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Börsenlexikon

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist der Quotient aus dem Aktienkurs eines Unternehmens und seinem Gewinn pro Aktie und zeigt an, wie viele Jahre an Unternehmensgewinn der aktuelle Aktienkurs entspricht.

Die Berechnung erfolgt nach der Formel: KGV = Aktienkurs ÷ Gewinn pro Aktie. Das Ergebnis gibt an, mit dem Wievielfa­chen des jährlichen Gewinns das Unternehmen an der Börse bewertet wird.

Praktisches Beispiel: Ein Unternehmen hat einen aktuellen Aktienkurs von 100 Euro. Im letzten Geschäftsjahr betrug der Nettogewinn 10 Millionen Euro bei 1 Million ausstehenden Aktien, was einem Gewinn pro Aktie von 10 Euro entspricht. Das KGV beträgt dann 100 ÷ 10 = 10. Ein Investor zahlt also das 10-Fache des jährlichen Gewinns pro Aktie.

Für Privatanleger ist das KGV ein Orientierungswert zur Bewertung von Aktien. Ein niedriges KGV deutet darauf hin, dass eine Aktie relativ günstig bewertet sein könnte – der Investor zahlt weniger für jeden Euro Gewinn. Ein hohes KGV kann bedeuten, dass der Markt starkes zukünftiges Wachstum einpreist oder dass die Aktie überbewertet ist. Allerdings ist ein KGV nie isoliert aussagekräftig: Eine Wachstumsfirma mit hohem KGV kann besser bewertet sein als ein stabiler Konzern mit niedrigem KGV, wenn die Gewinnsteigerungen entsprechend ausfallen.

Das KGV variiert erheblich zwischen Branchen. Technologieunternehmen weisen typischerweise höhere KGVs auf als zyklische Industrien. Auch die allgemeine Marktlage, Zinsniveaus und konjunkturelle Erwartungen beeinflussen das durchschnittliche KGV-Niveau.

Anleger sollten beachten, dass das KGV auf historischen Gewinnen basiert (trailing KGV) oder auf Gewinnprognosen für das kommende Jahr (forward KGV). Prognosen sind jedoch unsicher, und eine Gewinnwarnung kann den KGV schnell verändern.

Verwandte Kennzahlen sind das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das den Aktienkurs zur Bilanzsumme ins Verhältnis setzt, und die Gewinnrendite, die den Kehrwert des KGV darstellt und anzeigt, welche Gewinnquote der Aktienkurs repräsentiert. Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) wird herangezogen, wenn Gewinnzahlen wenig aussagekräftig sind.