Börsenlexikon
Crash: Ein Crash ist ein plötzlicher, starker Kursrückgang an einer Börse oder bei einem Wertpapier, bei dem der Kurs in kurzer Zeit um 10 bis 20 Prozent oder mehr fällt.
Ein Crash unterscheidet sich von einer normalen Marktkorrektur durch seine Geschwindigkeit und Intensität. Während Kurse üblicherweise graduell sinken, erfolgt ein Crash innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen. Die Ursachen sind oft externe Schocks: politische Krisen, überraschende Konjunkturdaten, Bankenzusammenbrüche oder technische Fehler im Handelssystem. Für Privatanleger ist ein Crash relevant, weil er erhebliche Vermögensverluste auslöst, besonders wenn Positionen nicht diversifiziert sind.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt die Auswirkungen: Ein Anleger hält 10.000 Euro in einem breit gestreuten Aktienindex. Bei einem Crash von 15 Prozent sinkt der Wert auf 8.500 Euro – ein Papierverlust von 1.500 Euro. Wer in diesem Moment verkauft, realisiert diesen Verlust. Wer die Position hält und später der Kurs wieder steigt, kann den Verlust aufholen – allerdings nur, wenn die Erholung tatsächlich eintritt.
Die psychologische Komponente ist zentral: Ein Crash löst oft Panik aus, die zu Verkaufswellen führt und den Kurs weiter drückt. Anleger, die in Panik verkaufen, sperren ihre Verluste ein. Erfahrene Anleger nutzen Crashs teilweise als Kaufgelegenheit, da unterbewertete Wertpapiere zu niedrigeren Preisen erhältlich sind – vorausgesetzt, die fundamentalen Bedingungen haben sich nicht dauerhaft verschlechtert.
Technisch können Crashes auch durch Programm-Handel ausgelöst werden, wenn automatisierte Verkaufsorder in schneller Folge ausgelöst werden. Börsen haben deshalb Handelsunterbrechungen („Circuit Breaker") eingeführt, die den Handel für kurze Zeit stoppen, wenn Indizes um bestimmte Schwellwerte fallen.
Ein Crash ist eng verwandt mit dem Begriff Korrektur, die einen moderateren Rückgang beschreibt. Auch die Volatilität ist relevant – sie misst, wie stark Kurse schwanken und ist in Crash-Phasen erhöht. Der Drawdown beschreibt den Rückgang vom bisherigen Höchststand und ist ein Maß für das Risiko einer Anlage.
Für Privatanleger empfiehlt sich eine breite Diversifikation über Assetklassen und Regionen, um die Auswirkungen von Crashs zu dämpfen. Ebenso hilfreich ist ein längerer Anlagehorizont, da Märkte historisch nach Crashs wieder gestiegen sind.

