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Börsenlexikon

Der Jahresabschluss ist die Gesamtdarstellung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens zum Ende eines Geschäftsjahres, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang.

Der Jahresabschluss dokumentiert die finanzielle Situation eines Unternehmens nach zwölf Monaten Geschäftstätigkeit. Für börsennotierte Aktiengesellschaften ist die Veröffentlichung verpflichtend und folgt strengen rechtlichen Vorgaben. Die Bilanz zeigt dabei die Vermögenswerte (Aktiva) auf der einen und die Finanzierungsquellen (Passiva) auf der anderen Seite. Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) dokumentiert alle Einnahmen und Ausgaben des Jahres und weist das Jahresergebnis aus. Der Anhang erläutert wichtige Positionen und Besonderheiten.

Für Privatanleger ist der Jahresabschluss eine zentrale Informationsquelle zur Beurteilung von Investitionen. Anhand der Bilanz lässt sich die Eigenkapitalquote ermitteln – der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtvermögen. Eine hohe Quote deutet auf finanzielle Stabilität hin. Die GuV zeigt, ob das Unternehmen profitabel arbeitet. Ein Unternehmen mit Gesamtvermögen von 1.000 Euro, davon 300 Euro Eigenkapital und 700 Euro Fremdkapital, hat eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent. Steigt das Eigenkapital im nächsten Jahr auf 350 Euro bei gleichbleibenden Gesamtvermögen, verbessert sich die Quote auf 35 Prozent – ein Zeichen für Gewinnthesaurierung.

Der Jahresüberschuss ist der Gewinn eines Unternehmens nach Abzug aller Ausgaben, Steuern und Zinsen vom Gesamtumsatz in einem Geschäftsjahr.

Der Jahresüberschuss ergibt sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), die Unternehmen am Ende eines Geschäftsjahres veröffentlichen. Er zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich verdient hat – nicht nur durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen, sondern nach Berücksichtigung aller Kosten. Dazu gehören Betriebsausgaben wie Löhne und Materialkosten, Abschreibungen auf Anlagen, Zinsaufwendungen für Kredite und vor allem die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.

Für Privatanleger ist der Jahresüberschuss eine zentrale Kennzahl, weil er zeigt, wie profitabel ein Unternehmen wirklich ist. Ein hoher und stabiler Jahresüberschuss deutet auf ein solides Geschäftsmodell hin. Anleger nutzen diese Größe, um die Gewinne pro Aktie (Earnings per Share, EPS) zu berechnen und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu bestimmen – beide wichtige Bewertungsmaßstäbe für Aktien.

Japanische Aktien sind Anteile an Unternehmen, die an der Börse in Japan notiert sind, typischerweise an der Tokyo Stock Exchange (TSE), und werden in der Währung Yen gehandelt.

Privatanleger außerhalb Japans können japanische Aktien entweder direkt über internationale Wertpapierdepots erwerben oder indirekt über Fonds und ETFs, die auf japanische Unternehmen spezialisiert sind. Der Direktkauf erfordert ein Depot mit Zugang zu japanischen Börsenplätzen; die indirekte Anlage über Fonds ist häufig niedrigschwelliger.

Japanische Aktien bieten Zugang zu führenden Unternehmen in Branchen wie Automobilbau, Elektronik, Maschinenbau und Pharmazie. Das Spektrum reicht von großen, international tätigen Konzernen bis zu kleineren, regional fokussierten Gesellschaften. Die Besonderheit liegt darin, dass der japanische Markt sich strukturell von westlichen Märkten unterscheidet: Familien- und Bankenstrukturen, langfristige Geschäftsbeziehungen (Keiretsu) und andere Governance-Praktiken prägen das Umfeld.

John A. Paulson ist ein amerikanischer Hedgefondsmanager, dessen Name in der Finanzwelt vor allem mit erfolgreichen Wetten gegen Markttrends und speziell gegen die US-amerikanische Immobilienblase Anfang der 2000er Jahre verbunden ist.

Paulson gründete 1994 seinen Hedgefonds und wurde bekannt, weil er systematisch Positionen aufbaute, die von fallenden Immobilienpreisen und zusammenbrechenden Hypothekenmärkten profitierten. Sein Ansatz basierte darauf, Schwachstellen in Finanzprodukten zu erkennen – insbesondere in hypothekengestützten Wertpapieren und Credit Default Swaps – und diese durch gezielte Short-Positionen auszunutzen. Diese Strategie wird als Contrarian-Investing bezeichnet, da sie gegen die vorherrschende Marktmeinung arbeitet.

Für Privatanleger ist Paulson relevant, weil sein Ansatz verdeutlicht, wie bedeutsam fundamentale Analyse und unabhängiges Denken im Finanzmarkt sind. Sein Erfolg zeigt, dass es möglich ist, Marktblasen zu erkennen, bevor sie platzen – allerdings erfordert dies tiefgehendes Wissen, Geduld und die Bereitschaft, gegen den Konsens zu wetten. Viele institutionelle Anleger und Vermögensverwalter orientieren sich an ähnlichen Ansätzen, um Risiken zu identifizieren.

Ein Joint Venture ist eine Geschäftsbeziehung, bei der zwei oder mehr unabhängige Unternehmen eine gemeinsame Betriebsstätte, ein Gemeinschaftsunternehmen oder ein Projekt gründen und betreiben, um ein wirtschaftliches Ziel zu erreichen und die damit verbundenen Risiken sowie Gewinne zu teilen.

Die Partner eines Joint Ventures bringen typischerweise unterschiedliche Ressourcen ein: Das eine Unternehmen stellt Kapital zur Verfügung, ein anderes technologisches Know-how, ein drittes möglicherweise Marktzugang oder Vertriebsstrukturen. Jeder Partner behält seine Unabhängigkeit, verpflichtet sich aber vertraglich zur Zusammenarbeit. Die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen und die Gewinnverteilung werden im Gründungsvertrag festgehalten.

Für Privatanleger ist das Joint-Venture-Modell relevant, weil börsennotierte Unternehmen häufig über solche Partnerschaften wachsen oder in neue Märkte expandieren. Wenn ein Konzern ein Joint Venture mit einem anderen Unternehmen eingeht, kann dies die Geschäftsaussichten und damit den Aktienkurs beeinflussen. Ein erfolgreiches Joint Venture kann neue Einnahmequellen erschließen; ein gescheitertes Projekt kann hingegen zu Wertberichtigungen und Kursverlusten führen.

Ein Jumbo-Pfandbrief ist eine Schuldverschreibung mit einem Emissionsvolumen von mindestens einer Milliarde Euro, die von Kreditinstituten begeben wird und durch erstrangige Hypotheken oder öffentliche Darlehen besichert ist.

Jumbo-Pfandbriefe entstehen durch die Bündelung von Forderungen, die als Deckungsmasse dienen. Ein Kreditinstitut sammelt beispielsweise Hypothekendarlehen von Immobilienkreditnehmern oder Darlehen an Kommunen und Staaten und verbrieft diese in einer großvolumigen Anleihe. Das Minimum von einer Milliarde Euro unterscheidet Jumbo-Pfandbriefe von kleineren Pfandbriefen und ermöglicht eine hohe Liquidität an den Börsen.

Die Besicherung durch konkrete Forderungen ist das Kernmerkmal. Fällt das emittierende Institut aus, haben Anleger einen Anspruch auf die Deckungsmasse – nicht nur auf das Insolvenzverfahren des Emittenten. Dies reduziert das Kreditrisiko erheblich. Zusätzlich unterliegen Pfandbriefe in Deutschland strengen regulatorischen Anforderungen: Der Wert der Deckungsmasse muss den Nennwert der Anleihen übersteigen (Überdeckungsprinzip), und es gelten Beleihungsgrenzen für die zugrunde liegenden Immobilien oder Darlehen.

Junge Aktien sind Aktien, die ein Unternehmen bei einer Kapitalerhöhung neu ausgibt und die denselben Stimmrechts- und Dividendenberechtigung haben wie bereits bestehende Aktien, aber oft zu einem vergünstigten Kurs an Altaktionäre ausgegeben werden.

Wenn ein börsennotiertes Unternehmen Kapital benötigt, kann es seine Aktionäre auffordern, zusätzliche Anteile zu erwerben – dies ist eine Kapitalerhöhung. Die dabei neu geschaffenen Aktien heißen Junge Aktien. Sie unterscheiden sich nicht in ihren wirtschaftlichen Rechten von den bereits im Umlauf befindlichen Altaktien: Sie berechtigen zum gleichen Stimmrecht in der Hauptversammlung und zur gleichen Dividende.

Der wesentliche praktische Unterschied liegt im Timing. Junge Aktien erhalten häufig erst ab einem bestimmten Stichtag volle Dividendenberechtigung, während Altaktien bereits Dividenden aus dem laufenden oder zurückliegenden Geschäftsjahr erhalten. Dies wird durch ein sogenanntes Bezugsrecht geregelt, das Altaktionären einen bevorzugten Zugang zu den Jungen Aktien zu einem festgelegten Kurs ermöglicht – typischerweise unter dem aktuellen Börsenkurs.

Junk Bonds sind Anleihen mit niedriger Bonität, deren Emittenten ein erhöhtes Ausfallrisiko aufweisen und denen Ratingagenturen deshalb eine Bewertung unterhalb des Investment-Grade-Bereichs zuweisen.

Während sichere Staatsanleihen oder Anleihen großer Konzerne mit stabilen Bilanzen höchste Kreditratings erhalten, werden Junk Bonds von Unternehmen mit schwacher Finanzlage, hoher Verschuldung oder unsicheren Geschätsaussichten begeben. Ratingagenturen wie Moody's oder Standard & Poor's klassifizieren diese Anleihen typischerweise mit Noten wie BB, B, CCC oder darunter – im Gegensatz zu Investment-Grade-Noten wie AAA bis BBB.

Das zentrale Merkmal von Junk Bonds ist die Risikoprämie: Anleger fordern deutlich höhere Zinsen als bei sicheren Anleihen, um das erhöhte Ausfallrisiko zu kompensieren. Ein Unternehmen mit schwacher Bonität könnte beispielsweise eine Anleihe mit 10.000 Euro Nennwert und 8 Prozent jährlichem Kupon begeben, während ein AAA-bewertetes Unternehmen für denselben Nennwert nur 3 Prozent Zinsen zahlen müsste. Der Anleger erhält also 800 Euro statt 300 Euro jährliche Zinszahlungen – aber mit deutlich höherem Risiko, dass das Unternehmen seine Schulden nicht bedienen kann.

Juristische Personen sind Organisationen wie Unternehmen, Stiftungen, Verbände oder Behörden, denen das Gesetz die Fähigkeit verleiht, selbst Träger von Rechten und Pflichten zu sein – unabhängig von den natürlichen Personen, die sie gründen oder verwalten.

Im börslichen Kontext begegnen Privatanleger juristischen Personen als Emittenten von Wertpapieren und als Anleger. Unternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung sind juristische Personen, die Aktien oder Anleihen ausgeben können. Dadurch können sie Kapital am Markt einsammeln. Eine Aktiengesellschaft etwa haftet mit ihrem Vermögen, nicht mit dem Vermögen ihrer Aktionäre – diese Trennung ist ein Kernmerkmal der juristischen Person.

Auch Investmentfonds werden häufig als juristische Personen strukturiert, beispielsweise als Kapitalanlagegesellschaften. Sie sammeln Anlegergelder, verwalten sie nach festgelegten Regeln und geben Anteile aus. Der Fonds selbst – nicht jeder einzelne Anleger – ist der Eigentümer der Wertpapiere im Portfolio.