Börsenlexikon
Ein Fonds ist ein von einer Fondsgesellschaft verwaltetes Vermögen, das von vielen Anlegern stammt und nach festgelegten Regeln in verschiedene Wertpapiere oder andere Vermögenswerte angelegt wird.
Funktionsweise
Privatanleger kaufen Anteile an einem Fonds und zahlen damit in einen gemeinsamen Topf ein. Ein professioneller Fondsmanager oder ein automatisiertes System investiert das Geld nach der Fondsstrategie — etwa in Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Der Anleger profitiert von Kursgewinnen und Erträgen (Dividenden, Zinsen), trägt aber auch Verluste anteilig mit.
Die Höhe des Anteils bestimmt sich über den Anteilspreis (Net Asset Value, NAV). Dieser wird täglich berechnet, indem der Gesamtwert aller Fondsvermögen durch die Anzahl der Anteile geteilt wird.
Rechenbeispiel
Ein Aktienfonds hat ein Vermögen von 100 Millionen Euro und 10 Millionen Anteile ausgegeben. Der Anteilspreis beträgt dann 10 Euro pro Anteil. Kauft ein Anleger 500 Anteile, investiert er 5.000 Euro. Steigt das Fondsvermögen durch Kursgewinne auf 110 Millionen Euro, beträgt der neue Anteilspreis 11 Euro. Die 500 Anteile sind dann 5.500 Euro wert — ein Gewinn von 500 Euro.
Relevanz für Privatanleger
Fonds bieten mehrere Vorteile: Durch die Aufteilung auf viele Positionen sinkt das Risiko (Diversifikation). Anleger benötigen kein großes Startkapital, um breit gestreut zu investieren. Die Verwaltung übernimmt ein Profi oder ein Regelwerk. Allerdings fallen Gebühren an — sowohl beim Kauf als auch jährlich für die Verwaltung.
Es gibt zwei Haupttypen: Aktiv verwaltete Fonds, bei denen ein Manager versucht, den Markt zu schlagen, und passive Fonds (ETFs oder Indexfonds), die einen Marktindex wie den DAX automatisch nachbilden. Passive Fonds sind in der Regel kostengünstiger.
Auch die Besteuerung ist relevant: Fondsgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer nach den jeweils geltenden Regeln, wobei Steuerfreibeträge und Verlustvortrag berücksichtigt werden.
Ein Fonds unterscheidet sich von einer einzelnen Aktie dadurch, dass der Anleger nicht in ein Unternehmen, sondern in ein Portfolio investiert. Verwandt sind auch der ETF (Exchange Traded Fund), eine börsengehandelte, meist passive Variante, und der Sparplan, mit dem Anleger regelmäßig kleine Summen in Fonds einzahlen können.

