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Börsenlexikon

Eine Rallye ist eine kräftige, anhaltende Kurssteigerung an der Börse, die mehrere Wochen bis Monate andauert und in der Regel durch positive Markterwartungen oder wirtschaftliche Faktoren getrieben wird.

Eine Rallye unterscheidet sich von kurzfristigen Kursschwankungen dadurch, dass sie eine übergeordnete Aufwärtsbewegung darstellt, die durch breite Marktbeteiligung gekennzeichnet ist. Während einzelne Tagesgewinne oder Wochensprünge noch nicht als Rallye gelten, sprechen Analysten von einer Rallye, wenn Indizes oder einzelne Wertpapiere über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich an Wert gewinnen. Typischerweise sind Rallyes mit steigendem Handelsvolumen verbunden, was anzeigt, dass viele Anleger gleichzeitig Positionen aufbauen.

Für Privatanleger ist das Erkennen von Rallyes relevant, weil sie Chancen für Gewinne bieten. Wer zu Beginn einer Rallye investiert, kann von der gesamten Aufwärtsbewegung profitieren. Allerdings ist es schwierig, den Beginn einer Rallye präzise zu identifizieren. Häufig wird eine Rallye erst im Nachhinein als solche erkannt, wenn die Kurssteigerung bereits beträchtlich ist.

Ein Rating ist eine Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Schuldners (Unternehmen, Staat oder Bank), die von spezialisierten Agenturen vergeben wird und das Ausfallrisiko einer Anleihe oder eines Kredits ausdrückt.

Wie Ratings funktionieren

Ratingagenturen wie Moody's, Standard & Poor's und Fitch analysieren die finanzielle Lage, Geschäftsaussichten und Schuldenfähigkeit von Emittenten. Sie ordnen diese einer standardisierten Skala zu, die von sehr sicher bis sehr riskant reicht. Die Skalen beginnen typischerweise mit der besten Kategorie (etwa „AAA") und enden mit Spekulationsklasse (etwa „C"). Ratings zwischen „AAA" und „BBB" gelten als Investment Grade (geringes Risiko), darunter als High Yield oder Junk (höheres Risiko).

Ray Dalio ist ein amerikanischer Investor und Gründer des Hedgefonds Bridgewater Associates, der für seine makroökonomische Anlagephilosophie und die Entwicklung von Risiko-Parität-Strategien bekannt ist.

Dalio hat sich in der Finanzwelt vor allem durch zwei Konzepte Aufmerksamkeit verschafft: seine Methode der „Principles" (Grundprinzipien) für Entscheidungsfindung und sein Ansatz der Risikoverteilung über verschiedene Anlageklassen.

Relevanz für Privatanleger

Ein Real Estate Fund ist ein Investmentfonds, der sein Vermögen überwiegend in Immobilien oder immobilienbezogene Wertpapiere anlegt und Privatanlegern damit Zugang zu Immobilienmärkten ermöglicht, ohne selbst Häuser oder Grundstücke kaufen zu müssen.

Real Estate Funds sammeln Kapital von vielen Investoren ein und investieren dieses gebündelt in verschiedene Immobilienprojekte. Dies können Wohngebäude, Büroimmobilien, Einzelhandelsflächen, Hotels oder Logistikzentren sein. Der Fonds wird von professionellen Managern verwaltet, die Objekte auswählen, verhandeln und überwachen. Die Erträge entstehen durch Mieteinnahmen und mögliche Wertsteigerungen der Immobilien. Diese werden an die Fondsanleger weitergeleitet.

Für Privatanleger bietet diese Konstruktion mehrere Vorteile: Erstens ermöglicht sie Immobilienbeteiligungen bereits mit kleineren Summen, während der Direktkauf von Immobilien erhebliche Eigenkapitalanforderungen hat. Zweitens reduziert die Streuung auf mehrere Objekte und Regionen das Risiko im Vergleich zu einer einzelnen Immobilie. Drittens entfallen Verwaltungsaufwand und handwerkliche Verantwortung. Allerdings fallen Managementgebühren an, die die Rendite schmälern.

Realtime-Kurse sind Aktienkurse, Rohstoffpreise und andere Börsennotierungen, die mit einer zeitlichen Verzögerung von maximal wenigen Sekunden aktualisiert und angezeigt werden.

Im Gegensatz dazu werden viele Kurse im Internet mit einer Verzögerung von 15 bis 20 Minuten bereitgestellt. Diese verzögerten Kurse sind kostenlos, da die Börsen und Datenanbieter für Realtime-Daten Gebühren erheben. Privatanleger, die über ihre Bank oder einen Online-Broker handeln, erhalten in der Regel Realtime-Kurse kostenlos, weil die Broker diese Kosten als Serviceleistung übernehmen. Wer sich jedoch auf kostenlosen Finanzportalen informiert, sieht häufig zeitverzögerte Notierungen.

Der praktische Unterschied ist erheblich: Ein Anleger, der um 14:30 Uhr einen Aktienkurs von 50 Euro sieht, weiß bei verzögerten Kursen nicht, ob dieser Preis noch aktuell ist oder ob die Aktie mittlerweile auf 51 Euro gestiegen oder auf 49 Euro gefallen ist. Bei Realtime-Kursen entspricht die angezeigte Notierung dem gegenwärtigen Marktgeschehen. Dies ist besonders wichtig bei volatilen Wertpapieren oder in Phasen hoher Marktbewegungen.

Ein Rechenschaftsbericht ist die regelmäßige schriftliche Mitteilung eines Unternehmens, eines Fonds oder einer anderen Kapitalanlage an ihre Anleger über die Geschäftstätigkeit, Vermögenssituation und Ergebnisse in einem festgelegten Berichtszeitraum.

Der Rechenschaftsbericht dient der Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber den Anteilseignern oder Investoren. Er enthält typischerweise Informationen zum verwalteten Vermögen, den Investitionen, den Renditen, den Gebühren und Kosten sowie den Veränderungen im Portfolio. Bei Fonds werden diese Berichte oft halbjährlich oder jährlich veröffentlicht und sind rechtlich vorgeschrieben.

Für Privatanleger ist der Rechenschaftsbericht ein wichtiges Kontrollinstrument. Er ermöglicht es ihnen, die Wertentwicklung ihrer Geldanlage nachzuvollziehen, die Zusammensetzung des Portfolios zu überprüfen und zu bewerten, ob die Verwaltungsgebühren angemessen sind. Besonders bei Investmentfonds offenbaren Rechenschaftsberichte, wie aktiv oder passiv der Fondsmanager agiert und welche Positionen er hält.

Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) sind Bilanzpositionen, die Einnahmen oder Ausgaben zeitlich vom tatsächlichen Zahlungsfluss trennen, um in der Gewinn- und Verlustrechnung das Wirtschaftsjahr korrekt abzubilden.

RAP entstehen, wenn Zahlungen und wirtschaftliche Verpflichtungen nicht im selben Geschäftsjahr liegen. Das Konzept folgt dem Prinzip der Periodenabgrenzung: Einnahmen und Ausgaben sollen in dem Geschäftsjahr erfasst werden, in dem sie wirtschaftlich entstanden sind – nicht, wenn das Geld fließt. Privatanleger begegnen RAP vor allem beim Studium von Jahresabschlüssen börsennotierter Unternehmen.

Es gibt zwei Hauptarten. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten entstehen, wenn ein Unternehmen eine Leistung erbracht oder Kosten getragen hat, die Zahlung aber erst im nächsten Geschäftsjahr erfolgt. Sie werden in der Bilanz auf der Aktivseite ausgewiesen. Passive Rechnungsabgrenzungsposten entstehen, wenn das Unternehmen Einnahmen erhalten hat, die Leistung oder das Recht aber erst im nächsten Geschäftsjahr fällig werden; sie stehen auf der Passivseite.

"Reich werden mit Aktien" beschreibt die Strategie, durch den Kauf und die langfristige Haltung von Unternehmensanteilen Vermögen aufzubauen und dabei von Kursgewinnen sowie Dividendenzahlungen zu profitieren.

Das Konzept basiert auf zwei Einkommensquellen: Erstens erzielen Anleger Gewinne, wenn der Aktienkurs über den Kaufpreis hinaus steigt. Zweitens zahlen viele börsennotierte Unternehmen ihren Aktionären regelmäßig Dividenden aus, also Anteile am Unternehmensgewinn. Über längere Zeiträume können sich beide Effekte durch Wiederanlage der Dividenden durch den Zinseszins-Effekt verstärken.

Die Attraktivität dieser Strategie liegt in der historischen Beobachtung, dass Aktienmärkte über Jahrzehnte hinweg tendenziell gestiegen sind. Im Gegensatz zu Sparkonten oder Anleihen bieten Aktien Privatanlegern damit die Chance, die Inflation zu übertreffen und echtes Vermögen zu mehren. Allerdings ist dies keine garantierte Rendite: Aktienkurse unterliegen Schwankungen, einzelne Unternehmen können an Wert verlieren oder zahlungsunfähig werden.

"Rein Brief" ist eine Börsennotierung, bei der nur der Briefkurs (Verkaufspreis) eines Wertpapiers angezeigt wird, während der Geldkurs (Kaufpreis) fehlt oder nicht verfügbar ist.

Dieses Phänomen tritt typischerweise bei illiquiden oder wenig gehandelten Wertpapieren auf. An der Börse werden Wertpapiere normalerweise mit zwei Kursen notiert: dem Geldkurs (die Höchstpreis, den ein Käufer zahlen möchte) und dem Briefkurs (der Mindestpreis, zu dem ein Verkäufer anbietet). Die Spanne zwischen beiden wird Bid-Ask-Spread genannt. Bei "Rein Brief" ist nur die Verkaufsseite vorhanden, weil momentan kein Käufer am Markt aktiv ist oder die Nachfrage so gering ist, dass keine Kaufgebote vorliegen.

Für Privatanleger ist diese Situation problematisch. Wer ein solches Wertpapier verkaufen möchte, kann dies nicht durchführen, da kein Geldkurs existiert – es gibt keinen Käufer. Das bedeutet faktische Illiquidität: Das Papier kann zu diesem Moment nicht veräußert werden. Ein Anleger, der beispielsweise 100 Anteile eines thinly traded Fonds hält und dieser zeigt nur "Rein Brief" mit einem Kurs von 50 Euro, kann nicht verkaufen, obwohl theoretisch ein Kurs vorhanden ist.

„Rein Geld" ist ein Kurszusatz an der Börse, der anzeigt, dass zum notierten Kurs ausschließlich Kaufaufträge vorlagen, kein Umsatz zustande kam und Kaufwünsche unausgeführt blieben.

Der Zusatz „G" (für Geld) oder die Bezeichnung „Rein Geld" wird von der Börse vergeben, wenn eine Handelssituation entsteht, in der die Nachfrageseite überwiegt, aber keine Geschäfte abgeschlossen werden. Dies unterscheidet sich grundlegend vom normalen Geldkurs eines Bid-Ask-Spreads: Ein Geldkurs in einem regulären Kurs-Paar wie „100,50 / 101,00 Euro" bedeutet, dass Käufer zu 100,50 Euro bereit sind und gleichzeitig Verkäufer zu 101,00 Euro verfügbar sind – Umsätze finden statt. Bei „Rein Geld" hingegen existiert kein Angebot auf der Verkäuferseite. Kaufaufträge treffen auf Leere.

Wann tritt diese Situation auf?

Ein REIT (Real Estate Investment Trust) ist ein börsennotiertes Unternehmen, das Immobilien oder hypothekarisch besicherte Wertpapiere hält und mindestens 90 Prozent seiner Gewinne als Dividende an Anleger ausschüttet.

REITs funktionieren nach einem standardisierten Geschäftsmodell: Das Unternehmen kauft Immobilien oder Immobilienkredite, bewirtschaftet sie und erwirtschaftet Einnahmen durch Mieten, Verkäufe oder Zinszahlungen. Diese Einnahmen werden überwiegend an die Anteilseigner ausgeschüttet, statt sie einzubehalten. Dafür genießen REITs in vielen Ländern steuerliche Privilegien auf Unternehmensebene – die Gewinne werden dort nicht besteuert, sondern erst bei den Anlegern.

Für Privatanleger bietet diese Struktur mehrere Vorteile: Erstens ermöglicht sie Immobilienbeteiligungen bereits mit kleinen Geldbeträgen, da REIT-Anteile wie normale Aktien an der Börse gehandelt werden. Zweitens führt die hohe Ausschüttungsquote typischerweise zu regelmäßigen und oft üppigen Dividenden. Drittens bietet die Diversifikation über mehrere Immobilien ein geringeres Einzelrisiko als der Kauf einer einzelnen Immobilie. Viertens sind REITs liquide – Anleger können ihre Anteile jederzeit verkaufen, während Immobilieneigentum illiquide ist.

Der Relative-Stärke-Index nach Levy (RSL) ist ein Momentum-Indikator, der den aktuellen Kurs eines Wertpapiers ins Verhältnis zu seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 27 Wochen setzt und damit misst, ob der Kurs über oder unter seinem längerfristigen Trend notiert.

Der RSL wird nach einer einfachen Formel berechnet:

RSL = Aktueller Kurs ÷ Gleitender Durchschnitt (27 Wochen)

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ein Momentum-Indikator, der die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Kursveränderungen eines Wertpapiers misst und auf einer Skala von 0 bis 100 anzeigt, ob ein Kurs überverkauft oder überkauft ist.

Der Index wurde 1978 von J. Welles Wilder entwickelt und zählt zu den am häufigsten verwendeten technischen Indikatoren. Der RSI vergleicht die durchschnittliche Höhe von Kursgewinnen mit der durchschnittlichen Höhe von Kursverlusten über einen definierten Zeitraum – standardmäßig 14 Handelstage. Dadurch wird gemessen, wie dominant die Käufer oder Verkäufer in einem Wertpapier sind.

Funktionsweise und Berechnung

Relative-Value-Strategie ist eine Anlagestrategie, bei der ein Investor zwei oder mehr Wertpapiere oder Märkte vergleicht und Positionen eingeht, um von Bewertungsunterschieden zu profitieren, statt auf absolute Kursbewegungen zu setzen.

Die Strategie basiert auf der Annahme, dass Wertpapiere zeitweise falsch bewertet sind — nicht in absoluten Zahlen, sondern im Verhältnis zueinander. Der Investor kauft das relativ günstigere Papier und verkauft gleichzeitig das relativ teurere. Dadurch neutralisiert er das allgemeine Marktrisiko und konzentriert sich auf die Differenz zwischen beiden Positionen.

Ein praktisches Beispiel verdeutlicht das Vorgehen: Zwei Unternehmensanleihen ähnlicher Bonität und Laufzeit werden betrachtet. Anleihe A hat einen Kupon von 4 Prozent und notiert zu 98 Prozent des Nennwerts (Rendite etwa 4,1 Prozent). Anleihe B mit identischem Kupon notiert zu 102 Prozent (Rendite etwa 3,9 Prozent). Der Investor kauft die günstigere Anleihe A und verkauft die teurere Anleihe B. Wenn sich die Bewertungen wieder angleichen, profitiert er von der Konvergenz — unabhängig davon, ob beide Anleihen insgesamt im Kurs steigen oder fallen.

Rendite ist der prozentuale Gewinn oder Verlust, den ein Anleger mit einer Geldanlage über einen bestimmten Zeitraum erzielt, bezogen auf das eingesetzte Kapital.

Die Rendite misst die Effizienz einer Anlage. Sie beantwortet die Frage: Wie viel Prozent des eingesetzten Geldes kommt als Gewinn zurück? Privatanleger nutzen die Rendite, um verschiedene Anlageoptionen miteinander zu vergleichen und zu bewerten, ob eine Investition den eingegangenen Aufwand und das Risiko rechtfertigt.

Die Rendite setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Erträge (wie Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen) und Kursgewinne oder Kursverluste. Bei einer Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einer jährlichen Verzinsung von 4 Prozent erhält der Anleger beispielsweise 400 Euro pro Jahr als Ertrag. Kauft er die Anleihe zum Nennwert und hält sie bis zur Rückzahlung, beträgt seine jährliche Rendite 4 Prozent. Hätte er die Anleihe aber mit 9.500 Euro erworben, wäre die tatsächliche Rendite höher, da er zusätzlich einen Kursgewinn von 500 Euro bei Rückzahlung realisiert.

Rentabilität ist die Kennzahl, die angibt, wie viel Gewinn ein Unternehmen oder eine Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital erwirtschaftet.

Die Rentabilität misst die Effizienz, mit der Kapital eingesetzt wird. Für Privatanleger ist sie zentral, um zu beurteilen, ob sich eine Investition lohnt und wie gut ein Unternehmen sein Geld nutzt. Eine hohe Rentabilität deutet darauf hin, dass das Management die Ressourcen produktiv einsetzt; eine niedrige Rentabilität kann ein Zeichen von Ineffizienz oder schwierigem Geschäftsumfeld sein.

Es gibt mehrere Arten von Rentabilität, die unterschiedliche Perspektiven beleuchten. Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen pro Euro Eigenkapital erzielt. Die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, ROA) berücksichtigt sowohl Eigen- als auch Fremdkapital und gibt an, wie effizient alle Vermögenswerte genutzt werden. Die Umsatzrentabilität setzt den Gewinn zum Umsatz ins Verhältnis und zeigt, wie viel vom Verkaufserlös als Gewinn übrig bleibt.

Rentenfonds sind Investmentfonds, die überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen und Schuldverschreibungen investieren und Anlegern damit regelmäßige Erträge sowie Kapitalerhalt anstreben.

Rentenfonds sammeln Gelder von vielen Anlegern und legen diese zentral am Anleihenmarkt an. Ein Fondsmanager wählt dabei Anleihen verschiedener Emittenten – Staaten, Kommunen, Unternehmen – nach festgelegten Kriterien aus. Die Fonds unterscheiden sich durch ihre Ausrichtung: Manche konzentrieren sich auf sichere Staatsanleihen, andere auf Unternehmensanleihen mit höherer Rendite, wieder andere auf internationale Märkte oder Währungen.

Für Privatanleger bieten Rentenfonds mehrere Vorteile. Erstens ermöglichen sie Zugang zu einem breiten Portfolio von Anleihen, das einzelne Privatanleger schwer selbst zusammenstellen könnten. Zweitens verteilt sich das Risiko auf viele Papiere. Drittens erhalten Anleger durch die regelmäßigen Zinseinnahmen der gehaltenen Anleihen eine kontinuierliche Rendite, die oft monatlich oder vierteljährlich ausgeschüttet wird.

Der Rentenmarkt ist der Handelsplatz für Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere, auf dem Schuldner Kapital aufnehmen und Anleger regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts erhalten.

Der Rentenmarkt funktioniert nach dem Prinzip des Kreditgeschäfts: Ein Emittent – etwa ein Staat, eine Gemeinde oder ein Unternehmen – begibt eine Anleihe und verpflichtet sich damit, dem Käufer über einen festgelegten Zeitraum Zinsen zu zahlen und am Ende die Nennwert zurückzugeben. Der Anleger erwirbt diese Anleihe und wird damit zum Gläubiger des Emittenten.

Funktionsweise anhand eines Beispiels: Ein Investor kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon (Zinssatz) von 3 Prozent pro Jahr. Der Investor erhält dann jährlich 300 Euro Zinsen (10.000 Euro × 0,03) und bekommt nach 5 Jahren die 10.000 Euro zurück. Während der Laufzeit kann die Anleihe an der Börse verkauft werden; der Kurs schwankt je nach Marktbedingungen und Bonität des Emittenten.

Rentenvorsorge mit Aktien ist eine Anlagestrategie, bei der ein Anleger zur Altersvorsorge neben oder statt klassischen Rentenpapieren gezielt Aktien oder Aktienfonds einsetzt, um durch langfristiges Vermögenswachstum zusätzliche Renteneinkünfte zu generieren.

Funktionsweise und Hintergrund

Diese Strategie basiert darauf, dass Aktien über längere Zeiträume typischerweise höhere durchschnittliche Renditen erzielen als festverzinste Wertpapiere. Ein Anleger mit 30 Jahren bis zur Rente kann Kursschwankungen aussitzen und profitiert von der historisch nachgewiesenen Langfristrendite von Aktien. Durch regelmäßige Sparraten oder Einmalanlage wird ein Vermögen aufgebaut, das in der Rentenphase durch Entnahmen oder Dividenden Einkommen generiert.

Research bezeichnet die systematische Analyse von Wertpapieren, Unternehmen und Märkten durch professionelle Analysten, deren Ergebnisse in Form von Einschätzungen, Bewertungen und Handelsempfehlungen an Investoren kommuniziert werden.

Research bildet die Informationsgrundlage für Anlageentscheidungen. Professionelle Analysten – beschäftigt bei Banken, Investmenthäusern oder unabhängigen Forschungsunternehmen – untersuchen dabei Finanzberichte, Branchentrends, Konkurrenzlandschaften und Managementqualität. Sie erstellen sogenannte Researchnoten oder -reports, die ihre Einschätzung zur künftigen Kursentwicklung enthalten. Typische Empfehlungen lauten „Buy", „Hold" oder „Sell", oft kombiniert mit Kurszielen.

Für Privatanleger ist Research relevant, weil es ihnen hilft, Investitionsentscheidungen auf Basis von Expertenwissen zu treffen. Ein Privatanleger, der eine Aktie kaufen möchte, kann Research-Reports konsultieren, um mehr über die Geschäftsaussichten des Unternehmens zu erfahren – beispielsweise ob ein Konzern in einem wachsenden Markt tätig ist oder mit sinkenden Gewinnen rechnen muss. Viele Banken stellen ihren Kunden Research kostenlos zur Verfügung; unabhängige Research wird häufig kostenpflichtig angeboten.

Return on Equity (ROE) ist die Kennzahl, die angibt, wie viel Gewinn ein Unternehmen mit jedem Euro Eigenkapital erwirtschaftet, ausgedrückt als Prozentsatz.

Die ROE wird berechnet, indem der Jahresnettogewinn (oder Jahresüberschuss) durch das durchschnittliche Eigenkapital dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Die Formel lautet: ROE = (Nettogewinn ÷ Eigenkapital) × 100.

Für Privatanleger ist die ROE eine zentrale Größe zur Beurteilung der Rentabilität und Effizienz eines Unternehmens. Eine hohe ROE deutet darauf hin, dass das Management das Eigenkapital der Aktionäre gewinnbringend einsetzt. Eine niedrige ROE kann signalisieren, dass das Unternehmen entweder wenig profitabel ist oder sein Kapital ineffizient nutzt. Beim Vergleich mehrerer Aktien hilft die ROE, diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die ihre Ressourcen besser verwerten als Konkurrenten in derselben Branche.

Return on Investment (ROI) ist eine Kennzahl, die misst, wie viel Gewinn oder Verlust eine Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital erbracht hat, üblicherweise ausgedrückt als Prozentsatz.

Der ROI beantwortet die zentrale Frage jedes Anlegers: Wie rentabel war mein eingesetztes Geld? Die Kennzahl eignet sich dazu, verschiedene Investitionen unabhängig von ihrer Höhe miteinander zu vergleichen. Ein Investor kann damit beurteilen, ob 5.000 Euro in Aktie A oder 5.000 Euro in Anleihe B bessere Ergebnisse geliefert haben – unabhängig davon, dass diese Summen unterschiedliche absolute Gewinne erwirtschaften.

Die Berechnung des ROI folgt einer einfachen Formel: Der Gewinn oder Verlust wird durch das ursprüngliche Investitionskapital geteilt und mit 100 multipliziert. Konkret: Ein Anleger kauft 10.000 Euro Aktien. Nach einem Jahr verkauft er diese für 11.500 Euro. Der Gewinn beträgt 1.500 Euro. Der ROI liegt bei (1.500 / 10.000) × 100 = 15 Prozent.

Ein Reverse Split ist eine Kapitalmaßnahme, bei der ein Unternehmen die Anzahl seiner ausstehenden Aktien reduziert, indem es mehrere bestehende Aktien zu einer neuen Aktie zusammenfasst, während der Gesamtwert des Eigenkapitals unverändert bleibt.

Bei einem Reverse Split legt das Unternehmen ein Umwandlungsverhältnis fest – beispielsweise 1:10. Das bedeutet: Jeder Aktionär erhält eine neue Aktie für je zehn alte Aktien, die er hielt. Ein Privatanleger mit 1.000 Aktien à 0,50 Euro Kurs besitzt danach 100 Aktien à 5,00 Euro. Der Gesamtwert bleibt bei 500 Euro, nur die Stückzahl und der Kurs pro Aktie ändern sich proportional.

Unternehmen führen Reverse Splits typischerweise durch, wenn der Aktienkurs über längere Zeit sehr niedrig ist. Ein niedriger Kurs kann dazu führen, dass die Aktie von Börsen delisted wird, wenn sie Mindestnotierungsanforderungen nicht erfüllt. Manche institutionelle Anleger meiden Aktien unter bestimmten Preisschwellen. Ein höherer Kurs nach dem Reverse Split soll die Aktie attraktiver wirken lassen und die Notierungsvoraussetzungen erfüllen.

Der REX ist ein Kursindex für deutsche Anleihen, der die Wertentwicklung eines repräsentativen Portfolios aus Bundesanleihen unterschiedlicher Laufzeiten abbildet.

Der REX wird von der Deutschen Börse berechnet und veröffentlicht. Er funktioniert ähnlich wie der DAX für Aktien: Statt einzelne Kurse zu verfolgen, fasst der Index mehrere Anleihen in einem Portfolio zusammen und bildet deren durchschnittliche Kursbewegung ab. Der Index berücksichtigt Bundesanleihen verschiedener Restlaufzeiten und gewichtet sie nach einem festgelegten Schema. Dadurch entsteht ein aussagekräftiges Barometer für die Entwicklung des deutschen Rentenmarkts.

Für Privatanleger ist der REX vor allem als Orientierungshilfe relevant. Wer selbst in Bundesanleihen investiert oder ein Rentenfonds-Portfolio hält, kann die REX-Entwicklung als Vergleichsmaßstab heranziehen. Steigt der REX, profitieren Anleiheninvestoren von fallenden Zinsen und steigenden Kursen. Fällt der Index, deuten das typischerweise auf steigende Zinsen und fallende Anleihekurse hin. Ein konkretes Rechenbeispiel: Angenommen, der REX enthält unter anderem eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einem Kupon von 2 Prozent und einer Restlaufzeit von 5 Jahren. Sinken die Marktzinsen auf 1,5 Prozent, wird diese Anleihe attraktiver und ihr Kurs steigt – der REX würde entsprechend zulegen. Umgekehrt fällt der Kurs, wenn die Zinsen auf 2,5 Prozent steigen.

Eine Rezession ist eine Phase wirtschaftlichen Rückgangs, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes über mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale schrumpft.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Gesamtwirtschaft weniger Waren und Dienstleistungen produziert als in der Vorperiode. Während dieser Phase sinken typischerweise Unternehmensgewinne, die Arbeitslosigkeit steigt, und Verbraucher geben weniger aus. Eine Rezession wird oft durch externe Schocks (etwa Finanzkrisen oder Lieferkettenunterbrechungen), übermäßige Inflation oder restriktive Geldpolitik ausgelöst.

Für Privatanleger ist eine Rezession relevant, weil sie unmittelbare Auswirkungen auf Aktienkurse hat. Unternehmen verdienen in wirtschaftlichen Abschwüngen weniger, weshalb Aktien an Wert verlieren. Besonders zyklische Branchen wie Automobilindustrie, Einzelhandel oder Bauwirtschaft sind anfällig. Defensive Sektoren wie Versorgungsunternehmen oder Konsumgüterhersteller zeigen oft weniger starke Kursverluste. Gleichzeitig bieten Rezessionen auch Chancen: Anleger, die während eines Abschwungs investieren, können von niedrigeren Einstiegskursen profitieren, wenn die Wirtschaft sich erholt.

Rho ist die Kennzahl, die angibt, um wie viel Prozent sich der Preis einer Option ändert, wenn sich der Zinssatz um einen Prozentpunkt verändert.

Rho gehört zu den sogenannten Griechen, einer Gruppe von Sensitivitätskennzahlen, die das Risiko von Optionen messen. Während Delta die Kursreaktion auf Aktienbewegungen abbildet und Theta den Zeitwertverfall beschreibt, konzentriert sich Rho auf die Abhängigkeit vom Zinsniveau. Eine Call-Option mit einem Rho von 0,50 steigt um etwa 0,50 Euro im Wert, wenn der risikolose Zinssatz um ein Prozentpunkt ansteigt. Bei einer Put-Option ist der Zusammenhang umgekehrt: Steigende Zinsen führen tendenziell zu fallenden Put-Preisen.

Der wirtschaftliche Hintergrund liegt in der Diskontierung zukünftiger Cashflows. Bei höheren Zinssätzen werden zukünftige Gewinne geringer bewertet, was die Opportunität erhöht, Geld statt Optionen zu halten. Für Call-Optionen bedeutet dies, dass das Recht, später zu kaufen, bei höheren Zinsen attraktiver wird. Put-Optionen verlieren in diesem Szenario an Wert.

Richard Olsen ist der Gründer und langjährige CEO des Schweizer Fintech-Unternehmens Oanda, das sich auf den Devisenhandel und die Bereitstellung von Handelsplattformen für Privatanleger spezialisiert hat.

Olsen gründete Oanda 1996 und baute das Unternehmen zu einem der frühen Anbieter auf, die Privatanlegern direkten Zugang zum Devisenmarkt (Forex-Markt) ermöglichten. Vor dieser Entwicklung war der Devisenhandel hauptsächlich institutionellen Investoren und Banken vorbehalten. Durch die Gründung von Oanda trug Olsen dazu bei, dass Privatanleger ab den 1990er Jahren auch in Währungspaare wie EUR/USD investieren konnten – ein Markt, der täglich mit enormen Volumen gehandelt wird.

Für Privatanleger ist Richard Olsen vor allem deshalb relevant, weil sein Unternehmen Oanda die Infrastruktur schuf, über die Millionen von Privatanlegern weltweit Devisenhandel betreiben. Die Plattform ermöglichte es, mit vergleichsweise kleinen Einsätzen in Währungen zu spekulieren oder sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Dies machte den Forex-Markt für die Massenanlage zugänglich.

Risiko beim Traden ist die Möglichkeit, dass ein Trader durch Kursbewegungen, Hebeleffekte oder unvorhergesehene Marktereignisse einen Teil oder die gesamte eingesetzte Geldmenge verliert.

Beim Trading – dem kurzfristigen Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten – entstehen Risiken durch mehrere Faktoren. Das Marktrisiko ist die grundlegendste Form: Bewegt sich der Kurs eines gekauften Wertpapiers nach unten, sinkt der Wert der Position. Ein Trader, der 5.000 Euro in eine Aktie investiert und der Kurs fällt um 20 Prozent, erleidet einen Verlust von 1.000 Euro. Anders als langfristige Anleger können Trader nicht auf eine Erholung über Jahre hinweg warten, sondern müssen ihre Position oft schnell glattstellen.

Ein besonderes Risiko beim Trading ist die Hebelwirkung. Viele Trader nutzen Margin oder Derivate wie Optionen und Futures, um mit geliehenem Geld zu handeln. Ein Hebel von 1:10 bedeutet, dass der Trader nur 10 Prozent des Positionswerts selbst aufbringt. Das verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste dramatisch. Setzt ein Trader 500 Euro mit einem Hebel von 1:10 ein, kontrolliert er eine Position im Wert von 5.000 Euro. Sinkt der Kurs um nur 10 Prozent, ist der gesamte Einsatz von 500 Euro aufgebraucht – oder überschritten.

Risikokapital ist Eigenkapital, das Anleger in Unternehmen oder Projekte investieren, bei denen ein hohes Verlustrisiko besteht, weil die finanzielle Stabilität, Rentabilität oder sogar Existenz des Unternehmens ungewiss ist.

Risikokapital unterscheidet sich grundlegend von sicheren Geldanlagen wie Sparkonten oder Staatsanleihen. Der Investor stellt Geld zur Verfügung, ohne eine garantierte Rückzahlung oder feste Verzinsung zu erhalten. Im Gegenzug besteht die Chance auf überproportional hohe Gewinne, wenn sich das Unternehmen erfolgreich entwickelt. Umgekehrt kann das investierte Kapital vollständig verloren gehen, wenn das Projekt scheitert oder das Unternehmen in Konkurs geht.

Typische Formen von Risikokapital sind Investitionen in junge, schnell wachsende Unternehmen (Start-ups), Technologieunternehmen in frühen Phasen oder Unternehmensumstrukturierungen. Auch der Kauf von Aktien junger, noch nicht profitabler Firmen fällt in diese Kategorie. Ein Anleger, der 50.000 Euro in ein Start-up investiert, das ein innovatives Produkt entwickelt, trägt das Risiko, dass dieses Start-up nach zwei Jahren mangels Marktakzeptanz geschlossen wird und die 50.000 Euro verloren sind. Alternativ könnte das Unternehmen erfolgreich werden und der Anleger erhält nach fünf Jahren durch einen Verkauf oder Börsengang das Fünffache seiner Investition zurück.

Rohstoffaktien sind Aktien von Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit in der Gewinnung, Verarbeitung oder dem Vertrieb von Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas, Metallen oder Mineralien besteht.

Rohstoffaktien bieten Privatanlegern einen indirekten Zugang zu Rohstoffmärkten. Statt Rohstoffe selbst zu kaufen und zu lagern, erwerben Anleger Anteile an börsennotierten Unternehmen aus dem Rohstoffsektor. Diese Unternehmen profitieren von steigenden Rohstoffpreisen, da ihre Gewinne mit den Marktpreisen für ihre Produkte korrelieren.

Funktionsweise und Preisbildung

Rohstoffe als Geldanlage sind physische Güter wie Edelmetalle, Energieträger und Agrarprodukte, die Privatanleger an Börsen oder über Derivate erwerben, um von Preisveränderungen zu profitieren oder ihr Portfolio zu diversifizieren.

Privatanleger können Rohstoffe auf mehreren Wegen in ihre Geldanlage einbeziehen. Der direkteste Weg ist der physische Kauf – etwa von Goldbarren oder Silbermünzen, die gelagert werden. Häufiger nutzen Anleger börsengehandelte Instrumente: Rohstoff-Futures sind standardisierte Kontrakte, die das Recht und die Pflicht vermitteln, eine bestimmte Menge eines Rohstoffs zu einem vereinbarten Preis an einem zukünftigen Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Anleger könnte beispielsweise einen Kontrakt über 100 Fass Rohöl zu 80 Dollar pro Fass abschließen, was einem Gesamtwert von 8.000 Dollar entspricht – häufig muss er aber nur einen Bruchteil dieser Summe als Sicherheit hinterlegen (Margin). Steigt der Ölpreis auf 85 Dollar pro Fass, gewinnt er 500 Dollar; fällt er auf 75 Dollar, verliert er 500 Dollar. Diese Hebelwirkung verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste.

Eine weniger volatile Alternative sind Rohstoff-Fonds oder börsengehandelte Fonds (ETFs), die in mehrere Rohstoffe oder Rohstoff-Unternehmen investieren und das Risiko breiter streuen.

Ein Runaway Gap ist eine Kurslücke, die während eines bestehenden Trends auftritt und signalisiert, dass die Kursbewegung an Dynamik gewinnt, weil Anleger verstärkt in Richtung des Trends handeln.

Der Runaway Gap entsteht, wenn ein Wertpapier nach Handelsschluss oder vor Handelsöffnung einen deutlichen Kurssprung macht – der neue Eröffnungskurs liegt also deutlich über oder unter dem vorherigen Schlusskurs. Charakteristisch für diese Lückeart ist, dass sich die Kurslücke nicht oder nur teilweise wieder „schließt", also der Kurs nicht in den Bereich der Lücke zurückläuft. Dies unterscheidet den Runaway Gap von anderen Gaps, die oft kurzfristig gefüllt werden.

Der Runaway Gap tritt typischerweise in der Mitte einer bestehenden Aufwärts- oder Abwärtsbewegung auf. Er zeigt an, dass Marktteilnehmer überzeugt sind und verstärkt in die Richtung des laufenden Trends investieren oder spekulieren. Die Lücke bleibt bestehen, weil das Momentum anhält – es gibt keine ausreichende Gegenbewegung, um die Lücke zu schließen.

Russische Aktien sind Anteile an Unternehmen, die in Russland ansässig sind oder dort ihren Geschäftsbetrieb ausüben und an in- oder ausländischen Börsen notiert sind.

Russische Aktien werden überwiegend an der Moskauer Börse (Moscow Exchange) gehandelt, wo sie in russischen Rubel denominiert sind. Daneben existieren Notierungen an westlichen Börsen, etwa in Form von American Depositary Receipts (ADRs) oder durch Doppelnotierungen. Die Moskauer Börse ist in mehrere Segmente unterteilt; das Hauptsegment umfasst größere, liquidere Unternehmen.

Für Privatanleger sind russische Aktien mit erheblichen Besonderheiten verbunden. Das Länderrisiko ist erhöht, da die politische und regulatorische Stabilität von westlichen Standards abweicht. Währungsrisiken entstehen durch die Rubel-Denomination: Schwankungen des Rubel-Wechselkurses beeinflussen die Rendite für Anleger in Euro oder Dollar unmittelbar. Ein Beispiel: Ein Anleger kauft eine russische Aktie für 1.000 Rubel. Steigt der Aktienkurs um 10 Prozent auf 1.100 Rubel, aber der Rubel wertet gegenüber dem Euro um 15 Prozent ab, reduziert sich der Euro-Gegenwert der Investition trotz Kursgewinns.