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Börsenlexikon

Filing ist die offizielle Hinterlegung von Finanz- und Geschäftsinformationen bei einer Börsenaufsichtsbehörde oder Finanzmarktregulator, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ein Filing dokumentiert rechtlich bindend die finanzielle Lage und Geschäftstätigkeit eines börsennotierten Unternehmens. Es ist nicht nur eine Informationsmitteilung, sondern eine formale Einreichung bei der zuständigen Behörde – in den USA etwa die Securities and Exchange Commission (SEC), in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Privatanleger treffen auf Filings vor allem in zwei Situationen: bei der Jahresberichterstattung und bei Kapitalmarktmitteilungen. Börsennotierte Unternehmen müssen ihre Jahresabschlüsse, Zwischenberichte und Geschäftszahlen als Filings einreichen. Zusätzlich müssen Ereignisse wie Vorstandswechsel, Fusionen, Kapitalerhöhungen oder wesentliche Vertragsabschlüsse als Filings gemeldet werden.

Der Zweck ist Transparenz: Alle Anleger – ob Großinvestoren oder Privatpersonen – erhalten gleichzeitig und kostenfrei Zugang zu denselben Informationen. Dies soll Marktmanipulation und Insiderhandel verhindern. Ein Anleger, der 100 Aktien eines Unternehmens hält, kann die gleichen Filings einsehen wie ein institutioneller Investor mit Millionenbestand.

Filings enthalten typischerweise Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang. Ein Beispiel: Ein Unternehmen meldet als Filing, dass es im laufenden Geschäftsjahr Umsatzerlöse von 500 Millionen Euro erwirtschaftet hat und die Schulden von 200 Millionen auf 150 Millionen Euro gesunken sind. Diese Zahlen sind dann öffentlich und müssen von der Behörde genehmigt oder registriert werden.

Die Frist für Filings ist reguliert. In der Europäischen Union müssen Jahresberichte beispielsweise innerhalb einer vorgegebenen Frist nach Geschäftsjahresende eingereicht werden; die genauen Fristen sind abhängig von der Rechtsform und Marktkapitalisierung des Unternehmens.

Für Privatanleger ist die Prüfung von Filings zentral für die Fundamentalanalyse: Sie zeigen, ob ein Unternehmen profitabel ist, wie es mit Schulden umgeht und welche Risiken es offenlegt. Filings sind verlässlicher als Pressemitteilungen, da sie unter strafrechtlicher Haftung stehen.

Verwandte Begriffe sind die Ad-hoc-Mitteilung (eine spontane Meldung kursrelevanter Ereignisse), der Geschäftsbericht (die ausführliche Darstellung der Jahresergebnisse) und die Investor Relations (die Kommunikation eines Unternehmens mit seinen Investoren).