Börsenlexikon
Festgeld ist ein Sparprodukt, bei dem ein Anleger einen festen Geldbetrag für einen vereinbarten Zeitraum bei einem Kreditinstitut anlegt und dafür eine vorher festgelegte Verzinsung erhält.
Der Anleger vereinbart mit seiner Bank drei wesentliche Bedingungen: die Anlagesumme (Kapital), den Zinssatz und die Laufzeit. Diese Parameter bleiben während der gesamten Vertragsdauer unverändert. Nach Ablauf der Laufzeit erhält der Anleger sein Kapital zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zurück. Während der Laufzeit kann auf das angelegte Geld in der Regel nicht zugegriffen werden – eine vorzeitige Kündigung ist vertraglich meist ausgeschlossen oder mit Strafzinsen verbunden.
Wie die Verzinsung funktioniert
Die Zinsen werden üblicherweise am Ende der Laufzeit ausbezahlt. Bei längeren Laufzeiten können Zinsauszahlungen auch jährlich erfolgen. Ein Rechenbeispiel veranschaulicht dies: Legt ein Anleger 10.000 Euro für 2 Jahre zu einem Festgeldzinssatz von 3,5 Prozent pro Jahr an, so erhält er nach 24 Monaten sein Kapital von 10.000 Euro plus 700 Euro Gesamtzinsen (2 Jahre × 3,5 Prozent × 10.000 Euro) zurück, insgesamt also 10.700 Euro.
Relevanz für Privatanleger
Festgeld bietet vollständige Planungssicherheit: Der Anleger kennt die exakte Rendite bereits bei Vertragsabschluss. Dies macht Festgeld besonders für konservative Anleger und solche mit kurzfristigem Sparziel attraktiv. Die Kapitalrückzahlung ist in der Regel durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, wodurch das Ausfallrisiko minimiert wird.
Der Nachteil liegt in der Illiquidität und der mangelnden Flexibilität. Wer sein Geld früher benötigt, kann es nicht ohne Verluste abrufen. Zudem bietet Festgeld bei längeren Laufzeiten keinen Schutz vor Inflation – ist die Verzinsung niedriger als die Teuerungsrate, sinkt die reale Kaufkraft des Ersparten.
Abgrenzung zu verwandten Produkten
Festgeld unterscheidet sich vom Tagesgeld, das täglich kündbar ist, aber eine variable Verzinsung bietet. Während Festgeld eine garantierte Rendite liefert, können Tagesgeldzinsen jederzeit angepasst werden. Auch Sparbriefe ähneln Festgeld, sind aber häufig nicht übertragbar und weniger flexibel. Der Sparplan dagegen ermöglicht regelmäßige, kleinere Einzahlungen statt einer Einmalanlage. Festgeld eignet sich daher primär für Anleger, die über einen definierten Zeitraum auf ein Kapital verzichten können und Wert auf Sicherheit und Planbarkeit legen.

