Börsenlexikon
Ein Financial Future ist ein börsengehandelter Terminkontrakt, der den Käufer verpflichtet, einen Finanzwert (etwa eine Anleihe, einen Aktienindex oder einen Zinssatz) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.
Financial Futures funktionieren nach dem Prinzip der Hebelwirkung. Der Anleger hinterlegt nur einen Bruchteil des tatsächlichen Kontraktwerts als Sicherheit (Margin), kann aber vom vollständigen Preisanstieg oder -rückgang profitieren. Dies multipliziert sowohl Gewinne als auch Verluste. Ein Kontrakt ist standardisiert und börsengehandelt, was bedeutet, dass Kauf und Verkauf jederzeit während der Handelszeiten möglich sind – im Gegensatz zu individuellen, außerbörslichen Terminkontrakten.
Rechenbeispiel:
Ein Anleger kauft einen Futures-Kontrakt auf einen Aktienindex mit einem Kontraktwert von 100.000 Euro. Die erforderliche Margin beträgt 10 Prozent, also 10.000 Euro Eigenkapital. Der Index steigt um 5 Prozent, der Kontraktwert wächst auf 105.000 Euro. Der Gewinn beträgt 5.000 Euro – eine 50-prozentige Rendite auf das eingesetzte Kapital. Umgekehrt würde ein Rückgang um 5 Prozent einen Verlust von 5.000 Euro bedeuten, was das gesamte Margin-Kapital aufzehrt.
Relevanz für Privatanleger:
Financial Futures eignen sich primär für erfahrene Anleger, die gezielt auf Kursbewegungen spekulieren oder ihre Portfolios absichern möchten. Sie ermöglichen Gewinne auch in fallenden Märkten (durch Verkauf) und bieten Flexibilität ohne große Kapitalanlage. Allerdings sind sie hochriskant: Margin Calls können zu erzwungenen Positionen führen, und Totalverluste sind möglich.
Privatanleger sollten verstehen, dass Financial Futures täglich abgerechnet werden (Mark-to-Market), was bedeutet, dass Gewinne und Verluste täglich auf dem Konto verbucht werden. Bei ungünstiger Marktentwicklung kann schnell mehr Kapital nachgefordert werden.
Verwandte Konzepte sind Terminkontrakte im Allgemeinen, die außerbörslich gehandelt werden und weniger standardisiert sind. Auch Optionen funktionieren nach dem Hebelwerksprinzip, geben dem Käufer aber nur das Recht, nicht die Pflicht, zu handeln. Darüber hinaus sind Swaps relevant, bei denen zwei Parteien Zahlungsströme austauschen, ohne dass ein börsengehandelter Kontrakt zugrunde liegt.

