Börsenlexikon
Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt, in dem sich Käufer und Verkäufer verpflichten, einen festgelegten Basiswert zu einem vordefinierten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft auszutauschen.
Futures sind Derivate, die an organisierten Börsen wie der Eurex gehandelt werden. Im Gegensatz zu frei verhandelbaren Forwards besitzen Futures standardisierte Vertragsbedingungen: Kontraktgröße, Verfallsdatum, Notierungsweise und Liefervorschriften sind einheitlich festgelegt. Dies ermöglicht hohe Liquidität und transparente Preisbildung.
Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Ein Käufer geht einen Future-Kontrakt ein und verpflichtet sich, den Basiswert am Verfallstag zu kaufen. Der Verkäufer verpflichtet sich entsprechend zu liefern. Beide Parteien hinterlegen eine Sicherheitsleistung (Margin) bei der Clearingstelle, um Ausfallrisiken zu minimieren. Diese Margin wird täglich neu berechnet (Marking-to-Market): Gewinne und Verluste werden täglich abgerechnet, nicht erst bei Fälligkeit.
Rechenbeispiel: Ein Privatanleger kauft einen DAX-Future mit einem Kontraktmultiplikator von 1 Euro pro Indexpunkt. Der aktuelle DAX-Kurs beträgt 18.000 Punkte, der Future wird mit 18.100 Punkten notiert (Forward-Prämie). Der Anleger hinterlegt beispielsweise 10.000 Euro Margin. Steigt der DAX bis zum Verfallstag auf 18.500 Punkte, gewinnt der Anleger (18.500 − 18.100) × 1 Euro = 400 Euro. Fällt der DAX auf 17.800 Punkte, verliert der Anleger (17.800 − 18.100) × 1 Euro = 300 Euro.
Für Privatanleger sind Futures relevant für Absicherung und Spekulation. Ein Aktienbesitzer kann durch den Kauf eines Index-Futures seine Bestände gegen Kursverluste schützen, ohne sie zu verkaufen. Spekulanten nutzen die hohe Hebelwirkung: Mit geringer Margin lassen sich große Positionen kontrollieren, was Gewinne verstärkt, aber auch Verluste über die eingezahlte Margin hinaus verursachen kann.
Wichtig: Futures erfordern aktive Überwachung und Verständnis der Hebelwirkung. Im Gegensatz zu Aktien oder Fonds besteht kein Totalverlustschutz auf die Margin; Verluste können die Einzahlung übersteigen.
Verwandte Begriffe sind Optionen (asymmetrische Rechte statt Verpflichtungen), Forwards (nicht standardisiert, außerbörslich), und Swaps (Austausch von Zahlungsströmen über Zeit).

