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Börsenlexikon

Valoren sind Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden und ihrem Besitzer Vermögensrechte oder Forderungsrechte verbriefen.

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (valor = Wert) und wird vor allem im deutschsprachigen Raum und in der Schweiz verwendet. Valoren umfassen alle handelbaren Wertpapiere: Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikate. Sie unterscheiden sich von bloßem Bargeld dadurch, dass sie einen Anspruch auf künftige Erträge oder Vermögenswerte darstellen, statt unmittelbar einen Gegenwert zu haben.

Für Privatanleger ist das Konzept der Valoren zentral, weil es die Grenze zwischen spekulativen Objekten und regulierten Vermögensanlagen markiert. Valoren unterliegen Börsenzulassungsregeln, Transparenzanforderungen und Schutzmechanismen. Wer Valoren kauft, erhält damit Rechte: Bei einer Aktie das Recht auf Unternehmensgewinne und Stimmrechte, bei einer Anleihe das Recht auf Zinszahlungen und Rückzahlung des Kapitals.

Ein praktisches Beispiel: Ein Privatanleger erwirbt eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einem jährlichen Kupon von 3 Prozent. Diese Anleihe ist eine Valoren. Der Anleger erhält jedes Jahr 30 Euro Zinsen und nach Ablauf der Laufzeit sein Kapital zurück. Der Wert dieser Valoren kann während der Laufzeit schwanken – sinken die Marktzinsen, steigt der Kurs der Anleihe; steigen die Marktzinsen, fällt er. Der Anleger kann die Anleihe vor Fälligkeit an der Börse verkaufen und erhält dann den aktuellen Marktpreis, nicht zwingend den Nennwert.

Valoren werden durch eine Wertpapierkennnummer (WKN) oder internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) eindeutig identifiziert. Dies ermöglicht standardisierten Handel und Abrechnung. Die Verwaltung von Valoren erfolgt über ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker.

Verwandte Begriffe sind Wertpapiere (der übergeordnete Begriff), Effekten (eine ältere Bezeichnung für dasselbe), Finanzinstrumente (die noch breitere Kategorie, die auch Derivate einschließt) und Notierungen (die Börsenpreise von Valoren in Echtzeit).