Börsenlexikon
Der Nennwert ist der auf einer Wertpapierurkunde oder im Wertpapierregister eingetragene Betrag, der die Höhe der Schuld des Emittenten gegenüber dem Anleger festlegt und die Grundlage für Zins- oder Dividendenzahlungen bildet.
Funktion und Bedeutung
Der Nennwert unterscheidet sich vom aktuellen Marktpreis eines Wertpapiers. Ein Anleger kauft eine Anleihe möglicherweise nicht zum Nennwert, sondern über oder unter diesem Kurs. Trotzdem ist der Nennwert die Referenzgröße für alle Zahlungen während der Laufzeit und bei Fälligkeit.
Bei Anleihen beispielsweise wird die jährliche Zinszahlung (der Kupon) als Prozentsatz des Nennwerts berechnet. Eine Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 4 Prozent zahlt dem Anleger jedes Jahr 400 Euro, unabhängig davon, ob er die Anleihe für 9.500 oder 10.500 Euro am Sekundärmarkt erworben hat. Bei Endfälligkeit erhält der Anleger den Nennwert von 10.000 Euro zurück.
Bei Aktien ist der Nennwert (auch Nominalwert genannt) die rechnerische Beteiligung am Grundkapital des Unternehmens. Ein Unternehmen mit einem Grundkapital von 1.000.000 Euro und 100.000 Aktien hat einen Nennwert von 10 Euro pro Aktie. Dieser Wert ist weniger relevant für Anleger als der aktuelle Börsenkurs, hat aber rechtliche Bedeutung für Stimmrechte und Gewinnbeteiligung.
Praktische Relevanz
Der Nennwert ist entscheidend, um Renditeberechnungen durchzuführen und Vergleiche zwischen Wertpapieren anzustellen. Er ermöglicht es Anlegern, die tatsächliche Verzinsung zu ermitteln, wenn der Kaufkurs vom Nennwert abweicht. Ein Investor, der eine Anleihe mit 10.000 Euro Nennwert und 3 Prozent Kupon für 9.500 Euro kauft, erhält eine höhere effektive Rendite als die nominalen 3 Prozent.
Beim Kauf von Fonds oder ETFs ist ein Nennwert im klassischen Sinne nicht vorhanden; hier wird stattdessen der Anteilwert oder Net Asset Value (NAV) verwendet. Bei Zertifikaten hingegen ist der Nennwert ebenfalls relevant für die Berechnung von Auszahlungen.
Der Nennwert bleibt über die gesamte Laufzeit eines Wertpapiers unverändert, während der Marktpreis täglich schwankt. Diese Unterscheidung ist fundamental für das Verständnis von Kursgewinnen und -verlusten sowie für die Bewertung von Anleihen und deren Risiken.

