Börsenlexikon
Fixing ist die Feststellung eines verbindlichen Referenzkurses für ein Wertpapier oder einen Rohstoff zu einem bestimmten Zeitpunkt durch eine autorisierte Stelle, die als Grundlage für Transaktionen und Bewertungen dient.
Das Fixing erfolgt in der Regel einmal oder mehrmals täglich zu vordefinierten Zeiten. Bei Edelmetallen wie Gold oder Silber findet das Fixing traditionell an festgelegten Uhrzeiten statt – etwa beim London Bullion Market – und wird durch eine Gruppe von Banken ermittelt. Der Fixingkurs entsteht durch einen Abstimmungsprozess, bei dem Angebot und Nachfrage zu diesem Zeitpunkt zusammenfinden. Für Wertpapiere wie Fonds oder ETFs bestimmt der Fixing-Kurs den Preis, zu dem Anleger am jeweiligen Handelstag ihre Anteile kaufen oder verkaufen können.
Für Privatanleger ist das Fixing relevant, weil es Transparenz schafft: Der Kurs ist öffentlich und nicht Verhandlungssache zwischen einzelnen Marktteilnehmern. Das reduziert das Risiko ungünstiger Kurse bei großen Positionen. Besonders wichtig ist das Fixing beim Fondssparen: Wer einen Fonds-Sparplan abschließt, erhält seine Anteile zum Fixing-Kurs des Ausführungstages, nicht zu einem beliebigen Intraday-Kurs.
Ein praktisches Beispiel: Ein Anleger möchte einen Goldfonds besparen. Der Fonds wird täglich um 15:00 Uhr bewertet. Gibt der Anleger seinen Sparplan-Auftrag am Morgen auf, wird dieser zum Gold-Fixing um 15:00 Uhr ausgeführt – unabhängig davon, wie der Goldpreis zwischenzeitlich schwankt. Dies ist gerechter als ein zufälliger Kurs während des Handelstages.
Das Fixing hat auch regulatorische Bedeutung: Es dient als Referenz für Bewertungen in Depots, für die Rechnungslegung und für die Berechnung von Gebühren. Manche Versicherungsprodukte oder strukturierte Produkte nutzen Fixingkurse als Bewertungsstichtag.
Zu beachten ist, dass Fixing-Kurse historisch teilweise manipuliert wurden – etwa beim Libor-Skandal bei Zinssätzen. Dies führte zu verstärkter Regulierung und Überwachung dieser Prozesse.
Verwandte Begriffe sind der Schlusskurs, der letzte Kurs eines Handelstages, der Eröffnungskurs am Handelsbeginn und der Referenzkurs, der allgemeiner für jeden Kurs steht, auf den sich Transaktionen beziehen.

