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Börsenlexikon

Wachstumswert ist eine Aktie eines Unternehmens, das sein Gewinn oder seinen Umsatz deutlich schneller steigert als der Durchschnitt der Wirtschaft, weshalb Anleger höhere zukünftige Gewinne erwarten und bereit sind, ein überproportionales Kurs-Gewinn-Verhältnis zu zahlen.

Wachstumswerte unterscheiden sich grundlegend von Standardwerten oder defensiven Aktien durch ihre Gewinnentwicklung und Bewertung. Ein Wachstumsunternehmen reinvestiert typischerweise den Großteil seiner Gewinne in Expansion, Forschung oder Marktanteilsgewinnung statt Dividenden auszuschütten. Dies führt dazu, dass die Aktie zunächst durch Kursgewinne statt durch Erträge Rendite erzielt.

Privatanleger erkennen Wachstumswerte oft an ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt. Während der breite Markt möglicherweise ein durchschnittliches KGV von 12 bis 16 aufweist, können Wachstumswerte ein KGV von 25, 40 oder noch höher haben. Dies spiegelt die Erwartung wider, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren schneller wächst als etablierte Unternehmen.

Wall Street ist der Name der Straße in New York, auf der sich die New York Stock Exchange (NYSE) und weitere bedeutende Finanzinstitutionen befinden, sowie ein Synonym für den US-amerikanischen Finanzmarkt und die dort tätigen Finanzakteure insgesamt.

Der Begriff bezieht sich ursprünglich auf eine Straße im Financial District von Manhattan, die 1653 als Befestigungsmauer gegen Überfälle angelegt wurde. Sie entwickelte sich zur Keimzelle des amerikanischen Kapitalmarkts und beherbergt bis heute die NYSE, die weltweit größte Aktienbörse nach Marktkapitalisierung. Darüber hinaus haben sich dort Investmentbanken, Vermögensverwalter, Makler und Regulierungsbehörden wie die Securities and Exchange Commission (SEC) niedergelassen.

Im modernen Sprachgebrauch steht „Wall Street" nicht mehr nur für einen geografischen Ort, sondern fungiert als Metonym für die gesamte US-amerikanische Finanzindustrie und deren Akteure. Wenn Medien von „Wall Street" sprechen, meinen sie häufig die großen Investmentbanken, Hedge Fonds und institutionellen Anleger, die von dort aus operieren oder dort ihren Ursprung haben.

Eine Wandelanleihe ist eine Anleihe, die der Inhaber zu vordefinierten Bedingungen in Aktien des emittierenden Unternehmens umwandeln kann.

Der Anleger erhält bei einer Wandelanleihe wie bei einer klassischen Anleihe regelmäßig Zinszahlungen (Kupon) und den Nennwert bei Fälligkeit zurück. Zusätzlich hat er das Recht – nicht die Pflicht – die Anleihe in eine festgelegte Anzahl von Aktien des Emittenten zu tauschen. Dieses Umwandlungsrecht ist an Bedingungen gebunden: eine bestimmte Umwandlungsfrist, einen Umwandlungskurs (den Aktienkurs, zu dem die Umwandlung stattfindet) und ein Umwandlungsverhältnis (wie viele Aktien man pro Anleihe erhält).

Funktionsweise anhand eines Beispiels:

Eine Warenterminbörse ist ein organisierter Marktplatz, auf dem standardisierte Terminkontrakte auf physische Rohstoffe wie Metalle, Energie, Agrarprodukte und Edelmetalle gehandelt werden, wobei die Lieferung oder Abrechnung zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt erfolgt.

Warenterminbörsen funktionieren nach dem Prinzip der Standardisierung: Jeder Kontrakt bezieht sich auf eine exakt definierte Menge und Qualität einer Ware – beispielsweise 100 Unzen Gold, 1.000 Barrel Rohöl oder 50 Tonnen Weizen. Die Kontrakte werden auf festgelegte Verfallsdaten hin gehandelt, etwa März, Juni, September oder Dezember eines Jahres. Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt und wird kontinuierlich an der Börse notiert.

Für Privatanleger sind Warenterminbörsen primär als Informationsquelle relevant: Die dort ermittelten Preise gelten als Referenzpreise für die jeweiligen Rohstoffe weltweit. Ein Anleger, der in einen Rohstoff-ETF investiert, profitiert von denselben Preisbewegungen, die an Warenterminbörsen entstehen. Der direkte Handel mit Terminkontrakten erfordert jedoch erhebliche Kapitalausstattung, Fachwissen und Risikomanagement und ist daher typischerweise Profis vorbehalten.

Warren Buffett ist ein amerikanischer Investor und Unternehmer, dessen Anlagestrategie und Erfolgsprinzipien als Referenzmodell für die Fundamentalanalyse und langfristige Vermögensbildung am Kapitalmarkt gelten.

Buffett ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Holding-Unternehmens Berkshire Hathaway und gilt als einer der erfolgreichsten Investoren der Finanzgeschichte. Seine Anlagemethodik basiert auf der Analyse von Geschäftsmodellen, Marktpositionen und inneren Werten von Unternehmen – dem sogenannten Value Investing. Im Gegensatz zu Spekulanten, die auf kurzfristige Kursbewegungen setzen, konzentriert sich Buffett auf den Erwerb von Unternehmensanteilen, deren fundamentale Kennzahlen (Gewinnentwicklung, Eigenkapitalrendite, Schuldenlevel) solide sind und deren Aktienkurse unter dem geschätzten inneren Wert liegen.

Für Privatanleger ist Buffett relevant, weil seine Grundprinzipien – intensive Recherche vor dem Kauf, Fokus auf Qualität statt Quantität, Geduld beim Halten und Vermeidung von Überschuldung – unabhängig von der Marktlage anwendbar sind. Buffett bevorzugt Branchen und Unternehmen, die er versteht, und meidet spekulative oder hochkomplexe Finanzprodukte. Diese Haltung hat sich in verschiedenen Marktphasen als widerstandsfähig erwiesen.

Die Wertpapierkennnummer (WKN) ist ein sechsstelliger alphanumerischer Code, der ein bestimmtes Wertpapier eindeutig identifiziert und von der Deutschen Börse vergeben wird.

Die WKN ermöglicht es, Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Fonds oder Zertifikate schnell und fehlerfrei zu unterscheiden. Sie besteht aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen und wird in Deutschland und Österreich verwendet. Jedes Wertpapier erhält genau eine WKN – auch wenn es an mehreren Börsen gehandelt wird. Ein Investor kann damit in Sekundenschnelle überprüfen, welches Produkt er kaufen oder verkaufen möchte.

Für Privatanleger ist die WKN ein praktisches Hilfsmittel beim Wertpapierhandel. Sie wird etwa bei der Ordererteilung angegeben, um Verwechslungen auszuschließen. Besonders wichtig ist dies bei ähnlich klingenden Produkten: Zwei verschiedene Fonds desselben Anbieters können sich in Name und Ausrichtung ähneln, unterscheiden sich aber durch unterschiedliche WKNs. Die WKN verhindert, dass ein Anleger versehentlich das falsche Produkt ordert.

Eine Widerstandslinie ist ein Kursniveau, bei dem ein Wertpapier in der Vergangenheit wiederholt angestiegen ist und danach gefallen ist, was darauf hindeutet, dass Verkaufsdruck dieses Niveau bremst.

Das Konzept beruht auf der Beobachtung von Kursbewegungen: Wenn der Preis eines Wertpapiers mehrfach ein bestimmtes Niveau erreicht, dann fällt, entsteht die Erwartung, dass dieser Punkt erneut als Verkaufssignal wirkt. Anleger, die bei früheren Hochpunkten gekauft haben, verkaufen oft, sobald der Kurs wieder dieses Niveau erreicht — um Verluste zu begrenzen oder Gewinne mitzunehmen. Gleichzeitig werden neue Käufer von der Vorstellung abgehalten, dass der Kurs dort wieder abprallen könnte. Diese Kombination aus Verkaufsdruck und Kaufzurückhaltung kann das Wertpapier tatsächlich bremsen.

Praktisch zeigt sich eine Widerstandslinie im Kurschart als eine horizontale oder leicht geneigte Linie, die mehrere Hochpunkte verbindet. Je öfter ein Kurs dieses Niveau berührt, ohne es nachhaltig zu durchbrechen, desto stärker gilt die Widerstandslinie als etabliert. Durchbricht der Kurs die Widerstandslinie deutlich und nachhaltig nach oben, spricht man von einem Ausbruch — ein Signal, das viele technisch orientierte Anleger als Kaufgelegenheit interpretieren.

Window-Dressing ist die gezielte Umgestaltung eines Wertpapierportfolios kurz vor Berichtsstichtag, um dessen Zusammensetzung für Anleger und Geschäftspartner vorteilhafter erscheinen zu lassen.

Dieses Phänomen betrifft vor allem Fonds, Vermögensverwalter und institutionelle Anleger. In den Tagen oder Wochen vor dem Ende eines Berichtszeitraums (etwa zum Quartals- oder Jahresende) verkaufen sie gezielt schlecht gelaufene Positionen und kaufen erfolgreiche Wertpapiere hinzu. Dadurch zeigt sich das Portfolio in den veröffentlichten Abschlussberichten attraktiver, als es tatsächlich über den gesamten Zeitraum war.

Das Ziel ist transparent: Eine bessere Bilanz soll Anleger zur Kapitalanlage bewegen oder bestehende Anleger vom Ausstieg abhalten. Für Fondsmanager kann eine verbesserte Bilanz auch Boni und Verwaltungsgebühren rechtfertigen, die oft an relative Renditen gekoppelt sind.

Working Capital ist die Differenz zwischen den kurzfristigen Vermögenswerten und den kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens und zeigt, wie viel liquide Mittel ein Unternehmen zur Finanzierung seiner laufenden Geschäftstätigkeit verfügbar hat.

Das Working Capital wird auch als Betriebskapital oder Umlaufvermögen bezeichnet. Es beantwortet die Frage, ob ein Unternehmen seine täglichen Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Kurzfristige Vermögenswerte umfassen Bargeld, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Lagerbestände – also alles, das innerhalb von 12 Monaten in Geld umgewandelt werden kann. Kurzfristige Verbindlichkeiten sind Kreditoren, kurzfristige Darlehen und andere Zahlungsverpflichtungen, die ebenfalls innerhalb eines Jahres fällig werden.

Ein positives Working Capital bedeutet, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten decken kann. Ein negatives Working Capital signalisiert Liquiditätsprobleme und kann ein Warnsignal für Anleger sein, da das Unternehmen möglicherweise Schwierigkeiten hat, seine Rechnungen zu bezahlen.