Börsenlexikon
Convertible Bonds sind Anleihen, die dem Käufer das Recht geben, diese in Aktien desselben Unternehmens umzuwandeln, statt sie bis zur Fälligkeit zu halten und Zinsen zu erhalten.
Ein Convertible Bond verbindet zwei Komponenten: einen festverzinslichen Part und ein Aktienumwandlungsrecht. Der Anleger erhält während der Laufzeit regelmäßig Zinszahlungen (Kupons), wie bei einer klassischen Anleihe. Zusätzlich kann er zu festgelegten Zeitpunkten und zu einem vorher definierten Kurs seine Anleihe in eine bestimmte Anzahl von Aktien des Emittenten umwandeln. Diese Umwandlung ist optional – der Investor entscheidet, ob und wann er davon Gebrauch macht.
Die Attraktivität für Privatanleger liegt in der Flexibilität und dem Risikopuffer. Steigt der Aktienkurs deutlich, kann der Anleger die Anleihe umwandeln und von der Kurssteigerung profitieren. Bleibt die Aktie stagnant oder fällt sie, behält der Investor die Anleihe und erhält weiterhin die Zinszahlungen. Damit bietet ein Convertible Bond einen Schutzeffekt, den eine reine Aktie nicht hat. Allerdings ist dieser Vorteil in einem niedrigeren Kupon eingepreist – Convertible Bonds werfen typischerweise weniger Zinsen ab als vergleichbare klassische Anleihen.
Rechenbeispiel: Ein Unternehmen begibt eine Convertible Bond mit 10.000 Euro Nennwert, 3 Prozent Kupon und einer Laufzeit von 5 Jahren. Der Umwandlungskurs liegt bei 50 Euro je Aktie, was bedeutet, dass der Anleger bei Umwandlung 200 Aktien erhält (10.000 Euro ÷ 50 Euro). Während der 5 Jahre kassiert der Investor jährlich 300 Euro Zinsen. Steigt die Aktie auf 70 Euro, lohnt sich die Umwandlung: Die 200 Aktien wären dann 14.000 Euro wert. Der Anleger wandelt um und realisiert einen Gewinn von 4.000 Euro (zuzüglich der bereits erhaltenen Zinsen). Fällt die Aktie hingegen auf 30 Euro, verzichtet der Investor auf die Umwandlung und erhält seine 10.000 Euro zurück – plus alle Zinszahlungen.
Das Risiko liegt darin, dass das Unternehmen zahlungsunfähig werden kann (Ausfallrisiko), was auch Convertible Bonds betrifft. Zudem können Aktienkursverluste den Wert der Umwandlungsoption gegen Null drücken. Der Anleger trägt also sowohl das Kreditrisiko des Emittenten als auch das Aktienrisiko.
Verwandte Konzepte sind die klassische Anleihe (ohne Umwandlungsrecht), die Aktie (ohne Zinsgarantie) und die Option (ein reines Recht ohne Anleihekörper). Manche Varianten wie Reverse Convertibles drehen die Logik um: Hier kann das Unternehmen die Anleihe in Aktien umwandeln.

