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Börsenlexikon

Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Anleger beim Kauf von Wertpapieren oder Derivaten auf Kredit hinterlegen muss, um das Ausfallrisiko des Brokers zu begrenzen.

Die Margin funktioniert wie eine Kaution: Der Broker verlangt vom Anleger, einen bestimmten Prozentsatz des Transaktionswerts selbst zu bezahlen, während er den Rest kreditiert. Dies schützt den Broker vor Verlusten, falls der Kunde seine Schulden nicht bedienen kann. Der Anleger erhält damit Hebelwirkung – er kann mit weniger eigenem Geld größere Positionen kontrollieren, trägt aber auch überproportionale Gewinne und Verluste.

Ein konkretes Beispiel: Ein Privatanleger möchte 10.000 Euro Aktien kaufen, die Margin-Anforderung beträgt 50 Prozent. Der Anleger zahlt 5.000 Euro Margin ein, der Broker finanziert die restlichen 5.000 Euro. Steigen die Aktien um 20 Prozent auf 12.000 Euro, gewinnt der Anleger 2.000 Euro – eine Rendite von 40 Prozent auf seine 5.000 Euro Einsatz. Fallen die Aktien um 20 Prozent auf 8.000 Euro, verliert er 2.000 Euro und damit 40 Prozent seines Einsatzes.

Die Margin-Anforderung variiert je nach Wertpapierart und Broker. Aktien erfordern typischerweise höhere Margins (50 bis 100 Prozent), Derivate wie Futures oder Optionen oft deutlich niedrigere (5 bis 20 Prozent). Dies macht Derivate zum Instrument für aggressive Spekulanten, aber auch für Absicherungsstrategien.

Ein kritisches Risiko ist der Margin Call: Fällt der Wert der Position unter einen bestimmten Schwellwert, fordert der Broker zusätzliche Sicherheit oder schließt die Position zwangsweise. Ein Anleger mit 5.000 Euro Margin kann bei ungünstiger Marktentwicklung schnell seine gesamte Einlage verlieren und schuldet dem Broker möglicherweise noch Geld.

Für Privatanleger ist Margin ein zweischneidiges Schwert. Sie ermöglicht höhere Gewinne, verstärkt aber auch Verluste und kann zu existenziellen Problemen führen. Anfänger sollten sich bewusst machen, dass gehebelte Positionen riskanter sind als Direktinvestitionen.

Verwandte Begriffe sind der Leverage (die Hebelwirkung selbst), die Initial Margin (erste Sicherheitsleistung beim Positionsaufbau), die Maintenance Margin (Mindestbestand zur Positionshaltung) und der erwähnte Margin Call als Mechanismus zur Risikokontrolle.