Börsenlexikon
Pari ist der Kurs von 100 Prozent, bei dem der Marktpreis eines Wertpapiers exakt seinem Nennwert entspricht.
Pari beschreibt einen Kurs, bei dem ein Wertpapier an der Börse zu seinem ursprünglichen Ausgabepreis oder Nennwert gehandelt wird. Der Begriff stammt vom lateinischen „par" (gleich) und wird vor allem bei Anleihen verwendet, kann aber auch auf Aktien oder andere Wertpapiere angewendet werden.
Bei Anleihen ist Pari das Bezugsniveau, von dem aus Kursveränderungen gemessen werden. Eine Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro notiert bei Pari, wenn ihr aktueller Marktpreis ebenfalls 10.000 Euro beträgt – die Notierung lautet dann „100". Notiert dieselbe Anleihe bei 102, liegt der Kurs über Pari (Aufgeld), notiert sie bei 98, liegt der Kurs unter Pari (Abschlag). Für Privatanleger ist diese Unterscheidung relevant, weil der Kurs den Kaufpreis bestimmt, während die Rückzahlung beim Nennwert erfolgt.
Die Kursabweichung von Pari entsteht durch Marktkräfte. Sinken die Marktzinsen nach Emission einer Anleihe mit 4 Prozent Kupon, wird die höhere Verzinsung attraktiv – der Kurs steigt über Pari. Steigen die Marktzinsen, wird die Anleihe weniger attraktiv – der Kurs fällt unter Pari. Ein Anleger, der eine Anleihe unter Pari kauft und bis zur Fälligkeit hält, realisiert einen Kursgewinn, wenn die Rückzahlung zum Nennwert erfolgt.
Für Privatanleger hat die Pari-Notierung auch psychologische Bedeutung. Viele interpretieren einen Kurs über Pari als Vertrauensvotum für den Emittenten, während ein Kurs unter Pari Zweifel signalisieren kann – etwa bei gestiegenen Ausfallrisiken. Allerdings ist dies nicht automatisch aussagekräftig, da auch Zinserwartungen den Kurs treiben.
Der Pari-Kurs ist Ausgangspunkt für die Berechnung von Renditen. Die Rendite bis zur Fälligkeit hängt ab von der Kuponzahlung, dem Kaufkurs und der Restlaufzeit. Wer ein Wertpapier bei Pari kauft, verdient im Wesentlichen die Kuponrendite; wer es unter Pari kauft, profitiert zusätzlich vom Kursgewinn bis zur Rückzahlung.
Verwandte Konzepte sind der Nennwert als Basis der Pari-Definition, das Aufgeld und Abschlag als Kursabweichungen von Pari, sowie die Rendite bis zur Fälligkeit, die den Gesamtertrag unter Berücksichtigung des Kaufkurses misst.

