Börsenlexikon
Die Cash-Burn-Rate ist die Geschwindigkeit, mit der ein Unternehmen seine Geldreserven aufbraucht, gemessen als durchschnittlicher monatlicher oder jährlicher Verlust.
Besonders bei jungen, noch nicht profitablen Unternehmen ist die Cash-Burn-Rate ein zentraler Indikator für die finanzielle Gesundheit. Sie zeigt an, wie lange ein Unternehmen mit seinen vorhandenen Mitteln weitermachen kann, bevor es neue Investitionen benötigt oder zahlungsunfähig wird.
Die Berechnung ist einfach: Der Netto-Geldabfluss wird durch die Anzahl der Monate dividiert. Konkret: Ein Softwareunternehmen verfügt über 12 Millionen Euro Bargeld. Im Laufe von 12 Monaten sinkt dieses auf 9 Millionen Euro. Die Cash-Burn-Rate beträgt dann 250.000 Euro pro Monat (3 Millionen Euro Verlust ÷ 12 Monate). Bei gleichbleibender Rate würde die Geldreserve nach 36 Monaten aufgebraucht sein – die sogenannte „Runway" oder Laufzeit.
Für Privatanleger ist diese Kennzahl besonders relevant, um das Risiko von Investitionen in Wachstumsunternehmen zu bewerten. Eine hohe Cash-Burn-Rate kombiniert mit geringen Reserven signalisiert Dringlichkeit: Das Unternehmen muss schnell profitabel werden, eine neue Finanzierungsrunde einfahren oder seinen Betrieb anpassen. Umgekehrt deuten stabile oder sinkende Burn-Raten bei gleichzeitigem Wachstum auf Effizienzgewinne hin.
Anleger sollten beachten, dass die Cash-Burn-Rate allein kein Urteil ermöglicht. Sie muss im Kontext betrachtet werden: Ein Unternehmen, das 500.000 Euro pro Monat verbrennt, aber 50 Millionen Euro Rücklagen hat, ist weniger gefährdet als eines mit 100.000 Euro monatlichem Verlust und nur 1 Million Euro Reserven. Auch die Perspektive zählt: Sinkt die Burn-Rate durch operative Verbesserungen, ist das positiv. Steigt sie, obwohl das Geschäft nicht schneller wächst, ist das besorgniserregend.
Verwandte Begriffe sind die Runway, die angibt, wie viele Monate ein Unternehmen mit aktuellen Mitteln noch operieren kann, die Burn-Multiple, die das Verhältnis zwischen Geldverbrauch und Umsatzwachstum misst, und der Break-Even-Point, bei dem ein Unternehmen keine Verluste mehr macht und die Burn-Rate auf null sinkt.

