Börsenlexikon
Eine Kapitalbeteiligungsgesellschaft ist ein Finanzinstitut, das Eigenkapital in nicht börsennotierte oder börsennotierte Unternehmen investiert, um diese zu entwickeln, zu sanieren oder weiterzuverkaufen und dabei Renditen für seine Anleger zu erwirtschaften.
Kapitalbeteiligungsgesellschaften, auch Private-Equity- oder Venture-Capital-Gesellschaften genannt, sammeln Kapital von institutionellen Investoren und vermögenden Privatpersonen ein und legen dieses direkt in Unternehmensanteile an. Im Gegensatz zu börsengehandelten Aktien erfolgt diese Anlage in Unternehmen, deren Anteile nicht öffentlich am Markt gehandelt werden. Die Gesellschaft übernimmt typischerweise eine Mehrheitsbeteiligung oder zumindest einen signifikanten Anteil und arbeitet aktiv an der Verbesserung des Unternehmens mit – etwa durch Umstrukturierung, Kostensenkung, Digitalisierung oder strategische Erweiterungen.
Das Geschäftsmodell funktioniert nach einem einfachen Zyklus: Eine Kapitalbeteiligungsgesellschaft erwirbt ein Unternehmen, verbessert dessen Geschäftsbetrieb über mehrere Jahre hinweg und verkauft es dann mit Gewinn weiter. Dieser Gewinn wird an die Investoren ausgeschüttet. Ein vereinfachtes Beispiel: Eine Gesellschaft kauft ein Unternehmen für 100 Millionen Euro, investiert 20 Millionen Euro in dessen Modernisierung und verkauft es nach fünf Jahren für 250 Millionen Euro. Der Gewinn von 130 Millionen Euro wird nach Abzug der Verwaltungsgebühren zwischen der Gesellschaft und ihren Investoren aufgeteilt.
Eine Kapitalerhöhung ist die Erhöhung des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft durch Ausgabe neuer Aktien, die bestehende Aktionäre zeichnen oder externe Investoren erwerben können.
Das Unternehmen beschließt in der Hauptversammlung, die Anzahl seiner Aktien zu vermehren. Dadurch wird das Grundkapital erhöht – etwa von 10 Millionen Euro auf 12 Millionen Euro. Zu diesem Zweck werden neue Aktien ausgegeben, die Anleger kaufen müssen. Das frisch eingenommene Geld fließt in die Unternehmenskasse und steht für Investitionen, Schuldabbau oder andere strategische Ziele zur Verfügung.
Für bestehende Aktionäre ist eine Kapitalerhöhung mit Verwässerungseffekten verbunden. Wer 2 Prozent der Anteile hielt und das Unternehmen die Aktienzahl um 20 Prozent erhöht, sinkt sein Anteil auf etwa 1,67 Prozent – wenn er nicht proportional neue Aktien kauft. Deshalb erhalten Altaktionäre typischerweise ein Bezugsrecht: Sie dürfen neue Aktien zu einem festgelegten Kurs vor externen Investoren kaufen. Ein Bezugsrecht hat selbst einen Wert und kann an der Börse gehandelt werden.
Kapitalertragsteuer ist eine Steuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen wie Dividenden, Zinsen und Kursgewinne, die in Deutschland vom Finanzamt oder der depotführenden Bank eingezogen wird.
Die Kapitalertragsteuer erfasst Gewinne und Erträge aus dem Wertpapierhandel sowie aus Sparguthaben. Sie wird in Deutschland als Abgeltungsteuer in Form einer Quellensteuer erhoben, was bedeutet, dass die Bank oder der Broker die Steuer direkt beim Anleger einbehält und an das Finanzamt abführt. Dies geschieht automatisch, ohne dass der Anleger aktiv tätig werden muss.
Für Privatanleger ist die Kapitalertragsteuer relevant, weil sie die tatsächliche Rendite einer Geldanlage reduziert. Ein Anleger, der beispielsweise eine Anleihe mit 10.000 Euro Nennwert und 4 Prozent Kupon hält, erhält 400 Euro Zinsen pro Jahr. Nach Abzug der Kapitalertragsteuer verbleibt dem Anleger ein geringerer Betrag. Der genaue Steuersatz und etwaige Zuschläge sind zeitlich variabel und sollten in der aktuellen Steuergesetzgebung nachgeschlagen werden.
Eine Kapitalgesellschaft ist ein Unternehmen, das eine eigene juristische Person mit eigenem Vermögen darstellt und dessen Eigentümer (Gesellschafter) nur mit ihrer Einlage haften.
Das kennzeichnende Merkmal einer Kapitalgesellschaft ist die Haftungsbegrenzung: Die Gesellschafter tragen das Risiko nur bis zur Höhe ihres eingebrachten Kapitals. Das Privatvermögen der Eigentümer bleibt geschützt. Dies unterscheidet Kapitalgesellschaften grundlegend von Personengesellschaften wie Einzelunternehmen oder Offenen Handelsgesellschaften, bei denen Inhaber mit ihrem gesamten persönlichen Vermögen haften.
Die häufigsten Formen sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG). Eine GmbH benötigt mindestens einen Gesellschafter und ein Stammkapital; eine AG wird typischerweise von mehreren Gesellschaftern gegründet und hat ein Grundkapital, das in Aktien aufgeteilt ist. Beide Formen sind juristische Personen, können also selbst Verträge schließen, Vermögen halten und vor Gericht klagen.
Kapitalherabsetzung ist eine Maßnahme, bei der ein Unternehmen sein Grundkapital reduziert und damit die Anzahl oder den Nennwert seiner Aktien senkt.
Die Kapitalherabsetzung ist ein formales Verfahren, das der Vorstand mit Zustimmung der Hauptversammlung durchführt. Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft wird dabei um einen bestimmten Betrag vermindert. Diese Reduktion kann auf zwei Wegen erfolgen: Entweder wird die Anzahl der Aktien verringert (bei gleichbleibender Stückzahl sinkt der Nennwert pro Aktie), oder es werden Aktien eingezogen und aus dem Verkehr genommen.
Für Aktionäre hat die Kapitalherabsetzung unterschiedliche Bedeutungen, je nachdem, wie sie umgesetzt wird. Bei einer proportionalen Herabsetzung erhalten Anleger beispielsweise für zehn alte Aktien neun neue Aktien mit entsprechend angepasstem Nennwert. Der Gesamtwert ihres Vermögens bleibt rechnerisch gleich, nur die Struktur ändert sich. Wichtig: Der Aktienkurs wird an der Börse üblicherweise um denselben Faktor angepasst, um Verzerrungen zu vermeiden.
Der Kapitalmarkt ist der Markt, auf dem längerfristige Finanzierungsmittel wie Aktien und Anleihen zwischen Emittenten und Investoren gehandelt werden.
Der Kapitalmarkt unterscheidet sich vom Geldmarkt durch die Laufzeit der gehandelten Wertpapiere. Während am Geldmarkt kurzfristige Instrumente mit Laufzeiten bis zu 12 Monaten den Preis bestimmen, konzentriert sich der Kapitalmarkt auf Finanzierungsmittel mit längerfristigen Bindungen. Staaten, Unternehmen und andere Institutionen beschaffen sich dort Kapital, das sie für Jahre oder Jahrzehnte einsetzen.
Die beiden Hauptsegmente sind der Primärmarkt und der Sekundärmarkt. Am Primärmarkt geben Unternehmen und Staaten neue Wertpapiere aus – beispielsweise eine Aktiengesellschaft, die erstmals Aktien an der Börse anbietet, oder ein Staat, der neue Staatsanleihen emittiert. Am Sekundärmarkt handeln Investoren bereits begebene Wertpapiere untereinander. Dieser kontinuierliche Handel sorgt für Liquidität und ermöglicht es Anlegern, ihre Positionen jederzeit zu verkaufen.
Kapitalrücklage: Kapitalrücklagen sind Bestandteile des Eigenkapitals eines Unternehmens, die aus Gewinnen oder Kapitalzuführungen entstanden sind und nicht zur Gewinnausschüttung vorgesehen sind, sondern der langfristigen Finanzierung und Stabilität des Unternehmens dienen.
Kapitalrücklagen gehören zur Eigenkapitalseite der Bilanz und setzen sich typischerweise aus mehreren Komponenten zusammen. Die wichtigsten sind Gewinnrücklagen (auch Gewinnrücklagen genannt), die aus einbehaltenen Gewinnen der Vorjahre stammen, sowie Kapitalrücklagen im engeren Sinne, die durch Kapitalerhöhungen oder Zuschüsse der Eigentümer entstehen. Ein Unternehmen kann diese Rücklagen bewusst bilden, um Investitionen zu finanzieren, Verluste abzufedern oder die Kreditfähigkeit zu verbessern.
Für Privatanleger ist die Kapitalrücklage ein Indikator für die innere Stabilität eines Unternehmens. Je höher die Kapitalrücklagen im Verhältnis zum Gesamtkapital, desto unabhängiger ist das Unternehmen von Fremdkapital und desto besser kann es wirtschaftliche Krisen bewältigen. Eine starke Kapitalrücklage signalisiert, dass das Management nicht nur kurzfristig Gewinne ausschüttet, sondern auch langfristig in die Substanz des Unternehmens investiert.
Kapitalverwässerung ist die Reduzierung des Anteils- und Stimmrechts bestehender Aktionäre durch die Ausgabe neuer Aktien, ohne dass sich die Gesamtgewinne des Unternehmens proportional erhöhen.
Bei einer Kapitalverwässerung erhöht ein Unternehmen die Anzahl seiner Aktien, während die wirtschaftliche Leistung gleich bleibt oder weniger stark wächst. Der Gewinn je Aktie (EPS) sinkt dadurch, obwohl der Gesamtgewinn unverändert sein kann. Ein Anleger, der 1 Prozent der Unternehmensanteile hält, besitzt danach einen kleineren prozentualen Anteil am Unternehmen.
Dies geschieht häufig durch Kapitalerhöhungen, bei denen neue Aktien ausgegeben werden. Das Unternehmen beschafft sich damit Kapital, ohne Schulden aufzunehmen. Auch die Ausgabe von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen oder die Umwandlung von Wandelanleihen in Aktien führt zu Verwässerung.
Kassa-Futures-Arbitrage ist eine Handelsstrategie, bei der ein Anleger gleichzeitig einen Basiswert am Kassamarkt (Spotmarkt) kauft und einen Futures-Kontrakt auf denselben Basiswert verkauft, um von Preisunterschieden zwischen den beiden Märkten zu profitieren.
Die Strategie nutzt das Phänomen, dass Futures-Kontrakte und ihre zugrunde liegenden Basiswerte (etwa Rohstoffe, Aktienindizes oder Anleihen) nicht immer zum gleichen Preis gehandelt werden, obwohl sie wirtschaftlich identisch sind. Der Futures-Preis sollte theoretisch dem Kassakurs plus Finanzierungskosten (Carry-Kosten) entsprechen. Weicht er dauerhaft davon ab, entsteht eine risikolose Gewinnmöglichkeit.
Funktionsweise anhand eines Beispiels:
Der Kassakurs ist der Börsenpreis, zu dem ein Wertpapier oder eine Ware sofort und ohne Aufschlag gehandelt wird und die Lieferung innerhalb von zwei Geschäftstagen erfolgt.
Der Kassakurs unterscheidet sich vom Terminpreis dadurch, dass er sich auf Transaktionen mit unmittelbarer Erfüllung bezieht. Wenn ein Anleger an der Börse eine Aktie kauft, wird sie typischerweise zu einem Kassakurs notiert – das ist der aktuelle Marktpreis, den Käufer und Verkäufer in diesem Moment vereinbaren. Die Abwicklung (sogenannte Settlement) erfolgt standardmäßig zwei Geschäftstage später, weshalb der Kassakurs auch als „Spot-Preis" bezeichnet wird.
Für Privatanleger ist der Kassakurs der maßgebliche Preis beim alltäglichen Wertpapierhandel. Jedes Mal, wenn eine Order aufgegeben wird, orientiert sich die Ausführung am Kassakurs oder einem Preis nahe daran. Der am Bildschirm angezeigte Kurs einer Aktie oder eines ETF ist in der Regel ein Kassakurs. Dies unterscheidet sich grundlegend von Derivaten wie Futures oder Optionen, die sich auf zukünftige Lieferdaten beziehen und daher zu Terminpreisen gehandelt werden.
Der Kassamarkt ist der Börsenplatz, auf dem Wertpapiere und andere Finanzinstrumente zum aktuellen Kurs sofort oder innerhalb weniger Handelstage geliefert und bezahlt werden.
Im Kassamarkt erfolgt die Erfüllung von Kauf- und Verkaufsaufträgen zeitnah nach Abschluss. In Deutschland ist die Standardabwicklung auf T+2 festgelegt – das heißt, zwei Handelstage nach dem Geschäftstag findet der Geldtransfer und die Wertpapierlieferung statt. Der Kurs wird durch Angebot und Nachfrage in Echtzeit bestimmt und ist damit der „aktuelle" Marktpreis, den Anleger an der Börse sehen.
Privatanleger handeln an der Börse in der Regel ausschließlich im Kassamarkt. Wenn jemand über sein Depot eine Aktie kauft, einen ETF zeichnet oder eine Anleihe erwerbt, geschieht dies im Kassamarkt. Der Anleger zahlt den notierten Kurs und erhält die Wertpapiere nach kurzer Zeit auf sein Konto.
Kassenobligationen sind kurzfristige Schuldverschreibungen von Unternehmen oder Banken mit einer Laufzeit von üblicherweise bis zu vier Jahren, die am Kapitalmarkt gehandelt werden und dem Anleger regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts am Ende der Laufzeit garantieren.
Im Gegensatz zu klassischen Anleihen, die am Primärmarkt begeben werden, entstehen Kassenobligationen häufig durch direkte Kreditvergaben an Unternehmen. Sie werden jedoch am Sekundärmarkt gehandelt und erhalten damit eine börsliche Handelbarkeit. Der Name „Kassenobligation" verweist darauf, dass diese Papiere ursprünglich in den Kassenbüchern der emittierenden Institution verwaltet wurden – eine historische Bezeichnung, die sich bis heute erhalten hat.
Für Privatanleger bieten Kassenobligationen eine Zwischenposition zwischen Tagesgeldern und längerfristigen Anleihen. Sie ermöglichen es, Geld für einen definierten Zeitraum anzulegen und dabei eine höhere Rendite als bei kurzfristigen Sparformen zu erzielen. Gleichzeitig ist das Kapital schneller verfügbar als bei längeren Laufzeiten. Der Handel an der Börse erlaubt es dem Anleger, die Position vor Laufzeitende zu verkaufen – allerdings zu Marktpreisen, die von Zinsänderungen und Kreditrisiken des Emittenten abhängen.
Eine Kaufoption ist das Recht, aber nicht die Pflicht, einen bestimmten Vermögenswert (Basiswert) bis zu einem festgelegten Stichtag zu einem im Voraus vereinbarten Preis zu kaufen.
Funktionsweise
Der Käufer einer Kaufoption zahlt eine Prämie an den Verkäufer (Stillhalter) und erhält damit das Recht, den Basiswert auszuüben. Der Basiswert kann eine Aktie, ein Index, eine Währung oder ein Rohstoff sein. Der vereinbarte Kaufpreis heißt Ausübungspreis oder Strike.
Ein Kaufsignal ist ein technisches oder fundamentales Indiz, das einen Anleger dazu bewegt, ein Wertpapier zu kaufen, weil der Preis nach Ansicht des Signalgebers unterbewertet ist oder eine Aufwärtsbewegung bevorsteht.
Kaufsignale entstehen durch verschiedene Analysemethoden. In der technischen Analyse werden sie häufig durch Kursformationen, Indikatoren oder Trendbrüche ausgelöst. Ein Beispiel: Ein Kurs fällt über mehrere Wochen auf einen bestimmten Unterstützungslevel, prallt dort ab und durchbricht anschließend eine Widerstandslinie nach oben – diese Überwindung der Widerstandslinie gilt vielen Analysten als Kaufsignal. Auch gleitende Durchschnitte erzeugen Signale: Wenn der Kurs die 50-Tage-Linie von unten nach oben kreuzt, interpretieren manche Anleger dies als Kaufgelegenheit.
In der Fundamentalanalyse entstehen Kaufsignale durch Bewertungsmetriken. Ein Anleger könnte beispielsweise ein Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8 als günstig einstufen, während der Branchendurchschnitt bei 15 liegt – die Unterbewertung wäre das Kaufsignal.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist der Quotient aus dem aktuellen Aktienkurs und dem Buchwert pro Aktie eines Unternehmens.
Das KBV wird berechnet, indem die Marktkapitalisierung (Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl aller Aktien) durch das Eigenkapital des Unternehmens geteilt wird. Alternativ kann der aktuelle Aktienkurs direkt durch den Buchwert pro Aktie dividiert werden. Der Buchwert pro Aktie ergibt sich aus der Bilanz: Eigenkapital geteilt durch die Anzahl der Aktien.
Das KBV zeigt, zu welchem Vielfachen des Eigenkapitals der Markt ein Unternehmen bewertet. Ein KBV von 1,5 bedeutet beispielsweise, dass Anleger das 1,5-fache des Buchwerts zahlen. Ein KBV von unter 1,0 deutet darauf hin, dass der Aktienkurs unter dem rechnerischen Buchwert liegt – eine Situation, die seltener vorkommt und von manchen als Kaufgelegenheit interpretiert wird.
KCV ist die Abkürzung für „Kurs-Cashflow-Verhältnis" und drückt aus, wie viele Euro ein Anleger pro Euro operativen Cashflow eines Unternehmens bezahlen muss.
Das KCV wird berechnet, indem die Marktkapitalisierung eines Unternehmens durch seinen operativen Cashflow dividiert wird. Der operative Cashflow zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich aus seinem Geschäftsbetrieb erwirtschaftet – unabhängig von Bilanzierungsmethoden oder einmaligen Effekten.
Für Privatanleger ist das KCV eine Alternative zum bekannteren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Während das KGV auf Gewinne abstellt, die durch Abschreibungen und andere buchhalterische Positionen beeinflusst werden können, basiert das KCV auf tatsächlichen Geldflüssen. Das macht es weniger anfällig für Manipulationen oder unterschiedliche Bilanzierungsstandards. Ein Unternehmen kann seinen Gewinn durch kreative Buchführung erhöhen, seinen Cashflow aber nicht so leicht schönen.
Ken Fisher ist ein amerikanischer Vermögensverwalter und Autor, dessen Namen Privatanleger in Zusammenhang mit konträren Anlagestrategien und der Kritik an Marktimmobilismus begegnen.
Fisher gründete Fisher Investments, ein Vermögensmanagement-Unternehmen, das sich auf die Verwaltung großer Vermögen spezialisiert hat. Seine Bekanntheit in Anlegerkreisen rührt vor allem von zwei Quellen: Erstens veröffentlichte er mehrere Bücher über Börsenpsychologie und Anlagestrategien, die sich an Privatanleger richten. Zweitens ist Fisher bekannt für die Vertretung konträrer Positionen — also der Ansicht, dass erfolgreiche Anleger häufig gegen die herrschende Marktmeinung agieren sollten.
Das Konzept der kontären Anlagestrategie, das mit Fishers Namen verbunden ist, basiert auf der Beobachtung, dass Märkte von Angst und Gier getrieben werden. Wenn die Mehrheit der Anleger pessimistisch ist, können Vermögenswerte unterbewertet sein; wenn Euphorie herrscht, droht Überteuerung. Ein Anleger, der beispielsweise während einer Marktpanik Aktien kauft, während alle anderen verkaufen, positioniert sich gegen den Konsens — mit der Erwartung, später von der Erholung zu profitieren.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist der Quotient aus dem Aktienkurs eines Unternehmens und seinem Gewinn pro Aktie und zeigt an, wie viele Jahre an Unternehmensgewinn der aktuelle Aktienkurs entspricht.
Die Berechnung erfolgt nach der Formel: KGV = Aktienkurs ÷ Gewinn pro Aktie. Das Ergebnis gibt an, mit dem Wievielfachen des jährlichen Gewinns das Unternehmen an der Börse bewertet wird.
Praktisches Beispiel: Ein Unternehmen hat einen aktuellen Aktienkurs von 100 Euro. Im letzten Geschäftsjahr betrug der Nettogewinn 10 Millionen Euro bei 1 Million ausstehenden Aktien, was einem Gewinn pro Aktie von 10 Euro entspricht. Das KGV beträgt dann 100 ÷ 10 = 10. Ein Investor zahlt also das 10-Fache des jährlichen Gewinns pro Aktie.
Ein Kleinaktionär ist eine natürliche Person, die einen geringen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft hält und daher nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf Unternehmensentscheidungen besitzt.
Die Bezeichnung „Kleinaktionär" ist keine rechtlich definierte Kategorie, sondern eine beschreibende Klassifizierung basierend auf der Größe der Beteiligung. Ein Privatanleger, der beispielsweise 100 Aktien eines Unternehmens mit insgesamt 10 Millionen ausstehenden Aktien hält, verfügt über einen Anteil von 0,001 Prozent und ist damit eindeutig ein Kleinaktionär. Im Gegensatz dazu steht der Großaktionär oder institutionelle Investor, der bedeutende Kapitalanteile kontrolliert.
Für Kleinaktionäre gelten die gleichen grundsätzlichen Rechte wie für alle Aktionäre: das Recht auf Gewinnbeteiligung durch Dividenden, das Stimmrecht in der Hauptversammlung und das Recht auf Informationen. Praktisch sind diese Rechte jedoch stark begrenzt. Eine Stimme bei einer Hauptversammlung mit Millionen von Aktien hat vernachlässigbare Auswirkungen auf Abstimmungsergebnisse. Kleinaktionäre können daher Unternehmensentscheidungen wie die Wahl des Vorstands, Fusionen oder Kapitalmaßnahmen faktisch nicht beeinflussen.
Konditionen sind die vertraglich festgelegten Geschäftsbedingungen und Gebührenstrukturen, die beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sowie bei der Kontoführung anfallen.
Im Wertpapierhandel umfassen Konditionen sämtliche Kosten und Gebühren, die ein Privatanleger beim Broker oder seiner Bank zahlt. Dazu gehören Provisionen oder Gebühren pro Transaktion, Depotgebühren für die Verwahrung von Wertpapieren, Spreads (die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) sowie Maklergebühren. Diese Konditionen unterscheiden sich erheblich zwischen Finanzinstituten und beeinflussen die Rentabilität einer Geldanlage direkt.
Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Auswirkung: Ein Anleger kauft 100 Aktien zum Kurs von 50 Euro pro Stück (Gesamtinvestition 5.000 Euro). Der Broker berechnet eine Transaktionsgebühr von 2 Prozent, also 100 Euro. Beim späteren Verkauf zum gleichen Kurs von 50 Euro pro Aktie fällt erneut eine Gebühr von 100 Euro an. Die Gesamtkosten betragen 200 Euro oder 4 Prozent der Investitionssumme. Der Kurs müsste auf etwa 52 Euro steigen, damit der Anleger die Gebühren wieder eingespielt hat – unabhängig von der eigentlichen Wertentwicklung der Aktie.
Konjunkturindikatoren sind statistische Kennzahlen, die den aktuellen Zustand oder die erwartete Entwicklung der Wirtschaft abbilden und Privatanleger bei der Einschätzung von Markttrends unterstützen.
Konjunkturindikatoren funktionieren als Messinstrumente für Wirtschaftsaktivität. Sie werden regelmäßig von staatlichen Statistikbehörden oder privaten Instituten erhoben und veröffentlicht. Anleger nutzen sie, um zu verstehen, ob eine Wirtschaft wächst, stagniert oder schrumpft – und wie sich dies auf einzelne Aktien, Branchen oder Anleihemärkte auswirken könnte.
Es gibt drei Kategorien: Frühindikatoren signalisieren zukünftige Entwicklungen und ermöglichen es Anlegern, frühzeitig zu reagieren. Beispiele sind Auftragseingänge oder Geschäftsklimaindizes. Präsenzindikatoren zeigen die gegenwärtige wirtschaftliche Lage an, etwa die Industrieproduktion oder der Einzelhandelsumsatz. Spätindikatoren bestätigen Trends, die bereits eingetreten sind, wie die Arbeitslosenquote oder Unternehmensgewinne.
Konkurs ist das gerichtliche Verfahren zur Abwicklung des Vermögens eines zahlungsunfähigen Unternehmens oder Privatpersons, bei dem ein Insolvenzverwalter die Aktiva liquidiert und die Gläubiger nach gesetzlicher Rangfolge befriedigt.
Der Konkurs wird eingeleitet, wenn ein Schuldner seine fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen kann. Ein Gericht bestellt einen Insolvenzverwalter, der das Vermögen des Konkursschuldners erfasst, bewertet und verkauft. Die Erlöse werden dann nach einer festgelegten Rangordnung an die Gläubiger verteilt. Besicherte Gläubiger (etwa Banken mit Hypotheken) werden vorrangig bedient, während Aktionäre und ungesicherte Gläubiger häufig leer ausgehen.
Für Privatanleger ist der Konkurs eines börsennotierten Unternehmens das Szenario mit dem höchsten Verlustrisiko. Ein Aktionär verliert typischerweise sein gesamtes Kapital, da Eigenkapitalgeber im Konkursverfahren die niedrigste Priorität haben. Anleihebesitzer sind besser gestellt, erhalten aber oft nur einen Bruchteil ihrer Forderung zurück.
Konsolidierung ist eine Phase an der Börse, in der sich der Kurs eines Wertpapiers nach einer vorangegangenen Aufwärts- oder Abwärtsbewegung in einer begrenzten Spanne bewegt, ohne eine neue Richtung einzuschlagen.
Während einer Konsolidierung pendelt der Kurs zwischen einem Widerstands- und einem Unterstützungsniveau hin und her. Diese Phase entsteht häufig, weil sich Marktteilnehmer nach einer starken Kursbewegung neu orientieren: Anleger, die während des Anstiegs gekauft haben, nehmen teilweise Gewinne mit; gleichzeitig warten neue Käufer auf günstigere Einstiege. Das Ergebnis ist ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das sich im seitwärts verlaufenden Kurs ausdrückt.
Für Privatanleger ist die Konsolidierung aus mehreren Gründen relevant. Sie signalisiert häufig eine Verschnaufpause vor der Fortsetzung eines Trends – ein stabiler Kurs in einer Konsolidierungszone kann Vertrauen in die zugrunde liegende Aufwärts- oder Abwärtsbewegung schaffen. Technische Analysten nutzen Konsolidierungsphasen, um Widerstands- und Unterstützungsniveaus zu identifizieren und Handelsentscheidungen darauf abzustützen. Langfristig orientierte Anleger können eine Konsolidierung als Gelegenheit nutzen, um zu einem stabilen Kurs nachzukaufen, ohne dabei einen Extremwert zu treffen.
Eine Konsortialbank ist ein Kreditinstitut, das sich mit anderen Banken zu einem Konsortium zusammenschließt, um große Finanzierungsvorhaben gemeinsam zu stemmen und das damit verbundene Risiko zu verteilen.
Konsortialbanken treten typischerweise bei der Emission von Anleihen, bei großvolumigen Krediten oder beim Börsengang von Unternehmen auf. Statt dass eine einzelne Bank das gesamte Kapital bereitstellt, übernimmt jede beteiligte Bank einen definierten Anteil. Diese Arbeitsteilung ermöglicht es, Projekte zu finanzieren, deren Volumen die Kapazität einer einzelnen Bank übersteigt.
Wie Konsortien funktionieren
Ein Konsortialführer ist das Kreditinstitut oder die Investmentbank, die eine Emission von Wertpapieren (Aktien, Anleihen oder andere Finanzinstrumente) organisiert, koordiniert und gegenüber dem Emittenten verantwortet.
Der Konsortialführer wird vom Unternehmen oder der Institution beauftragt, die neue Wertpapiere am Markt platzieren möchte. Er übernimmt die Federführung bei der Gestaltung der Emissionsbedingungen, der Dokumentation und der Bewerbung des Angebots bei Investoren. Typischerweise arbeitet der Konsortialführer mit weiteren Banken zusammen, die als Co-Manager oder Konsortialpartner fungieren. Diese Gruppe bildet das Emissionskonsortium.
Eine zentrale Aufgabe des Konsortialführers ist die Platzierung: Er bemüht sich, die neu ausgegebenen Wertpapiere an Investoren zu verkaufen. Dabei trägt er oft auch das Platzierungsrisiko – manche Emissionen werden mit sogenannter Festübernahme strukturiert, bei der der Konsortialführer die Papiere zunächst selbst kauft und dann am Markt weiterverkauft. Gelingt der Verkauf nicht vollständig, bleibt er auf den Restbeständen sitzen.
Ein Börsenkonsortium ist eine Gruppe von Banken oder Wertpapierhäusern, die gemeinsam eine Emission von Wertpapieren (Aktien oder Anleihen) platzieren und dabei Aufgaben wie Underwriting, Vertrieb und Verwaltung teilen.
Bei großen Kapitalmaßnahmen wäre das Risiko für eine einzelne Bank zu hoch. Deshalb schließen sich mehrere Institute zu einem Konsortium zusammen. Das Konsortium wird typischerweise von einer oder mehreren Konsortialführern (Lead Manager) geleitet, die die Koordination übernehmen. Daneben gibt es Co-Manager, die bei der Platzierung und Beratung aktiv mitarbeiten, sowie weitere Konsortialbanken, die primär beim Vertrieb der Papiere an Anleger helfen.
Der Konsortialvertrag legt fest, wie viele Papiere jede Bank übernimmt und damit selbst trägt (Underwriting), falls sie nicht am Markt platziert werden können. Diese Risikoverteilung macht große Emissionen überhaupt erst möglich. Für Privatanleger ist das Konsortium relevant, weil es den Zugang zu Neuemissionen strukturiert: Anleger erhalten Zeichnungsmöglichkeiten häufig über ihre Hausbank, die Teil des Konsortiums ist oder über Konsortialbanken vertrieben wird.
Ein Kontrakt ist eine standardisierte oder individuell ausgehandelte Vereinbarung zwischen zwei Parteien, die auf einer Börse oder im außerbörslichen Handel abgeschlossen wird und zukünftige Lieferungen, Zahlungen oder Leistungen festlegt.
Der Begriff wird an der Börse in mehreren Bedeutungen verwendet. Am häufigsten bezieht sich „Kontrakt" auf Terminkontrakte – verbindliche Vereinbarungen, ein bestimmtes Gut (etwa Rohöl, Weizen oder einen Aktienindex) zu einem festgelegten Preis an einem zukünftigen Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Kontrakte sind standardisiert: Menge, Qualität, Lieferdatum und Handelsplatz sind einheitlich definiert, was den Handel vereinfacht und die Liquidität erhöht.
Ein Privatanleger könnte beispielsweise einen Kontrakt auf den DAX-Index kaufen. Angenommen, der Kontrakt hat einen Multiplikator von 25 Euro pro Indexpunkt und der DAX notiert bei 18.000 Punkten. Der Kontraktwert beträgt dann 18.000 × 25 = 450.000 Euro. Der Anleger muss diese Summe nicht vollständig hinterlegen – nur eine Sicherheitsleistung (Margin), etwa 10 Prozent, also 45.000 Euro. Steigt der DAX auf 18.100 Punkte, gewinnt der Kontrakt um 100 × 25 = 2.500 Euro. Fällt er auf 17.900 Punkte, verliert der Anleger 2.500 Euro. Diese Hebelwirkung ermöglicht hohe Gewinne, birgt aber auch das Risiko erheblicher Verluste.
Ein Konzern ist ein Zusammenschluss von rechtlich selbstständigen Unternehmen unter einheitlicher Leitung, bei dem ein Mutterunternehmen direkt oder indirekt die Mehrheit der Anteile an mindestens einem anderen Unternehmen hält.
Das Mutterunternehmen (auch Holdinggesellschaft genannt) kontrolliert ihre Tochterunternehmen durch Mehrheitsbeteiligungen. Die Tochterunternehmen behalten ihre rechtliche Eigenständigkeit, unterliegen aber der wirtschaftlichen Kontrolle und strategischen Ausrichtung der Muttergesellschaft. Zwischenstufen sind möglich: Ein Tochterunternehmen kann selbst wieder Anteile an anderen Unternehmen halten und wird dann zur Zweitgesellschaft.
Diese Struktur ermöglicht es Konzernen, in verschiedenen Branchen, Ländern oder Geschäftsbereichen tätig zu sein, während die Muttergesellschaft die Gesamtstrategie vorgibt. Jede Tochtergesellschaft kann eigenständig wirtschaften, trägt ihre Ergebnisse aber zur Konsolidierung bei.
Die Kopf-Schulter-Formation ist ein Chartmuster, das aus drei aufeinanderfolgenden Kursspitzen besteht – einer höheren mittleren Spitze (dem „Kopf") und zwei niedrigeren seitlichen Spitzen (den „Schultern") – und typischerweise einen Trendwechsel von steigend zu fallend anzeigt.
Das Muster entsteht in mehreren Phasen: Zunächst steigt der Kurs zu einer ersten Spitze (linke Schulter), fällt dann zurück auf ein Zwischentief (die sogenannte Nackenlinie). Danach folgt ein erneuter Anstieg, der die erste Spitze überwindet und ein neues Hoch erreicht (der Kopf). Von dort fällt der Kurs erneut zur Nackenlinie zurück. Abschließend steigt der Kurs ein drittes Mal an, bleibt aber unter dem Kopf und bildet die rechte Schulter, bevor er wieder fällt.
Die Nackenlinie verbindet die beiden Tiefpunkte zwischen den drei Spitzen. Für Anleger ist das Muster relevant, weil es als Verkaufssignal interpretiert wird: Wenn der Kurs die Nackenlinie nach unten durchbricht, gilt dies häufig als Bestätigung für einen Trendwechsel. Viele technische Analysten nutzen diesen Durchbruch als Ausstiegspunkt oder Eröffnung einer Short-Position.
Körperschaftssteuer ist eine Steuer auf die Gewinne von Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung.
Die Körperschaftssteuer wird auf den steuerpflichtigen Gewinn einer Kapitalgesellschaft erhoben, bevor dieser an die Anteilseigner ausgeschüttet oder thesauriert wird. In Deutschland ist die Körperschaftssteuer eine Bundessteuer, die vom Finanzamt festgesetzt wird. Sie ist eine der Hauptbelastungen für Unternehmensgewinne und reduziert damit die verfügbare Gewinnmasse für Dividendenzahlungen und Reinvestitionen.
Für Privatanleger ist die Körperschaftssteuer relevant, weil sie den Gewinn eines Unternehmens mindert, bevor dieser als Dividende an Aktionäre fließt. Ein Unternehmen mit 100 Millionen Euro Jahresgewinn zahlt zunächst Körperschaftssteuer auf diesen Gewinn. Der verbleibende Betrag steht dann für Ausschüttungen, Rücklagen oder Investitionen zur Verfügung. Die Höhe dieser Steuer beeinflusst somit die potenzielle Dividendenrendite für Anleger.
Kreditwürdigkeit ist die Fähigkeit und Bereitschaft eines Kreditnehmers, fällige Schulden vollständig und pünktlich zu begleichen.
Die Kreditwürdigkeit wird von Kreditgebern, Anleiheinvestoren und Ratingagenturen beurteilt, um das Ausfallrisiko einzuschätzen. Sie basiert auf objektiven Faktoren wie der Finanzlage des Schuldners, seinen bisherigen Zahlungshistorien und seiner Verschuldungsquote, sowie auf subjektiven Elementen wie der Geschäftstätigkeit und dem Management.
Für Privatanleger ist Kreditwürdigkeit zentral, weil sie den Preis von Schuldtiteln bestimmt. Ein Unternehmen mit hoher Kreditwürdigkeit kann Anleihen zu niedrigeren Renditen ausgeben; ein Unternehmen mit niedriger Kreditwürdigkeit muss Investoren durch höhere Renditen kompensieren, um Kapital zu beschaffen. Diese Renditedifferenz heißt Kreditspread.
Krisensichere Aktien sind Wertpapiere von Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Gewinne in wirtschaftlichen Abschwüngen, Rezessionen oder Marktkrisen widerstandsfähiger bleiben als der Gesamtmarkt.
Der Begriff beschreibt Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, deren Nachfrage weniger konjunkturabhängig ist. Klassische Beispiele sind Versorger (Strom, Wasser, Gas), Lebensmittelhersteller, Pharmaunternehmen und Einzelhandelsketten im Discountsegment. Diese Branchen verzeichnen in Krisenzeiten typischerweise weniger drastische Umsatz- und Gewinnrückgänge als zyklische Sektoren wie Automobil- oder Bauindustrie.
Für Privatanleger spielen krisensichere Aktien eine Rolle im Kontext der Risikostreuung. Während spekulative Wachstumsaktien in Krisen oft deutlich an Wert verlieren, bieten defensive Titel eine stabilere Wertentwicklung. Dies macht sie für langfristig orientierte Anleger interessant, die Volatilität reduzieren möchten. Allerdings erkauft man sich diese Stabilität oft durch geringere Renditen in Aufschwungphasen – krisensichere Aktien steigen in Boom-Zeiten häufig weniger stark als der Gesamtmarkt.
Krisensicher investieren bedeutet, ein Anlageportfolio so zusammenzustellen, dass es in wirtschaftlichen Abschwüngen, Marktcrashs oder Finanzkrisen weniger an Wert verliert als der Gesamtmarkt.
Die Strategie basiert auf der Annahme, dass nicht alle Anlageklassen und Wertpapiere gleich stark auf Krisen reagieren. Während zyklische Aktien (etwa aus Industrie oder Einzelhandel) in Rezessionen oft deutlich an Wert verlieren, zeigen defensive Positionen mehr Widerstandskraft. Dazu gehören Staatsanleihen von bonitätsstarken Ländern, Unternehmensanleihen mit hoher Bonität, Dividendentitel aus stabilen Branchen wie Versorgung oder Pharmazie, sowie Gold und andere Rohstoffe, die als Fluchtpunkte gelten.
Das Konzept funktioniert durch Diversifikation: Ein Portfolio mit 60 Prozent Aktien aus stabilen Sektoren, 30 Prozent Anleihen und 10 Prozent Gold oder Bargeld puffert Kursverluste ab. Wenn Aktienmärkte in einer Krise um 30 Prozent fallen, sinkt ein solches Portfolio typischerweise um einen deutlich niedrigeren Prozentsatz, weil die Anleihen und Rohstoffe stabilisierend wirken oder sogar im Wert steigen.
Der Kupon ist die regelmäßige Zinszahlung, die ein Anleiheemittent an den Anleihegläubiger leistet, üblicherweise ein- oder zweimal pro Jahr in einem vorab festgelegten Prozentsatz des Nennwerts.
Der Begriff stammt aus der Zeit, als Anleihen physisch als Papierurkunden ausgegeben wurden und dem Besitzer Zinsscheine (Coupons) beigefügt waren. Der Inhaber trennte diese ab und reichte sie zur Auszahlung ein. Heute erfolgt die Zinszahlung automatisiert auf das Depot des Anlegers, das Konzept bleibt jedoch identisch.
Funktionsweise
Der Kurs ist der Preis, zu dem ein Wertpapier wie eine Aktie, eine Anleihe oder ein Fonds an der Börse gehandelt wird.
Der Kurs entsteht durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage: Käufer und Verkäufer treffen sich im Handelssystem und einigen sich auf einen Preis. Dieser Preis wird kontinuierlich neu verhandelt, sobald neue Kauf- oder Verkaufsaufträge eingehen. Der Kurs ändert sich deshalb während der Handelszeiten ständig – bei Aktien etwa mehrmals pro Sekunde an großen Börsenplätzen.
Für Privatanleger ist der Kurs entscheidend, weil er darüber bestimmt, zu welchem Preis sie kaufen oder verkaufen können. Wer eine Aktie zum Kurs von 50 Euro pro Anteil kauft und später zu 55 Euro verkauft, macht einen Gewinn von 5 Euro pro Anteil. Umgekehrt führt ein fallender Kurs zu Verlusten. Der Kurs ist also nicht nur eine abstrakte Messgröße, sondern direkt mit dem Vermögen des Anlegers verknüpft.
Kursbildung ist der Prozess, durch den sich der Preis eines Wertpapiers an der Börse durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage fortlaufend neu bestimmt.
An der Börse treffen Käufer und Verkäufer aufeinander. Der Kurs entsteht nicht durch eine zentrale Behörde, sondern durch die kontinuierliche Verhandlung zwischen diesen Markteilnehmern. Jeder Kauf und Verkauf, jedes Angebot und jede Nachfrage beeinflussen den Preis. Wenn mehr Anleger eine Aktie kaufen möchten, als Verkäufer bereit sind abzugeben, steigt der Kurs. Überwiegt das Angebot, sinkt er.
Die Kursbildung funktioniert über sogenannte Order-Bücher. Käufer geben Limit-Orders ein (etwa: „Ich kaufe maximal zu 50 Euro") und Verkäufer ebenso (etwa: „Ich verkaufe mindestens zu 50 Euro"). Stimmen diese Preise überein, findet eine Transaktion statt. Der dabei erzielte Preis wird zum aktuellen Kurs. Bei einer Aktie, deren Käufer bereit sind, maximal 50,00 Euro zu zahlen, während Verkäufer mindestens 50,05 Euro fordern, entsteht eine Spanne (der sogenannte Spread). Der nächste Käufer, der sofort kaufen möchte, zahlt 50,05 Euro; der nächste Verkäufer erhält 50,00 Euro.
Ein Kurseinbruch ist ein plötzlicher und deutlicher Rückgang des Kurses eines Wertpapiers oder eines Börsenindex innerhalb kurzer Zeit.
Ein Kurseinbruch unterscheidet sich von einem allmählichen Kursrückgang durch seine Geschwindigkeit und Intensität. Während ein Wertpapier über Wochen oder Monate hinweg kontinuierlich an Wert verlieren kann, vollzieht sich ein Kurseinbruch typischerweise innerhalb von Stunden oder wenigen Handelstagen. Die genaue Schwelle, ab wann ein Rückgang als „Einbruch" gilt, ist nicht standardisiert, wird aber oft ab einem Verlust von 5 bis 10 Prozent verwendet.
Ursachen für Kurseinbrüche sind vielfältig. Sie können durch überraschende Unternehmensnachrichten ausgelöst werden – etwa eine Gewinnwarnung oder ein Skandal – oder durch gesamtwirtschaftliche Schocks wie Zinserhöhungen, Rohölpreissprünge oder politische Krisen. Auch technische Faktoren spielen eine Rolle: Wenn viele Anleger gleichzeitig verkaufen (etwa aufgrund von Stop-Loss-Orders), verstärkt dies den Abwärtsdruck. Panikverkäufe sind ein typisches Merkmal von Kurseinbrüchen.
Kurserholung ist eine Aufwärtsbewegung des Kurses eines Wertpapiers oder eines Index nach einem vorangegangenen Kursrückgang.
Eine Kurserholung beschreibt die Rückkehr zu einem höheren Kursniveau nach einer Phase fallender Kurse. Sie kann wenige Tage, mehrere Wochen oder länger andauern. Dabei unterscheiden Marktteilnehmer zwischen einer Erholung, die nur einen Teil des vorherigen Verlusts ausgleicht, und einer vollständigen Rückkehr zum früheren Kursniveau.
Für Privatanleger ist die Kurserholung relevant, weil sie sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Anleger, die während eines Kursrückgangs gekauft haben, profitieren von einer Erholung durch Kursgewinne. Gleichzeitig müssen Anleger einschätzen, ob eine Erholung nachhaltig ist oder nur ein vorübergehendes technisches Phänomen darstellt. Eine Kurserholung kann ein Zeichen dafür sein, dass sich die Marktlage stabilisiert, muss aber nicht zwingend ein dauerhafter Trendwechsel sein.
Kursfestsetzung ist das Verfahren, mit dem an der Börse der erste Kurs eines Handelstages ermittelt wird, indem Kauf- und Verkaufsaufträge gesammelt und zu einem Preis zusammengebracht werden, bei dem die größtmögliche Menge gehandelt werden kann.
Das Verfahren läuft nach einem standardisierten Ablauf ab. Vor Börseneröffnung sammelt das Handelssystem alle eingegangenen Limit- und Marktaufträge. Der Handelscomputer berechnet dann denjenigen Kurs, bei dem sich Angebot und Nachfrage optimal ausgleichen – also jenen Preis, zu dem die meisten Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapiere den Besitzer wechseln können. Alle Aufträge, die zu diesem Kurs oder besser ausführbar sind, werden dann gleichzeitig abgewickelt. Dieser Prozess heißt Auktion oder Eröffnungsauktion.
Für Privatanleger ist die Kursfestsetzung wichtig, weil sie den Startpunkt für den Handelstag markiert und oft erhebliche Kursbewegungen auslöst. Wer beispielsweise eine Aktie mit einem Kauf-Limit-Auftrag von 50 Euro eingegeben hat, erfährt erst bei der Kursfestsetzung, ob und zu welchem Kurs dieser Auftrag ausgeführt wird. Besonders bei Neuemissionen oder nach Nachrichtenereignissen über Nacht kann die Eröffnungskursfestsetzung deutlich vom vorherigen Schlusskurs abweichen.
Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG-Ratio) setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis eines Unternehmens ins Verhältnis zu dessen erwarteter jährlicher Gewinnwachstumsrate und ermöglicht dadurch eine Bewertung, die das zukünftige Wachstum berücksichtigt.
Die PEG-Ratio wird berechnet, indem das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) durch die erwartete Gewinnwachstumsrate in Prozent pro Jahr dividiert wird. Das KGV selbst ergibt sich aus dem Aktienkurs dividiert durch den Gewinn pro Aktie.
Funktionsweise und Aussagekraft
Ein Kursindex ist ein Aktienindex, der die Kursentwicklung der enthaltenen Wertpapiere abbildet, ohne Dividendenzahlungen oder andere Ausschüttungen zu berücksichtigen.
Der Kursindex unterscheidet sich grundlegend vom Renditeindex dadurch, dass nur die reinen Kursveränderungen der Aktien in die Indexberechnung einfließen. Wenn ein Unternehmen eine Dividende ausschüttet, wird diese im Kursindex nicht berücksichtigt – der Index sinkt um den Dividendenbetrag, obwohl der Anleger Geld erhalten hat. Dies führt dazu, dass Kursindizes die tatsächliche Gesamtrendition einer Anlage unterschätzen.
Berechnung und Funktionsweise
Kursmakler sind an Wertpapierbörsen tätige Händler, die im Auftrag der Börse Kauf- und Verkaufsaufträge von Marktteilnehmern zusammenführen und dabei die Kursfeststellung durchführen.
Der Kursmakler nimmt eine zentrale Rolle im Handelsprozess ein. Er sammelt alle eingehenden Kauf- und Verkaufsaufträge für ein bestimmtes Wertpapier, ordnet sie nach Preis und Zeit und ermittelt daraus den Kurs, zu dem sich Angebot und Nachfrage treffen. Dieser Kurs ist der sogenannte Kassakurs – der aktuelle Marktpreis für das Papier. Der Kursmakler führt dann die Transaktionen durch, bei denen die Aufträge erfüllt werden können.
Im Gegensatz zu Market Makern, die als Eigenhandelshäuser mit eigenem Kapital Liquidität bereitstellen, handelt der Kursmakler nicht auf eigene Rechnung. Seine Rolle ist reguliert und an die Börsenordnung gebunden. An der Frankfurter Wertpapierbörse etwa ist die Kursfeststellung durch Kursmakler für Aktien ein etabliertes System.
Kursrisiko ist die Gefahr, dass der Marktwert eines Wertpapiers zwischen Kauf und Verkauf sinkt und der Anleger damit einen Verlust realisiert.
Das Kursrisiko entsteht, weil Börsenkurse ständig schwanken. Diese Schwankungen werden durch Angebot und Nachfrage, wirtschaftliche Entwicklungen, Zinssatzänderungen, politische Ereignisse und Marktsentimente ausgelöst. Ein Anleger, der eine Aktie zu 100 Euro kauft, kann sie zwei Wochen später zu 85 Euro verkaufen müssen – der Kurs ist gefallen, obwohl sich an den Fundamentaldaten des Unternehmens möglicherweise nichts geändert hat. Besitzt der Anleger die Aktie lange genug und verkauft sie erst wieder bei 120 Euro, entsteht zwar ein Gewinn. Doch solange die Position offen ist, bleibt das Risiko eines Kursrückgangs bestehen.
Das Kursrisiko unterscheidet sich vom Bonitätsrisiko (dem Risiko eines Zahlungsausfalls) und vom Liquiditätsrisiko (der Schwierigkeit, ein Wertpapier schnell zu verkaufen). Ein Anleger kann ein Wertpapier verkaufen, auch wenn das Unternehmen zahlungsfähig ist – der Kurs kann trotzdem fallen.
Kurszusatz ist ein Kürzel der amtlichen Kursfeststellung an der Börse, das die Art und Umstände der Kursbildung anzeigt und dem notierten Kurs unmittelbar beigefügt wird.
Kurszusätze informieren Anleger darüber, unter welchen Bedingungen ein Kurs zustande gekommen ist oder warum ein Kurs nicht im regulären Handelsprozess entstanden ist. Sie sind keine Preiszu- oder -abschläge, sondern reine Informationskürzel zur Einordnung der Kursqualität.
Die wichtigsten Kurszusätze sind:
Kurzläufer sind Anleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu zwei Jahren bis zur Fälligkeit.
Der Begriff beschreibt festverzinsliche Wertpapiere, deren Emittent sich verpflichtet, das Kapital innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums zurückzuzahlen. Im Gegensatz dazu stehen Mittläufer (Laufzeit 2 bis 5 Jahre) und Langläufer (Laufzeit über 5 Jahre). Die Einteilung hilft Anlegern, ihre Portfolios nach Zeithorizont zu strukturieren.
Funktionsweise und Merkmale
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ist das Verhältnis der Marktkapitalisierung eines Unternehmens zu seinem Jahresumsatz und wird berechnet, indem die Marktkapitalisierung durch den Gesamtumsatz der letzten zwölf Monate dividiert wird.
Das KUV ermöglicht es Anlegern, die Bewertung eines Unternehmens unabhängig von dessen Rentabilität zu beurteilen. Während das bekannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) die Gewinne berücksichtigt, basiert das KUV auf dem Umsatz – einer Kennziffer, die schwerer zu manipulieren ist und auch bei Unternehmen in der Wachstumsphase aussagekräftig bleibt, die noch Verluste schreiben.
Das KUV ist besonders wertvoll bei der Bewertung von Unternehmen mit niedrigen oder negativen Gewinnen. Während das KGV in solchen Fällen wenig aussagt oder sogar negativ wird, liefert das KUV eine verlässliche Orientierung. Ein niedriges KUV deutet darauf hin, dass der Markt das Unternehmen günstig bewertet – relativ zu dem, was es verdient. Ein hohes KUV kann auf hohe Wachstumserwartungen hinweisen, birgt aber auch ein höheres Risiko, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden.

