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Börsenlexikon

Der Kapitalmarkt ist der Markt, auf dem längerfristige Finanzierungsmittel wie Aktien und Anleihen zwischen Emittenten und Investoren gehandelt werden.

Der Kapitalmarkt unterscheidet sich vom Geldmarkt durch die Laufzeit der gehandelten Wertpapiere. Während am Geldmarkt kurzfristige Instrumente mit Laufzeiten bis zu 12 Monaten den Preis bestimmen, konzentriert sich der Kapitalmarkt auf Finanzierungsmittel mit längerfristigen Bindungen. Staaten, Unternehmen und andere Institutionen beschaffen sich dort Kapital, das sie für Jahre oder Jahrzehnte einsetzen.

Die beiden Hauptsegmente sind der Primärmarkt und der Sekundärmarkt. Am Primärmarkt geben Unternehmen und Staaten neue Wertpapiere aus – beispielsweise eine Aktiengesellschaft, die erstmals Aktien an der Börse anbietet, oder ein Staat, der neue Staatsanleihen emittiert. Am Sekundärmarkt handeln Investoren bereits begebene Wertpapiere untereinander. Dieser kontinuierliche Handel sorgt für Liquidität und ermöglicht es Anlegern, ihre Positionen jederzeit zu verkaufen.

Für Privatanleger ist der Kapitalmarkt das zentrale Anlageinstrument. Wer Vermögen aufbauen oder langfristig anlegen möchte, nutzt typischerweise Aktien und Anleihen, die am Kapitalmarkt gehandelt werden. Ein konkretes Beispiel: Ein Privatanleger kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einer Laufzeit von 5 Jahren. Der Emittent verpflichtet sich, jährlich Zinsen (den Kupon) zu zahlen – beispielsweise 4 Prozent pro Jahr, also 400 Euro. Nach 5 Jahren erhält der Anleger seinen Nennwert von 10.000 Euro zurück. Während der Laufzeit kann der Anleger die Anleihe am Sekundärmarkt verkaufen, falls er das Kapital früher benötigt.

Die Preisbildung am Kapitalmarkt wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Steigt die Nachfrage nach einer Aktie, erhöht sich ihr Kurs; sinkt sie, fällt der Kurs. Diese Mechanik gilt auch für Anleihen, wobei hier zusätzlich Zinserwartungen und Kreditrisiken eine große Rolle spielen.

Der Kapitalmarkt ist eng mit Begriffen wie Wertpapier, Emission und Börse verknüpft. Ein Wertpapier ist das konkrete Finanzinstrument, das am Kapitalmarkt gehandelt wird. Eine Emission ist der Prozess, bei dem ein Emittent neue Wertpapiere auflegt. Die Börse ist schließlich die organisierte Handelsplattform, auf der ein großer Teil des Kapitalmarktgeschehens stattfindet, wobei auch außerbörsliche Geschäfte zum Kapitalmarkt gehören.