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Börsenlexikon

Ken Fisher ist ein amerikanischer Vermögensverwalter und Autor, dessen Namen Privatanleger in Zusammenhang mit konträren Anlagestrategien und der Kritik an Marktimmobilismus begegnen.

Fisher gründete Fisher Investments, ein Vermögensmanagement-Unternehmen, das sich auf die Verwaltung großer Vermögen spezialisiert hat. Seine Bekanntheit in Anlegerkreisen rührt vor allem von zwei Quellen: Erstens veröffentlichte er mehrere Bücher über Börsenpsychologie und Anlagestrategien, die sich an Privatanleger richten. Zweitens ist Fisher bekannt für die Vertretung konträrer Positionen — also der Ansicht, dass erfolgreiche Anleger häufig gegen die herrschende Marktmeinung agieren sollten.

Das Konzept der kontären Anlagestrategie, das mit Fishers Namen verbunden ist, basiert auf der Beobachtung, dass Märkte von Angst und Gier getrieben werden. Wenn die Mehrheit der Anleger pessimistisch ist, können Vermögenswerte unterbewertet sein; wenn Euphorie herrscht, droht Überteuerung. Ein Anleger, der beispielsweise während einer Marktpanik Aktien kauft, während alle anderen verkaufen, positioniert sich gegen den Konsens — mit der Erwartung, später von der Erholung zu profitieren.

Für Privatanleger ist Fishers Ansatz relevant, weil er aufzeigt, dass erfolgreiche Geldanlage oft Mut zur Abweichung von der Masse erfordert. Allerdings warnt die Anlagepraxis auch vor einer naiven Umsetzung: Nicht jede Gegenbewegung führt zu Gewinnen. Ein Anleger muss zwischen echten Marktüberreaktionen und fundamentalen Problemen unterscheiden können. Die Anwendung konträrer Strategien setzt daher solide Marktanalyse voraus.

Fishers Arbeiten behandeln zudem das Phänomen der Anlegerpsychologie und wie kognitive Verzerrungen zu Fehlentscheidungen führen. Dieser Fokus auf psychologische Faktoren verbindet sich mit modernen Konzepten wie Behavioral Finance, die systematische Abweichungen von rationalen Entscheidungsmodellen untersuchen.

Für die praktische Umsetzung bedeutet dies: Ein Privatanleger, der Fishers Ansätze berücksichtigt, sollte seine eigenen emotionalen Reaktionen auf Marktbewegungen kritisch hinterfragen und regelmäßig überprüfen, ob seine Positionen auf rationalen Analysen oder auf Herdentrieb basieren. Dies erfordert Disziplin und einen längerfristigen Anlagehorizont.

Verwandte Konzepte sind die Contrarian Investing-Strategie, bei der gezielt gegen Markttrends investiert wird, die Value-Investing-Philosophie, die auf unterbewertete Wertpapiere abzielt, und die Efficient-Market-Hypothese, die Fishers Ansätze teilweise in Frage stellt.