Börsenlexikon
Länderanleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier, das ein souveräner Staat begibt, um sich am Kapitalmarkt Geld zu leihen.
Ein Staat emittiert eine Länderanleihe, um seine Ausgaben zu finanzieren oder Schulden umzuschulden. Der Anleger erwirbt damit einen Anspruch auf regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) und die Rückzahlung des investierten Kapitals (Nennwert) am Ende der Laufzeit. Die Höhe des Kupons hängt von der Bonität des Emittenten ab: Länder mit hoher Kreditwürdigkeit zahlen niedrigere Zinsen, während Staaten mit höherem Ausfallrisiko höhere Renditen bieten müssen, um Investoren anzulocken.
Funktionsweise und Risiken
Länderfonds sind Investmentfonds, die ihr Vermögen überwiegend in Wertpapiere eines einzelnen Landes oder einer klar definierten geografischen Region anlegen.
Länderfonds konzentrieren ihre Anlagen auf die Börsen, Anleihen und andere Wertpapiere eines bestimmten Staates oder einer Ländergruppe. Ein Fonds kann sich beispielsweise auf Japan, Brasilien oder die Schweiz spezialisieren. Dadurch unterscheiden sich Länderfonds von breit gestreuten globalen oder regionalen Fonds, die über viele Länder diversifizieren.
Die Funktionsweise ist einfach: Der Fondsmanager wählt Aktien börsennotierter Unternehmen aus dem Zielland, Staatsanleihen und möglicherweise Unternehmensanleihen aus. Privatanleger erwerben Anteile am Fonds und profitieren von der Wertentwicklung dieses Länderportfolios. Die Gebühren fallen je nach Fonds unterschiedlich aus und werden üblicherweise als jährliche Verwaltungsgebühr (TER) ausgedrückt.
Langläufer sind Anleihen mit einer Restlaufzeit von mehr als zehn Jahren bis zur Fälligkeit.
Der Begriff wird vor allem im deutschen Anleihenmarkt verwendet und bezieht sich auf die zeitliche Dimension der Schuldverschreibung. Im Gegensatz zu kurzfristigen Anleihen (etwa mit zwei bis fünf Jahren Laufzeit) oder mittelfristigen Papieren binden Langläufer das Kapital des Anlegers über einen deutlich längeren Zeitraum. Die Laufzeit ist ein zentrales Merkmal, das die Risiken und Chancen einer Anleihe bestimmt.
Für Privatanleger ist die Laufzeitklasse relevant, weil sie unmittelbar mit dem Zinsrisiko verknüpft ist. Bei Langläufern wirkt sich eine Änderung des Marktzinsniveaus stärker auf den Kurs aus als bei kürzerfristigen Anleihen. Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse von Langläufern überproportional, weil die fest vereinbarte Rendite an Attraktivität verliert. Sinken die Zinsen, profitieren Langläufer durch Kursgewinne stärker.
Laufende Notierung ist die kontinuierliche Preisfeststellung für ein Wertpapier während der Handelszeiten einer Börse, bei der Angebot und Nachfrage fortlaufend aufeinandertreffen und der Kurs sich in Echtzeit oder nahezu echtzeit anpasst.
Bei der laufenden Notierung werden Kauf- und Verkaufsaufträge während der regulären Handelszeiten direkt miteinander verrechnet. Der Kurs entsteht durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage: Übersteigt die Nachfrage das Angebot, steigt der Kurs; übersteigt das Angebot die Nachfrage, fällt er. Dies geschieht kontinuierlich, solange die Börse geöffnet ist.
Diese Notierungsform unterscheidet sich von anderen Preisfeststellungsmechanismen. Bei der Auktionsnotierung etwa werden alle Aufträge zu einem festgesetzten Zeitpunkt (etwa beim Handelsstart oder -ende) zu einem einheitlichen Kurs ausgeführt. Die laufende Notierung ermöglicht dagegen Transaktionen zu jedem Moment während der Handelszeiten, was Privatanlegern mehr Flexibilität beim Ein- und Ausstieg bietet.
Die Laufzeit ist der Zeitraum zwischen dem Kauf eines Wertpapiers und dem Zeitpunkt seiner Rückzahlung oder seines Verfalls.
Bei festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen bezeichnet die Laufzeit den Zeitraum, während dessen der Emittent dem Anleger regelmäßig Zinsen zahlt und am Ende die Nennwert-Summe zurückerstattet. Ein Anleger, der eine Unternehmensanleihe mit 10.000 Euro Nennwert und einer Laufzeit von 5 Jahren kauft, erhält in dieser Zeit jährlich die vereinbarten Zinsen und bekommt nach 5 Jahren die 10.000 Euro zurück. Danach endet die Anleihe.
Die Laufzeit ist für Privatanleger aus mehreren Gründen entscheidend. Sie bestimmt erstens, wie lange das investierte Geld gebunden ist. Ein Anleger mit kurzfristigem Geldbedarf sollte Wertpapiere mit kurzer Laufzeit bevorzugen. Zweitens beeinflusst die Laufzeit das Zinsänderungsrisiko: Bei längeren Laufzeiten schwanken die Kurse stärker, wenn sich die Marktzinsen verändern. Drittens wirkt sich die Laufzeit auf die Rendite aus. Längerfristige Anleihen bieten in der Regel höhere Zinssätze als kurzfristige, weil Anleger für das längere Risiko und die längere Kapitalbindung kompensiert werden.
Der L-DAX ist ein Kursindex der Deutschen Börse, der die 40 größten und liquidesten Unternehmen Deutschlands abbildet und außerhalb der regulären Handelszeiten der Frankfurter Wertpapierbörse berechnet wird.
Das „L" steht für „Liquid" und verweist darauf, dass dieser Index speziell für den Handel nach Börsenschluss konzipiert wurde. Während der reguläre DAX nur während der Handelszeiten der Frankfurter Börse (montags bis freitags von 9:00 bis 17:30 Uhr) berechnet wird, ermöglicht der L-DAX Anlegern, die Kursentwicklung der 40 DAX-Werte auch in den Abendstunden zu verfolgen. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kursen aus dem Xetra-Handel, dem elektronischen Handelssystem der Deutschen Börse.
Der L-DAX wird kontinuierlich von 17:45 bis 20:00 Uhr berechnet und bietet damit eine Brücke zwischen dem regulären Handelsschluss und dem nächsten Handelstag. Dies ist besonders für Privatanleger relevant, die nach Börsenschluss noch auf Marktbewegungen reagieren möchten – etwa wenn wichtige Nachrichten aus den USA oder Asien eintreffen.
Der Lead-Manager ist das Kreditinstitut, das eine Kapitalmarktoperation wie eine Aktien- oder Anleiheemission federführend organisiert, koordiniert und vermarktet.
Der Lead-Manager trägt die Hauptverantwortung für die Vorbereitung und Durchführung einer Emission. Er arbeitet eng mit dem emittierenden Unternehmen zusammen, um die Rahmenbedingungen festzulegen — etwa die Anzahl der Wertpapiere, den Ausgabepreis oder den Kupon bei Anleihen. Der Lead-Manager erstellt das Emissionsprospekt, koordiniert die Ratingagentur-Bewertungen und bereitet die Roadshow vor, bei der das Management des Unternehmens institutionelle Investoren trifft und für das Papier wirbt.
Während der Zeichnungsfrist sammelt der Lead-Manager Kauf- und Verkaufsaufträge von Investoren ein. Er fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle und trägt das Platzierungsrisiko: Sollten sich nicht genug Investoren für das Angebot interessieren, muss der Lead-Manager einen Teil selbst übernehmen oder die Emission schrumpfen. Nach Abschluss der Zeichnungsfrist verteilt er die Wertpapiere auf die eingegangenen Aufträge und sorgt für die technische Abwicklung.
Ein Leerverkauf ist der Verkauf eines Wertpapiers, das der Verkäufer nicht besitzt, mit der Absicht, es später zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen und die Differenz als Gewinn einzustreichen.
Bei einem Leerverkauf leiht sich der Anleger das Wertpapier (üblicherweise über seinen Broker) und verkauft es sofort am Markt. Der Erlös fließt auf sein Konto. Später kauft der Anleger das gleiche Wertpapier zurück – idealerweise zu einem tieferen Kurs – und gibt es dem Verleiher zurück. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Rückkaufspreis ist der Gewinn; fällt der Kurs stattdessen, entsteht ein Verlust.
Ein konkretes Beispiel: Ein Anleger verkauft leer 100 Aktien einer Gesellschaft zum aktuellen Kurs von 50 Euro pro Aktie. Er erhält 5.000 Euro. Sinkt der Kurs später auf 35 Euro, kauft er die 100 Aktien zurück und zahlt 3.500 Euro. Nach Rückgabe an den Verleiher behält er 1.500 Euro Gewinn (vor Gebühren und Leihkosten).
Leichte Aktien sind Aktien mit einem niedrigen Aktienkurs, die für Privatanleger mit kleinerem Kapital einstiegen ermöglichen und in der Regel höhere prozentuale Kursschwankungen aufweisen als höherpreisige Titel.
Der Begriff bezieht sich primär auf den absoluten Kurs einer Aktie. Eine Aktie mit einem Kurs von 2 Euro gilt als leicht, während eine Aktie mit 150 Euro als schwer eingestuft wird. Diese Unterscheidung ist rein nominal und hat keine rechtliche oder regulatorische Bedeutung – sie ist eine Marktkonvention unter Anlegern.
Der Hauptvorteil leichter Aktien liegt in der niedrigen Einstiegshürde: Ein Anleger kann mit 500 Euro Kapital beispielsweise 250 Anteile einer 2-Euro-Aktie kaufen, während derselbe Betrag bei einer 150-Euro-Aktie nur etwa 3 Anteile ermöglicht. Dies vermittelt vielen Anfängern ein stärkeres Gefühl der Beteiligung, auch wenn dies psychologisch ist – der Anteil am Unternehmen ist identisch, unabhängig davon, ob man 250 oder 3 Anteile hält.
Leitbörsen sind die Handelsplätze mit dem höchsten Handelsvolumen und der größten Marktliquidität für ein bestimmtes Wertpapier, an denen sich die Kurse für andere Börsenplätze maßgeblich orientieren.
An jedem Handelstag werden Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere an mehreren Börsen gleichzeitig gehandelt. In Deutschland notiert beispielsweise eine DAX-Aktie sowohl an der Frankfurter Wertpapierbörse als auch an regionalen Börsen wie Xetra oder an kleineren Handelsplätzen. Welche Börse die Leitbörse ist, bestimmt sich durch das Volumen: Dort werden die meisten Anteile des Wertpapiers pro Tag umgesetzt, und dort entstehen die Kurse, die als Referenz gelten.
Die Leitbörse hat für Privatanleger mehrere praktische Konsequenzen. Erstens bietet sie die engsten Geld-Brief-Spannen, also den kleinsten Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Ein Anleger, der dort kauft oder verkauft, bezahlt daher weniger versteckte Gebühren als an weniger liquiden Plätzen. Zweitens werden Kurse von der Leitbörse in Echtzeit an andere Börsen übertragen – ein Kurs an einer Nebenbörse weicht nur um wenige Cent ab. Drittens lassen sich große Positionen an der Leitbörse schneller und ohne große Kursverzerrungen ab- oder aufbauen.
Der Leitkurs ist der Kurs, zu dem eine Börse einen Wertpapier-Handel eröffnet und der für die Preisfeststellung am Markt maßgeblich ist.
Der Leitkurs wird von der Börse oder einem beauftragten Market Maker zu Handelsbeginn ermittelt. Er basiert auf den Kauf- und Verkaufsaufträgen, die Anleger bis zur Eröffnung erteilt haben. Die Börse berechnet denjenigen Kurs, bei dem die größte Anzahl dieser Aufträge ausgeführt werden kann — das Prinzip heißt Auktionsmechanismus. Dieser Eröffnungskurs wird dann zum Leitkurs erklärt und bestimmt die ersten Transaktionen des Tages.
Der Leitkurs hat für Privatanleger mehrere praktische Bedeutungen. Erstens prägt er die Stimmung am Markt: Ein deutlich höherer Leitkurs als der Schlusskurs des Vortags signalisiert Kauflust, ein niedrigerer Leitkurs deutet auf Verkaufsdruck hin. Zweitens beeinflusst der Leitkurs die Orderausführung von Anleger-Orders, die mit „Eröffnungsauktion" oder ähnlichen Zusätzen versehen sind. Drittens nutzen Fonds und institutionelle Anleger den Leitkurs als Referenzpunkt für ihre Bewertung von Positionen.
Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem eine Zentralbank Geschäftsbanken Geld leiht und den sie als Steuerungsinstrument für die Geldpolitik einsetzt.
Die Zentralbank einer Währungszone — etwa die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum — legt den Leitzins fest. Geschäftsbanken können sich bei der Zentralbank über Nacht Geld zum Leitzins borgen, um ihre täglichen Liquiditätsengpässe auszugleichen. Dieser Referenzzins beeinflusst in der Folge alle anderen Zinssätze in der Wirtschaft: Banken orientieren sich an ihm, wenn sie Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergeben oder Sparzinsen auf Konten festlegen.
Funktionsweise und Auswirkungen
Ein Letter of Intent (LOI) ist eine unverbindliche schriftliche Absichtserklärung zwischen zwei Parteien, in der diese ihr grundsätzliches Interesse an einer Geschäftstransaktion wie einer Übernahme oder Fusion bekunden und erste Rahmenbedingungen festhalten.
Der Letter of Intent wird typischerweise in der Vorbereitungsphase einer größeren Transaktion erstellt. Ein potenzieller Käufer signalisiert damit dem Verkäufer oder dessen Beratern, dass ein ernsthaftes Interesse an der Übernahme besteht. Das Dokument enthält meist grundlegende Eckpunkte wie die angestrebte Bewertung des Zielunternehmens, die geplante Finanzierungsstruktur und wichtige Bedingungen. Gleichzeitig wird darin häufig festgehalten, dass die Vereinbarung unter Vorbehalt weiterer Due-Diligence-Prüfungen steht.
Für Privatanleger ist der LOI relevant, weil er oft öffentlich gemacht wird und damit ein frühes Signal für bevorstehende Transaktionen gibt. Aktienkurse reagieren häufig auf die Veröffentlichung eines LOI, da Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit und Bedingungen der geplanten Übernahme bewerten. Ein LOI mit attraktiver Bewertung kann den Aktienkurs des Zielunternehmens nach oben treiben, während Unsicherheiten über die Finanzierung oder regulatorische Hürden zu Kursrückgängen führen können.
Ein Leveraged Buy-Out (LBO) ist der Kauf eines Unternehmens oder einer Unternehmenseinheit, bei dem der Käufer den Kaufpreis überwiegend durch Fremdkapital finanziert und nur einen kleineren Eigenkapitalanteil selbst aufbringt.
Funktionsweise
Bei einem LBO wird typischerweise eine Beteiligungsgesellschaft (Private-Equity-Fonds) das Zielunternehmen erwerben. Der Kaufpreis wird dabei zu einem großen Teil durch Darlehen finanziert, die häufig besichert sind. Das Fremdkapital wird oft in mehrere Tranchen unterteilt: erstrangige Bankdarlehen mit niedrigerem Zinssatz und nachrangige Darlehen (Mezzanine-Finanzierung) mit höheren Zinsen. Der Käufer selbst steuert nur 20 bis 40 Prozent Eigenkapital bei.
LIBOR ist der Durchschnittssatz, zu dem sich große internationale Banken untereinander kurzfristige Kredite in verschiedenen Währungen leihen, und dient als Referenzzinssatz für Millionen von Finanzprodukten weltweit.
Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) wird täglich für mehrere Währungen und unterschiedliche Laufzeiten berechnet. Dabei melden große Geschäftsbanken den Sätzen, zu denen sie bereit sind, anderen Banken Geld zu leihen – etwa für eine Woche, einen Monat oder sechs Monate. Nach Ausschluss der höchsten und niedrigsten Meldungen wird aus den verbleibenden Werten der Durchschnitt gebildet. Dieser Satz wird anschließend veröffentlicht und dient als Benchmark für Tausende von Kreditverträgen, Hypotheken, Anleihen und Derivaten.
Für Privatanleger ist der LIBOR relevant, weil er die Grundlage vieler variabel verzinster Produkte bildet. Ein Kreditnehmer könnte beispielsweise einen Zinssatz erhalten, der sich als „LIBOR plus 2 Prozent" gestaltet. Steigt der LIBOR, steigen damit auch die Kreditkosten. Umgekehrt profitieren Sparer mit variabel verzinsten Anleihen oder Geldmarktfonds bei steigendem LIBOR von höheren Erträgen.
Limit ist eine Bedingung, die ein Anleger beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren an seine Order knüpft, um den Kurs festzulegen, zu dem die Order höchstens ausgeführt werden darf.
Bei einem Kaufauftrag mit Limit legt der Anleger fest, dass er ein Wertpapier höchstens zu diesem Preis erwerben möchte. Beim Verkauf bestimmt das Limit den Mindestpreis, zu dem das Papier verkauft werden soll. Das Limit schützt vor ungünstigen Kursbewegungen: Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis das Limit erfüllt oder überschreitet (beim Verkauf) beziehungsweise unterschreitet (beim Kauf).
Ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein Anleger möchte 100 Anteile einer Aktie kaufen, die aktuell bei 50 Euro notiert. Er erteilt eine Kauforder mit einem Limit von 48 Euro. Wenn die Aktie später auf 47,50 Euro fällt, wird die Order ausgeführt – der Anleger erhält 100 Anteile zu 47,50 Euro. Steigt die Aktie dagegen auf 52 Euro, ohne vorher das Limit zu durchbrechen, bleibt die Order unausgeführt.
Eine Limit Order ist ein Auftrag zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zu einem bestimmten Höchst- oder Mindestpreis, der nicht überschritten beziehungsweise unterschritten werden darf.
Bei einer Limit Order legt der Anleger fest, zu welchem Preis eine Order ausgeführt werden darf. Beim Kauf bestimmt er einen Höchstpreis, beim Verkauf einen Mindestpreis. Die Order wird nur dann ausgeführt, wenn der Marktpreis dieses Limit erreicht oder unterschreitet (beim Kauf) beziehungsweise erreicht oder überschreitet (beim Verkauf).
Praktisches Beispiel: Ein Anleger möchte Anteile eines Unternehmens kaufen, die derzeit zu 50 Euro gehandelt werden. Er erteilt eine Limit Order mit einem Höchstpreis von 48 Euro. Die Order bleibt unausgeführt, solange die Aktie über 48 Euro notiert. Fällt der Kurs auf 48 Euro oder darunter, wird die Order automatisch ausgeführt – sofern genug Verkäufer zu diesem Preis zur Verfügung stehen. Umgekehrt kann derselbe Anleger eine Aktie, die er zu 50 Euro besitzt, mit einem Limit Order Mindestpreis von 52 Euro verkaufen. Der Verkauf findet nur statt, wenn der Kurs auf 52 Euro oder höher steigt.
Ein Linienchart ist eine Darstellungsform für Kursverlauf, bei der die Schlusskurse aufeinanderfolgender Zeiträume durch eine kontinuierliche Linie verbunden werden.
Der Linienchart entsteht, indem der Schlusskurs eines jeden Tages, einer Woche oder eines Monats als Punkt markiert wird und diese Punkte dann chronologisch mit geraden Linien verbunden werden. Dadurch entsteht ein zusammenhängender Kurvenverlauf, der die übergeordnete Bewegungsrichtung eines Wertpapiers zeigt. Im Gegensatz zum Candlestick-Chart oder Balkenchart, die auch Eröffnungs-, Höchst- und Tiefstkurse abbilden, reduziert der Linienchart die Information bewusst auf einen einzigen Wert pro Periode.
Diese Reduktion macht den Linienchart besonders übersichtlich: Ein Anleger, der die Entwicklung einer Aktie, eines Fonds oder eines Rohstoffpreises über mehrere Monate oder Jahre verfolgt, erkennt Trends schneller als in komplexeren Charttypen. Die Linie zeigt unmittelbar, ob ein Kurs gestiegen, gefallen oder seitwärts gelaufen ist. Für langfristige Investoren, die eher an der grundsätzlichen Richtung interessiert sind als an kurzfristigen Schwankungen innerhalb eines Tages, ist der Linienchart daher ein ausreichendes Analysewerkzeug.
Liquidation ist die Auflösung eines Unternehmens oder eines Fonds, bei der alle Vermögenswerte verkauft werden, um damit Gläubiger zu bezahlen und verbleibende Mittel an die Eigentümer auszuschütten.
Für Privatanleger ist zwischen zwei Szenarien zu unterscheiden: der freiwilligen und der erzwungenen Liquidation.
Eine freiwillige Liquidation findet statt, wenn ein Unternehmen oder ein Fonds planmäßig beendet wird. Dies geschieht etwa, wenn ein Investmentfonds sein Anlageziel erreicht hat oder ein Fondsmanager die Strategie einstellen möchte. In diesem Fall werden alle gehaltenen Wertpapiere und Positionen systematisch veräußert. Die Erlöse fließen zunächst in die Begleichung von Verwaltungskosten und Schulden. Danach erhalten die Anteilseigner ihre Quote des verbleibenden Vermögens ausbezahlt. Dieser Prozess erstreckt sich üblicherweise über mehrere Wochen bis Monate.
Liquide Mittel sind Vermögenswerte, die der Anleger innerhalb kurzer Zeit in Bargeld umwandeln kann, ohne dabei nennenswerte Kursverluste zu erleiden.
Zu den liquiden Mitteln zählen Bargeld, Bankguthaben auf Giro- und Sparkonten sowie kurzfristig fällige Wertpapiere wie Geldmarktfonds oder Schatzwechsel. Diese Vermögenswerte zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne großen Aufwand und zeitnah zu fairen Preisen verkauft oder abgerufen werden können. Im Gegensatz dazu gelten Immobilien oder illiquide Kapitalanleihen als schwer verwertbar, da ihr Verkauf Wochen oder Monate dauert und mit erheblichen Kosten verbunden sein kann.
Für Privatanleger sind liquide Mittel essentiell, um flexibel auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können. Notwendige Reparaturen, medizinische Ausgaben oder plötzliche Jobverluste erfordern schnellen Zugriff auf Geld. Finanzexperten empfehlen daher, ein Notfalldepot von drei bis sechs Monatsgehältern in liquiden Mitteln zu halten. Ein Anleger mit monatlichen Ausgaben von 3.000 Euro sollte somit zwischen 9.000 und 18.000 Euro in leicht zugänglichen Mitteln verfügbar haben.
Lohnsteuerklassen sind Kategorien, in die das Finanzamt Arbeitnehmer nach ihrer persönlichen und familiären Situation einordnet, um die Höhe der monatlichen Lohnsteuerabzüge festzulegen.
In Deutschland gibt es sechs Lohnsteuerklassen (I bis VI), die sich nach Familienstand, Kindern und Erwerbstätigkeit unterscheiden. Die Klassifizierung bestimmt, welcher Steuerfreibetrag und welche Steuerberechnung für den Lohnsteuerabzug gelten. Arbeitgeber führen monatlich Lohnsteuer auf Basis der vom Arbeitnehmer angegebenen Klasse ab.
Relevanz für Privatanleger
Der Lombardsatz ist der Zinssatz, den eine Bank für die Beleihung von Wertpapieren berechnet, wenn ein Anleger diese als Sicherheit hinterlegt, um einen Kredit zu erhalten.
Beim Lombardkredit verpfändet der Anleger seine Wertpapiere bei der Bank. Diese bewertet die Papiere, zieht einen Sicherheitsabschlag (Haircut) ab und gewährt einen Kredit bis zu einem bestimmten Prozentsatz des Wertes. Der Lombardsatz bestimmt, welche Zinsen der Anleger für diesen Kredit zahlt. Im Gegensatz zu einem normalen Bankdarlehen ist die Sicherheit unmittelbar vorhanden – die Wertpapiere selbst.
Der Lombardsatz liegt typischerweise über dem Leitzins, da die Bank ein Risiko trägt: Der Wert der Sicherheiten kann fallen, weshalb sie einen Risikozuschlag verlangt. Für den Anleger ist ein Lombardkredit attraktiv, wenn er kurzfristig Liquidität benötigt, ohne seine Wertpapiere verkaufen zu müssen. Das ist besonders sinnvoll bei temporären Liquiditätsengpässen oder wenn der Anleger von weiteren Kursgewinnen seiner Papiere profitieren möchte.
Ein Long Straddle ist eine Optionsstrategie, bei der ein Anleger gleichzeitig eine Call-Option und eine Put-Option auf denselben Basiswert mit identischem Ausübungspreis und gleicher Laufzeit kauft.
Der Anleger zahlt für beide Optionen Prämien und hofft auf eine starke Preisbewegung des Basiswerts – unabhängig von deren Richtung. Steigt der Kurs deutlich, gewinnt die Call-Option an Wert. Fällt er stark, profitiert die Put-Option. Die Strategie funktioniert, solange die Kursbewegung größer ist als die Summe der gezahlten Prämien.
Funktionsweise anhand eines Beispiels:
Das Low ist der niedrigste Kurs, zu dem ein Wertpapier während eines definierten Zeitraums gehandelt wurde.
Das Low markiert den Tiefpunkt einer Kursbewegung und wird typischerweise für verschiedene Zeiträume berechnet: Tagestief (innerhalb einer Handelssitzung), Wochentief, Monatstief oder Jahrestief. Der Begriff wird häufig dem High (Höchststand) gegenübergestellt, um die Spannbreite einer Kursentwicklung abzubilden.
Für Privatanleger ist das Low ein wichtiger Orientierungspunkt bei der Bewertung von Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren. Es zeigt, wie weit ein Kurs bereits gefallen ist, und hilft bei der Einschätzung von Unterstützungsniveaus – also Kursbereichen, bei denen Anleger typischerweise wieder kaufen. Ein Jahrestief kann beispielsweise darauf hindeuten, dass ein Wertpapier stark unter Druck geraten ist, während wiederholte Tests desselben Niveaus Widerstandskraft signalisieren können.

