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Börsenlexikon

Venture Capital ist Eigenkapital, das professionelle Investoren in junge, nicht börsennotierte Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial investieren, um durch Wertsteigerung oder späteren Verkauf Rendite zu erzielen.

Venture-Capital-Geber treten als aktive Gesellschafter ein und stellen neben Kapital typischerweise auch Managementerfahrung, Branchenkontakte und strategische Beratung zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie Anteile am Unternehmen und Mitspracherechte. Das Geschäftsmodell beruht auf der Annahme, dass die meisten Investitionen scheitern, einzelne jedoch extreme Renditen erzielen – etwa wenn ein Start-up später an einen größeren Konzern verkauft wird oder selbst börsenreif wird.

Funktionsweise und Risikoprofil

Venture-Capital-Investoren konzentrieren sich auf frühe Phasen: die Seed-Phase mit Konzeptentwicklung, die Series A mit Produktentwicklung oder Series B/C mit Marktexpansion. Ein typisches Szenario: Ein Investor stellt 5 Millionen Euro in ein Software-Start-up bereit und erhält 20 Prozent der Anteile. Fünf Jahre später wird das Unternehmen für 100 Millionen Euro verkauft – der Investor erhält 20 Millionen Euro, also eine vierfache Rendite auf sein Kapital. Gleichzeitig können Investitionen auch vollständig verloren gehen.

Bedeutung für Privatanleger

Privatanleger haben üblicherweise keinen direkten Zugang zu Venture-Capital-Deals. Stattdessen können sie über spezialisierte Fonds oder Beteiligungsplattformen indirekt investieren. Diese Fonds sammeln Kapital von vielen Investoren und verteilen es auf ein Portfolio aus Start-ups, um das Risiko zu streuen. Allerdings ist Venture Capital mit hohen Anforderungen verbunden: lange Bindungsfristen (oft 7 bis 10 Jahre), hohe Mindestanlagesummen, begrenzte Liquidität und erhebliche Verlustrisiken.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Venture Capital unterscheidet sich von Private Equity, das sich eher auf etablierte, reifere Unternehmen konzentriert. Ähnlich strukturiert ist Seed Capital, das jedoch speziell für die früheste Entwicklungsphase gedacht ist. Mezzanine Capital stellt eine Zwischenform dar, die Merkmale von Fremd- und Eigenkapital kombiniert. Der Unterschied zu klassischen Aktienkäufen liegt darin, dass Venture-Capital-Investoren langfristig gebunden sind und operative Kontrolle ausüben, während Börseninvestoren ihre Anteile jederzeit verkaufen können.