Börsenlexikon
Candlesticks sind grafische Darstellungen von Kursverläufen an der Börse, die für einen bestimmten Zeitraum den Eröffnungs-, Schlusskurs, Höchst- und Tiefstkurs eines Wertpapiers in Form einer kerzenartigen Figur abbilden.
Aufbau und Funktionsweise
Ein Candlestick besteht aus einem rechteckigen Körper (Body) und zwei dünnen Linien (Dochten oder Wicks), die nach oben und unten zeigen. Der Körper wird durch den Eröffnungs- und Schlusskurs begrenzt, während die Dochte die höchsten und tiefsten Kurse während des Zeitraums markieren.
Die Färbung des Körpers signalisiert die Kursbewegung: Ein grüner oder weißer Körper zeigt, dass der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs lag (Kurs gestiegen). Ein roter oder schwarzer Körper bedeutet, dass der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs lag (Kurs gefallen). Die Länge des Körpers verdeutlicht die Stärke dieser Bewegung.
Praktisches Beispiel
Betrachtet man einen Candlestick für einen einzelnen Handelstag: - Eröffnungskurs: 100 Euro - Höchstkurs: 108 Euro - Tiefsttkurs: 98 Euro - Schlusskurs: 105 Euro
Der Körper erstreckt sich von 100 bis 105 Euro und ist grün gefärbt. Der obere Docht reicht bis 108 Euro, der untere bis 98 Euro. Dies zeigt, dass das Wertpapier trotz Schwankungen nach oben geschlossen hat.
Bedeutung für Privatanleger
Candlesticks ermöglichen es Anlegern, Kursbewegungen auf einen Blick zu erfassen. Sie werden häufig in der Technischen Analyse verwendet, um Muster zu erkennen, die auf zukünftige Kursentwicklungen hindeuten sollen. Bestimmte Candlestick-Formationen wie Hammer, Doji oder Engulfing-Muster werden von Analysten interpretiert, um Kauf- oder Verkaufssignale abzuleiten.
Die Zeiträume für Candlesticks sind flexibel: Es gibt Eins-Minuten-, Stunden-, Tages- oder Wochen-Charts. Privatanleger nutzen sie sowohl für kurzfristige Handelsentscheidungen als auch für die mittelfristige Beobachtung von Positionen.
Verwandte Begriffe
Candlesticks werden oft zusammen mit anderen Chartdarstellungen wie Balkencharts oder Liniendiagrammen verwendet. Ergänzend kommen Indikatoren wie Moving Averages oder Bollinger Bänder zum Einsatz, um Trends und Volatilität zu analysieren. Die Candlestick-Analyse ist ein Kernbestandteil der Chartanalyse im Aktienhandel.

