Börsenlexikon
Covered Warrants sind börsengehandelte Optionsscheine, bei denen der Emittent (üblicherweise ein Kreditinstitut) die zugrundeliegenden Vermögenswerte bereits hält oder durch Hedging-Positionen absichert, um die Erfüllung der Warrant-Verpflichtungen zu garantieren.
Im Gegensatz zu klassischen Optionsscheinen, bei denen das Emissionsrisiko besteht, trägt der Herausgeber bei Covered Warrants durch die Hinterlegung der Basiswerte oder gleichwertiger Sicherheiten das Erfüllungsrisiko ab. Dies bietet Anlegern zusätzliche Sicherheit, da die Einlösung des Warrants nicht von der Bonität des Emittenten abhängt.
Covered Warrants funktionieren wie standardisierte Optionsscheine: Der Anleger erwirbt das Recht (nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem festgelegten Preis (Ausübungspreis) innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen (Call Warrant) oder zu verkaufen (Put Warrant). Der Preis des Warrants selbst ist deutlich niedriger als der des Basiswerts, weshalb mit kleinerem Kapitaleinsatz eine überproportionale Rendite möglich ist – aber auch ein Totalverlust.
Rechenbeispiel: Ein Covered Call Warrant auf eine Aktie mit aktuellem Kurs von 100 Euro hat einen Ausübungspreis von 105 Euro und kostet 3 Euro. Der Anleger zahlt 300 Euro für einen Warrant, der 100 Aktien verbrieft. Steigt die Aktie auf 115 Euro, ist der Warrant 10 Euro wert (115 – 105 Euro), was einem Gewinn von 233 Prozent entspricht. Fällt die Aktie unter 105 Euro, verfällt der Warrant wertlos und der Anleger verliert seinen Einsatz von 300 Euro vollständig.
Für Privatanleger ist relevant: Covered Warrants ermöglichen Hebeleffekte und Spekulationen auf fallende Kurse (Put Warrants), erfordern aber ein hohes Risikobewusstsein. Sie eignen sich nicht für konservative Anleger. Die Laufzeit ist begrenzt, weshalb der Zeitwertverfall den Preis kontinuierlich senkt – auch wenn sich der Kurs des Basiswerts nicht bewegt.
Eng verwandte Begriffe sind Optionsscheine (unbesicherte Variante mit Emissionsrisiko), Knock-out-Produkte (Warrants mit automatischem Verfall bei Erreichen einer Barriere) und Hebelzertifikate (ähnliche Leverage-Effekte mit anderer Struktur und Risikoprofil).

