Börsenlexikon
Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG-Ratio) setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis eines Unternehmens ins Verhältnis zu dessen erwarteter jährlicher Gewinnwachstumsrate und ermöglicht dadurch eine Bewertung, die das zukünftige Wachstum berücksichtigt.
Die PEG-Ratio wird berechnet, indem das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) durch die erwartete Gewinnwachstumsrate in Prozent pro Jahr dividiert wird. Das KGV selbst ergibt sich aus dem Aktienkurs dividiert durch den Gewinn pro Aktie.
Funktionsweise und Aussagekraft
Ein niedriges KGV wirkt auf den ersten Blick attraktiv, kann aber täuschen, wenn das Unternehmen stagniert oder schrumpft. Die PEG-Ratio behebt diesen Mangel: Sie zeigt, ob ein Unternehmen teuer oder günstig ist, gemessen an seinem Wachstumspotenzial. Eine PEG-Ratio um 1,0 gilt oft als fair bewertet – das Unternehmen wird also mit einem Preis gehandelt, der seinem Wachstum entspricht. Eine PEG-Ratio unter 1,0 deutet darauf hin, dass die Aktie günstiger ist als ihr Wachstum rechtfertigt. Eine Quote über 1,0 kann auf eine Überteuerung hindeuten.
Rechenbeispiel
Angenommen, ein Unternehmen hat einen Aktienkurs von 100 Euro, einen Gewinn pro Aktie von 5 Euro und ein erwartetes jährliches Gewinnwachstum von 20 Prozent. Das KGV beträgt dann 100 ÷ 5 = 20. Die PEG-Ratio errechnet sich zu 20 ÷ 20 = 1,0. Das Unternehmen ist damit fair bewertet. Ein zweites Unternehmen mit KGV 20, aber nur 10 Prozent Wachstum hätte eine PEG-Ratio von 20 ÷ 10 = 2,0 und erscheint damit überbewertet.
Grenzen und praktische Anwendung
Die PEG-Ratio hängt stark von der Genauigkeit der Wachstumsprognosen ab. Diese Schätzungen sind unsicher und können sich schnell ändern. Zudem funktioniert die Kennzahl nur bei Unternehmen mit positivem Gewinn und positivem Wachstum. Für Analysen sollte die PEG-Ratio daher nie isoliert verwendet werden, sondern immer zusammen mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, dem Kurs-Umsatz-Verhältnis und anderen Fundamentalmetriken.

