Menü
sharewise zieht um Am Wochenende vom 22./23. August wird das neue sharewise die Hauptseite. Schau es dir jetzt an und sag uns, was dir fehlt. Zum neuen sharewise Was sich ändert
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Der innere Wert ist der theoretische Preis, zu dem ein Wertpapier oder Unternehmen fair bewertet wäre, wenn alle verfügbaren Informationen vollständig und korrekt berücksichtigt würden.

Der innere Wert unterscheidet sich vom aktuellen Börsenkurs, der durch Angebot und Nachfrage täglich schwankt. Ein Anleger, der den inneren Wert einer Aktie berechnet oder schätzt, kann damit überprüfen, ob der Marktpreis unter- oder überbewertet ist. Liegt der Kurs unter dem inneren Wert, gilt das Papier als günstig; liegt er darüber, als teuer.

Die Berechnung des inneren Wertes erfolgt üblicherweise durch die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Verfahren). Dabei werden die künftigen Gewinne oder Cashflows eines Unternehmens geschätzt und mit einem Diskontierungssatz auf die Gegenwart zurückgerechnet. Ein Unternehmen, das voraussichtlich jährlich 50 Millionen Euro freien Cashflow generiert und bei einem angenommenen Diskontierungssatz von 8 Prozent bewertet wird, hätte einen vereinfachten inneren Wert von etwa 625 Millionen Euro (50 Millionen Euro ÷ 0,08). Liegt die Marktkapitalisierung des Unternehmens deutlich darunter, könnte es unterbewertet sein.

Für Anleihen funktioniert die Berechnung präziser. Eine Anleihe mit 10.000 Euro Nennwert, 4 Prozent Kupon und 5 Jahren Laufzeit zahlt jährlich 400 Euro Zinsen. Bei einem aktuellen Marktzinssatz von 3 Prozent ist der innere Wert höher als der Nennwert, weil die Kuponzahlungen attraktiver sind als am Markt üblich. Bei 6 Prozent Marktzinssatz wäre der innere Wert niedriger.

Der innere Wert ist ein Konzept, nicht eine objektive Messgröße. Die Ergebnisse hängen stark von den Annahmen ab — insbesondere von der Schätzung künftiger Erträge und der Wahl des Diskontierungssatzes. Zwei Analysten können für dasselbe Unternehmen völlig unterschiedliche innere Werte ermitteln. Deshalb ist der innere Wert ein Orientierungspunkt für Entscheidungen, kein verlässliches Preisschild.

Der innere Wert steht in direkter Beziehung zum Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und zur Dividendenrendite, die ebenfalls Hinweise auf Über- oder Unterbewertung geben. Eng verwandt ist auch das Konzept des Sicherheitspuffers (Margin of Safety), das empfiehlt, eine Aktie erst zu kaufen, wenn ihr Kurs deutlich unter dem geschätzten inneren Wert liegt.