Börsenlexikon
Effekten sind Wertpapiere, die Vermögensrechte oder Forderungen verbrieft und an der Börse oder außerbörslich handelbar sind.
Der Begriff fasst verschiedene Arten von handelbaren Wertpapieren zusammen. Dazu gehören Aktien, die Anteile an einem Unternehmen darstellen, Anleihen (Schuldverschreibungen), die Darlehen an Staaten oder Unternehmen verbriefen, sowie Fonds und Derivate. Effekten unterscheiden sich von Bankguthaben dadurch, dass sie keinen garantierten Wert haben, sondern an Marktpreisen gehandelt werden. Der Wert einer Effekte schwankt je nach Angebot, Nachfrage und den wirtschaftlichen Bedingungen.
Für Privatanleger sind Effekten das Kerngeschäft der Geldanlage. Wer Effekten kauft, wird Eigentümer oder Gläubiger und partizipiert an Renditen oder Wertsteigerungen. Gleichzeitig trägt der Anleger das Risiko von Kursverlusten. Effekten werden in einem Depot verwahrt, das der Anleger bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnet. Die Verwahrung sichert die Eigentumsrechte rechtlich ab.
Ein praktisches Beispiel: Ein Anleger kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einer jährlichen Verzinsung von 3 Prozent. Der Emittent zahlt dem Anleger jährlich 300 Euro Zinsen. Nach einer Laufzeit von etwa 5 Jahren erhält der Anleger sein Kapital zurück. Während der Laufzeit kann die Anleihe am Sekundärmarkt verkauft werden; der Kurs kann über oder unter dem Nennwert liegen, je nachdem wie sich die Marktzinsen entwickelt haben.
Effekten unterliegen rechtlichen Regelungen. In Deutschland regelt das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) den Handel. Anleger erhalten bei Kauf oder Verkauf von Effekten eine Abrechnung und haben Anspruch auf transparente Preisangaben. Die Verwahrung ist durch gesetzliche Vorschriften geschützt, sodass Effekten im Insolvenzfall einer Bank nicht zur Insolvenzmasse gehören.
Eng verwandt mit dem Begriff sind die Wertpapiere als Oberbegriff, die Gattungsbegriffe wie Aktie und Anleihe sowie das Depot als Verwahrstelle. Auch der Begriff des Sekundärmarkts ist relevant, denn dort werden bereits begebene Effekten zwischen Anlegern gehandelt, im Gegensatz zum Primärmarkt, auf dem neue Effekten ausgegeben werden.

