Börsenlexikon
Valoren sind Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden und ihrem Besitzer Vermögensrechte oder Forderungsrechte verbriefen.
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (valor = Wert) und wird vor allem im deutschsprachigen Raum und in der Schweiz verwendet. Valoren umfassen alle handelbaren Wertpapiere: Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikate. Sie unterscheiden sich von bloßem Bargeld dadurch, dass sie einen Anspruch auf künftige Erträge oder Vermögenswerte darstellen, statt unmittelbar einen Gegenwert zu haben.
Für Privatanleger ist das Konzept der Valoren zentral, weil es die Grenze zwischen spekulativen Objekten und regulierten Vermögensanlagen markiert. Valoren unterliegen Börsenzulassungsregeln, Transparenzanforderungen und Schutzmechanismen. Wer Valoren kauft, erhält damit Rechte: Bei einer Aktie das Recht auf Unternehmensgewinne und Stimmrechte, bei einer Anleihe das Recht auf Zinszahlungen und Rückzahlung des Kapitals.
Die Valorennummer ist eine eindeutige Identifikationsnummer, die jedes an einer Börse gehandelte Wertpapier erhält und es weltweit von allen anderen Wertpapieren unterscheidet.
Die Valorennummer funktioniert als zentrales Erkennungsmerkmal im Wertpapierhandel. Sie besteht aus einer sechsstelligen Ziffernfolge und wird von der SIX Swiss Exchange, der Schweizer Börsenorganisation, vergeben. Jedes Wertpapier – ob Aktie, Anleihe, Fonds oder Derivat – erhält bei seiner Zulassung zum Handel eine eigene Nummer. Diese bleibt während der gesamten Lebensdauer des Wertpapiers gültig.
Für Privatanleger ist die Valorennummer vor allem bei der Ordererteilung und Depotabstimmung relevant. Wenn ein Anleger über einen Broker eine Aktie oder ein Fonds kaufen möchte, wird die Valorennummer verwendet, um exakt festzulegen, welches Wertpapier gehandelt werden soll. Dies verhindert Verwechslungen, etwa zwischen verschiedenen Klassen desselben Unternehmens oder zwischen ähnlich benannten Fonds. Besonders bei mehreren Indexfonds auf denselben Index ist die Valorennummer entscheidend, um das richtige Produkt zu identifizieren.
Der VDAX ist ein Volatilitätsindex, der die erwartete 30-Tage-Schwankungsintensität des DAX misst und aus Kursen von DAX-Indexoptionen berechnet wird.
Der VDAX funktioniert nach dem Prinzip der impliziten Volatilität. Anders als die historische Volatilität, die vergangene Kursbewegungen analysiert, zeigt der VDAX, welche Schwankungen Marktteilnehmer für die kommenden 30 Tage einpreisen. Die Berechnung basiert auf Kauf- und Verkaufspreisen von Optionen auf den DAX, insbesondere auf Calls und Puts verschiedener Ausübungspreise. Je höher die Optionsprämien sind, desto höher der VDAX – denn teurere Optionen signalisieren, dass Anleger mit stärkeren Preisbewegungen rechnen.
Für Privatanleger dient der VDAX als Stimmungsbarometer des Marktes. Ein niedriger VDAX-Stand (beispielsweise unter 15 Punkten) deutet auf Marktruhe und Anlegeroptimismus hin. Ein hoher VDAX (über 25 Punkte) signalisiert Unsicherheit, Angst oder erwartete Turbulenzen. Dadurch hilft der Index, die psychologische Verfassung des Marktes einzuschätzen – unabhängig davon, ob der DAX gerade steigt oder fällt. Ein steigender VDAX bei gleichzeitig fallendem DAX zeigt klassische Panik an, während ein fallender VDAX bei steigendem DAX Entspannung widerspiegelt.
Venture Capital ist Eigenkapital, das professionelle Investoren in junge, nicht börsennotierte Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial investieren, um durch Wertsteigerung oder späteren Verkauf Rendite zu erzielen.
Venture-Capital-Geber treten als aktive Gesellschafter ein und stellen neben Kapital typischerweise auch Managementerfahrung, Branchenkontakte und strategische Beratung zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie Anteile am Unternehmen und Mitspracherechte. Das Geschäftsmodell beruht auf der Annahme, dass die meisten Investitionen scheitern, einzelne jedoch extreme Renditen erzielen – etwa wenn ein Start-up später an einen größeren Konzern verkauft wird oder selbst börsenreif wird.
Funktionsweise und Risikoprofil
Ein Veräußerungsgewinn ist der positive Gewinn, der sich ergibt, wenn ein Wertpapier, eine Immobilie oder ein anderes Vermögensgut zu einem höheren Preis verkauft wird als dem ursprünglichen Kaufpreis.
Der Veräußerungsgewinn entsteht durch die Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den Anschaffungskosten. Für Privatanleger ist dieser Begriff zentral, weil Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalvermögen in den meisten Ländern steuerpflichtig sind. Die genaue Besteuerung hängt von der Art des Vermögensgegenstands, der Haltedauer und den jeweils geltenden Steuergesetzen ab.
Rechenbeispiel:
Volatilität ist das Ausmaß der Schwankungen eines Wertpapier- oder Marktpreises über einen bestimmten Zeitraum.
Die Volatilität misst, wie stark und wie häufig der Kurs eines Wertpapiers, eines Indexes oder einer anderen Anlage nach oben und unten schwankt. Sie wird üblicherweise als Standardabweichung der Renditen ausgedrückt und in Prozent angegeben. Eine hohe Volatilität bedeutet große Preissprünge, eine niedrige Volatilität bedeutet stabile, gleichmäßige Kursbewegungen.
Für Privatanleger ist Volatilität ein zentrales Risikomaß. Sie zeigt an, wie unsicher die zukünftige Wertentwicklung einer Anlage ist. Ein Aktienfonds mit hoher Volatilität kann innerhalb kurzer Zeit deutlich an Wert gewinnen oder verlieren, während ein stabiler Rentenfonds mit niedriger Volatilität eher ruhige, vorhersehbare Bewegungen aufweist. Anleger mit langem Anlagehorizont können höhere Volatilität oft tolerieren, da kurzfristige Schwankungen weniger ins Gewicht fallen. Anleger, die ihr Geld bald benötigen, sollten eher zu weniger volatilen Anlagen greifen.
Die Vorbörse ist der Handel mit Wertpapieren vor dem offiziellen Handelsstart der regulären Börsenöffnung, in dem Kurse auf Basis von Angebot und Nachfrage festgestellt werden, ohne dass dabei die volle Liquidität und Marktbreite der Haupthandelszeit zur Verfügung stehen.
In Deutschland findet der Vorbörsenhandel typischerweise einige Stunden vor der offiziellen Eröffnung der Xetra statt. Privatanleger können über ihre Banken und Broker an diesem frühen Handel teilnehmen, um auf Nachrichten zu reagieren, die über Nacht oder vor Börseneröffnung bekannt geworden sind – etwa Quartalsergebnisse, Gewinnwarnungen oder makroökonomische Daten aus anderen Zeitzonen.
Der Vorbörsenhandel unterscheidet sich von der regulären Handelszeit in mehreren wesentlichen Punkten. Die Handelsvolumina sind deutlich geringer, weshalb die Geld-Brief-Spannen (Spreads) breiter ausfallen. Ein Wertpapier, das um 9:00 Uhr mit einem Spread von 0,02 Euro gehandelt wird, kann in der Vorbörse einen Spread von 0,10 Euro oder mehr aufweisen. Dies macht Transaktionen teurer. Zudem können einzelne größere Kauf- oder Verkaufsaufträge den Kurs stärker bewegen als während der Haupthandelszeit, weil weniger Marktteilnehmer zur Verfügung stehen, um diese Aufträge aufzunehmen.
Der Vorstand ist das oberste Geschäftsorgan einer Aktiengesellschaft, das für die Geschäftsführung und Vertretung des Unternehmens nach außen verantwortlich ist.
Der Vorstand leitet die täglichen Geschäfte und setzt die Strategie des Unternehmens um. Er besteht aus einer oder mehreren Personen, die vom Aufsichtsrat ernannt und abberufen werden. Die Größe und Zusammensetzung des Vorstands hängt von der Unternehmensgröße und der Satzung ab; große börsennotierte Konzerne haben häufig einen Vorstand aus 5 bis 15 Mitgliedern, kleinere Aktiengesellschaften oft nur einen Vorstand.
Jedes Vorstandsmitglied trägt persönliche Verantwortung für seine Entscheidungen. Der Vorstandsvorsitzende (CEO) koordiniert die Arbeit und ist oft das Gesicht des Unternehmens gegenüber Öffentlichkeit und Investoren. Weitere typische Positionen sind der Finanzvorstand (CFO), der Technologie- oder Produktionsvorstand sowie der Vorstand für Personal und Recht.

