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Börsenlexikon

Ein Makler ist ein Finanzdienstleister, der Kauf- und Verkaufsaufträge von Kunden an der Börse ausführt und dafür eine Gebühr (Provision) erhält, ohne dabei selbst als Eigentümer der Wertpapiere zu fungieren.

Der Makler nimmt eine Vermittlerposition ein. Ein Privatanleger erteilt dem Makler einen Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren. Der Makler leitet diesen Auftrag an die Börse weiter, sucht einen Gegenpart (Käufer oder Verkäufer) und führt die Transaktion aus. Die Abwicklung erfolgt im Namen und auf Rechnung des Kunden – der Makler tritt nicht selbst als Käufer oder Verkäufer auf.

Provisionsmodelle

Management Buy-In (MBI) ist der Kauf eines Unternehmens oder einer Unternehmenssparte durch ein externes Managementteam, das nach dem Erwerb die Führungsverantwortung übernimmt.

Bei einem Management Buy-In treten Führungskräfte von außen in ein bestehendes Unternehmen ein und erwerben gleichzeitig Anteile daran. Sie bringen ihre Fachkompetenz und ihre Visionen mit, um das Unternehmen zu restrukturieren oder zu entwickeln. Dies unterscheidet sich grundlegend von einem Management Buy-Out (MBO), bei dem das bestehende interne Management das Unternehmen von den bisherigen Eigentümern übernimmt.

Ablauf und Finanzierung

Ein Management Buy-Out (MBO) ist der Kauf eines Unternehmens oder von Unternehmensteilen durch das bestehende Management mit externer Finanzierung, wobei die Manager nach dem Kauf Anteile am erworbenen Unternehmen halten.

Bei einem MBO erwerben die Geschäftsführer und leitenden Angestellten das Unternehmen, in dem sie tätig sind, von den bisherigen Eigentümern. Die erforderliche Kaufsumme wird typischerweise durch eine Mischung aus Eigenkapital der Manager, Bankdarlehen und Mezzanine-Kapital (Finanzierungsinstrumente mit Merkmalen von Fremd- und Eigenkapital) aufgebracht. Häufig sind auch Private-Equity-Fonds als Geldgeber beteiligt, die neben dem Management Anteile erwerben.

Das Geschäftsmodell beruht auf dem Gedanken, dass das bestehende Management das Unternehmen am besten kennt und daher effizienter führen kann, wenn es wirtschaftlich an dessen Erfolg beteiligt ist. Nach dem Kauf können die neuen Eigentümer das Unternehmen sanieren, modernisieren oder durch Kosteneinsparungen rentabler machen, um später einen Gewinn zu erzielen – etwa durch den Verkauf an einen strategischen Käufer oder durch einen Börsengang.

Ein Mantel ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft ohne operatives Geschäft, deren Hauptvermögenswert die Börsennotierung selbst ist.

Der Mantel entsteht typischerweise, wenn ein börsennotiertes Unternehmen seine Geschäftstätigkeit vollständig einstellt oder aufgibt, die Börsennotierung aber bestehen bleibt. Das Unternehmen verfügt dann über eine Kotierung an einer Börse, besitzt aber keine oder nur minimale wirtschaftliche Aktivitäten. Die Bilanz enthält häufig nur noch Bargeld, Schulden oder wertlose Vermögenswerte.

Für Anleger ist der Mantel relevant, weil er ein Instrument für sogenannte Mantelübernahmen darstellt. Ein Unternehmer oder eine Investorengruppe kann einen Mantel erwerben und sein eigenes operatives Geschäft in diese börsennotierte Hülle einbringen – eine Alternative zum klassischen Börsengang (IPO). Dies spart Zeit und Kosten gegenüber einem Börsengang, da die regulatorischen Hürden und die Notierungsvoraussetzungen bereits erfüllt sind. Das übernehmende Unternehmen wird dadurch unmittelbar börsennotiert, ohne den aufwendigen IPO-Prozess durchlaufen zu müssen.

Marc Faber ist ein Schweizer Vermögensverwalter und Finanzkommentator, der durch seine regelmäßigen Marktanalysen und Prognosen zur Vermögensverteilung bekannt ist.

Faber ist insbesondere für seinen Ansatz der globalen Vermögensallokation bekannt, bei dem er Privatanleger und institutionelle Investoren dazu rät, ihre Portfolios bewusst auf verschiedene Anlageklassen und geografische Regionen zu verteilen. Seine Empfehlungen beziehen sich häufig auf die Kombination von Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Immobilien sowie auf Investitionen in Schwellenländer neben etablierten Märkten.

Für Privatanleger ist Fabers Ansatz relevant, weil er ein einfaches Diversifizierungsprinzip vertritt: Statt das gesamte Vermögen in eine einzelne Anlageklasse oder Region zu konzentrieren, sollten Anleger ihr Kapital systematisch auf mehrere Bereiche aufteilen. Dies soll das Risiko senken und die Chancen auf stabile Renditen erhöhen. Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Anleger mit 100.000 Euro könnte diese auf 25.000 Euro Aktien aus Industrieländern, 25.000 Euro Aktien aus Schwellenländern, 25.000 Euro Anleihen und 25.000 Euro Rohstoffe oder alternative Anlagen verteilen, anstatt alles in einen einzelnen Aktienfonds zu legen.

Marge ist die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers oder zwischen Einnahmen und Kosten einer Transaktion, ausgedrückt als absolute Summe oder als Prozentsatz.

Die Marge beschreibt den Gewinnspielraum bei Finanzgeschäften. Im börslichen Handel entsteht sie durch die Spanne zwischen dem Geld- und Briefkurs: Der Geldkurs ist der Preis, zu dem ein Käufer ein Wertpapier erwerben kann, der Briefkurs der Preis, zu dem ein Verkäufer es abgeben kann. Diese Spanne kompensiert den Market Maker oder die Börse für das Bereitstellungsrisiko.

Für Privatanleger ist die Marge in mehreren Kontexten relevant. Beim Aktienhandel wirkt sich eine breite Geld-Brief-Spanne direkt auf die Handelskosten aus: Ein Anleger, der eine Aktie kauft und sofort wieder verkauft, erleidet einen Verlust in Höhe dieser Marge. Bei liquiditätsstarken Titeln wie DAX-Aktien ist die Spanne oft sehr klein (wenige Cent), bei dünn gehandelten Papieren kann sie mehrere Prozent betragen.

Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Anleger beim Kauf von Wertpapieren oder Derivaten auf Kredit hinterlegen muss, um das Ausfallrisiko des Brokers zu begrenzen.

Die Margin funktioniert wie eine Kaution: Der Broker verlangt vom Anleger, einen bestimmten Prozentsatz des Transaktionswerts selbst zu bezahlen, während er den Rest kreditiert. Dies schützt den Broker vor Verlusten, falls der Kunde seine Schulden nicht bedienen kann. Der Anleger erhält damit Hebelwirkung – er kann mit weniger eigenem Geld größere Positionen kontrollieren, trägt aber auch überproportionale Gewinne und Verluste.

Ein konkretes Beispiel: Ein Privatanleger möchte 10.000 Euro Aktien kaufen, die Margin-Anforderung beträgt 50 Prozent. Der Anleger zahlt 5.000 Euro Margin ein, der Broker finanziert die restlichen 5.000 Euro. Steigen die Aktien um 20 Prozent auf 12.000 Euro, gewinnt der Anleger 2.000 Euro – eine Rendite von 40 Prozent auf seine 5.000 Euro Einsatz. Fallen die Aktien um 20 Prozent auf 8.000 Euro, verliert er 2.000 Euro und damit 40 Prozent seines Einsatzes.

Market Maker sind Finanzunternehmen oder Börsenhändler, die sich verpflichten, für bestimmte Wertpapiere kontinuierlich Kauf- und Verkaufspreise zu stellen und damit Liquidität bereitzustellen.

Ein Market Maker funktioniert als ständiger Handelspartner. Er veröffentlicht gleichzeitig einen Geldkurs (bid), zu dem er kauft, und einen Briefkurs (ask), zu dem er verkauft. Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen heißt Spread und ist sein Geschäftsgewinn. Beispiel: Ein Market Maker stellt für eine Aktie einen Geldkurs von 99,50 Euro und einen Briefkurs von 100,00 Euro. Kauft ein Anleger 100 Anteile, zahlt er 10.000 Euro; verkauft ein anderer Anleger 100 Anteile, erhält er 9.950 Euro. Der Market Maker verdient die 50 Euro Differenz, unabhängig davon, wie sich der Kurs entwickelt.

Für Privatanleger ist das Market-Maker-Modell relevant, weil es die Handelskosten direkt beeinflusst. Ein enger Spread (kleine Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) reduziert die Transaktionskosten; ein breiter Spread erhöht sie. Bei illiquiden Wertpapieren, für die weniger Market Maker aktiv sind, fallen die Spreads typischerweise größer aus. Umgekehrt konkurrieren Market Maker bei populären Aktien oder großen Indizes um enge Spreads, weil hier hohes Handelsvolumen lockt.

Ein Market Outperformer ist ein Wertpapier oder Fonds, dessen Rendite die Rendite eines Vergleichsmaßstabs (Benchmark) über einen bestimmten Zeitraum hinaus übertrifft.

Der Begriff beschreibt die relative Wertentwicklung im Vergleich zu einem vordefinierten Index oder einer Vergleichsgruppe. Während ein Wertpapier in absoluten Zahlen Gewinne erzielen kann, wird es erst dann als Market Outperformer bezeichnet, wenn es seinen Benchmark konsistent übersteigt. Dies ist die Kernaufgabe aktiv verwalteter Fonds und einzelner Aktienpicks – sie sollen den Markt „schlagen".

Funktionsweise und Berechnung

Market Performer ist eine Bewertungskategorie für Aktien oder Fonds, bei der die erwartete oder beobachtete Rendite dem Marktdurchschnitt (Benchmark) entspricht, ohne diesen signifikant zu über- oder zu unterschreiten.

Diese Kategorie wird von Analysten und Ratingagenturen verwendet, um Wertpapiere in ein einfaches Klassifizierungssystem einzuordnen. Typischerweise existieren drei bis vier Kategorien: Outperformer (besser als der Markt), Market Performer (marktkonform) und Underperformer (schlechter als der Markt). Ein Market Performer entwickelt sich also in Einklang mit seiner relevanten Vergleichsgruppe.

Die praktische Bedeutung für Privatanleger liegt darin, dass diese Einordnung Orientierung bietet. Wer eine Aktie oder einen Fonds als Market Performer bewertet sieht, kann davon ausgehen, dass das Wertpapier weder besondere Chancen noch erhebliche Risiken im Vergleich zur Gesamtentwicklung seines Marktsegments aufweist. Dies macht Market Performer interessant für Anleger, die eine stabile, marktübliche Entwicklung anstreben, ohne auf Spekulationen zu setzen.

Market Underperformer ist eine Aktie oder ein Wertpapier, dessen Kursrendite über einen definierten Zeitraum unter der Rendite eines relevanten Marktindex oder einer Vergleichsgruppe liegt.

Der Begriff beschreibt das relative Anlageergebnis. Ein Market Underperformer schneidet nicht absolut schlecht ab – die Aktie kann durchaus an Wert gewinnen – sondern verliert im direkten Vergleich zu einem Benchmark. Typische Benchmarks sind der DAX für deutsche Standardwerte, der MSCI World für global diversifizierte Portfolios oder branchenspezifische Indizes wie der STOXX Europe 600 für europäische Großkonzerne.

Die praktische Relevanz ergibt sich aus der Performancemessung. Fondsmanager werden regelmäßig daran gemessen, ob ihre Fonds den Benchmark schlagen oder verfehlen. Ein Privatanleger, der ein Einzelwertpapier oder einen aktiv verwalteten Fonds hält, der zum Market Underperformer wird, könnte mit einem passiven Indexfonds besser gefahren sein. Dies ist ein Grund, warum viele Anleger zu ETFs greifen, die einen Index einfach nachbilden.

Marktkapitalisierung ist das Produkt aus dem aktuellen Börsenkurs einer Aktie und der Gesamtzahl ihrer ausgegebenen Aktien und gibt damit den Gesamtwert an, den der Markt einem Unternehmen beimisst.

Die Marktkapitalisierung wird berechnet, indem der aktuelle Aktienkurs mit der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien multipliziert wird. Sie spiegelt nicht den Buchwert oder die Substanz eines Unternehmens wider, sondern die kollektive Erwartungshaltung von Marktteilnehmern über zukünftige Gewinne, Wachstumschancen und Risiken.

Praktisches Rechenbeispiel: Ein Unternehmen hat 50 Millionen Aktien ausgegeben. Der aktuelle Aktienkurs beträgt 40 Euro pro Aktie. Die Marktkapitalisierung berechnet sich dann wie folgt: 50 Millionen Aktien × 40 Euro = 2 Milliarden Euro. Notiert die Aktie am nächsten Tag bei 42 Euro, steigt die Marktkapitalisierung auf 2,1 Milliarden Euro – ohne dass sich an den Geschäftsabläufen oder Vermögenswerten des Unternehmens etwas geändert hat.

Der MDAX ist ein Aktienindex der Deutschen Börse, der die 50 größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung abbildet, die nicht bereits im DAX notiert sind.

Der MDAX ergänzt den DAX um eine zweite Reihe von Standardwerten und schafft damit eine breitere Abbildung des deutschen Kapitalmarkts. Während der DAX die 40 Leitaktien darstellt, konzentriert sich der MDAX auf mittelgroße und große Unternehmen der nächsten Kategorie. Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft; Unternehmen können aufsteigen, wenn ihre Marktkapitalisierung die DAX-Schwelle überschreitet, oder absteigen, wenn sie zu klein werden.

Für Privatanleger ist der MDAX ein wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelstandssegments in Deutschland. Viele dieser Unternehmen sind Hidden Champions – international erfolgreiche Spezialisten, die weniger Aufmerksamkeit erhalten als DAX-Konzerne. Der Index wird nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet, was bedeutet, dass größere Unternehmen einen stärkeren Einfluss auf die Indexentwicklung haben als kleinere.

Ein Mehrheitsaktionär ist eine natürliche oder juristische Person, die mehr als 50 Prozent der Stimmrechte an einem börsennotierten oder nicht börsennotierten Unternehmen hält.

Durch die Mehrheit der Stimmrechte kann ein Mehrheitsaktionär Entscheidungen auf der Hauptversammlung allein treffen. Er bestimmt damit faktisch die Geschäftspolitik, wählt oder entlässt den Vorstand, beschließt die Gewinnverteilung und kann strategische Veränderungen wie Fusionen oder Kapitalmaßnahmen durchsetzen. Andere Aktionäre haben dagegen nur begrenzte Einflussmöglichkeiten.

Für Privatanleger ist diese Konstellation relevant, weil sie die Governance und Risiken des Unternehmens prägt. Ein Mehrheitsaktionär kann Beschlüsse treffen, die seinen Interessen nutzen, aber den Minderheitsaktionären schaden – etwa durch Gewinnthesaurierung statt Dividendenzahlung oder durch Transaktionen zu ungünstigen Bedingungen mit nahestehenden Unternehmen. In solchen Fällen sprechen Fachleute von Minderheitenschutz-Risiken.

Eine Minderaktie ist eine Aktie, deren Nennwert kleiner ist als der Nennwert der Standardaktien desselben Unternehmens und die dadurch Anlegern mit geringerem Kapital den Zugang zur Beteiligung ermöglicht.

Unternehmen können ihre Grundkapitalstruktur so gestalten, dass neben Standardaktien auch Aktien mit niedrigerem Nennwert existieren. Dies geschieht häufig durch Kapitalmaßnahmen wie Aktiensplits oder bei der Neugründung. Besitzt ein Unternehmen beispielsweise einen Grundkapitalbestand von 1 Million Euro und gibt es 100.000 Standardaktien mit je 10 Euro Nennwert aus, kann es gleichzeitig auch Minderaktien mit 5 Euro oder 1 Euro Nennwert begeben. Diese haben die gleichen Rechte wie Standardaktien – Stimmrecht in der Hauptversammlung, Gewinnbeteiligung, Liquidationsanspruch – nur eben proportional zum niedrigeren Nennwert.

Für Privatanleger ist die Minderaktie vor allem eine psychologische und praktische Erleichterung: Sie senkt die absolute Geldmenge, die für den Kauf einer einzelnen Aktie erforderlich ist. Allerdings ist dieser Vorteil in der modernen Börsenpraxis deutlich geringer als früher, da Privatanleger über Makler und Online-Broker auch Bruchteile von Aktien erwerben können. Dennoch existieren Minderaktien weiterhin, insbesondere bei älteren börsennotierten Unternehmen.

Ein Minderheitsaktionär ist ein Aktionär, dessen Anteil an einem Unternehmen so gering ist, dass er keinen Einfluss auf die Geschäftsführung oder strategische Entscheidungen nehmen kann.

Funktionsweise und Bedeutung

Die genaue Grenze zwischen Minderheit und Mehrheit ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern ergibt sich aus der Verteilung der Stimmrechte. Typischerweise gilt ein Aktionär als Minderheitsaktionär, wenn sein Anteil deutlich unter 50 Prozent liegt – in der Praxis oft schon ab Anteilen unter 25 oder 10 Prozent, je nach Streuung der übrigen Aktien. Ein Minderheitsaktionär kann zwar an der Hauptversammlung teilnehmen, abstimmen und Informationsrechte wahrnehmen, hat aber keine Kontrolle über Vorstand und Aufsichtsrat.

Eine Minusankündigung ist die Mitteilung einer Börse oder eines Handelssystems, dass eine Aktie oder ein anderes Wertpapier in den kommenden Handelstagen aus dem Index oder der Handelsliste ausscheiden wird.

Die Minusankündigung wird typischerweise mehrere Tage vor dem tatsächlichen Ausscheiden veröffentlicht. Sie informiert Marktteilnehmer darüber, dass ein Wertpapier die Aufnahmekriterien nicht mehr erfüllt oder dass eine indexverwaltende Stelle eine Entfernung beschlossen hat. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Das Unternehmen wurde von einem anderen übernommen, die Liquidität ist unter die erforderliche Mindestgrenze gefallen, oder der Index wurde restrukturiert.

Für Privatanleger ist die Minusankündigung aus mehreren Gründen relevant. Erstens signalisiert sie oft Probleme: Eine Entfernung aus einem großen Index wie dem DAX deutet häufig auf wirtschaftliche Schwierigkeiten hin. Zweitens führt eine Minusankündigung oft zu Kursveränderungen. Viele Indexfonds und passiv verwaltete Fonds müssen das Wertpapier nach der Ankündigung verkaufen, um ihre Indexabbildung zu wahren. Dies kann zu erhöhtem Verkaufsdruck und fallenden Kursen führen – ein Effekt, der bereits vor dem tatsächlichen Ausscheidungstag eintreten kann.

Minusankündigung doppelt ist eine Notierungsart an der Börse, bei der ein Kurs mit dem Zusatz „–" (Minus) versehen wird und signalisiert, dass der nächste Kurs voraussichtlich unter dem aktuellen Niveau liegen wird; das Attribut „doppelt" bedeutet, dass dieser Minusvermerk zweimal hintereinander aufgetreten ist.

Diese Notation dient als Warnsignal für Marktteilnehmer. Wenn ein Wertpapier mit Minusankündigung gehandelt wird, teilt die Börse mit, dass Verkaufsdruck besteht und die nächste Notierung mit hoher Wahrscheinlichkeit niedriger ausfallen wird als der aktuelle Kurs. Tritt dieses Phänomen zweimal in Folge auf – also „doppelt" –, verstärkt sich das Signal für einen anhaltenden Abwärtstrend.

Für Privatanleger ist die Minusankündigung doppelt ein Indikator für erhöhte Verkaufsbereitschaft. Wer beispielsweise eine Aktie hält und sieht, dass sie mit Minusankündigung doppelt notiert wird, kann dies als Zeichen interpretieren, dass weitere Kursverluste unmittelbar bevorstehen. Umgekehrt kann ein Käufer, der auf einen Einstiegspunkt wartet, dies als Hinweis verstehen, dass der Kurs noch weiter fallen könnte, bevor sich die Situation stabilisiert.

Minusankündigung dreifach ist eine Börsenmitteilung, mit der ein Emittent ankündigt, dass er eine Anleihe, ein Zertifikat oder ein anderes Wertpapier mit Rückzahlungsverpflichtung zum Nennwert tilgen wird, obwohl der aktuelle Kurs über diesem Nennwert liegt.

Das Wort „dreifach" bezieht sich auf drei aufeinanderfolgende Ankündigungen oder Veröffentlichungen derselben Tilgungsmitteilung, die an unterschiedlichen Tagen erfolgen. Diese wiederholte Ankündigung soll sicherstellen, dass alle Marktteilnehmer, insbesondere Privatanleger, von der bevorstehenden Tilgung in Kenntnis gesetzt werden und keine Überraschungen entstehen.

Konkret funktioniert dies so: Ein Emittent teilt mit, dass er eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einem aktuellen Kurs von 1.050 Euro zum Stichtag X zu 100 Prozent des Nennwerts (also zu 1.000 Euro) zurückzahlen wird. Diese Information wird an Tag 1, Tag 2 und Tag 3 wiederholt veröffentlicht. Anleger, die die Anleihe zu 1.050 Euro gekauft haben, erleiden damit einen Verlust von 50 Euro pro Papier, da sie nur den Nennwert zurückerhalten.

Eine Minusankündigung ist die Mitteilung eines Emittenten, dass er eine Anleihe oder ein anderes Wertpapier nicht wie geplant begibt oder die Begebung reduziert.

Bei der Vorbereitung einer Wertpapieremission teilt das emittierende Unternehmen oder der Staat zunächst ein geplantes Emissionsvolumen mit – etwa eine Anleihe im Umfang von 500 Millionen Euro. Während der Zeichnungsfrist sammelt der Emittent Gebote von Investoren. Zeigt sich, dass die Nachfrage schwächer ausfällt als erwartet oder dass die Marktbedingungen ungünstiger werden, kann der Emittent eine Minusankündigung veröffentlichen. Diese besagt, dass das Volumen reduziert wird – beispielsweise auf 350 Millionen Euro – oder die Emission ganz entfällt.

Für Privatanleger ist die Minusankündigung ein Warnsignal. Sie deutet darauf hin, dass der Markt das Papier weniger attraktiv findet als erhofft. Das kann verschiedene Gründe haben: gestiegene Zinsen, verschlechterte Bonität des Emittenten, ungünstige gesamtwirtschaftliche Entwicklungen oder einfach ein Überangebot ähnlicher Wertpapiere. Eine Minusankündigung kann bedeuten, dass der Emittent seine Konditionen (Zinssatz, Laufzeit) neu bewerten oder sogar erhöhen muss, um noch Investoren zu gewinnen.

Mischfonds sind Investmentfonds, die gleichzeitig in mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente investieren, um durch die Streuung das Risiko zu senken und eine ausgewogene Rendite-Risiko-Kombination zu erreichen.

Ein Mischfonds wird von einem Fondsmanager verwaltet, der das Kapital der Anleger nach einer vorab definierten Strategie auf verschiedene Anlageklassen verteilt. Ein typisches Portfolio könnte beispielsweise 50 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen und 10 Prozent Geldmarktinstrumente enthalten. Diese Quote ist nicht starr, sondern wird je nach Marktlage und Fondsstrategie angepasst. Mischfonds unterscheiden sich von reinen Aktienfonds oder Rentenfonds dadurch, dass sie von vornherein diversifizieren und nicht nur auf eine Anlageklasse setzen.

Mischfonds eignen sich besonders für Anleger, die eine breite Streuung wünschen, ohne selbst mehrere verschiedene Fonds kaufen zu müssen. Sie reduzieren das Risiko durch Diversifikation: Wenn Aktienmärkte schwach laufen, können Anleihenerträge stabilisierend wirken. Die Volatilität (Schwankungsbreite) ist typischerweise niedriger als bei reinen Aktienfonds, aber höher als bei reinen Rentenfonds.

Mittelstandsanleihen kaufen bedeutet, dass ein Privatanleger Schuldverschreibungen von mittelständischen Unternehmen erwirbt und damit dem Emittenten Kapital zur Verfügung stellt, wofür er regelmäßige Zinsertträge und die Rückzahlung des Nennwerts erhält.

Mittelstandsanleihen sind Anleihen, die von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) begeben werden – also Firmen, die typischerweise nicht an der Börse notiert sind und keinen Zugang zum Kapitalmarkt über klassische Bankenkredite haben. Durch den Kauf einer solchen Anleihe wird der Privatanleger zum Gläubiger des Unternehmens. Im Gegensatz zu Aktien hat der Anleger bei Insolvenz eine vorrangige Forderung, trägt aber auch kein Gewinnbeteiligungsrecht.

Mittelstandsanleihen werden oft am Freiverkehr von Börsen oder auf speziellen Handelsplattformen gehandelt. Sie bieten typischerweise höhere Renditen als Staatsanleihen oder Anleihen großer, bonitätsstarker Konzerne, da das Ausfallrisiko größer ist. Ein Privatanleger, der eine Mittelstandsanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 6 Prozent pro Jahr kauft, erhält jährlich 600 Euro Zinsen. Nach fünf Jahren wird der Nennwert von 10.000 Euro zurückgezahlt – vorausgesetzt, das Unternehmen erfüllt seine Zahlungsverpflichtungen.

Momentum ist die Geschwindigkeit und Stärke, mit der sich der Kurs eines Wertpapiers oder eines Index in eine bestimmte Richtung bewegt.

Das Konzept basiert auf der Beobachtung, dass Kursbewegungen nicht zufällig erfolgen, sondern eine Trägheit aufweisen: Ein Wertpapier, das über einen bestimmten Zeitraum gestiegen ist, tendiert dazu, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen – zumindest kurzfristig. Dasselbe gilt umgekehrt für fallende Kurse. Privatanleger und professionelle Trader nutzen Momentum als Anhaltspunkt, um Markttrends zu erkennen und davon zu profitieren.

Das Momentum wird üblicherweise als Differenz zwischen dem aktuellen Kurs und dem Kurs vor einem definierten Zeitraum berechnet. Ein häufig verwendeter Zeitraum sind 12 Monate. Angenommen, eine Aktie notierte vor 12 Monaten bei 80 Euro und kostet heute 100 Euro, beträgt das 12-Monats-Momentum +20 Euro oder +25 Prozent. Ein positives Momentum deutet auf Aufwärtsdynamik hin, ein negatives auf Abwärtsdynamik.

Moneyness beschreibt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Kurs eines Basiswerts und dem Ausübungspreis einer Option und bestimmt damit, ob die Option bei Ausübung einen inneren Wert hätte.

Moneyness ist ein Konzept aus der Optionspreistheorie, das Privatanleger nutzen, um schnell zu erfassen, wie weit eine Option „im Geld" oder „aus dem Geld" ist. Es gibt drei Zustände:

In-the-money (ITM): Die Option hätte bei sofortiger Ausübung einen positiven inneren Wert. Bei einer Kaufoption (Call) liegt der aktuelle Kurs des Basiswerts über dem Ausübungspreis; bei einer Verkaufsoption (Put) liegt er darunter. Eine solche Option ist aus Sicht des Käufers günstig, weil sie sofort profitable wäre.

Montanwerte sind Aktien von Unternehmen, die in den Bereichen Bergbau, Stahl- und Hüttenindustrie tätig sind und deren Kursentwicklung stark von Rohstoffpreisen, insbesondere Eisenerz und Kohle, abhängt.

Der Begriff stammt aus der Zeit, als die Montanindustrie – das heißt die Gewinnung und Verarbeitung von Erzen und Kohle – einen prägenden Wirtschaftszweig darstellte. Montanwerte umfassen Bergbaukonzerne, die Rohstoffe fördern, sowie Stahlhersteller und Hüttenwerke, die diese Rohstoffe weiterverarbeiten. Typische Vertreter sind große europäische und globale Konzerne in diesem Sektor.

Die Kurse von Montanwerten reagieren empfindlich auf Veränderungen der Rohstoffpreise. Steigen die Preise für Eisenerz oder Kohle an den internationalen Rohstoffmärkten, profitieren Förderunternehmen von höheren Verkaufserlösen, was oft zu Kursgewinnen führt. Umgekehrt belasten fallende Rohstoffpreise die Gewinne und drücken die Aktienkurse. Zusätzlich beeinflussen Faktoren wie die globale Konjunktur, Wechselkurse und regulatorische Änderungen – etwa strengere Umweltauflagen – die Rentabilität dieser Unternehmen.

Ein Musterdepot ist eine Simulation eines Wertpapierdepots, in der Privatanleger Kauf- und Verkaufsentscheidungen ohne echtes Geld treffen und deren Entwicklung verfolgen können.

Das Musterdepot funktioniert nach demselben Prinzip wie ein echtes Depot: Der Anleger wählt Wertpapiere aus – Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen – und „kauft" diese mit einem virtuellen Startkapital. Die Kurse werden in Echtzeit oder zeitverzögert aktualisiert, sodass der Anleger sieht, wie sich sein simuliertes Portfolio entwickelt. Gewinne und Verluste werden berechnet, ohne dass echtes Vermögen auf dem Spiel steht.

Für Privatanleger bietet das Musterdepot mehrere Vorteile. Anfänger können ihre Anlagestrategie risikofrei testen, bevor sie eigenes Geld investieren. Sie lernen, wie Kursschwankungen ihre Positionen beeinflussen, und können verschiedene Szenarien durchspielen: Wie hätte sich ein breit gestreutes Portfolio aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen in den letzten Monaten entwickelt? Wie wirkt sich der Kauf zusätzlicher Positionen auf die Diversifikation aus?