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Börsenlexikon

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ist das Verhältnis der Marktkapitalisierung eines Unternehmens zu seinem Jahresumsatz und wird berechnet, indem die Marktkapitalisierung durch den Gesamtumsatz der letzten zwölf Monate dividiert wird.

Das KUV ermöglicht es Anlegern, die Bewertung eines Unternehmens unabhängig von dessen Rentabilität zu beurteilen. Während das bekannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) die Gewinne berücksichtigt, basiert das KUV auf dem Umsatz – einer Kennziffer, die schwerer zu manipulieren ist und auch bei Unternehmen in der Wachstumsphase aussagekräftig bleibt, die noch Verluste schreiben.

Das KUV ist besonders wertvoll bei der Bewertung von Unternehmen mit niedrigen oder negativen Gewinnen. Während das KGV in solchen Fällen wenig aussagt oder sogar negativ wird, liefert das KUV eine verlässliche Orientierung. Ein niedriges KUV deutet darauf hin, dass der Markt das Unternehmen günstig bewertet – relativ zu dem, was es verdient. Ein hohes KUV kann auf hohe Wachstumserwartungen hinweisen, birgt aber auch ein höheres Risiko, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden.

Rechenbeispiel: Ein Unternehmen hat einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung – also der Gesamtwert aller Aktien – beträgt 2 Milliarden Euro. Das KUV errechnet sich dann wie folgt: 2.000 Millionen Euro ÷ 500 Millionen Euro = 4,0. Das Unternehmen wird also mit dem Vierfachen seines Jahresumsatzes bewertet.

Zur Einordnung: Ein KUV von 2 bis 3 gilt in vielen Branchen als moderat, während ein KUV von 5 oder höher auf eine aggressive Bewertung hindeutet. Allerdings variieren die üblichen Spannen je nach Industrie erheblich – Technologieunternehmen werden typischerweise mit höheren KUV-Multiples bewertet als beispielsweise Einzelhandelsketten.

Das KUV sollte nicht isoliert betrachtet werden. Sinnvoll ist ein Vergleich mit dem KGV, um die Rentabilität zu prüfen, sowie eine Analyse des Umsatzwachstums über mehrere Jahre hinweg. Auch die Branchenzugehörigkeit ist entscheidend: Ein hohes KUV in einer schnell wachsenden Branche kann gerechtfertigt sein, während dasselbe Multiple in einer reifen Industrie überbewertet wirkt. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf die Gewinnmarge, um zu verstehen, wie viel vom Umsatz letztlich als Gewinn übrigbleibt.