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Börsenlexikon

Der Cost-Average-Effekt beschreibt die Senkung der durchschnittlichen Anschaffungskosten bei regelmäßigen Käufen eines Wertpapiers zu unterschiedlichen Kursen.

Beim Sparen in Wertpapiere zahlt der Anleger typischerweise monatlich oder vierteljährlich einen festen Geldbetrag ein. In Phasen niedriger Kurse erwirbt dieser Betrag mehr Anteile, in Phasen hoher Kurse weniger. Das Ergebnis ist ein Durchschnittskurs, der niedriger ausfällt als der arithmetische Mittelwert aller Kurse während des Zeitraums. Dieser mathematische Vorteil entsteht automatisch, ohne dass der Anleger bewusst timen muss.

Rechenbeispiel: Ein Anleger spart jeden Monat 1.000 Euro in einen ETF. Im ersten Monat kostet die Anteile 100 Euro, der Anleger kauft 10 Anteile. Im zweiten Monat sinkt der Kurs auf 80 Euro, er kauft 12,5 Anteile. Im dritten Monat steigt der Kurs auf 120 Euro, er kauft 8,33 Anteile. Insgesamt hat der Anleger 3.000 Euro eingezahlt und 30,83 Anteile erworben. Der durchschnittliche Kaufkurs beträgt 3.000 Euro ÷ 30,83 Anteile = 97,30 Euro pro Anteil. Der arithmetische Mittelwert der drei Kurse liegt dagegen bei (100 + 80 + 120) ÷ 3 = 100 Euro. Der Anleger hat also einen Vorteil von 2,70 Euro pro Anteil realisiert.

Der Cost-Average-Effekt ist für Privatanleger mit kleinen, regelmäßigen Sparraten relevant, da er Timing-Risiken reduziert. Anleger müssen nicht versuchen, den optimalen Einstiegskurs zu treffen – eine unmögliche Aufgabe. Stattdessen profitieren sie von der Regelmäßigkeit selbst.

Wichtig ist die Unterscheidung: Der Cost-Average-Effekt ist kein Renditegarant. Er senkt nur die durchschnittlichen Anschaffungskosten, nicht das Verlustrisiko. Fällt ein Kurs dauerhaft, kann auch der günstigere Durchschnittspreis zu Verlusten führen. Der Effekt wirkt sich nur aus, wenn der Kurs nach Phasen der Schwäche wieder ansteigt.

Der Cost-Average-Effekt ist eng verwandt mit dem Konzept des Sparplans, der die regelmäßige Einzahlung automatisiert. Auch die Volatilität eines Wertpapiers verstärkt den Effekt – je stärker die Kursschwankungen, desto ausgeprägter der Vorteil. Das Gegenteil einer regelmäßigen Sparstrategie ist der Versuch des Market Timing, bei dem Anleger versuchen, günstige und teure Momente vorherzusagen.