Börsenlexikon
Das Low ist der niedrigste Kurs, zu dem ein Wertpapier während eines definierten Zeitraums gehandelt wurde.
Das Low markiert den Tiefpunkt einer Kursbewegung und wird typischerweise für verschiedene Zeiträume berechnet: Tagestief (innerhalb einer Handelssitzung), Wochentief, Monatstief oder Jahrestief. Der Begriff wird häufig dem High (Höchststand) gegenübergestellt, um die Spannbreite einer Kursentwicklung abzubilden.
Für Privatanleger ist das Low ein wichtiger Orientierungspunkt bei der Bewertung von Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren. Es zeigt, wie weit ein Kurs bereits gefallen ist, und hilft bei der Einschätzung von Unterstützungsniveaus – also Kursbereichen, bei denen Anleger typischerweise wieder kaufen. Ein Jahrestief kann beispielsweise darauf hindeuten, dass ein Wertpapier stark unter Druck geraten ist, während wiederholte Tests desselben Niveaus Widerstandskraft signalisieren können.
Ein praktisches Beispiel: Eine Aktie notiert am Jahresanfang bei 100 Euro. Im Laufe des Jahres fällt sie auf 65 Euro und steigt später auf 120 Euro. Das Jahrestief liegt bei 65 Euro, das Jahreshoch bei 120 Euro. Diese Spannbreite von 55 Euro hilft Anlegern, die Volatilität und das Risiko des Wertpapiers besser zu verstehen.
Das Low wird auch zur Berechnung von Indikatoren verwendet. Der Relative-Stärke-Index (RSI) nutzt beispielsweise Hochs und Tiefs über einen bestimmten Zeitraum, um zu bewerten, ob ein Wertpapier überverkauft oder überkauft ist. Chartanalysten verwenden mehrere aufeinanderfolgende Lows zur Erkennung von Trends: Höhere Lows deuten auf einen Aufwärtstrend hin, während tiefere Lows einen Abwärtstrend anzeigen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem absoluten Low (dem jemals erreichten Tiefpunkt) und zeitraumbezogenen Lows. Ein Wertpapier kann ein neues Jahrestief erreichen, ohne sein Allzeittief zu unterbieten. Diese Information ist für die Einschätzung von Chancen und Risiken relevant: Ein neues Allzeittief kann auf fundamentale Probleme hindeuten, während ein Jahrestief innerhalb normaler Schwankungen liegen kann.
Datenquellen wie Finanzwebseiten und Handelsplattformen stellen Lows standardmäßig zur Verfügung. Sie sollten jedoch immer mit dem High abgeglichen werden, um ein vollständiges Bild der Kursentwicklung zu erhalten. Das Low allein sagt nichts über die Ursachen der Kursbewegung aus – diese müssen durch fundamentale oder technische Analyse ermittelt werden.

