinsten Anleihen.
Floater werden von Banken, Unternehmen und Staaten begeben und eignen sich besonders für Anleger, die von steigenden Zinsen profitieren möchten oder Inflation befürchten. Sie sind jedoch komplexer als klassische Anleihen und erfordern regelmäßige Beobachtung des Referenzzinssatzes.
Verwandte Konzepte sind die Festzinsanleihe, deren Kupon während der gesamten Laufzeit konstant bleibt, sowie die Inflationsanleihe, bei der die Kuponzahlung an die Inflationsrate gekoppelt ist. Auch die Kreditspanne (Spread) spielt eine Rolle, da sie die Bonität des Emittenten widerspiegelt.

