Börsenlexikon
Market Underperformer ist eine Aktie oder ein Wertpapier, dessen Kursrendite über einen definierten Zeitraum unter der Rendite eines relevanten Marktindex oder einer Vergleichsgruppe liegt.
Der Begriff beschreibt das relative Anlageergebnis. Ein Market Underperformer schneidet nicht absolut schlecht ab – die Aktie kann durchaus an Wert gewinnen – sondern verliert im direkten Vergleich zu einem Benchmark. Typische Benchmarks sind der DAX für deutsche Standardwerte, der MSCI World für global diversifizierte Portfolios oder branchenspezifische Indizes wie der STOXX Europe 600 für europäische Großkonzerne.
Die praktische Relevanz ergibt sich aus der Performancemessung. Fondsmanager werden regelmäßig daran gemessen, ob ihre Fonds den Benchmark schlagen oder verfehlen. Ein Privatanleger, der ein Einzelwertpapier oder einen aktiv verwalteten Fonds hält, der zum Market Underperformer wird, könnte mit einem passiven Indexfonds besser gefahren sein. Dies ist ein Grund, warum viele Anleger zu ETFs greifen, die einen Index einfach nachbilden.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Der DAX steigt in einem Jahr von 15.000 auf 16.500 Punkte – das ist eine Rendite von 10 Prozent. Eine Einzelaktie im DAX, die von 100 Euro auf 108 Euro steigt, erzielt nur 8 Prozent Rendite. Diese Aktie ist ein Market Underperformer, obwohl der absolute Kursgewinn positiv ist. Ein Anleger, der statt dieser Aktie den DAX-Index gekauft hätte, hätte 2 Prozentpunkte mehr verdient.
Wichtig ist die Wahl des Vergleichsmaßstabs. Ein Technologieunternehmen sollte gegen den Technologie-Sektor gemessen werden, nicht gegen einen breiten Marktindex. Andernfalls kann eine gute Performance in der eigenen Branche fälschlicherweise als Underperformance erscheinen.
Der gegensätzliche Begriff ist Market Outperformer, ein Wertpapier, das seine Benchmark schlägt. Eng verwandt ist auch das Konzept des Alpha, das die Überrendite oder Unterrendite gegenüber einem Index quantifiziert. In der Fondsbranche wird häufig von Tracking Error gesprochen, der misst, wie stark ein verwalteter Fonds von seinem Benchmark abweicht – ob nach oben oder unten.
Für Privatanleger ist das Underperformer-Konzept ein Anlass zur Reflexion: Lohnt sich die Suche nach einzelnen Gewinnern, wenn statistische Studien zeigen, dass viele aktiv verwaltete Fonds langfristig hinter ihren Indizes zurückbleiben? Diese Frage treibt die Debatte zwischen aktivem und passivem Investieren.

