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Börsenlexikon

Rohstoffaktien sind Aktien von Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit in der Gewinnung, Verarbeitung oder dem Vertrieb von Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas, Metallen oder Mineralien besteht.

Rohstoffaktien bieten Privatanlegern einen indirekten Zugang zu Rohstoffmärkten. Statt Rohstoffe selbst zu kaufen und zu lagern, erwerben Anleger Anteile an börsennotierten Unternehmen aus dem Rohstoffsektor. Diese Unternehmen profitieren von steigenden Rohstoffpreisen, da ihre Gewinne mit den Marktpreisen für ihre Produkte korrelieren.

Funktionsweise und Preisbildung

Der Kurs einer Rohstoffaktie wird von mehreren Faktoren bestimmt. Die wichtigsten sind die aktuellen Rohstoffpreise, die Produktionskosten, die Fördermengen sowie allgemeine Marktfaktoren wie Zinssätze und Währungskurse. Ein Unternehmen, das Kupfer abbaut, sieht seinen Aktienkurs typischerweise steigen, wenn der Kupferpreis am Weltmarkt anzieht – vorausgesetzt, die Produktionskosten bleiben stabil. Umgekehrt kann ein fallender Rohstoffpreis zu Kursrückgängen führen, selbst wenn das Unternehmen operativ gut läuft.

Beispiel: Ein Ölkonzern fördert täglich 100.000 Barrel. Steigt der Ölpreis von 60 auf 80 Dollar pro Barrel, erhöhen sich die täglichen Einnahmen um 2 Millionen Dollar (bei gleichbleibenden Kosten). Dies führt üblicherweise zu höheren Unternehmensgewinnen und kann den Aktienkurs positiv beeinflussen.

Chancen und Risiken

Rohstoffaktien ermöglichen es Anlegern, von Rohstoffpreissteigerungen zu profitieren, ohne physische Rohstoffe zu halten. Sie bieten zudem Liquidität, da sie an Börsen täglich handelbar sind. Viele Rohstoffunternehmen zahlen Dividenden aus ihren Gewinnen.

Allerdings unterliegen Rohstoffaktien erheblichen Schwankungen. Rohstoffpreise reagieren empfindlich auf Angebots- und Nachfrageschocks, geopolitische Ereignisse und konjunkturelle Veränderungen. Ein wirtschaftlicher Abschwung kann Rohstoffnachfrage und damit Unternehmensgewinne deutlich drücken. Zusätzlich tragen Rohstoffunternehmen oft operative Risiken wie Explorationsrisiken, Betriebsausfälle oder regulatorische Änderungen.

Verwandte Begriffe

Rohstoffaktien unterscheiden sich von Rohstoff-Futures, die Terminkontrakte auf Rohstoffe sind und eine höhere Hebelwirkung ermöglichen. Anleger können auch über Rohstoff-ETFs in mehrere Rohstoffunternehmen gleichzeitig investieren, was Diversifikation bietet. Der Begriff Zyklische Aktien beschreibt eine breitere Kategorie, zu der Rohstoffaktien gehören, da ihre Kurse stark mit wirtschaftlichen Zyklen korrelieren.