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Börsenlexikon

Der Rentenmarkt ist der Handelsplatz für Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere, auf dem Schuldner Kapital aufnehmen und Anleger regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts erhalten.

Der Rentenmarkt funktioniert nach dem Prinzip des Kreditgeschäfts: Ein Emittent – etwa ein Staat, eine Gemeinde oder ein Unternehmen – begibt eine Anleihe und verpflichtet sich damit, dem Käufer über einen festgelegten Zeitraum Zinsen zu zahlen und am Ende die Nennwert zurückzugeben. Der Anleger erwirbt diese Anleihe und wird damit zum Gläubiger des Emittenten.

Funktionsweise anhand eines Beispiels: Ein Investor kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon (Zinssatz) von 3 Prozent pro Jahr. Der Investor erhält dann jährlich 300 Euro Zinsen (10.000 Euro × 0,03) und bekommt nach 5 Jahren die 10.000 Euro zurück. Während der Laufzeit kann die Anleihe an der Börse verkauft werden; der Kurs schwankt je nach Marktbedingungen und Bonität des Emittenten.

Der Rentenmarkt ist für Privatanleger relevant, weil er eine Möglichkeit bietet, Ersparnisse mit regelmäßigen Erträgen anzulegen und dabei das Risiko gegenüber Aktien zu reduzieren. Die Höhe der Zinsen hängt von der Bonität des Emittenten ab: Staaten mit hoher Kreditwürdigkeit zahlen niedrigere Zinsen, während Unternehmen mit schlechterer Bonität höhere Zinsen bieten müssen, um Investoren anzulocken. Für Privatanleger sind besonders Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating relevant, da diese ein moderates Risiko-Rendite-Verhältnis bieten.

Der Rentenmarkt ist deutlich größer als der Aktienmarkt und gilt als weniger volatil. Allerdings ist er nicht risikofrei: Steigt das Zinsniveau am Markt, fallen die Kurse bestehender Anleihen, da ihre festen Kuponzahlungen weniger attraktiv werden. Umgekehrt profitieren Anleihekäufer von fallenden Zinsen durch Kurssteigerungen.

Eng verwandte Begriffe sind die Anleihe, das konkrete Wertpapier, das auf dem Rentenmarkt gehandelt wird, die Rendite, die tatsächliche Verzinsung unter Berücksichtigung des Kaufkurses, und der Kupon, die jährliche oder halbjährliche Zinszahlung. Auch das Zinsrisiko ist zentral für das Verständnis, da es beschreibt, wie sich Marktzinsänderungen auf Anleihepreise auswirken.