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Rein Geld

„Rein Geld" ist ein Kurszusatz an der Börse, der anzeigt, dass zum notierten Kurs ausschließlich Kaufaufträge vorlagen, kein Umsatz zustande kam und Kaufwünsche unausgeführt blieben.

Der Zusatz „G" (für Geld) oder die Bezeichnung „Rein Geld" wird von der Börse vergeben, wenn eine Handelssituation entsteht, in der die Nachfrageseite überwiegt, aber keine Geschäfte abgeschlossen werden. Dies unterscheidet sich grundlegend vom normalen Geldkurs eines Bid-Ask-Spreads: Ein Geldkurs in einem regulären Kurs-Paar wie „100,50 / 101,00 Euro" bedeutet, dass Käufer zu 100,50 Euro bereit sind und gleichzeitig Verkäufer zu 101,00 Euro verfügbar sind – Umsätze finden statt. Bei „Rein Geld" hingegen existiert kein Angebot auf der Verkäuferseite. Kaufaufträge treffen auf Leere.

Wann tritt diese Situation auf?

Typischerweise entsteht „Rein Geld" bei illiquiden Wertpapieren oder in Marktphasen mit einseitiger Stimmung. Ein Beispiel: Eine Anleihe mit geringem Handelsvolumen wird von mehreren Käufern zu 98,50 Euro gesucht. Es gibt jedoch keinen einzigen Verkäufer. Die Börse notiert dann „98,50 Euro Rein Geld", um Marktteilnehmern zu signalisieren, dass dieser Kurs nur die Nachfrageseite abbildet und keine Ausführungsgarantie besteht.

Bedeutung für Privatanleger

Der Zusatz warnt vor mangelnder Liquidität. Wer einen Kauf- oder Verkaufsauftrag zu diesem Kurs erteilt, kann nicht sicher sein, dass dieser ausgeführt wird. Bei Aktien oder häufig gehandelten Anleihen ist dies selten problematisch. Bei kleineren Positionen oder Nischenpapieren sollten Anleger aber vorsichtig sein: Ein „Rein Geld"-Kurs kann sich schnell ändern oder führt zu Teilteilausführungen.

Das Gegenstück ist „Rein Brief" (Zusatz B), das anzeigt, dass nur Verkaufsaufträge vorliegen und kein Käufer verfügbar ist.

Verwandte Begriffe sind der Geldkurs (der Preis, zu dem Market Maker kaufen) und der (der Preis, zu dem sie verkaufen), sowie die Bid-Ask-Spanne, die die Differenz zwischen diesen beiden Kursen beschreibt. Auch das Konzept der Liquidität ist eng verknüpft: Je breiter der Spread und je häufiger einseitige Notierungen wie „Rein Geld" auftreten, desto illiquider ist das Papier.