Börsenlexikon
CROCI (Cash Return on Cash Invested) ist eine Kennzahl, die angibt, wie viel Gewinn ein Unternehmen pro Euro eingesetzten Kapitals erwirtschaftet, gemessen an den tatsächlichen Cashflows statt Bilanzgewinnen.
CROCI wird berechnet, indem der operative Cashflow eines Unternehmens durch das investierte Kapital (Eigenkapital plus Fremdkapital) dividiert wird. Die Kennzahl konzentriert sich auf echte Geldflüsse statt auf buchhalterische Gewinne, die durch Abschreibungen, Rückstellungen oder andere nicht-zahlungswirksame Posten verzerrt sein können.
Für Privatanleger ist CROCI relevant, weil sie offenbart, wie effizient ein Unternehmen Kapital einsetzt. Ein Unternehmen mit CROCI von 15 Prozent erwirtschaftet 15 Euro Cashflow pro 100 Euro investiertem Kapital – und signalisiert damit eine hohe operative Leistung. Im Vergleich dazu deutet eine CROCI von 5 Prozent auf eine schwächere Kapitalverwertung hin. Diese Perspektive hilft Anlegern, profitable Geschäftsmodelle von weniger effizienten zu unterscheiden.
Rechenbeispiel: Ein Unternehmen mit einem operativen Cashflow von 50 Millionen Euro und einem investierten Kapital von 200 Millionen Euro weist eine CROCI von 25 Prozent auf (50 Millionen geteilt durch 200 Millionen). Das bedeutet, dass jeder Euro eingesetzten Kapitals jährlich 25 Cent an Cashflow generiert – ein starkes Zeichen für Rentabilität.
CROCI unterscheidet sich von verwandten Kennzahlen wie der ROIC (Return on Invested Capital), die Nettobetriebsgewinne nach Steuern verwendet, oder dem Free Cashflow, der den Cashflow nach Investitionen misst. Während diese Kennzahlen ebenfalls Aufschluss über Unternehmenseffizienz geben, fokussiert CROCI speziell auf die Gesamtrentabilität des eingesetzten Kapitals. Eng verbunden ist auch der WACC (Weighted Average Cost of Capital), die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten – ein Unternehmen sollte eine CROCI erzielen, die mindestens seinen WACC übersteigt, um Mehrwert zu schaffen.
Ein Vorteil von CROCI liegt darin, dass sie Vergleiche zwischen Unternehmen verschiedener Branchen erleichtert, da sie auf Cashflows basiert und nicht von unterschiedlichen Bilanzierungsmethoden beeinflusst wird. Allerdings erfordert die Berechnung Zugang zu detaillierten Finanzinformationen, die nicht immer unmittelbar verfügbar sind. Privatanleger können CROCI-Analysen als zusätzliches Screening-Instrument nutzen, um qualitativ hochwertige Unternehmen mit effizienter Kapitalallokation zu identifizieren.

