Börsenlexikon
FSE (Frankfurter Wertpapierbörse) ist der Handelsplatz für Aktien, Anleihen, Fonds und Derivate in Frankfurt am Main und die größte Börse in Deutschland.
Die FSE ist eine regulierte Börse, an der täglich Millionen von Wertpapieren gehandelt werden. Sie ist Teil der Deutschen Börse AG und unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie der Deutsche Börse Clearing. Der Handel findet elektronisch statt; Privatanleger kaufen und verkaufen über ihre Depotbanken, die als Mitglieder oder Nutzer des Handelssystems fungieren.
Für Privatanleger ist die FSE relevant, weil sie Liquidität und Preistransparenz bietet. Wer beispielsweise 500 Aktien eines DAX-Unternehmens verkaufen möchte, kann dies über die FSE tun und erhält einen aktuellen Marktpreis, der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Die Börse garantiert nicht den Preis, sondern schafft die Infrastruktur, damit Käufer und Verkäufer zusammenfinden.
Die FSE gliedert sich in mehrere Segmente. Das Segment Xetra ist das elektronische Handelssystem für Aktien und Anleihen und bietet kontinuierliche Kursfeststellung während der Handelszeiten. Das Segment Open Market ist weniger reguliert und richtet sich an kleinere oder internationale Unternehmen. Daneben existiert der Freiverkehr, in dem auch kleinere Titel ohne formale Zulassung gehandelt werden.
Ein praktisches Beispiel: Ein Privatanleger möchte eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 2,5 Prozent kaufen. Er platziert eine Kauforder über seine Bank an die FSE. Der Order wird mit einem Verkäufer gematcht, und die Transaktion wird abgerechnet. Der Anleger erhält die Anleihe ins Depot, der Verkäufer das Geld.
Die FSE ermöglicht auch den Handel mit Fonds, Zertifikaten und Optionsscheinen. Dadurch können Privatanleger ihre Portfolios diversifizieren und verschiedene Anlagestrategien umsetzen.
Mit verwandten Begriffen: Die Xetra ist das elektronische Handelssystem innerhalb der FSE. Der DAX ist der Leitindex, der die 40 größten an der FSE notierten Unternehmen nach Marktkapitalisierung abbildet. Die Geld-Brief-Spanne (Bid-Ask-Spread) ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, die bei der FSE je nach Liquidität des Wertpapiers variiert. Clearing und Settlement beschreiben die technische Abwicklung nach dem Handel.

