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Börsenlexikon

Notierung ist der an einer Börse festgestellte und veröffentlichte Kurs, zu dem ein Wertpapier oder ein anderes handelbares Gut zu einem bestimmten Zeitpunkt gehandelt wird oder wurde.

Die Notierung entsteht durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage im Handelssystem einer Börse. Sie wird von der Börse selbst oder durch automatisierte Handelssysteme ermittelt und kontinuierlich aktualisiert. Für Aktien, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere bildet die Notierung die Grundlage für alle Kauf- und Verkaufsentscheidungen von Privatanlegern. Sie ist öffentlich zugänglich und wird in Echtzeit oder mit minimaler Verzögerung verbreitet.

Die Notierung unterscheidet sich vom reinen Börsenkurs dadurch, dass sie offiziell von der Börse bestätigt ist. Sie dient als objektive Referenz für die Wertermittlung von Vermögen. Wenn ein Privatanleger beispielsweise 100 Aktien eines Unternehmens hält und die Notierung beträgt 50 Euro pro Aktie, beläuft sich der aktuelle Wert dieser Position auf 5.000 Euro. Die Notierung ermöglicht es dem Anleger auch, Transaktionskosten und potenzielle Gewinne oder Verluste realistisch zu kalkulieren.

Für Anleihen funktioniert das Prinzip ähnlich: Besitzt ein Anleger eine Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, die eine Notierung von 98 Prozent aufweist, ist der aktuelle Marktwert dieser Anleihe 9.800 Euro. Diese Notierung kann unter dem Nennwert liegen, wenn die Marktzinsen gestiegen sind, oder darüber, wenn die Zinsen gefallen sind.

Notierungen werden an verschiedenen Handelsplätzen unterschiedlich bestimmt. An großen Börsen wie dem Xetra-System werden Notierungen durch kontinuierliche Auktion ermittelt, bei der Kauf- und Verkaufsaufträge automatisch abgeglichen werden. An kleineren oder spezialisierten Märkten können Market Maker – spezialisierte Händler – die Notierungen durch ihre Geld- und Briefkurse stellen.

Der Begriff Notierung steht in enger Verbindung zum Geldkurs (der Kurs, zu dem ein Käufer bereit ist zu zahlen) und zum Briefkurs (der Kurs, zu dem ein Verkäufer bereit ist abzugeben). Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen wird Spread genannt und stellt die Transaktionskosten des Handels dar. Eng verwandt ist auch der Begriff Schlusskurs, der die letzte offizielle Notierung eines Handelstages markiert und häufig als Referenzkurs für die Berechnung von Tagesgewinnen und -verlusten herangezogen wird.