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Börsenlexikon

Ein Chart ist eine grafische Darstellung von Kursbewegungen eines Wertpapiers oder Index über einen bestimmten Zeitraum, in der Regel mit Datum auf der horizontalen und Kurs auf der vertikalen Achse.

Charts dienen Anlegern dazu, Preismuster, Trends und Wendepunkte visuell zu erkennen. Sie bilden die Grundlage der technischen Analyse, die davon ausgeht, dass sich historische Kursbewegungen in zukünftigen Mustern wiederholen. Ein Anleger kann beispielsweise in einem Chart einer Aktie ablesen, ob der Kurs über mehrere Monate kontinuierlich gestiegen ist, seitwärts schwankt oder gefallen ist – Informationen, die in reiner Zahlentabellenform weniger aussagekräftig wären.

Die gängigsten Charttypen sind Liniencharts, Balkencharts und Candlestick-Charts. Ein Linienchart verbindet die Schlusskurse mit einer durchgehenden Linie und eignet sich für einen schnellen Überblick. Ein Candlestick-Chart zeigt für jeden Handelstag vier Kurswerte: Eröffnung, Höchstkurs, Tiefstkurs und Schluss. Der „Körper" der Kerze (die rechteckige Form) zeigt die Spanne zwischen Eröffnung und Schluss, während die „Dochte" (die Linien oben und unten) den höchsten und niedrigsten Kurs des Tages markieren. Dies ermöglicht es, Volatilität und Kursbewegungen differenzierter zu erfassen.

Für die Praxis: Ein Anleger betrachtet den Candlestick-Chart einer Aktie, die bei 100 Euro eröffnet hat, im Laufe des Tages auf 105 Euro stieg, bis auf 98 Euro fiel und bei 102 Euro schloss. Der Candlestick zeigt einen Körper von 100 bis 102 Euro und Dochte, die bis 105 Euro nach oben und bis 98 Euro nach unten reichen.

Charts können verschiedene Zeiträume abbilden: Intraday-Charts zeigen Bewegungen innerhalb eines Handelstages in Minuten oder Stunden, Tagescharts zeigen jeden Handelstag als einzelne Kerze, Wochencharts fassen eine Woche zusammen. Die Wahl des Zeitraums beeinflusst, welche Muster erkennbar werden – kurzfristige Schwankungen verschwinden in längerfristigen Charts.

Privatanleger nutzen Charts häufig zur Bestimmung von Einstiegs- und Ausstiegspunkten. Konzepte wie Unterstützung und Widerstand, Trendlinien oder gleitende Durchschnitte werden mit Charts identifiziert. Allerdings ist zu beachten, dass Charts historische Daten zeigen und zukünftige Kursbewegungen nicht garantieren.

Charts sind eng mit dem Konzept der Volatilität verbunden, die die Stärke von Kursschwankungen misst. Auch der Indikator und die Trendanalyse basieren auf der Chartbetrachtung und helfen Anlegern, Signale aus Kursbewegungen zu interpretieren.