Menü
sharewise zieht um Am Wochenende vom 22./23. August wird das neue sharewise die Hauptseite. Schau es dir jetzt an und sag uns, was dir fehlt. Zum neuen sharewise Was sich ändert
You need to sign in or sign up before continuing.
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Relative-Value-Strategie ist eine Anlagestrategie, bei der ein Investor zwei oder mehr Wertpapiere oder Märkte vergleicht und Positionen eingeht, um von Bewertungsunterschieden zu profitieren, statt auf absolute Kursbewegungen zu setzen.

Die Strategie basiert auf der Annahme, dass Wertpapiere zeitweise falsch bewertet sind — nicht in absoluten Zahlen, sondern im Verhältnis zueinander. Der Investor kauft das relativ günstigere Papier und verkauft gleichzeitig das relativ teurere. Dadurch neutralisiert er das allgemeine Marktrisiko und konzentriert sich auf die Differenz zwischen beiden Positionen.

Ein praktisches Beispiel verdeutlicht das Vorgehen: Zwei Unternehmensanleihen ähnlicher Bonität und Laufzeit werden betrachtet. Anleihe A hat einen Kupon von 4 Prozent und notiert zu 98 Prozent des Nennwerts (Rendite etwa 4,1 Prozent). Anleihe B mit identischem Kupon notiert zu 102 Prozent (Rendite etwa 3,9 Prozent). Der Investor kauft die günstigere Anleihe A und verkauft die teurere Anleihe B. Wenn sich die Bewertungen wieder angleichen, profitiert er von der Konvergenz — unabhängig davon, ob beide Anleihen insgesamt im Kurs steigen oder fallen.

Für Privatanleger ist diese Strategie relevant, weil sie bei richtiger Anwendung das Marktrisiko senkt. Während ein Anleger, der nur Anleihe B hält, durch einen Zinsanstieg Verluste erleidet, bleibt der Relative-Value-Investor durch seine Gegenposition geschützt. Der Gewinn hängt von der Auswahl der Wertpapiere und der Qualität der Analyse ab, nicht von der allgemeinen Marktentwicklung.

Allerdings erfordert die Strategie genaue Marktkenntnis und sorgfältige Risikokontrolle. Die Gewinnspannen sind oft klein, weshalb Kosten und Handelsgebühren erheblich ins Gewicht fallen. Privatanleger nutzen Relative-Value-Ansätze häufig indirekt über spezialisierte Fonds oder durch Vergleich von Einzelpapieren in ihrem Portfolio.

Verwandte Konzepte sind die Pairs-Trading-Strategie, bei der zwei korrelierte Wertpapiere paarweise gehandelt werden, die Arbitrage, die risikolose Gewinne aus Preisunterschieden nutzt, und die Market-Neutral-Strategie, die durch Long- und Short-Positionen das Marktrisiko vollständig auszuschalten versucht.