Börsenlexikon
Cap ist eine Obergrenze für die Verzinsung oder Rendite eines Wertpapiers oder Finanzprodukts, die der Emittent oder Produktanbieter festlegt und nicht überschreitet.
Der Cap begrenzt die maximale Auszahlung an den Anleger, unabhängig davon, wie stark der zugrunde liegende Basiswert (etwa ein Index oder Rohstoff) tatsächlich steigt. Diese Obergrenze wird bereits bei der Emission des Produkts definiert und bleibt über die gesamte Laufzeit gültig.
Caps finden sich häufig bei strukturierten Produkten wie Zertifikaten, Anleihen mit Indexpartizipation oder Caps und Floors. Ein klassisches Beispiel: Ein Indexzertifikat bietet Anlegern 80 Prozent der Kurssteigerung eines Aktienindex, allerdings mit einem Cap von 15 Prozent pro Jahr. Steigt der Index um 20 Prozent, erhält der Anleger nicht 16 Prozent (80 Prozent von 20 Prozent), sondern nur die maximal zulässigen 15 Prozent.
Rechenbeispiel: Ein Zertifikat auf den DAX mit 100 Euro Basiswert, 75 Prozent Partizipationsquote und 12 Prozent Cap wird über ein Jahr beobachtet. Der DAX steigt um 18 Prozent. Ohne Cap würde der Anleger 13,5 Prozent Rendite erhalten (75 Prozent von 18 Prozent). Wegen des Caps von 12 Prozent erhält er aber nur 12 Prozent, also 12 Euro Gewinn auf die 100 Euro Anlage.
Warum ist der Cap relevant? Der Cap ist ein Kompromiss zwischen Ertrag und Sicherheit. Produktanbieter nutzen Caps, um ihre Risiken zu begrenzen und dadurch günstigere Produkte anbieten zu können. Anleger profitieren von niedrigeren Gebühren oder besseren Konditionen, verzichten aber auf unbegrenzte Gewinne. Bei seitwärts bewegenden oder fallenden Märkten spielt der Cap keine Rolle; er wirkt nur in Szenarien mit starken Kursgewinnen.
Anleger sollten den Cap vor dem Kauf bewusst prüfen, denn er reduziert die Gewinnchancen bei optimistischen Marktszenarien erheblich. Ein niedriger Cap kann ein Produkt unattraktiv machen, wenn die erwartete Marktentwicklung das Cap wahrscheinlich überschreitet.
Der Cap steht konzeptionell in Verbindung mit dem Floor (Untergrenze für Verluste), dem Knock-out (Schwelle, bei deren Überschreitung das Produkt verfällt) und der Partizipationsquote (prozentualer Anteil an Kursbewegungen), die gemeinsam die Auszahlungsstruktur strukturierter Produkte bestimmen.

