Menü
sharewise zieht um Am Wochenende vom 22./23. August wird das neue sharewise die Hauptseite. Schau es dir jetzt an und sag uns, was dir fehlt. Zum neuen sharewise Was sich ändert
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Carl Icahn ist ein amerikanischer Investor und Unternehmensaktivist, der durch den Erwerb großer Aktienpakete in etablierten Unternehmen Einfluss auf deren Geschäftspolitik nimmt und dabei häufig strukturelle Veränderungen oder Kapitalumschichtungen durchsetzt.

Icahn verfolgt dabei eine Strategie, die unter dem Begriff Aktivismus bekannt ist. Er kauft sich in Unternehmen ein, deren Aktienkurs seiner Ansicht nach unter dem inneren Wert liegt oder deren Management er für ineffizient hält. Durch seinen Anteilsbesitz erlangt er das Stimmrecht in der Hauptversammlung und kann Druck auf den Vorstand ausüben, um Veränderungen herbeizuführen – etwa die Verkleinerung des Managements, die Ausgliederung von Unternehmensteilen, erhöhte Dividendenzahlungen oder sogar den Verkauf des gesamten Unternehmens.

Für Privatanleger ist Icahns Wirken aus mehreren Gründen relevant. Erstens signalisiert die Beteiligung eines prominenten Aktivisten wie Icahn oft eine Unterbewertung: Anleger interpretieren seinen Einstieg häufig als Kaufsignal und treiben die Aktienkurse in die Höhe. Zweitens führt Aktivismus regelmäßig zu kurzfristigen Kursbewegungen, die Spekulationen anlocken. Drittens zeigt Icahns Portfolio-Ansatz Privatanlegern, worauf man bei der Fundamentalanalyse achten kann – etwa auf Überkapitalisierung, ineffiziente Vermögensnutzung oder Managemententscheidungen, die nicht im Sinne der Aktionäre sind.

Allerdings ist Aktivismus umstritten. Kritiker argumentieren, dass der Fokus auf kurzfristige Wertsteigerungen langfristige Innovationsfähigkeit gefährden kann. Zudem verfügen große Investoren wie Icahn über Ressourcen und Informationsvorteile, die Privatanlegern nicht zur Verfügung stehen.

Der Name Icahn steht in der Investor-Gemeinde stellvertretend für eine ganze Bewegung: Activist Investing bezeichnet allgemein die Strategie, durch Anteilserwerb und Stimmrechtsausübung auf Unternehmensrichtung einzuwirken. Verwandte Konzepte sind Value Investing, das Unterbewertungen durch Fundamentalanalyse identifiziert, sowie Proxy Fights, bei denen Aktivisten versuchen, über die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern Kontrolle zu erlangen. Auch das Konzept der Corporate Governance – die Regelwerke, die das Zusammenspiel von Management, Aufsichtsrat und Aktionären regeln – ist eng mit Aktivismus verknüpft, da dieser gerade auf Schwachstellen in der Unternehmensführung abzielt.