Börsenlexikon
Die Cashflow-Ratio ist das Verhältnis des operativen Cashflows eines Unternehmens zu seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten und zeigt an, in welchem Maße das Unternehmen seine fälligen Schulden aus dem laufenden Geschäftsbetrieb begleichen kann.
Die Kennzahl wird berechnet, indem der operative Cashflow (die Geldmittel, die das Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit erwirtschaftet) durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Schulden, die innerhalb von 12 Monaten fällig werden) dividiert wird. Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Schulden vollständig aus dem Cashflow eines Jahres decken kann. Ein Wert über 1,0 gilt als positiv, da das Unternehmen Schulden abbaut und Rücklagen aufbaut. Ein Wert unter 1,0 deutet darauf hin, dass der operative Cashflow nicht ausreicht, um alle kurzfristigen Verbindlichkeiten zu tilgen.
Praktisches Beispiel: Ein Unternehmen erwirtschaftet in einem Jahr einen operativen Cashflow von 50 Millionen Euro. Seine kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen 40 Millionen Euro. Die Cashflow-Ratio beträgt dann 50 ÷ 40 = 1,25. Das Unternehmen kann seine kurzfristigen Schulden nicht nur decken, sondern hätte noch 10 Millionen Euro übrig.
Für Privatanleger ist die Cashflow-Ratio ein verlässlicheres Indiz für finanzielle Stabilität als rein buchhalterische Gewinnkennzahlen. Während der Gewinn durch Bilanzierungsmethoden beeinflusst werden kann, zeigt der operative Cashflow tatsächliche Geldflüsse. Ein Unternehmen kann buchhalterisch profitabel sein, ohne genug Bargeld zu generieren – ein erhebliches Risiko für Aktionäre und Gläubiger.
Die Cashflow-Ratio ist besonders aussagekräftig für Branchen mit großen Bestandsverwaltungsaufgaben oder längeren Zahlungszyklen, wo die Differenz zwischen Gewinn und tatsächlichem Geldfluss erheblich ist. Sie sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern zusammen mit verwandten Kennzahlen wie der Quick Ratio (die das Verhältnis von liquiden Mitteln zu kurzfristigen Verbindlichkeiten misst), der Operating Margin (die die Profitabilität der Geschäftstätigkeit anzeigt) und dem Free Cashflow (dem Cashflow nach Investitionen) analysiert werden.
Eine niedrige Cashflow-Ratio muss nicht automatisch ein Alarmsignal sein, kann aber darauf hindeuten, dass das Unternehmen externe Finanzierung benötigt oder sein Schuldenniveau überprüfen sollte.

