Börsenlexikon
Ein Collar ist eine Absicherungsstrategie, bei der ein Anleger eine bestehende Aktienposition durch den gleichzeitigen Kauf einer Verkaufsoption und den Verkauf einer Kaufoption schützt, um Kursverluste zu begrenzen und die Absicherungskosten zu reduzieren.
Funktionsweise
Der Collar kombiniert zwei Optionsgeschäfte: Der Anleger kauft eine Put-Option (Verkaufsrecht) zu einem niedrigeren Kurs, um sich gegen Kursverluste zu versichern. Gleichzeitig verkauft er eine Call-Option (Verkaufspflicht) zu einem höheren Kurs. Die Prämie aus dem Verkauf der Call-Option finanziert teilweise oder vollständig die Kosten der Put-Option.
Das Ergebnis ist eine Bandbreite: Der Anleger akzeptiert, dass Gewinne über einen bestimmten Kurs hinaus an den Käufer der Call-Option gehen, erhält dafür aber Schutz vor Verlusten unterhalb eines definierten Niveaus. Diese Struktur ist besonders attraktiv, wenn Anleger ihre Positionen halten möchten, aber Unsicherheit am Markt besteht.
Praktisches Beispiel
Ein Anleger besitzt 100 Aktien einer Gesellschaft, die derzeit bei 100 Euro notieren (Gesamtposition: 10.000 Euro). Er kauft eine Put-Option mit Ausübungspreis 90 Euro für eine Prämie von 2 Euro pro Aktie (Kosten: 200 Euro). Gleichzeitig verkauft er eine Call-Option mit Ausübungspreis 110 Euro und erhält eine Prämie von 2 Euro pro Aktie (Einnahmen: 200 Euro). Die Kosten der Absicherung sind damit ausgeglichen.
Im Szenario eines Kursfalls auf 80 Euro: Die Put-Option schützt den Anleger; sein Verlust ist auf 10 Euro pro Aktie begrenzt. Bei einem Kursanstieg auf 120 Euro wird die Call-Option ausgeübt; der Anleger gibt seine Aktien ab und behält den Gewinn bis 110 Euro.
Relevanz für Privatanleger
Collars eignen sich für Anleger, die eine Position halten, aber vor kurzfristigen Marktschwankungen schützen möchten, ohne diese vollständig zu verkaufen. Sie sind kostengünstiger als ein reiner Put-Schutz, da die verkaufte Call-Option die Absicherungskosten trägt. Der Preis für diese Kostenersparnis ist die Begrenzung der Gewinnchancen nach oben.
Diese Strategie wird häufig in Phasen erhöhter Volatilität oder bei Unsicherheit über die zukünftige Kursentwicklung eingesetzt. Verwandte Konzepte sind der Protective Put (reiner Kaufschutz ohne Gewinnbegrenzung), der Covered Call (Verkauf von Kaufoptionen zur Zusatzrendite) und der Put Spread (Kombination von Put-Optionen zu unterschiedlichen Ausübungspreisen).

