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Börsenlexikon

Devisen sind auf Fremdwährung lautende finanzielle Forderungen und Zahlungsmittel, die im internationalen Zahlungsverkehr und an den Devisenmärkten gehandelt werden.

Devisen entstehen, wenn ein Anleger oder Unternehmen Guthaben in ausländischer Währung hält – etwa ein Euro-Konto bei einer Bank in den USA oder ein Dollar-Guthaben bei einer europäischen Bank. Im engeren Sinne bezeichnen Devisen ausländische Banknoten und Münzen, im weiteren Sinne auch Schecks, Überweisungen und andere Zahlungsmittel in Fremdwährung. Der Devisenmarkt ist der größte und liquideste Finanzmarkt weltweit: Hier werden täglich Billionen Euro Währungen gegeneinander getauscht.

Für Privatanleger sind Devisen in mehreren Kontexten relevant. Wer international investiert – etwa in US-amerikanische Aktien oder japanische Anleihen – setzt sich automatisch einem Währungsrisiko aus. Der Wert der Anlage hängt dann nicht nur von der Kursentwicklung des Wertpapiers ab, sondern auch davon, wie sich der Wechselkurs zwischen Euro und der jeweiligen Fremdwährung entwickelt. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, sinkt der Euro-Gegenwert einer Dollar-Anlage – und umgekehrt.

Ein Beispiel: Ein Anleger kauft für 10.000 Euro amerikanische Aktien zum Wechselkurs von 1 Euro = 1,10 Dollar. Er erhält dafür 11.000 Dollar Aktien. Steigt der Aktienkurs um 10 Prozent, sind die Aktien nun 12.100 Dollar wert. Wenn der Euro in dieser Zeit aber um 5 Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet hat (neuer Kurs: 1 Euro = 1,155 Dollar), entsprechen die 12.100 Dollar nur noch etwa 10.476 Euro. Der Anleger hätte einen Kursgewinn, aber einen Währungsverlust erlitten.

Manche Anleger spekulieren bewusst auf Währungsbewegungen, indem sie direkt Devisen kaufen und verkaufen – etwa über Devisentermingeschäfte oder Devisenkassageschäfte. Dies ist jedoch hochspekulativ und für Privatanleger ohne entsprechende Erfahrung nicht empfohlen.

Eng mit Devisen verwandt sind der Wechselkurs, der das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen angibt, sowie Devisentermingeschäfte, bei denen Währungen zu einem festgelegten Kurs in der Zukunft geliefert werden. Auch Währungsfonds und ETFs ermöglichen Privatanlegern ein strukturiertes Engagement in Devisen, ohne direkt am Devisenmarkt handeln zu müssen.